Caroline Nastro und Vanya Nastanlieva – Der kleine Bär möchte schlafen

Der kleine Bär möchte schlafen

Das kleine Bärenkind kann in diesem Winter einfach nicht schlafen. Also kriecht es aus der Höhle und tapst hinaus aus dem Wald in die große Stadt, die niemals schläft. In New York besucht der kleine Bär die berühmte Freiheitsstatue und schaut sich im Metropolitan Museum die Bilder von Jackson Pollock an. Nach und nach beginnt das Tier müde zu werden und versucht einen Schlafplatz im Naturhistorischen Museum zu finden. Doch ein Wächter betont, dass der Bär hier nicht bleiben kann. Auch aus dem Central Park wird er fortgescheucht. Irgendwann tapst der Bär zurück zu seiner Höhle und findet seinen tiefen Schlaf – im Hintergrund nur die leisen Geräusche des Winters.

Dieses Bilderbuch rund um einen Bären, der statt Winterschlaf zu halten, lieber die turbulente Stadt NY erkundet, lebt von den wunderbaren Bildern der bulgarischen Illustratorin. Sie schafft es eine wundervolle Winterlandschaft zu zaubern. Beim letzten Bild, wo der Bär mit seiner Freiheitsstatue ähnelnden Kopfbedeckung einschläft, hört man regelrecht „die leisen Geräusche des Winters“. Die Schneeflocken sausen durch die Luft und der Wind treibt sie liebevoll voran.  Hier wird eine Stimmung kreiert, die dazu einlädt es sich im warmen Zuhause gemütlich zu machen und das Schneegestöber aus dem Fenster zu beobachten.

Die Autorin offenbart ihre Liebe zur Großstadt New York und lässt den kleinen Bären all die berühmten Sehenswürdigkeiten hautnah erleben. Dabei ist der kleine Bär nie allein. Begleitet wird er auf jedem Bild von einem kleinen Vogel, der über ihn wacht. Auch sein gestreiftes Kissen hat das Tier jederzeit dabei.

Es lassen sich thematische Anker rund um „Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre“ setzen. Auch das Kunstwerk von Jackson Pollock ist es wert genauer einen Blick auf seinen Stil zu werfen.

Der kleine Bär möchte schlafen

Eine Hommage an die Großstadt New York mit zauberhaften Bildern vom winterumhüllten Wald.

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Anne-Katrin Müller – 15 Fantasiereisen für Kinder von 4-10: Frühling, Sommer, Herbst und Winter

15 Fantasiereisen für Kinder

Zu jeder der vier Jahreszeiten finden sich ungefähr 3-4 Fantasiereisen, die jahrestypische Elemente aufgreifen. So begeben sich die Kinder im Frühling auf eine Radtour. Im Sommer darf im Garten übernachtet werden. Ein Lagerfeuererlebnis im Wald prägt den Herbst, während im Winter die Kinder dem Weihnachtsmann zur Hilfe eilen dürfen.

Die Fantasiereisen sind zwischen 9 und 11 Minuten lang und damit sehr gut für den häuslichen Rahmen geeignet. Ich empfehle Meditationstechniken oft Eltern, deren Kinder nur schwer zur Ruhe kommen oder sich nur schlecht entspannen können. Hierbei werden die Außenreize reduziert und der Fokus liegt gänzlich auf dem eigenen Körper, der Atmung und der eigenen Gedankenwelt. Die Autorin hat eine sehr ruhige, angenehme Stimme und leitet die Zuhörer wunderbar durch die fantasievollen Orte.

Für den schulischen Kontext sind die Fantasiereisen den Kindern oft zu lang und es braucht viel Unterrichtszeit, um sich darauf einzustimmen. Kürzere Fantasiereisen nutze ich gerne zum Ende der Unterrichtswoche oder an einem besonders langen Unterrichtstag, wenn ich merke dass die Luft raus ist. Zu Beginn fiel es einigen Kindern, vor allem im 1. Schuljahr, schwer still zu sitzen und diese Ruhe auszuhalten. Nun genießen sie es wirklich und gähnen und strecken sich nach dem Aufwachen ausgiebig. Vor allem zur jetzigen Weihnachtszeit kann man die Winter-Fantasiereisen wunderbar einsetzen und die Besinnlichkeit der Weihnachtszeit auch wirklich genießen.

15 Fantasiereisen

Fantasiereisen passend zu den vier Jahreszeiten – angenehm entspannte Musik in Kombination mit einer wohltuenden Stimme der Autorin

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Martin Nusch – GEOlino extra: Haustiere

Geolino extra Haustiere Sachunterricht

Dieses Hörbuch rund um die tierischen Mitbewohner, gesprochen von Wigald Boning, richtet sich vor allem an Kinder im 3./4. Schuljahr. Hier werden weiterführende Themen wie „Qual ohne Ende – Wenn Züchter zu weit gehen“ oder „Abschied: Wenn Haustiere sterben“ angesprochen.

Die Beiträge sind sehr informationsgeladen und werden recht nüchtern erzählt. Die Themen regen zum Weiterdenken an und sprechen durchaus kritische Betrachtungsweisen der Haustierhaltung an. Im Klassengespräch war ich ganz erstaunt wie viele Kinder tatsächlich einen Roboter-Hund haben. Hier musste ich mich zuerst von den Kindern aufklären lassen. Elektronische Haustiere sind stubenrein und pflegeleicht und für viele Familien heutzutage tatsächlich eine Alternative. Daher ist der Beitrag „Energiegeladen – Roboter als Haustiere“ sehr aktuell und  äußerst spannend.

Interessant ist auch zu erfahren, wann und warum Menschen und Tiere begannen, miteinander Lebensgemeinschaften zu bilden. Hier wird ein Blick in die geschichtliche Entwicklung der Beziehung zu den Vierbeinern geworfen. Es wird auf folgende Haustiere näher eingegangen: Goldhamster, Aquariumfische, Ungeziefer oder auch kuriose Haustiere. Informativ ist auch die Entstehung von Tiernahrung und deren Wandel im Laufe der Zeit. Während früher Hunde Knochen und Abfälle des Menschen zum Fressen bekamen, kaufen viele Herrchen heutzutage besonderes Hundefutter, das für glänzendes Fell sorgt und auch bei Zahnproblemen helfen soll.

GEOlino extra Haustiere Audio CD

Informativ – behandelt eher spannende Randthemen.

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Norbert Pautner – Lustige Kastanienfiguren für kleine Künstler

Lustige Kastanienfiguren

Der erste Advent steht schon vor der Tür und so nutzten wir noch schnell unsere gesammelten Herbstfrüchte und gestalteten daraus witzige Kastanienmännchen. Inspiriert wurden wir von den im Buch dargestellten Figuren – vom Drachen zum Einhorn , vom Elch bis zum tapferen Ritter oder fleißigen Bauarbeiter.

Dank der Schritt-für-Schritt-Anleitungen konnten die Kinder aus einfachen Materialien beeindruckende Figuren herstellen. Da fast überall ein Handbohrer im Einsatz ist, ist die Mithilfe von Erwachsenen besonders bei jüngeren Kindern erforderlich. In Kleingruppen lässt es sich wunderbar umsetzen. Das meiste Bastelmaterial stammt aus der Natur: Eichelhütchen, Bucheckern, Federn, Walnussschalen und Korken kamen häufig zum Einsatz. Des Weiteren benötigte man Chenilledraht, Pappe, Schaschlikspieße, Pompons und Wackelaugen. Mit diesen Materialien lassen sich die meisten Vorschläge bereits gut umsetzen. Das Endergebnis wurde stets im Großformat prima in Szene gesetzt. Auch die skizzierten, sehr detaillierten Anleitungen erleichtern die Herstellung des Endprodukts ungemein. Bei dem Kaufpreis ist es eine wunderbare Investition.

Lustige Kastanienfiguren

Ansprechende Figuren –  ohne aufwändiges Material.

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Drew Daywalt und Oliver Jeffers – Der Streik der Farben

Der Streik der Farben

Duncan findet in seiner Schublade einen Stapel Briefe. Seine Farbstifte wenden sich an den Jungen und schildern in Briefform ihren Einsatz. Der rote Stift erkundigt sich nach einer Pause und fühlt sich regelrecht überarbeitet, denn er muss sogar an Feiertagen arbeiten und all die Nokoläuse und Valentinsherzchen ausmalen.  Der ordnungsliebende Lieblingsfarbstift für Trauben und Zauberhüte beklagt sich darüber, dass zu viel Farbe für die Flächen außerhalb der eigentlichen Zeichnung verschwendet werden. Er bittet Duncan doch bitte innerhalb der Linien zu malen.

Die Beschwerdebriefe nehmen ihren Lauf. Und in jedem steckt eine große Prise Humor. Lediglich die Farbe grün tanzt aus der Reihe und schreibt einen glücklichen Brief und bedankt sich höflich für den fleißigen Einsatz. Natürlich möchte Duncan, dass alle seine Farbstifte glücklich sind und überlegt sich eine Lösung, für die ihm seine Lehrerin einen goldenen Stern für Kreativität verleiht.

Bei diesem Bilderbuch lacht das Lehrerherz doppelt. Zum einen wird die Briefform mit unterschiedlichen Anrede- und Schlussformen thematisiert. Hier könnten die Kinder im Deutschunterricht auf Entdeckungsreise gehen und in den insgesamt 12 Briefen stöbern und die verschiedenen Elemente heraussuchen. Daran anschließend wäre es denkbar den Perspektivwechsel im Briefeschreiben zu üben, indem Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit bekommen sich in eine Farbe hineinzuversetzen und ebenfalls einen (Beschwerde-) Brief zu schreiben. Hierbei sollte das Bilderbuch nicht zu Ende gelesen werden, damit eigene Ideen integriert werden können.

Zum anderen steht der Einsatz der Farbenlehre und einige  Anwendungstechniken der Farbstifte im Vordergrund, was wunderbar im Kunstunterrricht integriert werden kann. Dem fächerübergreifenden Einsatz steht somit nichts mehr im Wege. Jüngere Kinder könnten der Geschichte entnehmen welche Gegenstände mit welcher Farbe angemalt werden. Ein witziger Diskussionspunkt ist das Streitthema von Gelb und Orange: Welche Farbe hat nun die Sonne? Ältere Kinder orientieren sich an den Techniken des flächendeckenden Ausmalens (Lila), dem sorgsamen Umgang (Rosa) oder der Anwendung der Umrandungslinien (Schwarz). Dieses Bilderbuch bietet sehr viel!

Die äußerliche Gestaltung darf auch nicht unerwähnt bleiben. Oliver Jeffers ist ein Meister und zeigt auch hier sein Können. Die Illustrationen sind zum Verlieben und sehr kindgerecht gestaltet. Die letzte Seite wird den Kindern sicherlich ein „Oh, wie schön!“ entlocken. Auch die Texte sind mit einem Schmunzeln zu betrachten und decken viel Wahres auf. Mein Lieblingsbrief ist der von der Farbe Beige und die Zeichnung dazu einfach genial.

Der Streik der Farben

Ein neues Herzensbuch für den Kunstunterricht.

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Patrick Wirbeleit und Max Fiedler – Antonia war schon mal da

Antonia war schon mal da

Wenn gute Freunde reisen gehen, gibt’s unterwegs ganz viel zu sehen.

Der kleine Biber und seine Freunde Specht, Molch und der Igel im Rollstuhl möchten die Welt sehen. Mit dem Nötigsten im Gepäck, klopfen sie bei Antonia am Gartentor. Doch Antonia möchte nicht mit, schließlich hat sie die Welt schon längst gesehen:

Ihr glaubt mir nicht?
Ihr wollt Beweise?
Die findet ihr auf eurer Reise!

Und so ziehen die Freunde alleine los. Zwar ist Antonia nicht physisch dabei, doch sie hat trotzdem tatsächlich Spuren auf ihren vorigen Reisen hinterlassen. Diese gilt es auf den Wimmelbildern zu entdecken. Hoch oben auf einem Berg strahlt sie ihre Freunde auf einer wehenden Flagge an. In einer dunklen Höhle wurde sie als Höhlenzeichnung verewigt und auch im Wald muss man die Baumstämme nicht lange nach ihrem Abbild absuchen. Nach der Heimkehr sitzen die Freunde gemütlich am Lagerfeuer „und stellen fest, ganz ungelogen. Was immer unser Ziel auch war. Antonia war schon mal da!“

Ein neues Bilderbuch hat sich in mein Herz gebrannt! Ich selbst liebe das Reisen und kenne viele Globetrotter und Weltenbummler, die  die wundervollsten Flecken der Erde besichtigt haben. Umso wertvoller ist dieses Bilderbuch für die kommende Generation. Es hat Weltoffenheit zum Ziel und auch den Mut neue Wege zu gehen und durch verschiedenste Erlebnisse und Erfahrungen zu wachsen. Es lädt ein auf der Welt seine Spuren zu hinterlassen. Hierbei kann den Igel auch sein Rollstuhl nicht behindern. Er rollt, getrieben von der Abenteuerlust, durch die Eichen- und Birkenwälder und lässt sich, wenn nötig auch helfen, z.B. von seinen Freunden auf den hohen Berg tragen. Davon abgesehen ist das Entdecken von Antonias Hinterlassenschaften ein Heidenspaß und schult ganz nebenbei die visuelle Wahrnehmung. Auch die Erwachsenen werden die Spuren so schnell nicht finden und müssen sich durchaus etwas anstrengen.

Mein Lehrerherz lacht ebenfalls bei der gut überlegten und spielerisch veranlagten Einbindung der Reime. Während zu Beginn den Kindern Zeit gelassen wurde mit Reimen warm zu werden, schließen sich dann sämtlich Satzanfänge an, bei denen das Ende fehlt. Eine zusätzliche Hilfe bieten Vorahnungen auf den Bildern, die  das Schlusswort andeuten.

In Höhlen ist es ganz schön kalt. Viele Bäume sind ein …

Es lässt auch wunderbar an Vielreisende verschenken, die gerade erst aufbrechen oder schon heimgekehrt sind.

Antonia war schon mal da

Die grandiosen Illustrationen sind neben dem äußerst gelungenen Inhalt das i-Tüfelchen!

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Brüder Grimm und Bernadette – Frau Holle

Bernadette - Frau Holle

Eine alte Witwe hat zwei Töchter. Die eine ist fleißig und schön, die andere jedoch hässlich und faul. Die Fleißige fällt eines Tages während des Spinnens in den Brunnen und landet in einer wundersamen Welt, wo Apfelbäume sprechen und Öfen nach Hilfe rufen. In einem kleinen Haus wohnt eine alte Frau mit großen Zähnen. Sie bietet dem Mädchen an bei ihr zu arbeiten und die Betten ordentlich aufzuschütteln, dass die Federn fliegen. Die Federn sind eigentlich zauberhafte Schneeflocken und lassen es auf der Erde schneien…

Als Kind war „Frau Holle“ mein Lieblingsmärchen. Durch einen Brunnen in eine zauberhafte Welt zu gelangen, schien ein tolles Erlebnis. Auch der Vergleich der Federn mit Schneeflocken machte einen wahrhaftig märchenhaften Eindruck. Die Gegenüberstellung von Fleiß und Faulheit und der damit verbundenen Belohnung in Form von einem gewaltigen Goldregen oder eben Pech ist durchaus ein Ansporn und eine gelungene Lehre für Kinder.

Bernadette entführt die Leser mit ihren nostalgisch angehauchten Zeichnungen in diese weit entfernte Fantasiewelt. Neben dem Wiesenbild voller farbenfroher Blumen und Pflanzen, ist die verschneite Landschaft ein sehr gelungenes Beispiel für einrahmungswürdige Illustrationen. Es lädt ein zum Träumen, zum Innehalten und Genießen. Mit einer kleinen Kerze und einer warmen Decke ist es besser als jeder Kinderfilm. Lediglich das Hörbuch aus „Frühling, Sommer, Herbst und Winter„, das sich wortwörtlich an diesem Text orientiert, ist eine gleichwertig gelungene Ergänzung.

Bernadette - Frau Holle

Warme Farben, hingebungsvolle Zeichnungen: Mit diesem Bilderbuch kann die Winterzeit kommen!

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