Annette Roeder und Julia Christians – Hetty Flattermaus fliegt hoch hinaus

Rezension

Hetty ist eine neugierige und wissbegierige Fledermaus und lässt sich auch von ihrer überbesorgten Mutter nicht stoppen. Die alleinerziehende und berufstätige Hulda liebt ihr einziges Kind heiß und innig und würde sie am liebsten nur zu Hause wissen. Um ihren Liebling unter Kontrolle zu halten, erfindet sie Gruselgeschichten und stattet Hetty mit einem Peilsender aus, um den Standort ihres Herzenskindes jederzeit überprüfen zu können.

Keine Frage, Hulda ist eine Helikoptermutter durch und durch. Gewissermaßen amüsiert diese Darstellung, denn sie trifft genau den Nerv der Zeit. Eltern, die ihren Kindern die Schultasche bis zum Sitzplatz in der Schule tragen, gibt es leider viele. Umso schöner, dass genau diesen mit dem Vorlesebuch nun ein Spiegel vors Gesicht gehalten wird. Denn da sind wir wohl uns alle einig, dass Kinder ihre Erfahrungen selbst machen müssen. So lässt sich auch Hetty auf Abenteuer außerhalb der sicheren Mauern ein und macht Bekanntschaften mit Wabbelwesen und Regenwürmern. Sie hilft einem kleinen Mausejungen bei seinen Flugversuchen und staunt immer mehr über die Entdeckungen in ihrer Umwelt.

Die 19 Kapitel des ersten Bandes der Hetty Flattermaus-Reihe umfassen ca. 6-8 Seiten und werden stets mit farbigen Illustrationen begleitet. Besonders gut gefällt der integrierte Wortwitz und die Sprachspielereien, wenn z.B. Frühstück einfach in Spätstück umbenannt wird oder wenn vom „Flügel“ statt „Bogen“ überspannen die Rede ist. Hauptsächlich werden sich sicherlich Mädchen als Adressaten angesprochen fühlen, denn die Protagonisten sind ausschließlich weiblich. Hin und wieder trifft Hetty jedoch auch auf männliche Erdbewohner, von denen es in den nächsten Bänden hoffentlich mehr gibt.

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Fazit

Weltentdeckungen mit einer mutigen und neugierigen Fledermaus für alle kleine Helden

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Petra Maria Schmitt und Christian Dreller – Warum ist die Banane krumm?

Rezension

Dieses Vorlesebuch mit Audio-CD umfasst 19 Fragestellungen für neugierige Kinder. Sie drehen sich um naturwissenschaftliche Themen und sind stets in unterhaltsame Geschichten eingebunden. Jedes Kapitel schließt ca. 6-10 Seiten ein und wird mit farbigen Illustrationen gestützt.

Obwohl der Ellermann Verlag eine Altersvorgabe von 5-7 Jahren empfiehlt, würde ich aufgrund von Komplexität mancher Fragen doch eher ab 6-10 Jahren empfehlen. Auf der Audio-CD sind nur die ersten 8 Fragestellungen zu finden, die von den Autoren selbst vorgelesen werden. Die Dauer liegt zwischen 8 und 11 Minuten.

Verblüffende Antworten auf folgende brennende Fragen werden hier zusammengefasst: Wie kommt das Salz ins Meer? Wie kommt der Strom in die Steckdose? Warum verlieren die Bäume im Herbst ihre Blätter? Warum ist der Himmel blau? uvm. Hier werden grundlegende Fragen rund um die Welt angesprochen, die Kinder auch wirklich beschäftigen. Für meinen Geschmack hätte die Einbettung in das Drumherum etwas weniger sein können. So wären die Kapitel auch kürzer, was der Konzentrationsspanne von Kindern mehr entgegen kommt. Auch dass die limitierte Sonderausgabe mit der Audio-CD nur einen Bruchteil der Kapitel einbindet, ist durchaus schade.

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Fazit

Neugierige Kinder kommen auf ihre Kosten.

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Kathrin Rohmann – Glückstage unterm Apfelbaum

Rezension

Das Vorlesebuch „Glückstage unterm Apfelbaum“ gliedert sich in 28 Vorlesekapitel, die zwischen 4-6 Seiten umfassen. Pro Kapitel kann eine Vorlesezeit von ca. 5 Minuten eingeplant werden. Damit eignet sich das Buch perfekt für die abendlichen Vorlesestunden für Kinder ab 5 Jahren oder auch als Vorlesebuch in den Frühstückspausen der Schuleingangsphase. Die Kapitel sind zwar in sich abgeschlossen, bauen aber trotzdem aufeinander auf.

Die siebenjährige Minna ist die Protagonistin und strotzt nur so vor abenteuerlichen Einfällen. Auch vor Fantasiewesen macht ihre Kreativität keinen Halt. So taucht eines Nachts Willi im Ruderboot auf, der liebend gerne Puffer-Inseln sammelt. Es versteht sich von selbst, dass Minna hier helfen muss und geschwind Kartoffelpuffer aus der Küche holt. Unter dem Apfelbaum begegnet Minna dem Botaniker Fritz Glück und lässt sich in die Pflanzenkunde einweisen. Minnas Welt ist wirklich voll von fantasievollen Gestalten, die jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer machen.

Es sind insgesamt gemächliche und ruhige, wenig temporeiche oder verwobene Geschichten, die stets die Umwelt einbinden und den gewöhnlichen Alltag eines Kindes. Zu den Schauplätzen gehört die Schule, der Freundeskreis und die Ferien bei der Oma. Zur Ferienabfahrt gehört die gewöhnliche Hektik des Packens genauso dazu wie die Vorfreude auf Omas Geruch nach Blumenerde, Kaffee und Brot dazu. Auch wenn Minna Irmelin und Bodo als Freunde hat, ist es thematisch eher ein Vorlesebuch für Mädchen. Einhorn-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten und das pädagogisch wertvolle Postkarten-Schreiben findet ebenfalls Erwähnung.

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Fazit

„Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna“ lädt zum Träumen ein, beindruckt durch Einfachheit in der Gestaltung und beschert Leseglück für die ganze Familie.

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Benas Bėrantas und Vilija Kvieskaitė – Nüsse haben kurze Beine

Rezension

Das litauische Duo hat sich der Redewendung „Lügen haben kurze Beine“ bedient und thematisiert die Werte „Ehrlichkeit“ und „Aufrichtigkeit“ auf sehr kindgerechte Art und Weise. Wer kennt es nicht? Es beginnt mit einer kleinen, kaum zu erwähnenden Nichtigkeit und schwupps ist die Nuss aus dem Korb schon in Kinderhände geraten, während Mama Eichhorn aus dem Haus ist. Rabe Knips schlägt noch vor zu warten, um Erlaubnis erbitten zu können, doch Eichhörnchen Ekki kann es nicht abwarten und so landet eine Nuss nach der anderen im Mund.

Als Frau Eichhorn zurück kommt, ziehen die beiden ihre Bäuche ein und behaupten, dass Frau Fuchs die Nüsse gestohlen hat. Zwischen den Freunden beginnt daraufhin die Diskussion rund um Ehrlichkeit und die Möglichkeit den Fehler auch zugeben zu können. Mit Bauchschmerzen gehen sie schlafen. Am nächsten Tag hat das Eichhörnchen Geburtstag und kann sich kaum freuen und mitfeiern. Die Lüge bzw. Nuss liegt ihm schwer im Magen.

Es ist wahr. Durch das Lügen bürgt man sich selbst nur eine Last auf. Das zeigt diese Geschichte deutlich. Es belastet einen. So leiden die beiden Tiere, wenn auch teils unbewusst. Das Aufdecken, wenn leider auch nur durch Zufall und nicht Selbsteingeständnis, ist mit einer großen Erleichterung verbunden, sodass die Tiere beschließen in Zukunft dann doch lieber die Wahrheit zu sagen.

Lügen ist ein höchst komplexes Thema und mit Unsicherheit, aber auch dem Austesten von Grenzen verbunden. Den Fokus auf die psychische Last, die sich schließlich auf den Körper auswirkt, zu legen ist sinnvoll und auch aus medizinischer Sicht richtig. Umso schöner, dass dieses Thema auf heruntergebrochener, kindlicher Ebene Erwähnung und Beachtung findet.

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Fazit

Vermittlung wichtiger Werte, mit Bezug zu körperlichen Auswirkungen.

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Bloggeburtstag – Papillionis liest ist 9!

Still und leise wurde „Papillionis liest“ am 10. Juli 2019 stolze 9 Jahre alt und somit ist schon wieder ein Bloggerjahr verflogen. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um mich bei den langjährigen und neu dazu gewonnenen regelmäßigen Lesern zu bedanken. Ein großes Dankeschön für die Treue, das Inspirieren lassen und die geteilte Liebe zu Büchern!

Ich freue mich vom Herzen auf die nächsten Jahre und all die Entdeckungen in der Bücherwelt, die noch auf uns warten!

Wer an der Geburtstagsverlosung teilnehmen und das Bilderbuch „Anne und Pfirsich – Mit dem Leben tanzen“ gewinnen möchte, hinterlässt einfach einen Kommentar.

Am 21. Juli wird ausgelost. Der Gewinner wird hier auf dem Blog unter diesem Post verkündet.

Teilnahmeschluss ist der 21. Juli (12:00).

Bitte beachten:
Jeder Teilnehmer, der das Posting hier auf dem Blog, auf Facebook oder Instagram kommentiert, erklärt sich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden:

Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben.
Das Gewinnspiel beginnt mit dem Veröffentlichungsdatum des Posts und endet wie im Post angegeben.
Die Gewinnermittlung erfolgt durch das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Gewinner wird über eine persönliche Nachricht per E-Mail informiert.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Veranstalter ist der Blog Papillionis liest
Die Daten der Teilnehmer werden nicht weitergegeben und vertraulich behandelt. Die Übermittlung personenbezogener Daten wird erst erforderlich, wenn der Gewinn ausgehändigt wird. Diese Informationen werden absolut vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden nur so lange gespeichert, wie es für die Abwicklung des Gewinnspiels nötig ist. Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle Daten unverzüglich wieder gelöscht.
Der Veranstalter behält sich vor, das Gewinnspiel anzupassen, zu ändern oder abzubrechen, falls die Notwendigkeit besteht.

 

Viel Glück!

 

Hans Baltzer und Christa Holtei – Die Wiese: Ein Zoom-Bilderbuch

Rezension

Von oben betrachtet sieht die Wiese wie ein Flickenteppich aus. Der Storch breitet seine Flügel aus und nimmt uns mit auf Weiden und Felder. Der Lebensraum „Wiese“ wird als Vogelparadies vorgestellt, mitsamt all seiner gefiederten Bewohner. In Steckbriefen werden einige Vogelarten kurz und prägnant präsentiert.

Wir nähern unseren wachen Blick Richtung Bäume, Sträucher und Gräser und dürfen entdecken wie wichtig Windstöße für viele Pflanzen und deren Samen sind. Im Schutz der Gräser verstecken sich viele andere Tiere, wie z.B. Igel, Eichhörnchen und Feldhasen. Anschließend taucht der Leser gänzlich ein und fokussiert die Aufmerksamkeit auf Insekten und Spinnen, lernt Zikaden kennen, Tagfalter und Blattläuse. Dann geht es sogar unter die Erde, da wo Ameisen und Regenwürmer leben und wertvolle Arbeit Tag für Tag verrichten.

Das Zoom-Bilderbuch nimmt die Betrachter von ganz weit weg bis mittendrin mit und verdeutlicht somit, dass alles zusammen hängt. Es ist ein großes Ganzes. Unsere Umwelt geht Hand in Hand mit Tieren, Pflanzen und dem Wetter. Das eine bedingt das andere. Das Leben in unserem Kosmos ist ein Phänomen.

Blick ins Buch

Fazit

Vernetzung des Wissens zum Thema Tier- und Pflanzenwelt aus einer Zoom-Perspektive.

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Katarzyna Bajerowicz – Schau, was krabbelt und fliegt in Wald und Wiese?

Schau, was krabbelt und fliegt in Wald und Wiese?Rezension

In diesem Band wurden zwei Bücher vereint. Im ersten Teil wird das Leben auf der Wiese vorgestellt, wobei die Bienen hierbei als Insekten die Hauptrolle spielen. „Wie entsteht Obst?“ ist die erste Fragestellung, sodass man von der Notwendigkeit der Befruchtung der Pflanzen die Überleitung zu den fleißigen Bienen machen kann. Das Bienenvolk mit all den Darstellern wird gut verständlich erläutert und auch ihre jeweiligen Funktionen erklärt.

Die Illustrationen sind mehr als Wimmelbilder zu verstehen. Etwas erstaunlich ist die Tatsache, dass Katarzyna Bajerowicz die Bienen mit Gefäßen oder Taschen herumfliegen lässt, in denen Nektar gesammelt wird. Das könnte  für Kinder etwas irreführend sein, da es keine ausschließlichen Sachdarstellungen aus der Natur sind. Der erste Teil endet mit einigen Bastelvorschlägen und Anregungen, um sich ganzheitlich der Thematik zu nähren. Die Umsetzung kann bereits in der KiTa gelingen.

Der zweite Teil dreht sich um den Wald und ist in der Ausführlichkeit etwas schlichter und einfacher gehalten, auch wenn die Illustrationen weiterhin sehr detailreich sind. Ameisen laufen emsig im Schnee umher, während die hungrigen Marienkäfer Blattläuse jagen. Die jungen Leser werden dazu animiert bestimmte Tiere zu finden und zu zählen und bekommen häppchenweise reduzierte Informationen zu den Waldbewohnern.

Blick ins Buch

Schau, was krabbelt und fliegt in Wald und Wiese? Bajerowicz

Fazit

Ein Sachbuch, in dem es summt und brummt.

Schau, was krabbelt und fliegt in Wald und Wiese?
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Barbara Peters – Drachen machen Krach

Drachen machen Krach
Rezension

Der kleine Drachensohn Michi lebt mit Drachen zusammen, die Krach lieben. Besonders der Nachtwächterdrache nimmt seine Aufgabe ernst, sodass Michi sich gezwungen sieht, sich alte Socken in die Ohren zu stopfen.

Während morgens der Nachtwächterdrache schläft, erfreut sich der Drachenjunge der Ruhe. Leider hält diese nicht lange an, denn seine Eltern lieben ebenfalls Krach. Da bittet Michi einfach um Stille, denn vom Lärm bekommt er Ohrensausen, Kopfweh und Feuerstau. Da staunen seine Eltern und machen sich ernsthafte Sorgen. Der Drachendoktor stellt schließlich fest, dass er eine „Krach-Allergie“ hat und verschreibt ihm… natürlich absolute Ruhe!

Barbara Peters macht lärmmachende und feuerspeiende Drachen zu Protagonisten in diesem Bilderbuch und zeigt, dass Krach ein Zeichen von Gesundheit ist. Doch nicht alle Drachen und natürlich auch nicht alle Menschen können Krach, Lärm und andere störende und durchdringende Geräusche gleich gut aushalten.  Die kriegen von zu viel Lautstärke Feuerstau oder eben Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder Bauchweh. Diese Geschichte sensibilisiert für Rücksichtnahme und Andersartigkeit. Der klare Fall von „Krach-Allergie“ kann nach der gemeinsamen Lektüre zum geflügelten Wort werden. Alle Menschen, die mit einer Schar von Kindern in Einrichtungen arbeiten, werden diese Art der Empfindlichkeit sicherlich kennen. Hier lohnt es sich kreativ zu werden. Während Michi sich an einer individuellen „Drachenkrachmütze“ erfreut, können empfindlichen Kindern die sogenannten „Lauschis“ vorgestellt werden.

Blick ins BuchDrachen machen Krach - Barbara PetersFazit

Sensibles Thema – rücksichtsvoll gelöst 

Drachen machen Krach
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Harmen van Straaten – Joris puzzelt einen Dino

Joris ist ein kleiner Schlaumeier, Besserwisser und Alleskönner. Aus jedem Wettkampf geht er als Sieger hervor. Auf jede Frage hat er die richtige Antwort und löst jedes knifflige Rätsel. Er ist ein Meister, ein Held, eine Pracht!

Als Experte in jeglichem Bereich, kennt er sich natürlich auch mit Dinosauriern gut aus. Im Klassenraum glänzt er erneut mit seinem Wissen und freut sich schon sehr auf den Museumsbesuch. Bewaffnet mit Zollstock und Schreibzeug, versteckt er sich heimlich im Museum und wird im Eifer des Gefechts von einem Kater überrascht. Da er zwei Dinge nicht auf einmal kann, landet er unglücklich auf den Saurierknochen.

Ein Meister jedoch kennt keinen Verdruss
und weiß auch sofort, was getan werden muss.
Der riesige Haufen macht Joris nicht bange,
viel Arbeit für ihn, doch er trödelt nicht lange.

Die Klasse erblickt also ein wahres Wunder und staunt nicht schlecht über den „mächtigen Haufen“. Die Lehrerin fasst die Quintissenz dann schließlich zusammen: „Ein wahrer Meister ist man dann, gibt man zu, was man nicht kann!“

Rezension

Harmen van Straaten spricht eine Thematik an, die recht selten in der Kinderliteratur Beachtung findet. Es handelt von Überfliegern und der Kunst sich Fehler und Unvollkommenheiten einzugestehen. Immer mehr Kinder werden so erzogen, dass sie ein hohes Maß an Selbstbewusstsein mitbringen. Da der Zugang zu Wissen so einfach wie noch nie ist, verbringen ambinionierte Eltern viel Zeit damit ihre Nachkömmlinge entsprechend auf die Schule vorzubereiten.

Im Grundschulalltag erlebe ich immer mehr Kinder, die eine geringe Frustrationstoleranz mitbringen. Schließlich gelang ihnen bisher doch alles. Dieses Bilderbuch zeigt, dass es in Ordnung ist nicht alles gleich zu können. Vielmehr ist es eine Stärke sich einzugestehen, dass man nicht in allen Bereichen der Alleskönner sein muss und vor allem auch kann.

Die Reime sind zugegeben recht holprig, was eventuell der Übersetzung aus dem Niederländischen geschuldet ist. Die Illustrationen dagegen sprühen vor Lebendigkeit und sind einfach hinreißend. Den sympathischen Streber umgibt ein gewisses schelmenhaftes Auftreten, sodass man ihm die Wichtigtuerei gar nicht übel nehmen kann.

Blick ins Buch

Fazit

Wer kann schon alles? Richtig! Keiner!

Joris puzzelt einen Dino
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Helen Bate – Peter in Gefahr: Mut und Hoffnung im Zweiten Weltkrieg

Rezension

In leicht verständlicher Sprache erzählt die Autorin vom Holocaust, Hitlers Feldzug zur Vernichtung des jüdischen Volkes. Diese wahre Geschichte von Peter und seiner Familie handelt vom zunächst ganz normalen Kinderleben, welches schnell aus den Fugen gerät. Es beginnt mit dem Tragen eines gelben Sterns, der Vertreibung aus dem eigenen Haus und schließlich das Untertauchen, um der Deportation in Konzentrationslager zu entgehen.

In comicartigem Aufbau wird sehr bildhaft die Ungewissheit und die Trostlosigkeit der Situation aufgezeigt. Der Alltag ist geprägt von Langeweile und dem Gefühl des Wartens. Helen Bate schafft es diese langanhaltende Phase der Zerstörung und des Kampfes sehr kindgerecht darzustellen. Im Dunkeln werden Ratespiele erfunden, weil schlichtweg Spielzeug fehlt. Die Essensknappheit ist spürbar und auch die Bomben sind nicht zu überhören.

Für Peter und seine Familie geht es gut aus. Sie überleben. Unbeschönigt und doch sehr vorsichtig wird aber angedeutet, dass Daniels Zimmsoldaten aus der Blechdose wohl nie zu seinem Besitzer zurück kehren werden. Auch der Wiederaufbau nimmt seine Zeit in Anspruch, genauso wie die seelische Heilung. Auf einem Bauernhof hat Peter Zeit die Geschehnisse zu verarbeiten und darf sich bei seiner Rückkehr auf ein neues Geschwisterchen freuen. Neues Leben beginnt!

Mir ist kein anderes Kinderbuch bekannt, das diese Thematik so verständlich, authentisch und sensibel aufgreift, wie dieses Buch zum Zweiten Weltkrieg. Kinder im Grundschulalter interessieren sich sehr für das Thema, weil sie hier und da etwas von den Grausamkeit des Holocaust hören, aber der ganze Rahmen dann doch fehlt, um es vollständig einordnen zu können. Im Nachwort beschreibt die Autorin in einem zweiseitigen Sachtext den vollständigen Zusammenhang und die geschichtlichen Entwicklungen dieser Zeit in Budapest. Ein aktuelles Foto von Peter und seiner Familie zeigt, dass das Schicksal und damit die Geschichte aus dem wahren Leben gegriffen ist.

Blick ins Buch

Fazit

Eine thematische Lücke in der Kinderliteratur zum Thema „Zweiter Weltkrieg“ wird sehr gelungen geschlossen.

Peter in Gefahr: Mut und Hoffnung im Zweiten Weltkrieg

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