Rusalka Reh – Der Igel Nepomuk

Seinen Winterschlaf hält Nepomuk unter der alten Hecke im trockenen Laub. Als ihn die Feldmaus weckt, muss er voller Schrecken feststellen, dass er zu lange geschalfen hat. Er ist dünn wie ein Regenwurm geworden! Jetzt heißt es schnell auf Nahrungssuche gehen. Unterwegs trifft er das Eichhörnchen und verrät ihr wo sie im Herbst die schmackhafte Walnuss vergraben hat.

Auf dem Bauernhof begrüßt er alte Freunde und macht neue Bekanntschaften. Das Igeljahr ist ganz schön aufregend und kaum hat man sich versehen ist schon der nächste Winterschalf vor der Tür.

Der Protagonist ist ein liebenswerter und herzensguter Igel. Rusalka Reh hat wissenswerte Informationen rund um die Bauernhoftiere und insbesondere den Igel einfließen lassen. Natürlich werden die jungen Zuhörer mit einem Happy End beglückt. Echte Freunde helfen schließlich in allen Notsituationen.

Das Vorlesebuch eignet sich bereits für Kinder ab 4 Jahren. Es ist eine prima Gutenacht-Geschichte, die mit kleinen Aufregungen zurecht kommt, ohne die Gefühlswelt groß aufzuwühlen. Die Doppelseiten werden von einigen schwarz-weiß Illustrationen begleitet. Der hochwertige Leineneinband macht es zu einem wertigen Geschenkbuch. Weitere Abenteuer von Nepomuk in einem Folgeband wären wünschenswert.

Wissenswertes rund um das Igeljahr.

Amazon-Link

Merken

Jochen Hering – Kinder brauchen Bilderbücher: Erzählförderung in Kita und Grundschule

Bilderbücher bergen viele Chancen hinsichtlich der Vermittlung von Weltwissen und  Sprachförderung von Kindern. Dieses Buch zeigt wie man möglichst viel aus den Büchern herausholen kann. Es stellt das Medium Bilderbuch erzählend-anschaulich und systematisch-fachlich vor.

Jochen Hering widmet sich zunächst der „Kunst des Erzählens“ und betont die große Gewichtigkeit dieser Fertigkeit. Das innere Lexikon wird genauso aktiviert wie die Spontanität, die Fähigkeit Zusammenhänge herzustellen, Höhepunkt voller Intensität einzubauen und Geschichten durch die Augen der anderen zu sehen. Hier werden durch die Komplexität viele unterschiedliche Fähigkeiten gefördert. Bei der theoretischen Darstellung der Erzählstruktur im Bilderbuch bedient sich der Autor zahlreicher, auch aktueller Beispiele.

Besonders gelungen ist die Zusammenstellung der Qualitätskriterien für ein „gutes Bilderbuch“, damit die Bilderbuchauswahl auf Zustimmung der Kleinen stößt. Die Beachtung der Vorlieben der Adressaten spielt natürlich auch eine große Rolle. Anschließend werden als Rahmen und Grundlage für die praktische Arbeit mit Kindern Prinzipien der Erzählförderung anhand einer Projektarbeit in der Kita dargestellt. Hier werden explizite Erzählkarten gezeigt, die dabei helfen sein Lieblingsbuch vorzustellen. Das Juwel ist wohl das letzte Praxiskapitel. Hier finden sich 9 konkrete, aufeinander aufbauende Arbeitsideen. Neben Bildimpulsen zu freiem Erzählen, steigt der Anspruch der Aufgaben bis hin zur theatralen Arbeit mit Kettengeschichten. Untermalt werden die Vorschläge stets mit passenden Bilderbuchvorschlägen, die Lust darauf machen, das Meiste  aus der Geschichte herauszuholen!

Erzählförderung im Anfangsunterricht – Instrument gegen Spracharmut bei Kindern

Amazon-Link

Claudia Scholl – Inselwelt und Ritterburg

Claudia Scholl präsentiert in diesem Buch ansprechende Beispiele für Spielwelten aus Pappe auf einem Quadratmeter. Die Vorschläge sind gut umsetzbar und alles was man dafür braucht ist Pappe und Alltagsgegenstände, die nicht viel Geld kosten. Manche Spielwelten lassen sich ein- und wieder ausklappen, mit Farbe ausmalen, beschriften oder zurecht schneiden. Die Kunstobjekte wurden sehr kreativ und inspirierend von Anita Back fotografisch eingefangen.

Das Schöne daran ist, dass es keine „perfekten“ Beispiele sind, sondern von Kindern angefertigte Exemplare mit Macken und Fehlern. Sie scheinen vor Kreativität und Einfallsreichtum zu strotzen. Die Ergebnisse sind oft auf einer Doppelseite großformatig dargestellt. Darauffolgend erscheint die Angabe zum benötigten Werkzeug, zur Vorgehensweise, wobei hier auch noch einzelne Zeichnungen die jeweiligen Schritte unterstützen.

Die Lust am Selbermachen wird schon beim Betrachten geweckt. Die Bandbreite der Objekte ist groß. Hier finden sich Tischkicker, Städte, Kaktus-Garderoben, Zukunftshäuser, Trauminseln, Kiosk-Stände, Zoo-Boxen, Berglandschaften, Geschäfte und vieles mehr. Viele Vorschläge können in der Schule oder Aula als Ausstellungsstücke zur Verschönerung des Schulgebäudes umgesetzt werden. Auch auf Kindergeburtstagen wird die eine oder andere Aktivität sicherlich viele Kinder begeistern.

Anregende und praktikable Vorschläge im modernen Gewand fotografisch eingefangen.

Amazon-Link

Merken

Merken

Verena Manhart und Pascal Frank – Herr Tukan! Herr Tukan!

Herr Tukan ist stets zur Stelle, wenn es mal bei den Tieren im Urwald brennt. Er hilft dem Affen und entknotet seine Pfote. Für das Zebra hat er tröstende Worte parat, während er ihre Streifen sortiert. Auch den Fledermaus-Geschwistern zeigt er geduldig den Weg nach Hause. Doch eines Tages kann Herr Tukan selbst nicht mehr. Und so machen sich die Tiere auf den Weg den hilfsbereiten Herrn Tukan zu suchen. Ob er jetzt wohl ihre Hilfe braucht?

Verena Manhart greift eine ernste Angelegenheit auf und verpackt sie in kindgerechte Situationen. Es gibt Menschen, die ständig und immerwährend geben und andere, die es für selbstverständlich nehmen und weiter fordern. Herr Tukan gehört zur ersten Kategorie „Mensch“. Er hilft gerne. Die Kräfte des gutmütigen Herrn Tukan lassen jedoch nach und er fühlt sich schon bald einfach nur erschöpft. Er brennt aus.

Als die Tiere die nötige Hilfe nicht bekommen, merken sie dass sie sich eigentlich auch selbst helfen können.

Wenn Affe Albert sich das nächste Mal seine Pfote verknotet … dann (versucht er sein) Glück erst mal alleine.

Diese Botschaft ist eine bedeutende. Als Eltern muss man die Kinder auch einmal alleine versuchen lassen ein Problem zu lösen. Es ist ein wichtiger Lernprozess, bei dem man sich zurücknehmen und die evtl. Misserfolge auch aushalten muss. Kinder, denen immer gleich alles abgenommen wird, lernen nicht selbstständig zu denken und zu handeln. Auch Lehrer sind oft die Verkörperung von „Herrn Tukan“. Hier heißt es ebenfalls „Versuche es erst einmal alleine!“. Nur wenn das Problem wirklich unüberwindbar ist, kommen sie geflogen und helfen gerne.

Die farbenfrohen Illustrationen  von Pascal Frank verleihen in der Drucktechnik der Thematik die nötige Wichtigkeit und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Hier ist die Hilfsbereitschaft von einer ganz anderen Seite beleuchtet und die Folgen für beide Seiten verherrend.

Hilfsbereitschaft von einer ganz anderen Seite beleuchtet!

Amazon-Link

Merken

Carina Köppl und Stephanie Scheinhaufer – Die kreative Lückenfüller-Kartei für den Kunstunterricht

Ich bin fertig. Was soll ich jetzt tun?

Diesen Satz kennen viele Lehrkräfte. Bevor die Schülerinnen und Schüler weitere Beschäftigungsmöglichkeiten nach Beendigung ihrer Arbeit angeboten bekommen, ist es wichtig sie bezüglich der konzentrierten und sorgfältigen Bearbeitung zu befragen. Falls es nichts zu verbessern oder überarbeiten gibt, müssen die Schülerinnen und Schüler weiter sinnvoll und künstlerisch beschäftigt werden. Diese Kartei kann hierbei Abhilfe schaffen.

Es gibt insgesamt 30 Aufgabenkarten mit einem farbigen Rahmen. Dieser gibt den benötigten Zeitaufwand an. Es wird unterschieden zwischen grün (5-10 Min.), gelb (10-20 Min.) und rot (45 Min.). Auf der Vorderseite ist der Arbeitsauftrag erklärt, während auf der Rückseite sich ein beispielhafter Lösungsvorschlag befindet. Damit eignet sich die Kartei für die Klassen 1-4. Während die Erstklässler sich vom Beispielbild auf der Rückseite inspirieren lassen können, sollten die älteren Schülerinnen und Schüler die Arbeitsaufträge erlesen. Das fertige Bild hat anleitenden Charakter, sodass man sich die vorherigen Schritte auch denken kann.

Praktisch hierbei ist, dass keine außergewöhnlichen Materialien zur Verfügung gestellt werden müssen. Oft reicht Papier, Schere, Wasserfarbe, Bleistift und Jaxon-Kreide. Die Bandbreite der Angebote ist groß. Das Experimentieren wird groß geschrieben und lässt die Kreativität wachsen.

Beispielhafte Angebote sind: Klecksmonster, Farben-Wirrwarr, Daumen hoch für Tierbilder, Abklatschbilder, Bleistift-Künstler, 3-D-Landschaft, Graffiti-Künstler uvm.

Inspirierende und leicht umsetzbare Angebote, die zum Experimentieren einladen.

 

bei amazon.de

Merken

Stephanie Schneider und Astrid Henn – Mias Bohne

Mia wünscht sich sehnlichst ein Haustier. Das Betteln und Jammern bringt bei ihren Eltern jedoch nichts. Stattdessen soll sie sich in der Pflege einer Pflanze beweisen. Dafür bekommt Mia von ihrer Mama eine Bohne. Diese steckt sie in die feuchte Erde eines Joghurtbechers und schon bald fängt es an zu keimen. Diese Pflanze wird Mias Haustier und begleitet sie am Küchentisch, bei Spaziergängen oder beim Erfinden von gruseligen Bohnenfänger-Geschichten.

Pflanzentierpflegerin zu sein ist zwar toll, doch schon bald vermisst Mia ihre Freundinnen. So vergisst sie das Gießen und überschwemmt kurz darauf ihre Bohne, damit sie wieder viel Zeit zum Spielen hat. Nun muss eine Lösung her, die beide glücklich macht. Da macht sich Mia auf den Weg in den Garten …

Diese Probe eines Pflanzenpflegers werden viele Kinder kennen. Auch ich musste mich in der Kindheit „beweisen“. Dieses Bilderbuch thematisiert kindgerecht die anfängliche Vorfreude eines Kindes, das schon bald feststellen muss, dass Verantwortung übernehmen auch Arbeit heißt. Sehr wertvoll ist die Darstellung, dass es Mia irgendwann zu viel wird und sie nach einer neuen Lösung suchen muss, die beide zufrieden stellt. Wichtig wäre hierbei mit dem Kind anschließend zu besprechen, dass es mit dem Haustier vergleichsweise anders ist. Ein Haustier kann nicht im Garten eingepflanzt werden und für sich alleine sorgen, wie es bei einer Pflanze der Fall ist. Die Gegenüberstellung von „Pflanze“ und „Haustier“ in Bezug auf „Wer braucht was?“ ist sinnvoll.

Die Keimung einer Bohne kann sehr einfach in einem Schulprojekt oder auch im häuslichen Rahmen aufgegriffen werden. Hierbei können spannende Experimente zum Thema „Licht“, „Wasser“ und „Erde vs. Watte“ durchgeführt werden. Im Schuhkarton können beim Keimen Hindernisse eingebaut werden, um zu schauen, ob die Pflanze sich trotzdem dem Licht entgegen streckt. Mehrere Bohnen können auf Schälchen mit keinem, wenig und viel Wasser ausgelegt werden. Der Vergleich des Wachstums mit dem Lineal lohnt sich! Woher nimmt die Bohne ihre Nährstoffe? Dafür ist das Einpflanzen in die Erde, auf einem Wattepad oder auch einem Küchentuch aufschlussreich.

 

weiterarbeit

Der Sauerländer Verlag bietet zum Bilderbuch passende Unterrichtsvorschläge an. Reinschauen lohnt sich!

Pädagogisch wertvolles Bilderbuch zum Thema „Mensch, Tier und Pflanze“.

bei amazon.de

Merken

Elsebeth Jensen und Helle Jensen – Schule braucht Beziehung: Gelungene Lehrer-Eltern-Gespräche

Der Titel des Buchs „Schule braucht Beziehung“ hat schnell meine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Für ein gutes Miteinander und ein angenehmes Klassenklima ist ein offener, respektvoller Dialog zwischen Schule und Elternhaus unabdingbar.

Und doch stelle ich in der Praxis fest, dass es nicht immer gelingt. Manchmal scheitert es bereits am Rollenverständnis. Vielen Eltern ist nämlich nicht bewusst, was in den Aufgabenbereich einer Lehrkraft überhaupt fällt und kommen daher mit falschen Erwartungen zum Gespräch. Hierzu braucht es einfach mehr Informationen und frühzeitige Aufklärungen.

Ich habe gehofft, dass dieser Ratgeber mit dem Untertitel „Gelungene Lehrer-Eltern-Gespräche“ Abhilfe schaffen kann. Leider musste ich schnell feststellen, dass dieser Zusatz irreführend ist, da das Buch sich auch häufig auf Kindergärten und damit Erzieher bezieht. Der Begriff „Lehrer“ müsste also durch „Pädagogen“ ausgetauscht werden.

Des Weiteren kommt das Autorenpaar aus Dänemark, sodass viele Situationen nicht auf deutsche Bildungsinstitutionen übertragbar sind und mit falschen Erwartungen verknüpft sind. So heißt es im Buch z.B. „Elternabende sind Veranstaltungen der Pädagogen. Sie laden dazu ein und …“ (S. 176). Das ist in NRW so nicht richtig, denn es heißt „Die Klassenpflegschaftsvorsitzenden berufen die Sitzungen der Klassenpflegschaft ein. Sie legen die Tagesordnung der Sitzungen fest  (in Absprache mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer) (siehe Broschüre „Das ABC der Elternmitwirkung“). Das verzerrte Bild wird in vielen Bereichen sichtbar, sodass man hier wirklich aufpassen muss, dass keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Ferner sind die Autoren als Diplompsychologen bzw. als Dekane in der Bildung tätig. Auch das wird beim Lesen schnell deutlich. Der genauen Schilderung der Problematik wird viel Platz eingeräumt, wohingegen die praktischen Lösungsansätze kurz und knapp dargestellt werden. Auch die Bandbreite der Lösungsansätze ist durchaus eingegrenzt. Viele Überlegungen plätschern so vor sich hin und  hätten einfach in klaren Konzepten zusammengefasst werden können. So werden oft bestimmte Schritte aufgeführt, die sich viel einfacher mit dem Konzept des „Klassenrats“ zusammenfassen ließen.

Gelungen sind dagegen die aufgeführten Fallbeispiele. Hier werden sowohl „misslungene“ als auch „gelungene“ Beispiele genannt. Das ist durchaus spannend und fördert die Selbstreflexion. Leider bleibt vieles oberflächlich angeschnitten, obwohl die Absicht Pädagogen und Eltern zu guten Partnern zu machen, vorbildlich ist.

Auch hier ist es notwendig, mit dem Mythos aufzuräumen, dass es möglichst keine Konflikte geben darf. Konflikte sind ein notwendiger und natürlicher Teil jeder Entwicklung und es ist leichter, mit ihnen umzugehen, wenn man sie zulässt und nicht als überflüssige Störungen des Unterrichts ansieht (S. 175).

Ratgeber aus Dänemark, daher nicht 100% auf deutsche Bildungsinstitutionen zu übertragen!

bei amazon.de

Merken