Astrid Friedrich – Kunsthandwerken mit Kindern

Kunsthandwerken mit Kindern

Kunsthandwerkliches Gestalten bildet den Fokus in diesem Band. Mit der Erschaffung des Dreidimensionalen mit Säge, Hammer, Nägeln, Nadel und Faden oder Kleister halten die Kinder am Ende ihrer Bemühungen ein Produkt in der Hand, worauf sie oft mächtig stolz sind.

Thematisch orientieren sich viele Arbeiten an den jahreszeitlichen Themen wie Muttertag, Ostern, Herbst und Weihnachten. So lassen sich die Produkte auch wunderbar verschenken. Zur besseren Übersichtlichkeit sind die Vorschläge nach Techniken geordnet: Laubsägearbeiten, Nähen, Pappmaché und Dosen aus Weißblech. Die Kategorie “Dies & Das” beinhaltet Pompon-Marienkäfer, Fliegenpilze aus Korken, Blumen aus Krepppapier oder Anhänger aus Wachs.

Besonders erfreulich ist, dass viele Ideen bereits mit einer ersten Klasse umgesetzt werden können. Astrid Friedrich gibt auch in Bezug auf die Organisation wertvolle Tipps. An Laubsägearbeiten habe ich mich persönlich noch nie herangetraut. Zum einen fehlt uns ein Werkraum, zum anderen ist meine Sorge vor Verletzungen zu groß. Der  wahre Grund ist wahrscheinlich, dass mir Organisationshinweise fehlen. Die Autorin geht auf die Erarbeitung von Regeln im Umgang mit den Werkzeugen ein und zeigt, dass die richtige Vorbereitung des Klassenraums und eine sinnvolle Einteilung der Gruppe oberstes Gebot ist.

Die Kriterien zur Leistungsbewertung erarbeite ich gewöhnlich gemeinsam mit den Kindern. Trotzdem ist es hilfreich sich vorab Gedanken zu machen wohin die Reise gehen soll. Astrid Friedrich gibt nette Impulse, die bei der Bewertung berücksichtigt werden können. Hin und wieder gibt sie auch zu bedenken, dass sich manche Produkte nicht zur Leistungsbewertung eignen.

Sehr erfreulich ist, dass zu jedem Vorschlag farbige Bilder aus der Praxis beigefügt sind, die so schön unperfekt sind. Außerdem sind zahlreiche Vorlagen vorhanden, obwohl auch darauf hingewiesen wird, dass diese vor allem unsicheren Kindern als Differenzierungsmittel dienen.

Sehr interessant und für mich persönlich neu ist der Bereich “Blechdosen”. Hier wird beispielsweise Kresse eingepflanzt und die Dose als Hase dekoriert oder mit einer geprickelten Goldfolie ummantelt. Es finden sich zahlreiche und zugegeben oft glücklicherweise einfache Ideen ohne viel Materialaufwand, die zur Umsetzung einladen.

Momentan nähen wir, nach dem bestandenen “Nadel- und Fadenführerschein”, das Kücken (siehe Foto). Die Kinder sind begeistert das erste eigene “Kuscheltier” in den Händen zu halten. Während die Produkte eine Zeit lang im Klassenraum als Dekoration aufgehängt werden sollen, entstand die Idee selbst entworfene Gegenstände zu Bewertungszwecken zu nähen, um sie anschließend gleich mit nach Hause zu nehmen. Die Motivation ist groß!

Nähen Kücken Vogel

Dieser Ratgeber macht auch Fachfremden Mut auf kunsthandwerkliches Gestalten!

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Ingrid Sissung – Ausnahmsweise

Ausnahmsweise

Wenn Florentine bei ihrer Patentante ist, darf sie viele Sachen machen, die mit “ausnahmsweise” anfangen. Sie darf dem Postboten die Tür öffnen, ohne Hausschuhe herumlaufen, sich nach jedem Essen einen Nachtisch aussuchen und abends etwas länger fernsehen. Auch in einem großen Bett zu schlafen ist ziemlich aufregend und die Übernachtungen werden mit dem kleinen Wörtchen “ausnahmsweise” ein wahres Erlebnis.

Dieses Bilderbuch ist ein tolles Geschenk für alle Patentanten und -onkel dieser Welt, die ihre Patenkinder  mit AUSNAHMEN überschütten. Denn wenn wir ehrlich sind, sind sie doch auch dafür da. Und so listet die kleine Florentine all die schönen Dinge auf, die nur bei der Patentante erlaubt sind. Der Schaumbad mit dem besonderen Pampelmusen-Duft ist auch bildlich sehr reizend dargestellt.

Grundsätzlich beeindrucken die Illustrationen und verpassen augenblicklich dem erwachsenen Betrachter diese Rosa-rote-Brille, die zeigt wie besonders alltägliche Momente im Leben sein können. Der barfüßige Tanz über den Fliesen mit den schönen Mustern ließ mich mehrere Minuten die Doppelseite bestaunen. Diese Lebensfreude und-lust springt unverzüglich über.

Ausnahmsweise

Ein Dankeschön an alle Patentanten dieser Welt!

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Usch Luhn – Nele geht zum Zahnarzt

Nele geht zum Zahnarzt

Nele ist in der Nacht erneut ein Wackelzahn herausgefallen. Da beschließt Neles Mama, dass ein Zahnarztbesuch fällig ist. In der Zahnarztpraxis ist Nele zunächst etwas mulmig zumute, doch dann entdeckt sie das Wartezimmer mit den tollsten Spielzeugen.

Viel zu  schnell wird sie in den Nebenraum geholt. Hier putzen sich schon viele andere Kinder vor den Spiegeln die Zähne. Die Zahnarzthelferinnen zeigen auch Nele wie man richtig die Zähne putzt und geben ihr einen bunten Putzpass. Die Zahnärztin schaut sich Neles Zähne ganz genau an und schon darf sie sich zum Abschied eine Kleinigkeit aus der Spielzeugkiste aussuchen.

Zu Hause tanzt Nele gemeinsam mit ihrem Vater den Zahnmonster-Verschwinde-Tanz quer durch das Badezimmer. Die drei Minuten in der Sanduhr verrinnen dabei unmerklich schnell.

Dieses Bilderbuch nimmt Kindern die Angst vor dem ersten Zahnarztbesuch. Hier wird einfühlsam und detailliert der Vorgang vom Betreten der Zahnarztpraxis bis hin zum Abschied gezeigt. Hinter den vielen Klappen sind sehr spannende Sachinformationen versteckt, die zum Entdecken einladen. Die Kinder erhalten einen Einblick in das Innere des Zahns und lernen die Bezeichnungen der einzelnen Zähne kennen. Die Putztechnik nach der KAI-Methode (Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche) wird erläutert und glücklicherweise auch die Nutzung von Kinder-Zahnseide empfohlen.

Bakterien werden als kleine Zahnmonster verbildlicht. Als Zahnmonsterfutter werden Süßigkeiten oder Süßgetränke wie Cola oder auch Ketchup abgebildet. Die Idee eines Putzpasses ist sehr motivierend und lässt sich im Alltag wunderbar umsetzen.  Die Kinder erhalten eine strahlende Sonne für regelmäßiges Putzen, Wolken für gelegentliches Zähneputzen und Regen für eine nicht ganz geglückte Zahnhygiene.

Dieses Buch eignet sich auch zum Vorlesen als Vorbereitung auf den Schulzahnarzt. Für manche Kinder ist es dann doch sehr aufregend und nervenaufreibend. Manchmal hilft es auch schon darüber gemeinsam zu sprechen und dieses Buch ist ein prima Aufhänger.

Schulzahnarzt

 

 

Mit vielen Sachinformationen hinter den Klappen.

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Ralf Kiwit – Neue Traumstunden für Kinder

Neue Traumstunden für Kinder

Im Alltag sind Kinder einem steten Geräuschpegel ausgesetzt. Immer mehr Kinder sehnen sich nach Ruhephasen und lieben Stilleübungen, die Konzentration und Ruhe in die Klasse bringen.

Neben unserem Ritual “Die stille Minute”, lieben meine Schülerinnen und Schüler für Stillarbeitsphasen die sogenannte “Plätschermusik”. Diese Entspannungsmelodie verhindert Nebengespräche und fördert die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe, vor allem für Schreibübungen oder Kunststunden hat sich die Musik bewährt.

Bisher nutzte ich die CD “Sanfte Klänge“. Jedoch störte mich mit den immer länger werdenden Arbeitsphasen der Bruch nach ca. 6 Minuten, der die Kinder aus ihrer Konzentrationsphase riss. Die CD “Neue Traumstunden für Kinder” beinhaltet zwar “nur” 5 Tracks, diese sind jedoch um einiges länger und liegen zwischen 9 und 13 Minuten. Außerdem sind sie thematisch angehaucht: “Sommer in den Dünen”, “Die Wanderung auf Berggipfeln”, “Du fliegst ins Weltall”, “Du gehst tauchen im Meer” und “Besuch bei den Waldelfen”. Besonders die letzte Melodie lieben meine Schülerinnen und Schüler, weil sie leise ist und etwas Geheimnisvolles birgt.

Thematisch nutze ich die CD auch gerne für unterschiedliche Fantasiereisen oder Kindermassagen. Dafür dunkeln wir den Raum ab, stellen auf den Gruppentischen Kerzen auf und legen den Kopf bequem auf dem Tisch ab. Aufgrund der Bandbreite, können die Melodien für fast alle Fantasiegeschichten genutzt werden. Praktischerweise befinden sich im Booklet zu jeder Melodie kurze Einleitungen für Fantasiereisen.

Für uns ist die CD ein wirklicher Glücksgriff!

Selbstverständlich kann die CD auch im häuslichen Rahmen für entspanntere Einschlafsituationen genutzt werden. Die Kinder können zur Ruhe kommen und sich entspannt ins Träumeland begeben.

Neue Traumstunden für Kinder

 

 

Angenehm, fließend, beruhigend

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Emma Yarlett – Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Der kleine Lockenkopf hat vor einigen Dingen im Leben Angst. Da wären z.B. bissige Hunde, Kleiderschränke, Gewitter, Spinnen oder alleine schon die schimpfende Oma. Doch eines macht ihm besonders viel Angst – die DUNKELHEIT! Diese Angst kehrt jeden Tag zur Schlafenszeit zurück. An einem Abend hat Leo es satt und schreit in die Dunkelheit, dass sie verschwinden soll. Im selben Augenblick wird die Dunkelheit lebendig.

Herr Dunkel erweist sich jedoch als ein netter Zeitgenosse. Und so zeigt Leo Herrn Dunkel die furchterregendsten Ecken im Haus und muss überrascht feststellen, dass sie dort den meisten Spaß haben. Sie haben gemeinsam so viel Spaß, dass der Abschied schwer fällt. Doch Herr Dunkel verspricht wiederzukommen … und zwar jede Nacht!

Dieses Bilderbuch zeigt die Schönheit der Nacht. Da wäre schon alleine der zauberhaft leuchtende Sternenhimmel, unterstützt durch ausgefallene Illustrationen, die mal kunterbunt, collagen- oder comichaft daherkommen. Jede Seite trumpft mit einer anderen Überraschung auf, als z.B. Herr Dunkel durch die Einbindung eines Pop-up-Elements tatsächlich auch dem Leser die Hand ausstreckt.

Um die Angst vor Dunkelheit, die jedes Kind einmal verspürt, zu minimieren, macht die Autorin den Feind zum Freund. Leo schaut nun genauer in die dunklen Ecken und erkennt, dass sie gar nicht so furchterregend sind. Dahinter steckt einzig und allein seine Fantasie.

Dieser Gedankenanstoß könnte Kindern helfen einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Gleichzeitig nimmt es die Sorgen und Befürchtungen des Protagonisten ernst und verdeutlicht, dass von der Dunkelheit keine Gefahr ausgeht. Dieser Erkenntnisgewinn ist ein Lernprozess und braucht Zeit.

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

 

 

Dieses liebevolle Bilderbuch nimmt Ängste ernst und macht Mut.

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Gerd Ohnesorge und Bernd Scheiba – Tierspuren und Fährten erkennen & bestimmen

Tierspuren und Fährten

Dieses Bestimmungsbuch ist für Erwachsene konzipiert und ermöglicht das Erkennen und Bestimmen von Tierspuren, Fährten und anderen Zeichen ihrer Anwesenheit, wie z.B. Nester, Eipakete, Gewölle, Reviermarkierungen, Fraßspuren oder Netze.

Die Tiere selbst sind oft als wunderbare Künstler der Tarnung oder aufgrund ihrer Größe nicht gleich sichtbar. Dieses Buch weckt das Interesse genauer hinzuschauen und vor allem die Umgebung besser unter die Lupe zu nehmen.

Die detailgetreuen Illustrationen konzentrieren sich auf das Wesentliche und zeigen auf künstlerischen Farbzeichnungen die beeindruckenden und hoch spannenden Zeichen der Natur. Auf jeder Doppelseite ist auch gleich das dazu passende Tier abgebildet. Hier lenkt auch kein ellenlanger Text mit Zusatzinformationen ab. Für Wissenshungrige gibt es jedoch einen Seitenverweis, wo ausführlichere Informationen zum jeweiligen Tier zu finden sind. Am Ende des Buches sind den Steckbriefen knapp 100 Seiten gewidmet.

Jeder Naturliebhaber wird dieses Nachschlagewerk schätzen. Hieraus lassen sich auch wunderbar für den Sachunterricht bestimmte Abbildungen und/oder Steckbriefe für eine Gruppenarbeit mit einem Recherchevorhaben verwenden, wenn es z.B. um Tierspuren, Spinnen, Vögel,  Tiere in Gewässern oder Insekten geht.

Tierspuren und Fährten

Dieses Buch macht Lust auf das Abenteuer “Spurenlesen”!

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Sabine Hönnige und Martina Unterfrauner – Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg ist ein besonderes Zebra. An seinem Schwanz hängt ein großer, löchriger Zauberschwamm. Da es vor vielen Dingen Angst hat, zaubert es sich einfach mi dem Spruch “Schwämmchen, Schwämmchen, hör mir zu, ich will hier weg, dann hab ich Ruh!” weg und taucht an einem anderen Ort wieder auf.

Der große Elefant macht dem Zebra Angst, genauso wie Dunkelheit, Höhe, Streitigkeiten, seltsame Geräusche und und und. Doch eines Tages ist sein Zauberschwamm einfach verschwunden und das ängstliche Zebra muss sich seinen Ängsten stellen. Bei einer Spinnen-Rettungsaktion merkt das Zebra, dass seine Angst oft unbegründet ist und man sich manchmal nur etwas trauen muss. Sein Mut wird belohnt und er lernt, dass es wichtig ist über seine Ängste und die unangenehmen Dinge zu sprechen.

“Das Zebra Wisch und Weg” ist eine Angstbewältigungsgeschichte. Der erste Schritt ist immer sich als Kind die eigene Angst einzugestehen. Damit umzugehen ist der nächste Schritt. Das Zebra flüchtet sich zunächst vor scheinbar bedrohlichen Situationen und dichtet sich die schrecklichen Ereignisse zurecht. Irgendwann ist es gezwungen sich der eigenen Angst zu stellen und merkt, dass diese auch überwunden werden kann.

Sehr schön ist der vorgeschlagene Zugang erst über die Angst und die bedrohlichen Situationen zu sprechen. Zur Bewältigung schaut das Zebra daraufhin genauer hin, um zu erkennen ob Flucht sinnvoll ist, wie z.B. bei einer Begegnung mit Löwen oder Hyänen oder ob die Situation durch die eigene Angst verzerrt wurde. So entpuppt sich das dunkle Monster schnell als der eigene Schatten. Diese Differenzierung ist für das Überleben von Mensch und Tier sehr wichtig.

Das Bilderbuch ist mit einem Seitenumfang von 40 Seiten ziemlich umfassend. Die Darstellung der Mimik und Körperhaltung lassen keinen Zweifel an der Gefühlslage des Zebras; allein das traurige Gesicht und die zusammengekrümmte  Haltung auf der Titelseite sprechen Bände. Erfreulicherweise widmet sich die Autorin dem befreienden Gefühl, das die Loslösung von der Angst mit sich bringt, sehr ausführlich. So entdeckt das Zebra nach und nach, was es zuvor aufgrund der beherrschenden Angst alles verpasst hat: den funkelnden Sternenhimmel bei Nacht oder den kitzelnden Windhauch hoch oben auf den Bergen. Hier zeigt sich auch, dass es Wirklichkeit als solche nicht gibt, sondern nur die von uns – innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen – konstruierte Wirklichkeit.

Das Zebra Wisch und Weg

“Das Zebra Wisch und Weg” ist ein aufbauendes Bilderbuch, das dazu einlädt, mit Kindern über ihre Ängste zu sprechen.

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