Steve Toltz – Vatermord und andere Familienvergnügen

Klappentext:

„Die Leiche meines Vaters werden sie nie finden. Mit diesen Worten beginnt Jasper Dean die Odyssee durch die windungsreiche Geschichte seiner Familie. Zeit seines Lebens hat sich Jasper mit der Frage herumgeschlagen, ob er seinen Vater bedauern, ignorieren, ihn verehren oder gar umbringen solle. Vater Martin, ein Moralist ohnegleichen, war Australiens meistgehasster Wohltäter. Und nichts hat ihn mehr verärgert, als der Bruder von Terry Dean zu sein – dem beliebtesten Verbrecher des Landes. Nicht verwunderlich also, dass Jasper unter die Räder des Bruderzwistes kam …

Mit unbändiger Fabulierfreude entführt uns Steve Toltz in die verrückte Welt der Deans. Höchst amüsant erzählt er von Räuberhöhlen und Nervenheilanstalten, von wilden Verfolgungsjagden durch drei Kontinente, von den Höhen der ersten Liebe und den Tiefen fehlgeleiteten Ehrgeizes – von allem, was das Leben zu bieten hat.“

Inhalt:

Das Buch beginnt mit Jasper Deans Intention ein Buch über seine Familiengeschichte zu schreiben. Er sitzt im Gefängnis  und hat sich entschlossen seine verrückte Familie zu verewigen. Da wären zuerst die zwei Protagonisten und Brüder: Martin und Terry Dean. Der eine von den Australiern meist gehasster Wohltäter, der andere ein beliebter und verehrter Verbrecher des Landes.  Die Familiengeschichte beginnt mit den Großeltern, der Geburt der beiden Söhne, Martins Zeit im Koma, das Heranwachsen der beiden Jungs und die erste große Liebe. Während Martin der „Versager“ der Familie ist, wächst Terry als ein sportlicher, gutaussehender, von den anderen Jungs gefürchteter junger Bursche heran. Martin ist dagegen ein Denker, ein Vielleser, ein Intellektueller, der sich nie ins soziale Gefüge menschlicher Gesellschaft einfügen konnte. Auch wird er immer wieder von den anderen Jungs in der Schule geschlagen, sodass Terry, um seinen Bruder zu beschützen, sich einer brutalen Schlägerbande angeschlossen hat und somit zu einem Kriminellen geworden ist, der dann  zuerst in die Psychiatrie und schließlich ins Gefängnis befördert wurde. Martin hat beabsichtigt währenddessen die Menschen in seiner Kleinstadt zu belehren und errichtet eine Vorschlagbox, die dazu genutzt werden sollte, jegliche Beschwerden und Vorschläge in Bezug zur Kleinstadt einzureichen. Doch diese Idee ist leider fehlgeschlagen, sodass die ganze Familie von den Dorfmitgliedern ausgegrenzt wird. Der Vater mutiert zum Alkoholiker, fängt an seine Frau zu schlagen, diese wiederum leidet an Krebs und ist auch psychisch sehr labil, leidet an Wahnvorstellungen. Schließlich verbrennt die ganze Familie, verursacht im weitesten Sinne durch die von Marty errichteten Vorschlagbox. Nun zieht Martin alleine in eine Großstadt und… Jasper kommt auf die Welt. Weder von Mutter noch von Vater gewollt, wächst auch er isoliert auf und muss dann auch noch seinen Vater aus der psychischen Anstalt retten…

Meinung:

Genau hier, in der Mitte dieses Buches mit seinen 800 Seiten, musste ich das Buch abbrechen. Das passiert mir nur selten, ganz selten. Aber diese verrückten und zum Teil sehr deprimierten Beschreibungen und Geschehnisse haben mir beim Lesen nur schlechte Laune gemacht. Außerdem hat sich die Handlung nur sehr schleppend fortbewegt, sodass ich mich entschlossen habe das Buch beiseite zulegen. Bei einigen Beschreibungen musste ich nur den Kopf schütteln und mich fragen, wie man als Autor auf solche Kuriositäten kommen kann.Die Charaktere sind in der Tat sehr außergewöhnlich, vielschichtig und komplex. Martin Dean ist ein Philosoph, das merkt man seinen Gedankengängen an, was wohl zur Langatmigkeit des Buches beiträgt. Ich habe mich schlußendlich erschlagen gefühlt und brauchte erst einmal Urlaub 🙂 als Urlaubslektüre kam dieses Buch nicht in Frage und so wurde es kurzerhand aufgeschoben. Ich überlege es allerdings noch mal aufzunehmen, denn so ein bisschen interessiert es mich schon wie es mit Jasper und Martin Dean denn nun weitergeht. Von dem von vielen Lesern betontem Witz und Humor konnte ich in dem Buch nicht viel entdecken. Steve Toltz hat mich dennoch zuweilen mit seiner sehr durchdachten Wortwahl und Sprache überzeugt. Manche Sätze machen einen sehr nachdenklich und laden zum Verweilen in der Szene ein…

Fazit:

Der Autor zeichnet ein ungewohntes Bild der Gesellschaft, geprägt vom Pessimismus, Einsamkeit und Traurigkeit.

Bewertung:

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