Hermann Koch – Angerichtet

Kurzbeschreibung des Verlags:

„Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen?
Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie sprechen über Filme und Urlaubspläne und vermeiden zunächst das eigentliche Thema: die Zukunft ihrer Söhne Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Paul Lohman, der Erzähler und Vater von Michel, will das Beste für seinen Sohn. Und ist bereit, dafür weit zu gehen, sehr weit. Auch die anderen am Tisch haben ihre eigene, geheime Agenda. Während des Essens brechen die Emotionen auf, schwelende Konflikte zwischen den Brüdern entladen sich, und auf einmal steht eine Entscheidung im Raum, die drei der vier mit aller Macht verhindern wollen.“

Meinung:

Der Titel „Angerichtet“ ist hier doppeldeutig. Einerseits bezieht sich die Bezeichnung auf den hauptsächlichen Ort des Geschehens, das Restaurant, in dem sich zwei Ehepaare treffen, um über ihre Kinder zu sprechen, die im wahrsten Sinne des Wortes etwas furchtbares angerichtet haben.Der Hummer, der auf dem Cover abgebildet ist, symbolisiert die zwiespältige Lage der Elternpaare, in der sie sich nun befinden. Denn sie alle versuchen ihre fünfzehnjährigen Söhne zu schützen und so jeder hat sein eigenes Geheimnis, welches im Verlauf der Geschichte aufgedeckt wird. Die Geschichte beginnt ganz harmlos im Restaurant, welche nach den Gängen aufgeteilt wird: Aperitif, Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Digestif, Trinkgeld.

In den anfänglichen Gängen geht es zuallererst um belanglose Dinge, wie Filme, Urlaub, Speisen allgemein und ihre Zutaten. Beim Hauptgang erfährt der Zuhörer dann erst, worum es in der Geschichte geht, denn die Jugendlichen haben eine Obdachlose in Brand gesetzt. Der Leser wird ab nun an mit zusätzlichen Informationsstückchen gefüttert, die alle schwer zu verdauen sind. Das Familiendrama wirkt nun immer undurchdringlicher und verstörender.

Der Sprecher, Joachim Król, mit seiner rauhen Stimme passt wie die Faust aufs Auge zum Ich-Erzähler der Geschichte. Die Intonation ist perfekt, er versteht es wunderbar die Stimmung der Geschichte durch seine Stimme einzufangen.


Fazit:

Ein Hörbuch mit tausenden Irrungen und Wirrungen, das anfangs einige Startschwierigkeiten hatte, sich im Verlauf der Geschichte jedoch immer weiter steigerte und einen nach dem Hören wohl weiter beschäftigen dürfte.

Vielen Dank an den Argon Hörbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bewertung:

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One thought on “Hermann Koch – Angerichtet

  1. Nach deinem Eintrag auf meinem Blog, musste ich doch direkt mal bei dir vorbeischauen… Sehr schöne Rezi, dass macht mir doch gleich noch mehr Lust auf das Buch. Ich hoffe das ich’s schaffe, es noch dieses Jahr lesen zu können!

    Liebe Grüße =)

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