Christoph Marzi und Monika Parciak – Helena und die Ratten in den Schatten

Klappentext:

„Du musst vorsichtig sein“, warnen die anderen Kinder Helena. „Da sind Ratten in den Schatten.“ Und vor denen, das weiß jeder in der Stadt mit den schiefen Dächern und den Zäunen wie spitze Zähne, muss man sich in Acht nehmen.
Sie stehlen das Licht aus den Lampen, sagt man. Und entführen alle, die sich in die Schatten verirren. Doch mit der Zeit vergisst Helena die Geschichten von den Ratten. Bis zu der Nacht, in der Chico, ihr Stoffäffchenfreund, vom Fensterbrett fällt – mitten hinein in den wilden Garten und die schwärzeste Dunkelheit. Da beschließt Helena, dass man manchmal mutig sein muss. Ganz allein macht sie sich auf den Weg, um herauszufinden, was wirklich in den Schatten ist.

Inhalt:

Helena und ihre Eltern sind neu in die Stadt gezogen und werden von allen Mitbewohnern dieses Städtchens vor den Ratten in den Schatten gewarnt. Sie solle niemals in die Schatten gehen, denn dann werden sie einen holen, so die Lehrerin. Denn alles was in den Schatten lebt, ist böse. Es sind nicht nur Zeitungen und Katzen, sondern sogar  Kinder und Erwachsene von den Schatten verschluckt worden. Doch mit der Zeit vergisst Helena all diese Geschichten, doch eines abends als ihr Stoffäffchen Chico von der Fensterbank hinunter in die Dunkelheit fällt, holen Helena diese Geschichten wieder ein. Doch Helena ruft sich in Erinnerung, dass man im Leben auch mal mutig sein muss und begibt sich in den Schatten auf die Suche nach ihrem Äffchen. Dabei lernt sie, dass im Leben manches doch mehr Schein als Sein ist und man sich nur was trauen muss.

Meinung:

Der „graphic novel“ besticht zuerst mit seinen wunderschönen Illustrationen, die aus der Hand der überaus begabten Monika Parciak stammen. Als Leser hat man das Gefühl, man würde sich nicht nur die  Bilder anschauen, sondern es läuft vor dem inneren Augen ein ganzer Film ab.  Aber auch die Geschichte und ihre Botschaft kann da durchaus mithalten. Der junge Leser erfährt, dass man nicht alles glauben sollte was man hört, sondern auch mal selbst hinaus in die dunkle und einem noch vielleicht unbekannte Welt gehen und eigene Erfahrungen machen sollte. Eine Geschichte über  Angst, Mut, Freundschaft, Neugier und Vertrauen, die am Ende eine Überraschung aufdeckt, mit der man nicht unbedingt gerechnet hätte.

Die Schrift ist ebenso verspielt, wie die Zeichnungen. Kommt das Wort „schief“ vor, da wird das auch schief geschrieben, das Wort „groß“ wird dann ebenfalls groß geschrieben und manche Zeilen machen gerne mal einen Bogen. Innovativ und für den Leser sehr erfrischend.

Das empfohlene Lesealter von 9 -11 Jahren würde ich grundsätzlich jedoch einhalten, weil die Geschichte den Kindern doch Angst einjagen könnte, da wären z.B. diese weit aufgerissenen Augen, an die man sich zuerst gewöhnen muss. Auch würde ich von diesem Buch als eine Gutenachtgeschichte abraten, vor allem wenn das Ende des Buches nciht an demselben  Abend aufgedeckt wird.

Fazit:

Ein außergewöhnlich schön illustriertes Kinderbuch mit einer ebenso gewichtigen Botschaft. Eine klare Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Bewertung:


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