Bettina Belitz – Freihändig

Klappentext:

„Warum lässt ihn Micha nicht einfach mal in Frieden? Immer diese Hänseleien und blöden Anspielungen. Dabei will Josh doch einfach nur seine Ruhe haben. Zum Glück gibt es die Leute vom Pferdehof und den Wallach Sarastro. In der Reithalle kann Josh alles hinter sich lassen – hier kann ihm keiner was! Freihändig auf dem galoppierenden Pferd zu stehen und Sarastros Kraft zu spüren, das bedeutet Freiheit und ist unglaublich cool!“

Inhalt:

Mobbing unter Brüdern: Joshua ist 15 Jahre und gemeinsam mit seinem Bruder, Micha, in einer Klasse. Leider haben die beiden keine innige Geschwisterbeziehung, denn Micha mobbt Joshua wo er kann. Im Bus schikaniert er ihn täglich, tritt, boxt, macht sich über ihn lustig, verbreitet unter den Mitschülern Gerüchte, dass er schwul sei. Die Belustigungen finden einen Höhepunkt, als sich Joshua im Sportunterricht nicht für das Klettern, sondern als einziger Junge  für das Voltigieren meldet. Dabei hat Joshua nicht wirklich eine Wahl, denn er hat Höhenangst und somit fällt das Klettern für ihn komplett flach. Außerdem kann er somit zumindest für einige Stunden seinem gemeinen Bruder entfliehen. Doch auch seine Eltern legen ihm Steine in den Weg und verbieten ihm das Voltigieren, was Josh jedoch nicht davon abhält heimlich weiter auf seinem Pferd Sarastro zu üben, mit der Unterstützung seiner Tante Charlotte. Doch wie lange wird Josh’s Lüge unentdeckt bleiben? Und was hat es mit der Punkerin Eva auf sich, einer aufsässigen Mitschülerin, die in Joshua irgendwann mehr sieht, als nur das Opfer seines Bruders?

Meinung:

Mobbing, Willensstärke, Durchhaltevermögen, Losbindung, Erwachsenwerden, erste Liebe, sind nur wenige der Themen, die Bettina Belitz in dem Jugendroman Freihändig anspricht. In diesem Roman steckt so viel mehr. Der Weg eines unscheinbaren Jungen, der unter der Gehässigkeit seines Bruders leidet und doch seine Talente entdeckt und sie zu verfolgen versucht, egal welche Hindernisse auf ihn zukommen. Dabei wird der Beziehung zu einem Pferd viel Raum gewidmet. Der Geruch des Pferdes, die Vereinigung  beim Reiten, das Spüren jeder Muskelfaser, all das wird sehr detailliert dargestellt, sodass man als Leser das Gefühl hat mitzureiten und dieses Gefühl der Freiheit, die Joshua auf Sarastro erlebt, mitzuerleben. Der Titel Freihändig ist einerseits auf das Voltigieren zu beziehen, als Joshua sich zum Himmel streckt, aufsteht  und freihändig, mit ausgebreiteten Armen reitet, andererseits auch auf seine Loslösung  der Schikanen seines Bruders, er macht sich frei und findet endlich zu sich selbst …

Für mich ist dieses Buch das zweite, nach Splitterherz, welches ich von Bettina Belitz gelesen habe und auch diesmal bin ich von der Einbindung der Welt, die die Jugendlichen heute umgibt, sehr angetan. Die Autorin weiß ganz genau, was Jugendliche heutzutage beschäftigt, egal ob Musik, Technik oder die sprachlichen Ausdrücke.

Da ich jedoch den direkten Vergleich zu Splitterherz habe, muss ich gerechterweise für dieses Buch 4.5 Sterne vergeben.

Fazit:

Nicht nur für Pferdefans ist dieses Buch eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an Bettina Belitz für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars und die sehr nette Widmung!

Bewertung:

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