Jeremy Holmes – Eine alte Dame schluckte ’ne Mücke

„Eine alte Dame verschluckt eine Mücke. Und eine Spinne. Und einen Reiher. Und eine Katze. Und einen Hund. Und eine Schlange. Und einen Stier. Und ein Pferd. Weißt du was am Ende passiert? Aber natürlich weißt du das!“

Den nursery rhyme mit dem Originaltitel There was an old lady kenne ich aus dem Englischunterricht der Grundschule. Diese Geschichte lässt sich wunderbar mit Mimik und Gestik vortragen. Durch die vielen Wiederholungen behalten die Kinder den Wortschatz sehr schnell und schauen sehr erstaunt und aufmerksam zu und machen schon sehr bald mit. Das Herumfliegen einer Fliege im Bauch und auch das Herunterschlucken ist für das gestische Vortragen prädestiniert.
Wenn man das Original kennt, hat die Übersetzung es meist schwer. Doch ich muss zugeben, dass diese Version auch seinen ganz eigenen Charme aufweist. Die Geschichte reimt sich und der Aufbau erinnert an das „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ Spiel. Die verschluckten Tiere werden so noch einmal wiederholt und das neue Tier hinzugefügt. Besonders schön finde ich, dass die Originalfassung auf Englisch auf dem Buch ebenfalls in Zeitungsform abgebildet ist und zwar auf der Vorder- und Rückseite auf dem jeweils unteren Teil des Buches.

Die Gestaltung dieses besonderen Buches hat es ebenfalls in sich. Der Mantel der alten Dame lässt sich ausziehen und die Knöpfe, die Taschen, das Buch und die Arme heben sich spürbar hervor, sodass man die einzelnen Elemente ertasten kann, wenn man mit den Fingern darüberfährt. Dann entdeckt man die alte Dame in quasi drei Teilen, da wäre einmal der Kopf, von dem hauptsächlich die Augen hervorstechen, der Bauch, der die Blätter beinhaltet und die Füße, die an sich keine weitere Funktion erfüllen. Die Farben sind eher düster, in dunkelgrün, grau und braun gehalten.

Vom Inhalt ist die Geschichte natürlich nicht für jedes Kind geeignet, doch aus Erfahrung weiß ich, dass die Kinder und da vor allem die Jungen davon sehr angetan sind und begeistert mitmachen. Wenn man die letzte Seite des Buches umblättert, schließt die old lady ihre Augen und verdeutlicht so, dass ihre letzte Stunde geschlagen ist und sie das Pferd doch nicht hätte essen dürfen. Die Geschichte ist natürlich sehr absurd und makaber zugleich, aber genau das macht es so besonders. Doch diese interaktive Form des Buches macht die Geschichte bei jedem Lesen auf eine hinreißende Weise lebendig und das immer wieder aufs Neue.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und für Bücherliebhaber ein Muss!

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