Brigitte Endres und Sabine Wiemers – König Mops und die kleine Seiltänzerin

König Mops liebt Nockerln über alles! Er isst sie morgens, abends, mittags und sogar vor dem Schlafengehen. Eigentlich ist er mit seinem Leben mit den beiden Möpsen recht zufrieden, wenn da nicht der Hofmarschall wäre, der ihm versucht vor Augen zu führen, dass der kugelrunde König sich zu wenig bewegt und allgemein sehr ungesund lebt.

Eines Tages hat der Hofmarschall eine geniale Idee und ruft alle Prinzessinnen im Umland zur Geburtstagsfeier des Königs zusammen. Das Geburtstagsfest wird zur Brautschau, doch leider hat die eine Prinzessin eine Gurkennase, die andere Hasenzähne und die dritte riecht ganz furchtbar aus dem Mund. Nein, der König kann sich für keine der Prinzessinnen entscheiden. Doch als er die Seiltänzerin Tütü wie eine Schneeflocke auf einem Seil schwebend erblickt, ist es um ihn geschehen. Doch Tütü scheint genauso wählerisch zu sein, wie der König auch und stellt eine Bedingung …

Eine typische Märchengeschichte wird von Brigitte Endres als Grundlage für eine sehr aktuelle Thematik gewählt. Der König hat Gewichtsprobleme und wird durch den äußeren „Zwang“  in Form von Tütü dazu verdonnert das Seiltanzen zu lernen. Und so trainiert sich der König mit dem Ziel die Seiltänzerin dann endlich heiraten zu dürfen, rank und schlank. Leider kommt der Wille und die Motivation zum Abnehmen nicht vom König selbst, sondern wird ihm extern auferlegt. Das finde ich recht schade und so verliert die eigentlich sehr spritzige Geschichte für mich an bedeutsamer Sinnhaftigkeit.

Nichtsdestotrotz sind die Illustrationen sehr amüsant und heben sich durch einen unerschöpflichen Schatz an unterhaltsamen Details hervor.  Auch der sehr abwechslungsreiche Wortschatz bereitet Sprachbegeisterten durch Einsprengsel wie  krakeelen, mopsfidel, pumpern, gacksen, gicksen eine große  Freude.

PS:  Den kleinen Betrachtern fällt natürlich sofort der Fehler auf, dass das Bild zum Text auf Seite 31 nicht passt: „Der kleine König brachte sich das linke und Tütü das rechte Bein.“ Abgebildet ist es jedoch anders herum.

Eine etwas andere Märchengeschichte, die durch einen kleinen Dreher wundervoller hätte gestaltet werden können.

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