François Lelord – Die kleine Souvenirverkäuferin

Julien ist ein junger Arzt aus Paris, der in Vietnam arbeitet und die Kultur und das Leben lieben lernt, als ein tödliches Virus  ausbricht. An seinem Lieblingsort am See trifft er immer wieder eine Souvenirverkäuferin, der er hin und wieder etwas abkauft und vor allem ihre Gesellschaft zu genießen scheint. Doch da ist auch noch seine britische Kollegin Clea, die seine Aufmerksamkeit auf sich zieht und mit ihm schließlich in die Bergregionen aufbricht, um dem unbekannten Virus auf die Spur zu kommen. Kaum ist Julien fort, wird die kleine Souvenirverkäuferin verhaftet, da die Behörden  den Kontakt von Einheimischen zu Ausländern nicht gern sehen. Wird Julien sie wiederfinden?

Als Fan von den Hector-Büchern war ich auf diesen Roman von François Lelord  sehr gespannt. Schließlich sind es diese kleinen ausgeklügelten Weisheiten über das Leben, die seinen Schreibstil prägen und die Bücher zu millionenfachen Kassenschlagern machen.
Ich habe diesen Roman auf Seite 143 abgebrochen. Dabei geschieht es bei mir äußerst selten, dass ich Bücher nicht zu Ende lese. Ich habe zu Julien keinen Zugang finden können. Die Beschreibung der Geschichte Vietnams, des Bürgerkriegs, der Mentalität der Menschen haben einen sehr großen Rahmen eingenommen, sodass leider vergessen wurde auf die Charaktere an sich einzugehen. Der Titel des Buches wirkt auf mich bis heute nicht treffend für diese Geschichte. Denn zumindest bis zur Seite 143 spielt die kleine Souvenirverkäuferin eine so kleine Nebenrolle, dass es des Titels nicht würdig ist. Die zarte Blüte der aufblühenden Liebe zwischen Julien und Minh Thu wurde leider von den exzessiven Beschreibungen der französischen Kolonialmacht, Kommunismus und der Unterdrückung des Landes bereits im Keim erstickt.

„Wann weiß man eigentlich, dass es die Frau des Lebens ist?“, hatte er einen frisch verheirateten älteren Freund einmal gefragt. „Wenn sie einen verlässt“, hatte der mit traurigem Lächeln geantwortet. (…) Im Laufe der Jahre begegne man mehreren Frauen, die zur Frau des Lebens werden könnten. Irgendwann entscheidet man sich einfach für eine und hört mit dem Suchen auf.

Zu viel Vietnam, zu wenig Fokussierung auf die Charaktere und somit fehlende Identifikation mit den Figuren.

 

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