Ann Bonwill und Simon Rickerty – Ich bin doch keine Erbse

Ich bin doch keine Erbse

Das Flusspferd Hugo und der Vogel Bella sind die allerbesten Freunde. Gemeinsam planen sie ihre Kostüme für einen Märchenkostümball. Hugo schlägt vor sich als Prinzessin zu verkleiden und Bella soll dementsprechend als Erbse zum Ball gehen. Mit diesem Vorschlag ist Bella jedoch ganz und gar nicht einverstanden, schließlich ist eine Erbse klein und rund. Viel lieber würde Bella als Meerjungfrau gehen und Hugo soll dafür ihr schöner Felsen sein. Hugo findet, dass Felsen grau und plump sind, was seinen Ärger noch weiter steigert. Nach einigen weiteren unzufriedenstellenden Vorschlägen, eskaliert die Kostümsuche in einem Streit.

Außerdem will ich gar nicht mehr mit dir auf den Ball gehen.
Na wenn das so ist, dann will ich auch nicht mehr.

Werden die beiden Freunde sich doch noch einigen können und es rechtzeitig zum Märchenkostümball schaffen?

Die Ausgangssituation ist so realitätsnah der kindlichen Lebenswelt entnommen, dass man schon zu Beginn schmunzeln muss. Zur Freundschaft gehört eben auch sich behaupten zu können und natürlich Kompromisse zu schließen. Dies ist ein humorvolles Bilderbuch rund um Bestimmer, Konkurrenten und wahre Freunde.

Die sehr bunten und reduzierten Illustrationen von Simon Rickerty fokussieren auf die Gefühle und die Verkleidungen der beiden Protagonisten. Die Dialoge unterscheiden sich in eigens für die Tiere entworfenen Schriften und lassen sich schnell den jeweiligen Figuren zuordnen. Man kann den Streit mit all den typisch kindischen Formulierungen regelrecht hören. Die Unzufriedenheit, der Trotz und die Ärgernis springen den Leser buchstäblich an. Ja, genauso läuft es unter Kindern ab.

Pädagogisch wertvoll ist auch der vorgeschlagene Kompromiss. Vor dem Vorlesen der eigentlichen Lösung, müsste man mit den Kindern unbedingt ins Gespräch kommen und die Kinder auch selbst beschreiben lassen, wie die beiden Freunde sich wohl fühlen. Natürlich wäre es sicherlich auch spannend von den Kindern zu erfahren, wie sie sich die Lösung des Streits vorstellen.

Dieses Thema ist nicht nur unter Freunden, sondern auch später in der Grundschule, wenn Kinder mit einem Partner oder in der Gruppe etwas erarbeiten sollen, sehr bedeutsam. Die Bedürfnisse der anderen Mitschüler berücksichtigen und sich einigen können ist ein langwieriger Prozess und eine nicht zu unterschätzende Kunst.

Ich bin doch keine Erbse

Eine humorvolle Geschichte rund um die Fähigkeit auf seine Mitmenschen einzugehen und vielleicht auch selbst einmal zurückstecken zu können.

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One thought on “Ann Bonwill und Simon Rickerty – Ich bin doch keine Erbse

  1. Ich liebe Flusspferde! Herbert Marcuse übrigens auch. Dazu habe ich einen Beitrag in petto…demnächst. Ansonsten: Danke für die Vorstellungen, die ich sehr gut finde und auch anwenden kann…!

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