„Heute bin ich“ im Kunstunterricht der Grundschule

"Heute bin ich" Hout

 

Endlich war es soweit! Inspiriert von dem grandiosen Bilderbuch „Heute bin ich“ von Mies van Hout gestaltete meine dritte Klasse eigene „Gefühlsfische“ mit Jaxonkreide.

Wir versammeln uns im Kinositz. Der Erzählstuhl ist bereits mit dem roten Umhang geschmückt. Ein Ritual, das die Kinder seit der zweiten Klasse kennen. Die Vorfreude steigt. Sie lieben Bücher! Ich erkundige mich bei den Kindern nach ihrer Gefühlslage. Auch das kennen sie und teilen ihren Gemütszustand freudig mit. An der Tafel notiere ich die genannten Adjektive und achte darauf die positiven Gefühlszustände von den negativen räumlich zu trennen. Darauf kommen wir später zurück.

Heute bin ich

Ich nehme mir Zeit und atme erst einmal tief ein und aus. Dann öffne ich langsam die erste Seite. Ich lese ein Wort vor und schwinge das Buch von links nach rechts, um allen Kindern die Gelegenheit zu geben das erste Bild ganz genau zu betrachten. Es ist mucksmäuschenstill. Nach dem zweiten Bild kommen bereits die erwarteten „Oh, ist das schön!“-Töne. Die Kinder sind gefangen, das sehe ich an ihren Gesichtsausdrücken. Sie imitieren die Fische.

"Heute bin ich" Mies van Hout

 

Nach dem Gefühlsbild „zornig“ habe ich sie endgültig. Sie springen ein Stück freudig erregt von den Bänken und müssen ihre Begeisterung ihren Mitschülern mitteilen. Es wird gelacht. Gleichzeitig spiegeln sie den Fisch wider. Das ist der Moment, um gemeinsam einige Gefühlszustände mimisch darzustellen. Dankbar nehmen sie meinen Vorschlag an und ich sehe ein Meer an Fingern in der Luft.

Die Kinder waren von der ersten Sekunde an emotional von diesem Bilderbuch berührt. Da fiel es ihnen auch gar nicht schwer Kriterien zu sammeln und die Identifizierung des Gefühls zu begründen. Es war eindeutig, dass der Gemütszustand des Fisches sich dem Betrachter erschließen sollte. Der Künstler musste also auf die Farbwahl achten, auf den Gesichtsausdruck und evtl. auch auf die Körperhaltung. Natürlich musste auch die Schrift, das Gefühlswort, dem Bild angepasst werden. Der Schriftzug „stolz“ wurde mehrmals nachgezogen, die Linien sind schließlich ziemlich breit. Ein Kind kam gleich auf die Idee Sonnenstrahlen im Buchstaben „o“ zu ergänzen, um die Freude zu unterstreichen. Die Kinder waren Feuer und Flamme!

Das Kunstkartenset diente später dazu sich noch einmal Inspirationen zu holen oder  um einfach ganz verträumt über die Schönheit der Fische zu staunen.

Heute bin ich

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10 thoughts on “„Heute bin ich“ im Kunstunterricht der Grundschule

  1. Hallo,
    ist das schwarzer Tonkarton, auf den du die Kinder hast malen lassen? Mit Jaxonkreide oder normaler Kreide? Sehr schön 🙂

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