Peter H. Reynolds und Eberhard Naumann – Ramons Atelier: Malen kann jeder

Ramon malt unglaublich gerne. Als sein Bruder sich jedoch über seine Blumenvase amüsiert, versucht Ramon so zu malen, dass seine Bilder „echt“ aussehen. Doch das will partout nicht klappen. Also beschließt er aufzugeben.

Seine Schwester schnappt sich jedoch eines seiner zerknüllten Bilder und rennt damit weg. Ramon folgt ihr bis in ihr Zimmer und entdeckt dort eine Galerie seiner zerknüllter Kunstwerke. Begeistert zeigt sie auf eine Blumenvase und meint:

Sieht doch total vas-ICH aus!

Und so nimmt Ramon wieder das Malen auf – diesmal mit einem lockeren Stift und Herzen. Ganz ohne Angst!

Der ich-ige Blick gab ihm Kraft und ließ seinen Ideen freien Lauf.

 

Rezension

Das Bilderbuch „Der Punkt: Kunst kann jeder“ von Peter H. Reynolds ist bereits ein Klassiker, wenn es darum geht Selbstvertrauen in die eigenen Malkünste zu vermitteln. Und auch in diesem Buch geht es darum nicht möglichst realistisch zu malen, sondern seinen ganz eigenen, individuellen, eben „ich-igen“ Malstil zu finden.

Es ist eine wunderbare Überleitung in die Entwicklung der Kunstepochen, insbesondere die Wandlung vom „Realismus“ hin zum Expressionismus. Manchmal geht es nur darum die Welt durch andere Augen zu sehen. Hierbei hilft Ramon seine Schwester, die seine Bilder ganz besonders und bezaubernd findet. Daraus schöpft der Protagonist wieder Selbstvertrauen und neuen Mut. Diese Freude überträgt sich sogar auf das Schreiben. Ramon erschafft „ich-ige Gedichte“ und reimt fröhlich vor sich hin, einfach weil es sich gut anfühlt.

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Fazit

Malen kann jeder – wenn er an sich glaubt!

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Sepideh Sahiri und Julie Völk – Meine liebsten Dinge müssen mit

Ein langer, grauer Schatten bildet sich hinter dem Mädchen, als sie auf einem Stuhl stehend sorgevoll zurückblickt. Gerade eben hat ihr Vater verkündet, dass sie in eine „neue Wohnung“ in einem anderen Land ziehen. Jeder darf einen kleinen Koffer mitnehmen. Doch was tun, wenn die allerliebsten Dinge nicht in einen Koffer passen? Da wäre das Aquarium, der Birnbaum und die beste Freundin. Sie alle passen nicht in einen Koffer. Das Mädchen packt kurzerhand die allerliebsten Dinge in eine Flaschenpost und schickt sie über das Meer.

Ich weiß, dass es vielleicht ein bisschen länger dauern kann. Aber das ist nicht so schlimm, das kann warten.

Rezension

Nach all den tobenden und lauten Bilderbüchern rund um die Flüchtlingswelle, kommt dieses Buch ganz ruhig und sachte daher. Die Schwarzweiß-Zeichnung sind fragil und zerbrechlich, so wie die Darstellung des Mädchens auf dem Stuhl. Das bisher gekannte Leben schwankt und von innerer Sicherheit ist keine Spur mehr. Sorgevoll blickt sie zurück auf diesem schon fast schwebenden Teppich. Umso rührender ist, dass die allerletzte Illustration das Mädchen ebenfalls von hinten zeigt. Hier ist der Schatten jedoch weniger ausdrucksstark und düster. Sie blickt nach vorne und das Haar weht im Wind. Leben bedeutet Veränderung und ob die Flaschenpost tatsächlich ankommt, bleibt ungewiss.

Dieses Bilderbuch handelt von den wichtigen Dingen im Leben. Was macht einen wirklich glücklich? Wie verarbeitet man einen Umzug und damit einhergehend Trennung und Abschied? Die kindliche Idee der Heldin ist beeindruckend und federleicht. Auch wenn das Ende offen bleibt, hilft es ihr den Schmerz zu verarbeiten und Hoffnung zu schöpfen.

Ich komme nicht umhin der Illustratorin meinen Respekt zu zollen. Der Sinn für Feinheiten und die Lieben zu den Details, die alle versteckt und mit einer gewichtigen Botschaft das Bilderbuch zu einem leicht zerbrechlichen Kunstwerk machen, ist beachtlich. Einzelne Farbtupfer werden an genau den richtigen Stellen gesetzt und runden den Inhalt so subtil und doch gekonnt ab, dass ich wirklich beeindruckt zurückbleibe.

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Fazit

Leise – gewichtig – lebensnah – verletzlich

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Crushiform – Colorama: Das Buch der Farben

Rezension

In diesem Kunstbuch, umhüllt mit einem hochwertigen Papierschutzeinband, stehen 133 Farbtöne im Fokus. Die Farbfibel bildet auf der rechten Seite großflächig den jeweiligen Farbton ab, während auf der linken Seite die entsprechende Geschichte erzählt wird.

Der Leser wird auf eine fabelhafte Reise in das Land der Farben entführt und erfährt Überraschendes und Neues. Es ist ein Buch, das immer und immer wieder Stück für Stück genossen werden kann. Vom Farbton „Schneeweiß“, der uns in eine friedliche Schneedecke hüllt bis hin zu „Falb“, einem Farbton von Braungrau, der für die Farbe von Wildkatzen verwendet wird oder auch der „Acqua di Parma“, ein Name eines Herstellers italienischer Duftwasser, das nach Veilchen riecht, erfahren wir kurze und doch aufschlussreiche Geheimnisse unserer Farbwelt. Es lädt zum Staunen und Träumen ein und erweitert das Wissen rund um einen Bereich, über den man sich im Alltag nicht unbedingt Gedanken macht. Es differenziert den thematischen Wortschatz und verknüpft die Farben mit winzigen Anekdoten, sodass das Gehirn Verbindungen herstellen kann, wodurch die Abspeicherung leichter gelingt.

Dieses wunderbare Buch ist für Kunstliebhaber und Menschen, die besondere und außergewöhnliche Bücher lieben und schätzen. Es ist qualitativ hochwertig und überzeugt auch inhaltlich durch die puristische, kunstvolle und pointierte Ausarbeitung.

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Ganz Mutige und Kreative könnten aus dem Buch einen Farbfächer oder Farbkarten für den pädagogischen Bereich erstellen. Mein Buchliebhaber-Herz lässt es allerdings nicht zu. Es ist als Buch einfach zu schön und wertvoll!

 

Fazit

Und wieder ein besonders außergewöhnliches und kunstvolles Buch zum Thema „Farben unserer Welt“, gewürzt mit aufschlussreichen Anekdoten!

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Dave Eggers und Tucker Nichols – Wer hat die Brücke angemalt?

Rezension

Dave Eggers erzählt eine Geschichte über Einfallsreichtum, Mut, Inspiration, Willensstärke und Durchsetzungskraft. Auf insgesamt 104 Seiten erfährt der Leser den Entwicklungsprozess der weltbekannten Hängebrücke am Eingang zur Bucht von San Francisco, der Golden Gate Bridge. Der Umfang der Seiten macht es erfahrbar wie aufwendig und zeit- und nervenaufreibend der Prozess des Baus war. Es war eine enorme technische Herausforderung eine Hängebrücke in der Länge, bei dem tiefen Wasser und den starken Gezeitenströmungen zu bauen. Der Autor nimmt den Leser mit und zeigt in kunstvollen Scherenschnitt-Abbildungen wie Entwürfe verworfen und der Transport der Einzelteile bewerkstelligt wurde. Faszinierend ist ebenfalls die Beschreibung der Tauchvorgänge, um die Brückenfundamente in dem tiefen Wasser zu befestigen.

Der Widerstand, dem sich der Planer Joseph B. Strauss über all die Jahre hinweg aussetzen musste, wurde passend als eine Ansammlung von definierenden Köpfen verbildlicht, die sich ihm immer und immer wieder in den Weg stellten. Die Farbwahl stellt einen interessanten Aspekt dar. Auch hier gab es unterschiedliche Meinungen, wobei viele das typische „Grau“ oder „Schwarz“ bevorzugten. Das Bauingenieur-Team jedoch entschied sich für das „Knallorange“ der Rostschutzfarbe, weil sich die Brücke dadurch wunderbar in die Umgebung mit den grünen Hügeln und dem blauen Wasser einfügte.

Dieses besondere Buch ist eine Liebeserklärung an das Wahrzeichen Amerikas. Und wer hätte gedacht, dass aus einem Brücken-Bau eine so spannende und unterhaltsame Geschichte gezaubert werden kann? Außerdem ist sie wahr und lässt sich in Bezug auf die Verwirklichung seiner Träume im Leben übertragen werden.

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Fazit

Eine kunstvolle Erklärung an den Zauber der eigenen Willensstärke!

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Kerstin Brichzin und Igor Kuprin – Der Junge im Rock

Felix liebt Röcke, weil er darin viel besser rennen und klettern kann. Außerdem sieht er in den weiten Röcken wie ein Schmetterling aus, der auf einer Wiese tanzt. Er leiht sich kurzerhand das grüne Kleid seiner Schwester aus und wünscht sich schon bald einen eigenen Rock. Also geht sein Vater mit ihm einkaufen. Seine neuen Freunde finden den Faltenrock allerdings befremdlich und meinen, dass echte Jungen dunkle Farben tragen und Hosen anziehen.

Auch die Eltern fangen an zu tuscheln. Das macht Felix traurig. So beschließt sein Vater auch einen Rock anzuziehen. Denn schließlich tragen Mädchen ja auch Hosen. Warum sollte es Jungen nicht erlaubt sein?

Rezension

Dieses Bilderbuch beschäftigt sich mit dem Rollenverständnis von Jungen und Mädchen. Es ist ein toller Aufhänger zur Thematik „Identifikation mit dem eigenen Geschlecht“. Haben alle Mädchen lange Haare? Tragen Jungen dunkle Farben und Mädchen rosa Kleidungsstücke? Spielen Mädchen mit Puppen und Jungen mit Autos? Es sind alles überspitzte Behauptungen, die durchaus auch von Kindern bereits in Frage gestellt werden können.

Felix mag Röcke, weil seine Beine dadurch viel Luft bekommen. Die Verkäuferin, die Eltern und die Kindergartenkinder sind jedoch von den gesellschaftlichen Normen so sehr geprägt, dass sie es als „unanständig“ einstufen. Der Vater reagiert genau richtig und stellt diese Ansicht in Frage. Wie kam es zu dieser Ausgrenzung und wie kann Toleranz aussehen?

Ich hätte mir aus pädagogischer Sicht gewünscht, dass die ErzieherInnen im Bilderbuch diesen Anker aufgreifen und daraus einen Verkleidungstag veranstalten. Die Mädchen schlüpfen in die Jungenrolle und die Jungen verkleiden sich als Mädchen. Eine Modenschau mit entsprechender Schminke würde diese Distanz eventuell mildern und den inneren Fühlraum der Kinder erweitern.

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Fazit

Rollenbilder kindgerecht hinterfragen und Toleranz aufbauen

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Monte Shin – Spiegelzauber

Rezension

Aufgepasst: Es folgt ein Pappbilderbuch-Highlight! Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es viel zu wenige Kinderbücher gibt, die sich mit mathematischen Prinzipien beschäftigen. Wenn dazu noch die kognitiven Fähigkeiten angeregt werden und Kinder zum Handeln und Ausprobieren bewegt werden, ist es schnell um mich geschehen. So wie bei diesem Buch!

Monte Shin hat auf eine sehr anregende und animierende Weise die Spiegelung in den Fokus gestellt. Hierbei werden unvollendete Figuren präsentiert, die durch einfaches Drehen ihre Position verändern können. Im Buch integriert ist eine Spiegel-Klappe, die auf die Spiegelachse gelegt werden kann. Da es fest mit dem Buch verbunden ist, kann es nicht verloren gehen. So können bereits die Kleinen beobachten welcher Gegenstand oder welches Tier sich im Spiegel entpuppt. Hier läuft ein äußerst komplexer Vorgang in Bezug auf die Aktivierung der Sinne ab.

Der Schwierigkeitsgrad kann gesteigert werden, indem vorher überlegt werden soll welche Position sich eignet. D.h. hierbei wird das räumliche Vorstellungsvermögen geschult und nicht unbedingt auf die Zufallshandlung vertraut. Um daraus ein Spiel zu machen, wäre es denkbar eine bestimmte Anzahl an Versuchsmöglichkeiten festzulegen. Die Auflösung befindet sich gleich auf der nächsten Seite, sodass auch eine Selbstkontrolle gewährleistet ist. Dieses Buch ist eine tolle Anschaffung für die Kita oder auch die Lehrerbücherei.

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Fazit

Spiegelung als mathematisches Konzept sehr anregend verpackt!

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Cara Manes und Fatinha Ramos – Sonia Delaunay und ihre Farben

Charles findet eine farbenfrohe Decke, die ihm aus unerklärlichen Gründen vertraut vorkommt. Seine Mutter Sonia erklärt ihm daraufhin, dass sie es für ihn gemacht hat, als er auf die Welt kam. Als sie die Stoffstückchen zusammen nähte, hörte sie die Farben beinahe singen, als ob sie lebendig wären. Und da der Junge sich sehr über die besondere Fähigkeit seiner Mutter wundert, nimmt sie ihn mit auf eine Reise …

Sie besuchen einen Bal Bullier, Stände mit Obst und Gemüse, ein Geschäft in Amsterdam, das Sonias bunte Stoffe verkauft.

… denn Kunst kann man nicht nur anschauen, man kann darauf sitzen, sie anziehen oder darin fahren. Kunst ist überall.

Als Sonia wieder aufbrechen möchte, ist Charles noch gar nicht bereit.

Ich habe so viele Farben in meinen Augen und Musik in meinen Ohren und Ideen in meinem Kopf.

Rezension

Sonia Delaunay war eine der faszinierenden Persönlichkeiten im 20. Jahrhundert. Gemeinsam mit ihrem Mann Robert Delaunay widmete sie sich erfolgreich der abstrakten Malerei. Die farbenfrohen Kunstwerke beschränkten sich nicht nur auf die Leinwand, sondern fanden ihren Ausdruck in der Mode, Kulissen, Skulpturen oder Textilien.

Dieses Bilderbuch reißt die wichtigsten Punkte im Leben der Künstlerin an. An den wichtigsten Stationen machen Mutter und Sohn Halt und so gewinnt der Leser schnell einen Überblick über ihr Leben und ihren Schaffungsprozess. Es geht darum die Farben zu fühlen und sich auf die Kunst einzulassen. Das Leben ist schließlich Kunst.

Passend zu den Erlebnissen werden Original-Kunstwerke integriert. Der „Portugiesische Markt“ oder die „Elektrischen Prismen“, genau so wie „Le Bal Bullier“ werden passend zu Geschichte dem Leser präsentiert. Hier wird die Gleichzeitigkeit von Sehen und Hören unterstrichen. Der Lyriker Guillaume Apollinaire nannte diese Art zu arbeiten Orphismus. Charles wurde später, beeinflusst durch seine Eltern, Jazz-Experte und -Autor.

 

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Fazit

Sehen und Hören als Elemente der Kunst, die unseren Alltag in jeglichen Bereichen durchdringen.

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Bärbel Oftring und Jana Walczyk – Schau mal, eine Schnecke!

Rezension

Im langsamen Tempo führt das Sachbuch die jungen Leser an das Leben einer Schnirkelschnecke heran. Während der informative Text sich auf Fakten und gut verständliche Beschreibung fokussiert, verbergen sich hinter den jeweiligen weißen Klappen Zeichnungen, Illustrationen oder auch Beschriftungen zu zentralen Themen wie z.B. „Schneckenvielfalt“, „Schneckenkörper“, „Schneckenliebe“ oder „Schneckenhaus“.

Im Sachtext wird genau beschrieben wovon sich eine Schnecke ernährt und wie ihr Verhalten im Jahresverlauf aussieht. Spannende Fakten wie die Beschreibung des Essverhaltens mithilfe der Radula werden sehr anschaulich angegangen. Auch Empfehlungen zum Umgang mit Schnecken und genaue Berührungsgriffe werden weitergegeben. So überrascht es nicht, dass hinten im Buch ein Glasgefäß abgebildet ist, das dazu animiert Schnecken über einen längeren Zeitraum evtl. zu Hause oder auch im Klassenraum zu beobachten. Ein Schneckenrennen verspricht besonderen Spaß.

In diesem Sachbuch sind sicherlich Begrifflichkeiten und Informationen versteckt, die auch manch Erwachsener zuvor nicht wusste. Die Illustrationen von Jana Walczyk haben eine ruhige Wirkung und setzen gekonnt den Akzent auf das Wesentliche ohne mit Schnörkeleien zu verwirren.

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Fazit

Informatives Sachbuch mit spannenden Informationen

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John Farndon und Tim Hutchinson – So funktioniert dein Körper

Rezension

Dieses Sachbuch zum Thema „Körper“ nimmt den Leser auf eine spannende Tour durch das menschliche Wunderwerk. Einzelne Stationen sind „Zellen“, „Verdauung“, „Blutkreislauf“, „Knochen“, „Muskeln“, „Nervensystem“, „Atmung“, „Krankheiten“ und „Fortpflanzung“. Die Illustrationen vereinfachen den eigentlichen Vorgang und verbildlichen es in Form von einer Art Maschinerie. Därme werden als Rutschen veranschaulicht, die Muskelbewegungen sind Schaukeln und die eigentlichen Elemente bzw. Bausteine des Körpers werden als Silos  mit Wasser, Kohlenhydraten etc. den Kindern näher gebracht.

Die Originalausgabe trägt den Titel „Stuff you should know about the human body“. Hier werden tatsächlich wichtige Fakten vereinfacht und den Kindern verdeutlicht. Allerdings sind manche Seiten zu überladen. Hier verliert sich der Blick und das Verständnis für das Ganze wird getrübt. Kinder sollten auch schon einiges an Vorwissen mitbringen, um den Darstellungen folgen zu können. Daher würde ich das Sachbuch eher für Kinder ab 10 Jahren empfehlen. Manche Begrifflichkeiten wie „Codons“ oder „Gonadotropin-Releasing-Hormon (GHR)“ musste ich selbst erst nachschlagen.

Was ist Geruch?
Dinge riechen, wenn die Moleküle verdampfen, die dann als Gasteilchen mit der Luft davongetragen werden. Wenn solche Moleküle deine Nase erreichen, reizen sie Sensoren und der Riechvorgang beginnt.

Die Integration von vier Klappseiten ist sinnvoll eingebaut, da die jeweilige Thematik so nicht nur inhaltlich vertieft werden kann. So wird das Kapitel „Krankheit“ durch aufklappbare Seiten zur Thematik „Genesung“ geführt. Hier hätte ich mir lediglich die Stabilität der Seiten etwas fester gewünscht.

Sehr spannend, aus der Erwachsenen-Sicht, fand ich die Doppelseite zum Thema „Gehirn“ und „Denken“. Diese komplexe Vernetzung als fantastischen Computer zu verknüpfen ist gelungen.

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Fazit

Ein wichtiges Thema – spannend illustratorisch umgesetzt

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Daniela Kulot – Woher kommt die Liebe?

Der schon fast philosophischen Frage nach dem Ursprung der Liebe gehen in diesem Bilderbuch von Daniela Kulot Eichhörnchen, Ente und Elch nach. Dafür befragen sie andere Tiere und bekommen entsprechend der unterschiedlichen Lebenswelt auch ganz eigene und individuelle Antworten.

So behaupten zwei Schwäne beim Formen eines Herzens mit ihren Hälsen, dass die Liebe aus dem Herzen kommt. Für den großen, alten Baum kommt die Liebe vom Himmel, in Form vom Regen. Die Regenwürmer dagegen sind sich einig, dass die Liebe aus der Erde kommt. „Die Liebe kommt von der Sonne“, antworten die Blumen überzeugend.

Und wie sie da zusammensitzen, wird es den drei Freunden ganz wunderbar wohlig warm ums Herz.

Rezension

Auch wenn die Liebe für jedes Lebewesen etwas Anderes darstellt, in einem sind sich alle einig: Sie ist essenziell! Die Interpretationen lehnen sich an die Lebensumstände der Befragten an und doch gelingt es Daniela Kulot in ihren farbenfrohen und lebendigen Illustrationen dieses ganz tief verwurzelte Glücksgefühl ins Gesicht der Tiere zu zaubern. Man kauft es ihnen ab, auch ohne eine Sekunde lang zu zögern. Die Liebe ist hautnah spürbar. Sei es alleine, zu zweit oder in einer Gemeinschaft. Sie ist da.

Dieses Bilderbuch schafft es eine Ruhe und Zufriedenheit auszustrahlen, die sehr bewegt. Und vor allem, weil es vielleicht noch wichtiger ist – Es schenkt Zuversicht. Jeder kann sie finden – in der einen oder anderen Form. Als „Regen“, „Sonne“, „aus dem Bauch“ oder „aus der Seele“, individuell und doch wesentlich. Dieses Bilderbuch ist eine Liebeserklärung an das Leben!

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Fazit

Dieses Bilderbuch ist eine Liebeserklärung an das Leben!

 

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