Dawid Ryski – Durch die Jahreszeiten

Rezension

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – der Lauf der Jahreszeiten fängt immer wieder von vorne an. Jede Jahreszeit bietet seine ganz eigenen Wunder. Zu Beginn des Jahres blühen Eisblumen am Fenster. Schneeflöckchen zeigen sich unter der Schneedecke und bald werden auch die Tage länger. Im Sommer sehnen sich die Kinder nach Spielstunden im Freien und lassen bei herbstlichem Sturm freudig ihre Drachen steigen. Im November schlittert die ganze Familie über gefrorene Pfützen und atmet weißen Nebel aus.

Wir erzählen uns Geschichten, wahre und erfundene, und überlegen, was uns das neue Jahr bringen wird.

Die großflächigen und ziemlich nüchternen Illustrationen wirken durch die gedeckten Farben und zurückhaltenden Details schon fast nostalgisch. Dawid Ryski ist ein junger polnischer Illustrator – sein Stil scheint einen Hauch der Buchkunst der DDR zu bergen. Die kurzen Texte auf jeder Doppelseite sind sprachlich leicht zu verstehen und heben die wichtigsten Ereignisse und Aktivitäten, die den jeweiligen Monaten zuzuordnen sind, hervor.

So erfahren Kinder nicht nur die vier Jahreszeiten, sondern können auch die entsprechenden Feste den jeweiligen Jahreszeiten zuordnen. Im Fokus stehen typische Erscheinungen und zeitliche Abläufe in der Natur, die sich im Kreislauf der Natur und somit auch im menschlichen Leben zeigen. Die ständige Wiederkehr von Jahreszeiten und der Prozess des Wachsens und Vergehens bietet Ansätze zur Betrachtung der Zeit als etwas Unwiederbringliches und aber auch nicht Beeinflussbares.

Blick ins Buch

 

Fazit

Der Jahreskreis und seine wiederkehrenden Wunder.

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Günther Jakobs – Flieg, Lela flieg!: Für immer beste Freunde

Pino bereitet sich auf den Winter vor und sammelt eifrig Vorräte als er eine Schwalbe zwischen den Ästen einer Buche entdeckt. Das Eichhörnchen klettert zur Schwalbe hoch und bietet ihr an ihre Verletzung in seinem Haus im Inneren eines Baumstamms auszukurieren. Die kalte Jahreszeit über verbringen sie gemeinsam und trinken heißen Tee, spielen Spiele und lachen über Pinos Witze. Doch am liebsten hört das Eichhörnchen Lelas Geschichten von ihren vielen Reisen.

Im Frühling lernt Lela wieder fliegen, denn ihr Flügel ist schon fast geheilt. Beim Sommerfest haben alle Tiere im Wald so viel Spaß, dass sich Pino wünscht, dass Lela für immer bei ihm bleibt. Doch im Herbst packt Lela beim Anblick eines Vogelzugs die Sehnsucht nach der Ferne. Pino ahnt schon, was Lela sagen will, als sie ihre Familie am Himmel sieht …

Die grandiosen Illustrationen von Günther Jakobs bahnen sich zuerst einen Weg ins Herz. Man könnte sich die Bilder ewig anschauen. Die Vogel- und Froschperspektive aber auch das Farbenspiel haben eine ganz besondere Wirkung auf den Betrachter.

Die Geschichte mit den vielen thematischen Abzweigungen lässt sich wunderbar im naturwissenschaftlichen Unterricht einbinden. Es geht um Jahreszeiten und die Verwandlung der Natur, die die Tiere dazu zwingt sich entsprechend vorzubereiten. Das Eichhörnchen sammelt fleißig Vorräte und sucht Haselnüsse, Bucheckern und Tannenzapfen. Die Landschaft ist in ein saftiges Orange und Gelb getaucht. Die Schwalbe bietet Ansätze sich den „Vogelzug“ genauer anzuschauen. Woher wissen die Vögel wohin und wann sie aufbrechen müssen? Gibt es einen inneren Kompass? Wie finden sie den Weg wieder zurück?

Damit geht auch das Thema „Abschied und Trennung“ einher. Die Schwalbe muss ihren Freund verlassen und Pino ist gezwungen Abschied zu nehmen und die Freundin ziehen zu lassen. Der Trennungsschmerz ist beiden anzusehen. Hier lassen sich Parallelen ziehen, die Kinder ebenfalls früh erfahren, wenn z.B. der beste Freund wegzieht oder man selbst derjenige ist, der den Freundschaftskreis verlassen muss. Die Darstellung des Abschieds ist bildlich sehr rührend eingefangen.

weiterarbeit

Nach dem Vorlesen könnte eine Aktivität rund um das „aktive Zuhören“ anschließen. Bei einigen Quiz-Fragen können die Kinder beweisen, was sie behalten haben.

Gefühlvolle Geschichte mit fantastischen Illustrationen.

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Smriti Prasadam-Halls und Lorna Scobie – Kribbel Krabbel auf der Wiese

Kribbel Krabbel auf der Wiese

Auf den sechs Doppelseiten mit vielen Klappen dürfen Kinder ab 3 Jahren auf die Suche nach  Schmetterlingen, Käfern, Bienen, Schnecken, Raupen oder Grashüpfern gehen. Hinter den stabilen Klappen aus Pappe verbirgt sich immer ein Pärchen, das entdeckt werden möchte. Dabei wird die visuelle Wahrnehmung geschult, denn Kinder müssen genau hinschauen, um die jeweiligen Unterschiede wahrnehmen zu können.

Begleitet wird das Buch rund um die frühlingshafte Blumenwiese von passenden, kurzen Reimen. Es finden sich auch weitere Fragen, die dazu anregen noch mehr Entdeckungen zu machen. Ferner trainieren die Kinder hierbei ihre Zählfertigkeit. Dazu müssen die Bilder auf den Doppelseiten genau betrachtet werden. Da viele Ablenkungen auf den wimmelartigen Abbildungen lauern, bedarf es auch an gutem Konzentrationsvermögen.

Kribbel Krabbel auf der Wiese

Frühlingshafte Blumenwiese und ihre Bewohner.

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Tilde Michels – Es klopft bei Wanja in der Nacht: Kamishibai-Bildkartenset

Es klopft bei Wanja in der Nacht - Kamishibai

Im Laufe einer bitterkalten Nacht klopfen nach und nach mehrere Tiere an Wanjas Tür. Sie alle bitten um Unterschlupf in diesem schrecklichen Schneegestöber. Wanja gewährt ihnen Asyl. Doch wenn ein Fuchs auf einen Hasen trifft und alsbald der Bär sich dazugesellt, wird es kritisch. Auf engstem Raum begegnen sich die natürlichen Feinde. Werden die Tiere ihr Versprechen halten und friedlich miteinander die Nacht in Wanjas Hütte verbringen?

In dieser Geschichte geht es um Hilfsbereitschaft, Not, Nächstenliebe und aber auch das Bemühen des Gegenübers eine Gegenleistung zu erbringen, indem sie sich zur Friedfertigkeit verpflichten. Mit ein bisschen Schmunzeln muss ich feststellen, dass die Storyline heute sehr aktuell ist.

Ich persönlich liebe es diese Geschichte zur Weihnachtszeit vorzulesen. Hier geht es nicht um Konsum, sondern um das Miteinander. Das Schneegestöber und Wanjas warme Hütte als Gegenpol vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit. Das Vertrauen in dieser Notsituation ist fast greifbar. Ich inszeniere diese Geschichte am liebsten mit einem Erzähltheater. Es hat den Vorteil, dass auch eine größere Gruppe die Bilder aufgrund des großen Formats gut sehen kann und außerdem sieht es aus wie ein kleines Theater, was das Zuhören noch interessanter macht. Mit der passenden Beleuchtung und einem roten Tuch als Überwurf, steigt gleich die Spannung.

Da die Verse für Kinder so leicht mitzusprechen sind, habe ich das Stück auch schon einmal auf unserer Weihnachtsfeier aufgeführt. Im Internet gibt es mehrere sehr gelungene Aufführungen von anderen Grundschulen: hier oder hier.

Es klopft bei Wanja in der Nacht

Tolle Reime mit einer noch bedeutenden Botschaft: Hilfsbereitschaft und Friedfertigkeit.

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Patrick Wirbeleit und Max Fiedler – Antonia war schon mal da

Antonia war schon mal da

Wenn gute Freunde reisen gehen, gibt’s unterwegs ganz viel zu sehen.

Der kleine Biber und seine Freunde Specht, Molch und der Igel im Rollstuhl möchten die Welt sehen. Mit dem Nötigsten im Gepäck, klopfen sie bei Antonia am Gartentor. Doch Antonia möchte nicht mit, schließlich hat sie die Welt schon längst gesehen:

Ihr glaubt mir nicht?
Ihr wollt Beweise?
Die findet ihr auf eurer Reise!

Und so ziehen die Freunde alleine los. Zwar ist Antonia nicht physisch dabei, doch sie hat trotzdem tatsächlich Spuren auf ihren vorigen Reisen hinterlassen. Diese gilt es auf den Wimmelbildern zu entdecken. Hoch oben auf einem Berg strahlt sie ihre Freunde auf einer wehenden Flagge an. In einer dunklen Höhle wurde sie als Höhlenzeichnung verewigt und auch im Wald muss man die Baumstämme nicht lange nach ihrem Abbild absuchen. Nach der Heimkehr sitzen die Freunde gemütlich am Lagerfeuer „und stellen fest, ganz ungelogen. Was immer unser Ziel auch war. Antonia war schon mal da!“

Ein neues Bilderbuch hat sich in mein Herz gebrannt! Ich selbst liebe das Reisen und kenne viele Globetrotter und Weltenbummler, die  die wundervollsten Flecken der Erde besichtigt haben. Umso wertvoller ist dieses Bilderbuch für die kommende Generation. Es hat Weltoffenheit zum Ziel und auch den Mut neue Wege zu gehen und durch verschiedenste Erlebnisse und Erfahrungen zu wachsen. Es lädt ein auf der Welt seine Spuren zu hinterlassen. Hierbei kann den Igel auch sein Rollstuhl nicht behindern. Er rollt, getrieben von der Abenteuerlust, durch die Eichen- und Birkenwälder und lässt sich, wenn nötig auch helfen, z.B. von seinen Freunden auf den hohen Berg tragen. Davon abgesehen ist das Entdecken von Antonias Hinterlassenschaften ein Heidenspaß und schult ganz nebenbei die visuelle Wahrnehmung. Auch die Erwachsenen werden die Spuren so schnell nicht finden und müssen sich durchaus etwas anstrengen.

Mein Lehrerherz lacht ebenfalls bei der gut überlegten und spielerisch veranlagten Einbindung der Reime. Während zu Beginn den Kindern Zeit gelassen wurde mit Reimen warm zu werden, schließen sich dann sämtlich Satzanfänge an, bei denen das Ende fehlt. Eine zusätzliche Hilfe bieten Vorahnungen auf den Bildern, die  das Schlusswort andeuten.

In Höhlen ist es ganz schön kalt. Viele Bäume sind ein …

Es lässt auch wunderbar an Vielreisende verschenken, die gerade erst aufbrechen oder schon heimgekehrt sind.

Antonia war schon mal da

Die grandiosen Illustrationen sind neben dem äußerst gelungenen Inhalt das i-Tüfelchen!

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Rob Scotton – Kater Kamillo kommt in die Schule

Kater Kamillo kommt in die Schule

Heute ist Kater Kamillos erster Schultag und vor lauter Aufregung wird er ganz früh wach. Er sucht seine Socken, kämmt sich die Haare, packt die Brotdose in die Schultasche ein und macht sich schnell auf den Weg. Vor der Klassenzimmertür begrüßt ihn Frau Pünktchen, seine Lehrerin. Die Kinder in der Klasse heißen Kamillo allesamt fröhlich willkommen. Und dann beginnt bereits der Unterricht.

Am Ende des Tages resümiert Kater Kamillo ausgelassen:

Ich habe ganz viele neue Freunde, und ich habe sooo viel Neues gelernt:
Katzen fangen gar keine Mäuse und außerdem – bin ich ganz wundervoll!

Bald ist es wieder so weit! Ganz viele i-Dötzchen werden eingeschult. Die Aufregung steigt bei diesen Kindern schon jetzt, Monate vor dem ersten Schultag. Um ihnen etwas die Aufregung zu nehmen und sich die Ängste bewusst zu machen, eignen sich wunderbar Bilderbücher.

Am Morgen des ersten Schultages ist Kater Kamillo sehr nervös und nutzt jede Straßenlaterne, um sich daran festzuhalten und das Ankommen in der Schule hinauszuzögern. Die Vermeidungsstrategie ist jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn gekonnt bugsiert seine Mutter ihn liebevoll in das Schulgebäude. Dieses Gefühl der Nervosität wird mit viel Witz und Humor dargestellt und zeigt, dass Aufregung nicht schlimm ist und oft dazugehört.

Sehr erfreulich ist der Wissensdurst von Kater Kamillo in der Schule. Vor lauter „Warums?“ kann er sich nicht halten und taucht wissbegierig in die Unterrichtsthematik ein. Gemeinsame Erlebnisse rund um den unerwarteten Besuch einer Maus schweißen die Klasse zusammen. Die Rolle von Frau Pünktchen gefällt mir ausgesprochen gut. Sie lernt mit ihren Schülern und revidiert am Ende des Tages ihre anfangs aufgestellte Theorie. Die Katzen jubeln. So macht Schule  Spaß: mit- und voneinander lernen!

Kater Kamillo kommt in die Schule

Jedes Kind ist wundervoll! Die Vorfreude auf die Schule darf steigen.


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Ingrid Sissung – Ausnahmsweise

Ausnahmsweise

Wenn Florentine bei ihrer Patentante ist, darf sie viele Sachen machen, die mit „ausnahmsweise“ anfangen. Sie darf dem Postboten die Tür öffnen, ohne Hausschuhe herumlaufen, sich nach jedem Essen einen Nachtisch aussuchen und abends etwas länger fernsehen. Auch in einem großen Bett zu schlafen ist ziemlich aufregend und die Übernachtungen werden mit dem kleinen Wörtchen „ausnahmsweise“ ein wahres Erlebnis.

Dieses Bilderbuch ist ein tolles Geschenk für alle Patentanten und -onkel dieser Welt, die ihre Patenkinder  mit AUSNAHMEN überschütten. Denn wenn wir ehrlich sind, sind sie doch auch dafür da. Und so listet die kleine Florentine all die schönen Dinge auf, die nur bei der Patentante erlaubt sind. Der Schaumbad mit dem besonderen Pampelmusen-Duft ist auch bildlich sehr reizend dargestellt.

Grundsätzlich beeindrucken die Illustrationen und verpassen augenblicklich dem erwachsenen Betrachter diese Rosa-rote-Brille, die zeigt wie besonders alltägliche Momente im Leben sein können. Der barfüßige Tanz über den Fliesen mit den schönen Mustern ließ mich mehrere Minuten die Doppelseite bestaunen. Diese Lebensfreude und-lust springt unverzüglich über.

Ausnahmsweise

Ein Dankeschön an alle Patentanten dieser Welt!

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Usch Luhn – Nele geht zum Zahnarzt

Nele geht zum Zahnarzt

Nele ist in der Nacht erneut ein Wackelzahn herausgefallen. Da beschließt Neles Mama, dass ein Zahnarztbesuch fällig ist. In der Zahnarztpraxis ist Nele zunächst etwas mulmig zumute, doch dann entdeckt sie das Wartezimmer mit den tollsten Spielzeugen.

Viel zu  schnell wird sie in den Nebenraum geholt. Hier putzen sich schon viele andere Kinder vor den Spiegeln die Zähne. Die Zahnarzthelferinnen zeigen auch Nele wie man richtig die Zähne putzt und geben ihr einen bunten Putzpass. Die Zahnärztin schaut sich Neles Zähne ganz genau an und schon darf sie sich zum Abschied eine Kleinigkeit aus der Spielzeugkiste aussuchen.

Zu Hause tanzt Nele gemeinsam mit ihrem Vater den Zahnmonster-Verschwinde-Tanz quer durch das Badezimmer. Die drei Minuten in der Sanduhr verrinnen dabei unmerklich schnell.

Dieses Bilderbuch nimmt Kindern die Angst vor dem ersten Zahnarztbesuch. Hier wird einfühlsam und detailliert der Vorgang vom Betreten der Zahnarztpraxis bis hin zum Abschied gezeigt. Hinter den vielen Klappen sind sehr spannende Sachinformationen versteckt, die zum Entdecken einladen. Die Kinder erhalten einen Einblick in das Innere des Zahns und lernen die Bezeichnungen der einzelnen Zähne kennen. Die Putztechnik nach der KAI-Methode (Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche) wird erläutert und glücklicherweise auch die Nutzung von Kinder-Zahnseide empfohlen.

Bakterien werden als kleine Zahnmonster verbildlicht. Als Zahnmonsterfutter werden Süßigkeiten oder Süßgetränke wie Cola oder auch Ketchup abgebildet. Die Idee eines Putzpasses ist sehr motivierend und lässt sich im Alltag wunderbar umsetzen.  Die Kinder erhalten eine strahlende Sonne für regelmäßiges Putzen, Wolken für gelegentliches Zähneputzen und Regen für eine nicht ganz geglückte Zahnhygiene.

Dieses Buch eignet sich auch zum Vorlesen als Vorbereitung auf den Schulzahnarzt. Für manche Kinder ist es dann doch sehr aufregend und nervenaufreibend. Manchmal hilft es auch schon darüber gemeinsam zu sprechen und dieses Buch ist ein prima Aufhänger.

Schulzahnarzt

 

 

Mit vielen Sachinformationen hinter den Klappen.

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Emma Yarlett – Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Der kleine Lockenkopf hat vor einigen Dingen im Leben Angst. Da wären z.B. bissige Hunde, Kleiderschränke, Gewitter, Spinnen oder alleine schon die schimpfende Oma. Doch eines macht ihm besonders viel Angst – die DUNKELHEIT! Diese Angst kehrt jeden Tag zur Schlafenszeit zurück. An einem Abend hat Leo es satt und schreit in die Dunkelheit, dass sie verschwinden soll. Im selben Augenblick wird die Dunkelheit lebendig.

Herr Dunkel erweist sich jedoch als ein netter Zeitgenosse. Und so zeigt Leo Herrn Dunkel die furchterregendsten Ecken im Haus und muss überrascht feststellen, dass sie dort den meisten Spaß haben. Sie haben gemeinsam so viel Spaß, dass der Abschied schwer fällt. Doch Herr Dunkel verspricht wiederzukommen … und zwar jede Nacht!

Dieses Bilderbuch zeigt die Schönheit der Nacht. Da wäre schon alleine der zauberhaft leuchtende Sternenhimmel, unterstützt durch ausgefallene Illustrationen, die mal kunterbunt, collagen- oder comichaft daherkommen. Jede Seite trumpft mit einer anderen Überraschung auf, als z.B. Herr Dunkel durch die Einbindung eines Pop-up-Elements tatsächlich auch dem Leser die Hand ausstreckt.

Um die Angst vor Dunkelheit, die jedes Kind einmal verspürt, zu minimieren, macht die Autorin den Feind zum Freund. Leo schaut nun genauer in die dunklen Ecken und erkennt, dass sie gar nicht so furchterregend sind. Dahinter steckt einzig und allein seine Fantasie.

Dieser Gedankenanstoß könnte Kindern helfen einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Gleichzeitig nimmt es die Sorgen und Befürchtungen des Protagonisten ernst und verdeutlicht, dass von der Dunkelheit keine Gefahr ausgeht. Dieser Erkenntnisgewinn ist ein Lernprozess und braucht Zeit.

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

 

 

Dieses liebevolle Bilderbuch nimmt Ängste ernst und macht Mut.

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Jenni Desmond – Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das zu schnell rannte

Das Zebra, das sehr schnell rennen kann, hat zwei beste Freunde: einen Elefanten, der sehr klug ist und interessante Geschichten erzählen kann und einen Vogel, der äußerst witzig ist und alle zum Lachen bringt. Zusammen sind sie die drei allerbesten Freunde. Doch eines Tages war das Zebra so aufgedreht und fröhlich, dass er ZU schnell rannte und den Freunden davon ganz schwindelig wurde. Sie baten das Zebra damit aufzuhören, doch das Zebra hörte nicht auf. So entschieden der Elefant und der Vogel, dass sie zu zweit besser dran sind.

Eine Giraffe fand das traurige Zebra und bot ihm ein paar frische Blätter an. Nun rannten sie zusammen um die Wette. Währenddessen zog ein schwerer Sturm auf und der Elefant und der Vogel wünschten sich Zebra zurück, um sie mit einem Zebra-Spiel aufzuheitern. Das Gewitter machte ihnen Angst. Sie fanden Zebra bei Giraffe und spielten, lachten und lauschten interessanten Geschichten, bis sie einschliefen. Am nächsten Morgen waren sie jedoch nicht mehr die drei allerbesten Freunde… denn sie waren jetzt zu viert!

Jenni Desmond hat hier ein sehr zauberhaftes und modern illustriertes Bilderbuch geschaffen. Durch feine Linienstriche schafft sie es den Figuren ganz eigene Charakterzüge zu verleihen. Dabei ist stets Bewegung und Perspektivwechsel im Spiel. Es ist ein Genuss sich die Zeichnungen immer und immer wieder anzuschauen.

Das Thema Freundschaft wird hier in einer oft nicht unproblematischen Konstellation thematisiert. In der Streitschlichtung erlebe ich regelmäßig, dass eine häufige Ursache für Streitigkeiten Ausgrenzung und Eifersucht ist. Das Zebra hat sich nicht an die Bitte seiner Freunde halten können und war in seinem Verhalten noch sehr egozentrisch, was typisch für 5-6 Jährige ist, woraufhin er von seinen Freunden ausgegrenzt wurde.

Die Freunde erleben jedoch, dass jeder in seiner Individualität, mit all den dazugehörenden Macken, so schätzbar ist, dass sie ihn schon bald vermissen. Und da Freundschaft kein starres Konstrukt ist, erfahren die Freunde, dass der Freundschaftsbund sich auch vergrößern und alle somit bereichern kann. Manchmal ist nur ein Perspektivwechsel nötig.

Das Zebra, das zu schnell rannte

Material

Seine Freunde schätzen lernen mit all den dazugehörenden Eigenschaften – sich streiten, versöhnen, respektieren und lieben … ein lebenslanger Prozess.Zebra_Freunde_Bild

Ein alltägliches Thema für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter.

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