Tereza Vostradovská – Komm mit raus, Entdeckermaus!

Rezension

„Komm mit raus, Entdeckermaus!“ ist ein Sachbilderbuch mit einem Rundumschlag zum Thema „Wunder der Natur“, insbesondere des Lebens im Wald. Die kleine Maus sitzt eines Tages in ihrer Höhle und liest über spannende Entdeckungen, als dann Wurzeln in ihren Bau wachsen. Dem geht sie auf die Spur und beginnt die Natur rund um ihren Mausbau zu erkunden. Sie lernt die Pflanzen und die Tiere des Waldes, am Teich und im Garten kennen, erforscht und schreibt schließlich selbst ein Buch.

Das Sachbilderbuch greift viele Naturphänomene auf und veranschaulicht kindgerecht die Nahrungskette in der Natur, erläutert das Anlegen eines Herbariums, nimmt die wertvolle Arbeit der Ameisen unter die Lupe. Die Leser werden somit auf eine aufregende und lehrreiche Reise genommen. Die Mischung aus Bilderbuch und Sachinformationen ist gut gelungen. Die dargestellten Tiere und Pflanzen sind teils beschriftet und nummeriert und Kinder bekommen hier und da Einblicke, um sich letztendlich ein komplettes Bild über die gesamten Vorgänge zu machen.

Die Altersangabe für Kinder ab 4 Jahren ist passend, da viele Bereiche zwar angeschnitten aber nicht überfrachtend ins Detail vertieft aufgezeigt werden. So werden nur die wichtigsten Vögel und Baumarten erwähnt, damit Kinder bestimmte Namen zumindest schon einmal gehört haben. Integrierte Mitmach-Tipps regen Kinder dazu an, selbst genauer hinzuschauen und beispielsweise Wasserlebewesen aus dem Teich zu untersuchen. Auch das Anpflanzen wird genau beschrieben und macht Lust in der nun wärmeren Jahreszeit Kräuter anzupflanzen. Ein mehr als überzeugendes Sachbilderbuch für alle Naturliebhaber. Der zum Buch passenden App einen Besuch abzustatten lohnt sich auch auf jeden Fall!

Blick ins Buch

Fazit

Lehrreich – spannend – interaktiv

(Amazon-Link)

Werbeanzeigen

Jutta Richter und Leonard Erlbruch – Endlich Schule!

Auf einer Picknickdecke liegend genießt Lena unter dem Apfelbaum die letzten Sommertage und spielt mit ihren Kuscheltieren Wolkenzählen. Nüchtern muss sie feststellen, dass sie ab dem Schulanfang nun keine Zeit mehr dafür haben wird. Schließlich lernt sie fortan lesen, schreiben, rechnen und muss täglich Hausaufgaben machen. „So ist das, wenn man groß wird“, meint sie entschlossen.

Ihre Kuscheltiere fangen an, sich Sorgen zu machen, dass sie sie vergessen wird und wollen etwas gegen das Großwerden unternehmen. Doch der Versuch Lenas Schultasche zu verstecken, misslingt. Erst als in der Schule die Lieblingskuscheltiere vorgestellt werden sollen, wollen auch die Tiere sich ein Bild von diesem Ort machen, der Lenas wertvolle Zeit für sich so sehr beansprucht.

Rezension

Dieses Bilderbuch greift sehr gut die kindlichen Erwartungen und vielleicht auch Ängste auf. Hier sind es die Kuscheltiere, die die unwissende Rolle annehmen und mit Unsicherheiten und dem Ungewissen kämpfen. Schließlich ist Veränderung in erster Linie immer mit mulmigem Gefühl verbunden.

Jutta Richter skizziert ein sehr selbstbewusstes und neugieriges Schulkind. Auch wenn Lena weiß, dass sich der Alltag verändern wird, freut sie sich auf die neuen Herausforderungen. Sie kann sehr gut schon einschätzen was der Lernzuwachs im Alltag bedeutet, z.B. dass man nicht mehr betteln muss eine Geschichte vorgelesen zu bekommen oder selbst Briefe an die Oma schreiben kann. Sogar das Zählen der Münzen in der Spardose gelingt ganz ohne Hilfe. Wissen und Können bedeutet eben Selbstständigkeit.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Buch für alle angehenden Erstklässler, das Sorgen und Ängste nimmt!

(Amazon-Link)

Daria Schreiber – Und was willst du mal werden?

Rezension

Der Tiger möchte von den kleinen Tierkindern im Kindergarten wissen, was sie später beruflich machen wollen, wenn sie groß sind. Jedes Tier überlegt, was ihre Eltern und Verwandten so machen und werden sich aber dann doch ihrer eigenen Talente bewusst. Ausgehend von ihren Stärken und Vorlieben, die eigentlichen Fähigkeiten dabei nicht außen vor gelassen, ziehen sie auch alternative Berufe für sich in Erwägung.

Der Tintenfisch möchte nicht unbedingt Schriftsteller werden, sondern seine große Anzahl an Armen dafür nutzen als Tagesmutter gleichzeitig mehrere Kinder zu betreuen. Das Lamm findet es langweilig tagein tagaus auf dem Bauernhof den Rasen zu pflegen. Stattdessen würde es viel lieber als Designerin bunte Kleidung entwerfen, denn praktischerweise bringt sie ihre eigene Wolle mit.

Die eigene Berufswahl ist auch schon für die Kleinsten ein Thema. In diesem Bilderbuch wird das Bewusstsein für die eigenen Stärken und Interessen geweckt. Die letzte Doppelseite bietet den Kindern im Kindergartenalter und auch in der Schuleingangsphase an, Gegenstände auszumalen, mit denen sie gerne spielen. Denn was man jetzt besonders gerne macht, kann in der Zukunft ein Hinweis auf den Wunsch-Beruf sein.

Beim Vorlesen bietet es sich an, nach jeder Doppelseite innezuhalten und die Kinder raten zu lassen. Der Aufbau folgt einem bestimmten Muster, bei dem zuerst die Berufe der Verwandten erläutert werden und anschließend der eigene Wunsch, der jedoch stets zu den Talenten der jeweiligen Tiere passt. Was für eine Freude war es die Raupe nicht als Floristin, sondern als Schmetterling auf der Bühne zu erleben!

 

Blick ins Buch

Fazit

Kindgerechtes Thema sehr einfühlsam näher gebracht

(Amazon-Link)

Victoria Turnbull – Pandora

Pandora lebt alleine inmitten von zerbrochenen Dingen. Sie verbringt ihre Zeit damit das Verlorene und Vergessene zu flicken. Eines Tages landet ein „gebrochener“ Vogel bei ihr. Pandora wacht behutsam über ihn und päppelt ihn schließlich auf. Als er wieder zu fliegen beginnt, kehrt er täglich mit Dingen aus der ganzen Welt zurück, die Pandora in einer Kiste aufbewahrt.

Irgendwann wartet sie vergeblich auf den Vogel. Sie denkt ihr Herz würde vor lauter Einsamkeit zerspringen. Doch mit jedem Tag kehrt Licht in ihr Leben ein, denn aus der Kiste erwächst eine Pflanze, die ihre Seele wärmt. Das Leben kehrt zurück.

Rezension

Ich muss gestehen, dass mir die Tränen über die Wangen flossen. Dieses Bilderbuch, das ich eher Erwachsenen empfehlen würde, trifft ins Herz und zwar gnadenlos. Es handelt von Trauer, Schmerz, Einsamkeit und zwar so ehrlich und unbeschönigt, dass sich einem das Herz zusammen zieht. Die zarten und gedämpften Illustrationen verstärken den Effekt und spätestens wenn man sich die Bilderfolge von Pandora ansieht, die tagelang im Bett liegt und die Lebensfreude erloschen sieht, findet man sich in der Gnadenlosigkeit des Lebens wieder.

Doch aus jedem Dunkeln erwächst auch Licht. Pandora öffnet die Tür und lässt wieder Sonnenwärme in ihr Seelenleben. Aus der Kiste mit all den mitgebrachten Gegenständen, die sicherlich auch mit ihren Erfahrungen gleichgesetzt werden können, blüht neuer Lebensmut und zwar so stark und ergiebig, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Man kommt nicht umhin es Pandora sehnlichst zu wünschen.

Doch nie kam jemand zu Besuch.

Es gibt viele Menschen, die sich einsam fühlen und vor allem in der Weihnachtszeit sei jedem Licht, Glück und Lebensfreude zu wünschen. Schätzt eure Liebsten und seid dankbar eure Lebenszeit mit ihnen verbringen zu dürfen. Das ist nicht selbstverständlich.

Frohe Weihnachten, liebe Leserinnen und Leser!

Blick ins Buch

Fazit

Das ist Leben: Tiefen und Höhen gehören dazu.

(Amazon-Link)

Christopher Corr – Tief im Wald

Rezension

Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich die Magie dieses Bilderbuchs. Auch wenn es anfangs recht grell, laut und allgemein mit überbordender Farbigkeit und einem gewagten Eklektizismus in Kombination mit folkloristischen Elementen daher kommt, stellt man schnell fest, dass es einen guten Kontrast zur ruhigen Geschichten darstellt, die von ihrer Botschaft durchaus simpel erscheint.

Im tiefen Wald befindet sich ein kleines, leeres Holzhäuschen. Zuerst entdeckt eine Maus die Behausung und macht es sich hier bequem. Schon bald gesellt sich ein Frosch dazu und so wächst die Wohngemeinschaft immer weiter an bis eines Tages ein Braunbär kommt. So sehr er auch versucht hinein zu kommen, egal ob durch das Fenster oder die Türen, es ist nicht genug Platz für alle. Bald gerät das Haus ins Wanken und bricht zusammen. Kennen die Tiere doch noch einen Ausweg, um alle unter ein Dach zu bringen?

Das Bilderbuch verhandelt geschickt-unauffällig das ganz große Thema unseres  Zusammenlebens in der modernen Gesellschaft. Es geht darum althergebrachte Strukturen zu überdenken und basierend auf den Visionen neue Konzepte zu entwerfen. Ein Ende birgt auch einen Anfang. Als die Tiere vor den Trümmern ihres Hauses stehen, wird ihnen klar, dass wenn sie in all ihrer Unterschiedlichkeit zusammenarbeiten, können sie etwas Großes schaffen, das noch viel schöner ist als das alte.

Blick ins Buch

Fazit

Eine farbenfrohe Feier des Reichtums des Lebens und der wunderbaren menschlichen Fähigkeit, über alle Hindernisse hinweg etwas Neues zu erschaffen und weiter zu machen.

 

(Amazon-Link)

Hans Christian Andersen und Larisa Lauber – Die beliebtesten Märchen von Hans Christian Andersen

Rezension

Märchenbücher wecken meine Sammelleidenschaft. Es gibt so viele wunderbare Exemplare, dass man sie einfach nicht mehr hergeben möchte. Das Schöne daran ist, dass man sie immer und immer wieder sehr gut lesen bzw. vorlesen kann. Märchen versprühen ihren ganz eigenen Zauber, auch wenn man sich über bestimmte Lehren in der heutigen Zeit durchaus streiten kann.

Das vorliegende Märchenbuch aus dem Magellan Verlag richtet sich an junge LeserInnen ab 4 Jahren. Die Illustrationen sind entsprechend vereinfacht, reduziert und doch ausdrucksstark. Sie überfrachten nicht und lenken vor allem nicht von dem Inhalt ab. Sie wirken verständnisunterstützend und fungieren lediglich als „Zufütterung“ der eigenen Fantasie. In diesem Band werden acht Märchen vorgestellt:

  • Das hässliche Entlein
  • Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
  • Däumelinchen
  • Der Schweinehirt
  • Der standhafte Zinnsoldat
  • Des Kaisers neue Kleider
  • Die kleine Meerjungfrau
  • Die Prinzessin auf der Erbse

Die Kenntnis der Märchen ist allgemeines Bildungsgut. Mein Lieblingsmärchenbuch in der Kindheit war tatsächlich eine Sammlung des bekanntesten Dichters und Schriftstellers Dänemarks. Auch wenn die Hausmärchen der Brüder Grimm natürlich auch hoch und runter gelesen wurden.

Besonders gut gefallen mir hier die einleitenden Deckblätter zu den Märchen. Diese sind eine wundervolle Einstimmung auf die kommenden Leseminuten und das kognitive Abtauchen in die Geschichte. Diese können zum Zweck der Zusammenfassung genutzt werden oder aufgrund des hohen Aufforderungscharakters einfach als spontaner Erzählanlass zum Einsatz kommen.

Blick ins Buch

Fazit

Reduzierte und ausdrucksstarke Illustrationen für junge Kinder

(Amazon-Link)

David Litchfield – Der gute Riese

Billy und sein Opa verschönern mit all den anderen Dorfbewohnern die Stadtmauer von Ziegelhausen. Lediglich das obere Stück bleibt unbemalt, weil keiner so groß ist und bis nach ganz oben reicht. Da erzählt Opa Billy die Geschichten vom guten Riesen. Er berichtet von all den guten Taten des Gutherzigen und wie er ihnen stets helfend zur Seite stand. Billy jedoch zweifelt an seiner Existenz, schließlich hat er ihn noch nie gesehen.

Dabei gibt Opa zu bedenken, dass der gute Riese sich nur ungerne zeigen würde, weil dann alle schreiend davon laufen. Eines Tages darf sich Billy selbst davon überzeugen und erkennt, dass man vor dem Unbekannten oder der Andersartigkeit keine Angst zu haben braucht.

Rezension

Dieses Bilderbuch strahlt eine wahnsinnige Wärme aus. Es ist natürlich in erster Linie den leuchtenden Illustrationen geschuldet, die eine heimelige Atmosphäre schaffen. Der Zauber spiegelt sich in der Farbgebung, der Komposition und dem außergewöhnlichen Lichtspiel wieder.

Diese Behaglichkeit wird auch inhaltlich aufgegriffen. Menschen reagieren auf Andersartigkeit mit Unsicherheit und Distanz. Sie bauen eine innerliche Mauer und schauen oder laufen eben weg. Dieses Bilderbuch zeigt, dass andere zu sehen, mit dem Herzen wahrzunehmen, eine Kunst ist. Als Dank erwartet einen Großes. Hier ist es Freundschaft oder eben Unterstützung innerhalb einer Gemeinschaft. Es ist ein Geschenk anders zu sein. Und wenn man den Mut hat genau hinzuschauen und das Herz zu öffnen, eröffnen sich für alle ganz viele Chancen, aus denen nur profitiert werden kann.

Blick ins Buch

Fazit

Für mehr Achtsamkeit, Nächstenliebe und Offenheit für Andersartigkeit!

 

Johanna Lindemann und Astrid Henn – Die Prinzessin von Bestimm

Die Prinzessin von Bestimm hat ihren eigenen Kopf und entscheidet selbst wann sie ins Bett geht, ob sie Zähne putzt, was es zu essen gibt. Wenn sie ihren Willen nicht bekommt, hält sie solange die Luft an bis sie rot anläuft und brüllt anschließend darauf los. So kommt es, dass alle nach ihrer Pfeife tanzen. Den Pferden werden von Dienern Hörner angebunden, weil die Prinzessin eben Einhörner mag. Am Geburtstag mussten alle Kinder ins Königreich kommen und das tun, was der Prinzessin einfiel. So lief es tagein und tagaus.

Irgendwann stellt die Prinzessin fest, dass Langeweile einkehrt. Schließlich lässt sich alles vorhersagen. Es fehlt die Überraschung und so zieht sie sich in die Natur zurück. Beim Überqueren eines Flusses, trifft sie auf einem Baumstamm Polly, die ihr partout nicht den Weg frei machen will. Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Schließlich haben andere auch gute Ideen, sofern man ihnen den Raum zur Entfaltung gibt.

Rezension

Alle Kinder durchleben eine Phase, die ihnen erlaubt zu entdecken, dass jeder einen eigenen Willen hat. Die egozentrische Sichtweise weicht irgendwann der Erkenntnis, dass sie nicht im Zentrum der Welt stehen und jeder Mensch Bedürfnisse hat. Den Blickwinkel des anderen einzunehmen und die Fähigkeit die eigene, aktuelle Sichtweise als eine von mehreren Möglichkeiten zu begreifen, stellt sich als Lernprozess heraus.

Kinder, die gerne bestimmen wird jeder Pädagoge kennen. Vor allem die daraus resultierenden Streitigkeiten sind uns gut bekannt. Dieses Bilderbuch hält genau diesen Kindern, aber auch die unter solchen Leiden einen Spiegel vor. Einige Eltern sollten dieses Bilderbuch ebenfalls sorgfältig lesen, natürlich mit einem Augenzwinkern versehen.

Auf sehr amüsante Weise zeigt uns Johanna Lindemann, dass dieses Verhalten keinen Beteiligen auf Dauer glücklich macht. Die Autorin gesteht der Protagonisten den Raum zu als Dickkopf selbst zu der Erkenntnis zu kommen, dass das Bestimmen auch Nachteile mit sich bringt. Außerdem bleiben einem Türen verschlossen, die einen davon abhalten aus dem Ideenreichtum der anderen zu schöpfen.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Bilderbuch für Bestimmer, Dickköpfe und Egozentriker.

(Amazon-Link)

Meg McKinlay und Leila Rudge – Kleines Nashorn, wo fährst du hin?

Ein kleines Nashorn wollte die weite Welt sehen und tat etwas, was Nashörner gewöhnlich nicht tun. Es fing an zu träumen. Der Wunsch, einmal die Welt sehen, riechen und schmecken zu können wuchs und so baute es schließlich ein Boot.

Unterwegs probierte es von dem salzigen Meerwasser, beobachtete die Fische, bestaunte den Sternenhimmel und segelte bis in die tiefsten Länder und noch weiter. Als es alles gesehen hatte, segelte es wieder zurück und erzählte begeistert von seinen Erlebnissen, die auch unheimlich waren und Gefahren in sich bargen. Und doch war die Reise wunderbar und jede Erfahrung wert.

Rezension

Dieses Bilderbuch handelt vom Leben, schlichtweg vom Wagemut sich auf die Abenteuer des Lebens einzulassen und es voll und ganz in sich aufzunehmen. Das Nashorn verlässt die gewohnte Umgebung und traut sich aus seiner Komfortzone hinaus. Es verirrt sich, trifft auf Unerwartetes, durchlebt Schwierigkeiten und lernt dazu. Es wächst mit jeder Herausforderung und lernt seine Umwelt intensiver wahrzunehmen und wertzuschätzen. Reich an neuen Erkenntnissen kehrt es zurück. Es hat seinen Horizont erweitert, während die anderen Nashörner den Erzählungen nur halbherzig lauschen.

Die Begeisterung kann einzig und allein ein sehr junges Nashorn teilen. Es hat eine Kamera um den Hals hängen und steckt sein Horn ganz nach oben in die Luft. Es lässt sich anstecken und das Träumen beginnt. Dieses Bilderbuch ist für alle mutigen Menschen dieser Welt, die sich auf einer Reise befinden. Es greift emotional an den Wurzeln des menschlichen Daseins. Inhaltlich ruft es unbeirrt und sehnsuchtsvoll: „Öffnet die Tore und geht hinaus! Fallt hin und steht wieder auf! Das ist Leben in all seinen Facetten!“

„Kleines Nashorn, wo fährst du hin?“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch für den Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Es nimmt die Angst vor dem Neuen. Es zeigt all die wunderbaren Möglichkeiten auf, die auf uns außerhalb des Gewohnten warten. Auch Erwachsenen, die Veränderungen im Leben durchleben, kann die Botschaft dieses Bilderbuchs viel Trost spenden und sie im Wachsen bestärken.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Bilderbuch über den Aufbruch, Wagemut und die Abenteuer des Lebens

(Amazon-Link)

Oliver Jeffers – Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde

Rezension

Alexander Gerst gelang es mit der Weltraum-Mission ein neues Bewusstsein für den Kosmos zu wecken. Die Faszination der Raumfahrt und damit einhergehend auch das Bewusstsein zur Verletzlichkeit unseres Planeten rückte in den letzten Monaten in den Vordergrund, auch bei vielen Kindern.

Diese Begeisterung kann in diesem wirklich fulminanten Bilderbuch von Oliver Jeffers ihren Ankerpunkt finden. Nach der Darstellung des Sonnensystems, wird die Erde etwas genauer vorgestellt. Der Wasserkreislauf ist eines meiner Lieblingsseiten, weil es viele sachunterrichtliche Aspekte sehr kindgerecht aufgreift. Zunächst geht es um das „Land“, was schon recht gut erforscht ist und die Vielfalt der unterschiedlichen Tiere. Der Mensch wird als eine besondere Spezies vorgestellt, der Körper kurz skizziert und die Andersartigkeit zur Schau gestellt. Auf einer Doppelseite kann man sich von Menschen in allen Formen, Größen und Farben beeindrucken lassen.

Eigentlich hat der Autor dieses Buch für seinen Sohn geschrieben und alles hineingepackt, was ein Neuankömmling auf dieser Welt wissen muss. So überrascht es nicht, dass es viele philosophische Ansätze enthält. Überall schwingt eine gewisse Doppeldeutigkeit mit. Während der Polarstern den Norden als Himmelsrichtung weist, wird der zweideutige Hinweis noch beigefügt: „Wie du den Weg findest, wenn du dich verirrt hast“. Es geht um Lebensweisheiten. Es geht um tiefergehende Wegweiser.

Der wohl rührendste und heutzutage sehr aktuelle Aspekt ist die Verbildlichung der „Zeit“, die sich manchmal dehnend und manchmal fliegend anfühlt. Es geht um Vergänglichkeit. Ein Vater, der seinem Sohn die Sorgfalt im Umgang mit der Erde näher bringen möchte und darauf hinweist, dass es wichtig ist zu fragen. Auch wenn er selbst nicht mehr auf der Erde weilt, so gibt es andere Menschen, die die nächste Generation fragen sollte. Es ist ein Werk als Ausdruck der Liebe an die Menschheit und die Erde. Einfach famos!

Nutze deine Zeit gut, denn sie verrint schnell.

 

Blick ins Buch

Fazit

Fulminante Bilder – famose Botschaft!

(Amazon-Link)