Steve Smallman – Ein Zebra als Ehrengast

Zebra erhält von seiner Königlichen Hoheit eine schmeichelnde Einladung als Ehrengast zum Festmahl. Während Zebra ganz aus dem Häuschen ist, wird sein Freund Elefant skeptisch und vermutet, dass hinter der Einladung eine böse List steckt. Er versucht das Zebra mit jeglichen Ablenkungen von der Feier fernzuhalten. Das Zebra unterstellt dem Freund allerdings Neid und Missgunst. Wer erweist sich als klüger?

Das Thema „Freundschaft“ spielt in diesem Bilderbuch voller großformatiger, farbenfroher Illustrationen eine große Rolle. Es geht um Konkurrenzdenken, Intelligenz, Überheblichkeit, Neid, Gemeinheiten aber auch um Fürsorge und Hilfsbereitschaft. Es sind Themenbereiche aus der kindlichen Lebenswelt.

Pädagogisch wertvoll ist der Ausgang der Geschichte. Hier zeigt das Tier Mut und bedankt sich für die Hilfe und entschuldigt sich auch für sein Fehlverhalten. Es benennt genau, wofür es sich entschuldigt. Das ist oft ein weiterer Schritt in der Konfliktlösung, der vielen Kindern schwer fällt.

Am Ende des Bilderbuchs wurde die Seite „Nächste Schritte“ mit Vorschlägen für die Arbeit mit Kindern angeschlossen. Hier gibt es sämtliche Anregungen wie die Weiterarbeit mit dem Bilderbuch aussehen kann. Kinder werden zum Nachdenken angeregt, dürfen sich in die Gefühlslage der Beteiligten hineinversetzen. Konkrete Fragen sollen die Merkfähigkeit der Kinder fördern. Hier wird nach bestimmten Begrifflichkeiten gefragt und vor allem nach dem „Warum?“. Die Kinder erhalten die Gelegenheit sich eine Meinung zu bilden und diese auch zu begründen.

Eine Botschaft – zwei Interpretationen: Die Fähigkeit zwischen den Zeilen zu lesen

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Bo-hyeon Seo und Jeong-hyeon Sohn – Das Geheimnis des Mondes

Das Geheimnis des Mondes

Eines späten Abends besingt die kleine Eule den tellerrunden Mond. Als der Fuchs das Ständchen hört, kommt er aus seinem Bau gekrochen und bekundet, dass der Mond doch wie ein etwas ausgelassener Ball aussieht. Diese Erkenntnis unterstützt er mit einer wichtigtuerischen Geste. Das Wildschwein meint jedoch es noch besser zu wissen und verrät, dass der Mond die Form einer geviertelten Melone hat. Der Bär aus dem Dickicht glaubt seinen Ohren nicht und trommelt rechthaberisch, während er behauptet, dass der Mond wie ein gebogenes schmales Blatt aussieht. Das habe er unlängst gesehen!

Die kleine Eule ist verwirrt. Alle Tiere bleiben bei ihrer Meinung und so entfacht ein Wortgefecht. Da kommt der Storch angeflogen und erzählt, dass er den Mond in all den geschilderten Formen schon einmal gesehen hat. Und so beschließen sie die Nacht über wach zu bleiben, um sich selbst ein Bild davon zu machen.

Die Wandlungsfähigkeit des Mondes steht im Fokus dieses Sachbilderbuchs. Aber auch das Thema Rechthaberei und „Richtig-oder-falsch“ sind amüsante Ergänzungen, die die Geschichte lesenswert machen. Als Auflösung hätte ich mir jedoch aus pädagogischer Sicht eine andere Aufklärung gewünscht. Statt den Mond als allwissendes Wesen auftreten zu lassen, das die Tiere trichterförmig belehrt, hätte ich mir persönlich gewünscht, dass die Tiere durch ihre Beobachtungsgabe und eine evtl. Aufteilung der Nachtdienste mithilfe einer Liste auf die Lösung kommen. Hier wäre der Fokus auf entdeckendes Lernen sehr spannend gewesen und würde die Natur des kindlichen Lernens unterstützen.

Im hinteren Teil des Buches wurden wissenschaftliche Erkenntnisse zu den verschiedenen Gestalten des Mondes zusammengefasst: „Vollmond“, „Neumond“ und „zunehmendem bzw. abnehmendem Halbmond“. Mithilfe von Abbildungen wird versucht diese Verwandlung kindgerecht zu verdeutlichen. Ferner wurden vier Kinderfragen inkludiert und ausführlich beantwortet. Hier geht es unter anderem um die Frage warum der Mond tagsüber nicht sichtbar ist oder so gefleckt aussieht.

Das Geheimnis des Mondes

Der Mond in seinen verschiedenen Gestalten.

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Antony Penrose – Als Miró die Tiere neu erfand

Als Miró die Tiere neu erfand - Kunst Grundschule

Die Eltern des Autors waren mit dem Künstler Joan Miró befreundet. Oft verbrachte er einige Tage auf dem Hof seiner Freunde, wo ihn der kleine Tony kennen lernte. Der bekannte Künstler wird in diesem Sachbuch „Als Miró die Tiere neu erfand“ aus der Sicht des kleinen Jungen beschrieben. So ist ein ungewöhnliches Porträt entstanden, mit privaten Einblicken von intimen Momenten. Fotografien aus dem Familienalbum zeigen den bekannten Künstler in entspannten Momenten unter Freunden. Der Eintrag im Gästebuch ist unverkennbar Mirós Handschrift.

Dem Jungen fiel schon bald auf, dass Miró seine Umwelt ganz genau beobachtete, vor allem die Tiere auf dem Hof. Auch Zoobesuche unternahmen die befreundeten Familien, wo Miró sich ebenfalls inspirieren ließ. Hier und da finden sich miró-ähnliche Tiere, gemalt von Kindern, im Buch wider. Mal ist eine Bleistiftskizze, mal ein doppelseitiges Gemälde. Die Kinderkunst wird mit den Werken des großen Künstlers gleich gestellt. Gleichzeitig betont Tony, dass Miró stets die Augen offen hielt und mit der Neugierde und Unverfänglichkeit eines Kindes malte.

Joan Miró Surrealismus

Intime Einblicke in das Privatleben eines Künstlers.

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Anne-Sophie Baumann und Didier Balicevic – Mein großes Buch der Fahrzeuge

Mein großes Buch der Fahrzeuge

Das überdimensionale Pappbilderbuch richtet sich an alle Transportmittel-Begeisterte und animiert zum Schieben, Klappen und Drehen. Dabei werden Fahrzeuge, die als Abriss- und Baumaschinen genutzt werden oder auch ihren Einsatz in der Landwirtschaft finden, abgebildet. Vielfältige Fahrzeuge finden sich auch in der Stadtreinigung wieder. Wer hätte gedacht, dass es so etwas wie einen „Roller zur Entsorgung von Hundekot“ gibt?

Neben den Fahrzeugen wird stets die jeweilige Bezeichnung abgebildet, sodass der Wortschatz sehr differenziert erweitert wird. Dabei ist es mithilfe der Klappen auch ganz spannend zu sehen, wie z.B. ein Mähdrescher von innen aussieht. Hier werden Einblicke gewährt, die einem sonst verwehrt bleiben. Den Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr wird eine Doppelseite gewidmet, genauso wie Transportmitteln für den Seeweg, die Luft und sogar den Weltraum. Hier gibt es viel zu entdecken und zu erleben.

Im Sachunterricht kann das Pappbilderbuch z.B. als Nachschlagewerk zum Thema „Fahrzeuge mit Antrieb“ dienen. Der Friedrich Verlag bietet dazu einen spannenden Auszug mit genauer Anleitung an: „Mein Fahrzeug fährt am besten!“ Im Kunstunterricht können die Fahrzeuge entsprechend kreativ ausgestaltet werden. Auch hier kann das Buch als Inspirationsquelle genutzt werden.

Mein großes Buch der Fahrzeuge

Die Vielfalt der Fahrzeuge auf einen Blick.

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Caroline Nastro und Vanya Nastanlieva – Der kleine Bär möchte schlafen

Der kleine Bär möchte schlafen

Das kleine Bärenkind kann in diesem Winter einfach nicht schlafen. Also kriecht es aus der Höhle und tapst hinaus aus dem Wald in die große Stadt, die niemals schläft. In New York besucht der kleine Bär die berühmte Freiheitsstatue und schaut sich im Metropolitan Museum die Bilder von Jackson Pollock an. Nach und nach beginnt das Tier müde zu werden und versucht einen Schlafplatz im Naturhistorischen Museum zu finden. Doch ein Wächter betont, dass der Bär hier nicht bleiben kann. Auch aus dem Central Park wird er fortgescheucht. Irgendwann tapst der Bär zurück zu seiner Höhle und findet seinen tiefen Schlaf – im Hintergrund nur die leisen Geräusche des Winters.

Dieses Bilderbuch rund um einen Bären, der statt Winterschlaf zu halten, lieber die turbulente Stadt NY erkundet, lebt von den wunderbaren Bildern der bulgarischen Illustratorin. Sie schafft es eine wundervolle Winterlandschaft zu zaubern. Beim letzten Bild, wo der Bär mit seiner Freiheitsstatue ähnelnden Kopfbedeckung einschläft, hört man regelrecht „die leisen Geräusche des Winters“. Die Schneeflocken sausen durch die Luft und der Wind treibt sie liebevoll voran.  Hier wird eine Stimmung kreiert, die dazu einlädt es sich im warmen Zuhause gemütlich zu machen und das Schneegestöber aus dem Fenster zu beobachten.

Die Autorin offenbart ihre Liebe zur Großstadt New York und lässt den kleinen Bären all die berühmten Sehenswürdigkeiten hautnah erleben. Dabei ist der kleine Bär nie allein. Begleitet wird er auf jedem Bild von einem kleinen Vogel, der über ihn wacht. Auch sein gestreiftes Kissen hat das Tier jederzeit dabei.

Es lassen sich thematische Anker rund um „Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre“ setzen. Auch das Kunstwerk von Jackson Pollock ist es wert genauer einen Blick auf seinen Stil zu werfen.

Der kleine Bär möchte schlafen

Eine Hommage an die Großstadt New York mit zauberhaften Bildern vom winterumhüllten Wald.

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Drew Daywalt und Oliver Jeffers – Der Streik der Farben

Der Streik der Farben

Duncan findet in seiner Schublade einen Stapel Briefe. Seine Farbstifte wenden sich an den Jungen und schildern in Briefform ihren Einsatz. Der rote Stift erkundigt sich nach einer Pause und fühlt sich regelrecht überarbeitet, denn er muss sogar an Feiertagen arbeiten und all die Nokoläuse und Valentinsherzchen ausmalen.  Der ordnungsliebende Lieblingsfarbstift für Trauben und Zauberhüte beklagt sich darüber, dass zu viel Farbe für die Flächen außerhalb der eigentlichen Zeichnung verschwendet werden. Er bittet Duncan doch bitte innerhalb der Linien zu malen.

Die Beschwerdebriefe nehmen ihren Lauf. Und in jedem steckt eine große Prise Humor. Lediglich die Farbe grün tanzt aus der Reihe und schreibt einen glücklichen Brief und bedankt sich höflich für den fleißigen Einsatz. Natürlich möchte Duncan, dass alle seine Farbstifte glücklich sind und überlegt sich eine Lösung, für die ihm seine Lehrerin einen goldenen Stern für Kreativität verleiht.

Bei diesem Bilderbuch lacht das Lehrerherz doppelt. Zum einen wird die Briefform mit unterschiedlichen Anrede- und Schlussformen thematisiert. Hier könnten die Kinder im Deutschunterricht auf Entdeckungsreise gehen und in den insgesamt 12 Briefen stöbern und die verschiedenen Elemente heraussuchen. Daran anschließend wäre es denkbar den Perspektivwechsel im Briefeschreiben zu üben, indem Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit bekommen sich in eine Farbe hineinzuversetzen und ebenfalls einen (Beschwerde-) Brief zu schreiben. Hierbei sollte das Bilderbuch nicht zu Ende gelesen werden, damit eigene Ideen integriert werden können.

Zum anderen steht der Einsatz der Farbenlehre und einige  Anwendungstechniken der Farbstifte im Vordergrund, was wunderbar im Kunstunterrricht integriert werden kann. Dem fächerübergreifenden Einsatz steht somit nichts mehr im Wege. Jüngere Kinder könnten der Geschichte entnehmen welche Gegenstände mit welcher Farbe angemalt werden. Ein witziger Diskussionspunkt ist das Streitthema von Gelb und Orange: Welche Farbe hat nun die Sonne? Ältere Kinder orientieren sich an den Techniken des flächendeckenden Ausmalens (Lila), dem sorgsamen Umgang (Rosa) oder der Anwendung der Umrandungslinien (Schwarz). Dieses Bilderbuch bietet sehr viel!

Die äußerliche Gestaltung darf auch nicht unerwähnt bleiben. Oliver Jeffers ist ein Meister und zeigt auch hier sein Können. Die Illustrationen sind zum Verlieben und sehr kindgerecht gestaltet. Die letzte Seite wird den Kindern sicherlich ein „Oh, wie schön!“ entlocken. Auch die Texte sind mit einem Schmunzeln zu betrachten und decken viel Wahres auf. Mein Lieblingsbrief ist der von der Farbe Beige und die Zeichnung dazu einfach genial.

Der Streik der Farben

Ein neues Herzensbuch für den Kunstunterricht.

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Brüder Grimm und Bernadette – Frau Holle

Bernadette - Frau Holle

Eine alte Witwe hat zwei Töchter. Die eine ist fleißig und schön, die andere jedoch hässlich und faul. Die Fleißige fällt eines Tages während des Spinnens in den Brunnen und landet in einer wundersamen Welt, wo Apfelbäume sprechen und Öfen nach Hilfe rufen. In einem kleinen Haus wohnt eine alte Frau mit großen Zähnen. Sie bietet dem Mädchen an bei ihr zu arbeiten und die Betten ordentlich aufzuschütteln, dass die Federn fliegen. Die Federn sind eigentlich zauberhafte Schneeflocken und lassen es auf der Erde schneien…

Als Kind war „Frau Holle“ mein Lieblingsmärchen. Durch einen Brunnen in eine zauberhafte Welt zu gelangen, schien ein tolles Erlebnis. Auch der Vergleich der Federn mit Schneeflocken machte einen wahrhaftig märchenhaften Eindruck. Die Gegenüberstellung von Fleiß und Faulheit und der damit verbundenen Belohnung in Form von einem gewaltigen Goldregen oder eben Pech ist durchaus ein Ansporn und eine gelungene Lehre für Kinder.

Bernadette entführt die Leser mit ihren nostalgisch angehauchten Zeichnungen in diese weit entfernte Fantasiewelt. Neben dem Wiesenbild voller farbenfroher Blumen und Pflanzen, ist die verschneite Landschaft ein sehr gelungenes Beispiel für einrahmungswürdige Illustrationen. Es lädt ein zum Träumen, zum Innehalten und Genießen. Mit einer kleinen Kerze und einer warmen Decke ist es besser als jeder Kinderfilm. Lediglich das Hörbuch aus „Frühling, Sommer, Herbst und Winter„, das sich wortwörtlich an diesem Text orientiert, ist eine gleichwertig gelungene Ergänzung.

Bernadette - Frau Holle

Warme Farben, hingebungsvolle Zeichnungen: Mit diesem Bilderbuch kann die Winterzeit kommen!

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