Hans Baltzer und Christa Holtei – Die Wiese: Ein Zoom-Bilderbuch

Rezension

Von oben betrachtet sieht die Wiese wie ein Flickenteppich aus. Der Storch breitet seine Flügel aus und nimmt uns mit auf Weiden und Felder. Der Lebensraum „Wiese“ wird als Vogelparadies vorgestellt, mitsamt all seiner gefiederten Bewohner. In Steckbriefen werden einige Vogelarten kurz und prägnant präsentiert.

Wir nähern unseren wachen Blick Richtung Bäume, Sträucher und Gräser und dürfen entdecken wie wichtig Windstöße für viele Pflanzen und deren Samen sind. Im Schutz der Gräser verstecken sich viele andere Tiere, wie z.B. Igel, Eichhörnchen und Feldhasen. Anschließend taucht der Leser gänzlich ein und fokussiert die Aufmerksamkeit auf Insekten und Spinnen, lernt Zikaden kennen, Tagfalter und Blattläuse. Dann geht es sogar unter die Erde, da wo Ameisen und Regenwürmer leben und wertvolle Arbeit Tag für Tag verrichten.

Das Zoom-Bilderbuch nimmt die Betrachter von ganz weit weg bis mittendrin mit und verdeutlicht somit, dass alles zusammen hängt. Es ist ein großes Ganzes. Unsere Umwelt geht Hand in Hand mit Tieren, Pflanzen und dem Wetter. Das eine bedingt das andere. Das Leben in unserem Kosmos ist ein Phänomen.

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Fazit

Vernetzung des Wissens zum Thema Tier- und Pflanzenwelt aus einer Zoom-Perspektive.

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Barbara Peters – Drachen machen Krach

Drachen machen Krach
Rezension

Der kleine Drachensohn Michi lebt mit Drachen zusammen, die Krach lieben. Besonders der Nachtwächterdrache nimmt seine Aufgabe ernst, sodass Michi sich gezwungen sieht, sich alte Socken in die Ohren zu stopfen.

Während morgens der Nachtwächterdrache schläft, erfreut sich der Drachenjunge der Ruhe. Leider hält diese nicht lange an, denn seine Eltern lieben ebenfalls Krach. Da bittet Michi einfach um Stille, denn vom Lärm bekommt er Ohrensausen, Kopfweh und Feuerstau. Da staunen seine Eltern und machen sich ernsthafte Sorgen. Der Drachendoktor stellt schließlich fest, dass er eine „Krach-Allergie“ hat und verschreibt ihm… natürlich absolute Ruhe!

Barbara Peters macht lärmmachende und feuerspeiende Drachen zu Protagonisten in diesem Bilderbuch und zeigt, dass Krach ein Zeichen von Gesundheit ist. Doch nicht alle Drachen und natürlich auch nicht alle Menschen können Krach, Lärm und andere störende und durchdringende Geräusche gleich gut aushalten.  Die kriegen von zu viel Lautstärke Feuerstau oder eben Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder Bauchweh. Diese Geschichte sensibilisiert für Rücksichtnahme und Andersartigkeit. Der klare Fall von „Krach-Allergie“ kann nach der gemeinsamen Lektüre zum geflügelten Wort werden. Alle Menschen, die mit einer Schar von Kindern in Einrichtungen arbeiten, werden diese Art der Empfindlichkeit sicherlich kennen. Hier lohnt es sich kreativ zu werden. Während Michi sich an einer individuellen „Drachenkrachmütze“ erfreut, können empfindlichen Kindern die sogenannten „Lauschis“ vorgestellt werden.

Blick ins BuchDrachen machen Krach - Barbara PetersFazit

Sensibles Thema – rücksichtsvoll gelöst 

Drachen machen Krach
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Harmen van Straaten – Joris puzzelt einen Dino

Joris ist ein kleiner Schlaumeier, Besserwisser und Alleskönner. Aus jedem Wettkampf geht er als Sieger hervor. Auf jede Frage hat er die richtige Antwort und löst jedes knifflige Rätsel. Er ist ein Meister, ein Held, eine Pracht!

Als Experte in jeglichem Bereich, kennt er sich natürlich auch mit Dinosauriern gut aus. Im Klassenraum glänzt er erneut mit seinem Wissen und freut sich schon sehr auf den Museumsbesuch. Bewaffnet mit Zollstock und Schreibzeug, versteckt er sich heimlich im Museum und wird im Eifer des Gefechts von einem Kater überrascht. Da er zwei Dinge nicht auf einmal kann, landet er unglücklich auf den Saurierknochen.

Ein Meister jedoch kennt keinen Verdruss
und weiß auch sofort, was getan werden muss.
Der riesige Haufen macht Joris nicht bange,
viel Arbeit für ihn, doch er trödelt nicht lange.

Die Klasse erblickt also ein wahres Wunder und staunt nicht schlecht über den „mächtigen Haufen“. Die Lehrerin fasst die Quintissenz dann schließlich zusammen: „Ein wahrer Meister ist man dann, gibt man zu, was man nicht kann!“

Rezension

Harmen van Straaten spricht eine Thematik an, die recht selten in der Kinderliteratur Beachtung findet. Es handelt von Überfliegern und der Kunst sich Fehler und Unvollkommenheiten einzugestehen. Immer mehr Kinder werden so erzogen, dass sie ein hohes Maß an Selbstbewusstsein mitbringen. Da der Zugang zu Wissen so einfach wie noch nie ist, verbringen ambinionierte Eltern viel Zeit damit ihre Nachkömmlinge entsprechend auf die Schule vorzubereiten.

Im Grundschulalltag erlebe ich immer mehr Kinder, die eine geringe Frustrationstoleranz mitbringen. Schließlich gelang ihnen bisher doch alles. Dieses Bilderbuch zeigt, dass es in Ordnung ist nicht alles gleich zu können. Vielmehr ist es eine Stärke sich einzugestehen, dass man nicht in allen Bereichen der Alleskönner sein muss und vor allem auch kann.

Die Reime sind zugegeben recht holprig, was eventuell der Übersetzung aus dem Niederländischen geschuldet ist. Die Illustrationen dagegen sprühen vor Lebendigkeit und sind einfach hinreißend. Den sympathischen Streber umgibt ein gewisses schelmenhaftes Auftreten, sodass man ihm die Wichtigtuerei gar nicht übel nehmen kann.

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Fazit

Wer kann schon alles? Richtig! Keiner!

Joris puzzelt einen Dino
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Bette Westera und Sylvia Weve – JAWLENSKY: Mit ihren Augen

Rezension

„Guck mal“, ruft er seiner Mutter hinter den Sternen zu.

Der Junge, von dem dieses Buch handelt, ist nicht der russisch-deutsche Maler Alexej von Jawlensky. Es orientiert sich an seiner Kunstbetrachtung und dem Bemühen die Wirklichkeit durch seine Augen zu betrachten. Schließlich versuchte er, das Unsichtbare sichtbar zu machen und einen die Welt mit anderen Augen sehen zu lassen. So sind in seinen Porträts auch die Augen so besonders auffällig und ausdruckstark.

Der Protagonist verarbeitet den frühen Tod seiner Mutter und nutzt das Malen, um sich den Umgang damit zu erleichtern und vor allem um sich die geschehenen Ereignisse und deren Wirkung zu erklären. Wiederholt spricht er im Verlauf des Buches zu ihr und zeigt ihr seine Kunst. In seiner Fantasie lebt sie hinter den Sternen. Begeistert malt er Bilder und stellt fest, dass sie viel größer sein müssten, damit man sie vom Himmel erkennen kann. Er begibt sich daraufhin auf ein Feld und hinterlässt auf dem Jauchewagen mithilfe eines Bauern Spuren. Als das auch nicht groß genug ist, bemalt er mit einem Eimer voll Farbe den Flugplatz.

In dieser Nacht dauert es lange, bis der Junge einschläft.
(…)
Vielleicht sind Sterne ja Löcher in der Nacht, denkt er.
Kleine Löcher, durch die man alles auf der Erde sehen kann, egal wie groß oder klein es ist.

Am nächsten Morgen malt er ein Selbstbildnis, hält es sich vor das Gesicht, macht das Fenster auf und ruft „Guck mal! Das bin ich. Schön, nicht?“ Dieses Bilderbuch skizziert einen Selbstfindungsprozess und zeigt, dass Kunst dabei einen großen und wertvollen Beitrag zu leisten kann. Manchmal ist es eben einfach die Perspektive, die man wechseln sollte.

 

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Jawlensky: Mit ihren Augen Bette Westera

 

 

Das Selbstbildnis des Protagonisten kann als Aufhänger genommen werden, um Kinder sich selbst „sehen“ zu lassen. Mithilfe eines kleinen Spiegels, sollte ausreichend Zeit eingeräumt werden, um sich die eigenen Augen, die Nase und andere markante Merkmale genau zu betrachten. Da Jawlenskys Stil recht farbenfroh, lebendig und expressiv ist, werden sich auch schon jüngere Kinder trauen mit den Farben zu experimentieren. Eine Skizze könnte bei der Gestaltung, auch in Bezug auf die Proportionen, hilfreich sein.

Fazit

Ein künstlerisches Bilderbuch mit einer tiefgreifenden Botschaft.

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Soheyla Sadr – Anne und Pfirsich: Mit dem Leben tanzen

Rezension

Was ist die Wolke nach dem Regen?

Soheyla Sadr preist in diesem hauchzarten Bilderbuch das Leben als das wertvollste und kostbarste Geschenk des Menschen an. Das ist der Augenblick, das Jetzt, die Gegenwart, die uns die Hand reicht und mit uns tanzen möchte. Zu oft sind wir mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt.

Tanzen können wir nur im Jetzt!

Anne weiß, dass ihre Oma bald sterben wird und wünscht sich nichts sehnlicher, als das alles so bleibt wie es ist. Ihre Oma gibt zu, dass sie zwar auch Angst hat, sich aber entschieden hat ins Helle zu schauen. Jeder Mensch hat die Wahl, ob er traurig stirbt oder voller Dankbarkeit und Vertrauen.

Lass sie da sein, deine Fragen, deine Angst, deine Traurigkeit – damit sie atmen können.

Dieses Bilderbuch geht unter die Haut, denn es ist so real, so lebendig und voller Bewegung, obwohl es thematisch auf den ersten Augenblick nicht den Anschein macht. Die philosophischen Gedankenanstöße sind mutmachend. Wir sind alle sterbliche Wesen und die Auseinandersetzung mit dem Tod sollten wir nicht scheuen. Die Worte der Autorin sind so akzeptierend und lebensbejahend, dass man mit dem Blatt im Wind mittanzen möchte. Das Jetzt ist alles was wir haben! Wir sollten es aufsaugen, genießen und eben leben – in vollen Zügen.

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Fazit

Wir sollten atmen und mit dem Leben tanzen!

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Mary Hoffman und Ros Asquith – DU und ICH sind WIR

Rezension

„Das große Buch der Freundschaft“ heißt der Untertitel und zeigt auf pointierte und lehrreiche Weise alle möglichen Facetten der auf gegenseitiger Zuneigung beruhender Verhältnisse. Jede Doppelseite thematisiert ein Aspekt und steht für sich inhaltlich abgeschlossen.

Nach der Definition von einem Freund und dem Blick auf die unterschiedlichen Sichtweisen zur Freundschaft, geht es darum wie man Freunde findet, was „beste Freunde“ ausmacht und ob es möglich ist eine Gruppe von Freunden zu haben. Auch wenn es aus der Erwachsenensicht vielleicht banal sein kann, ist es sehr erfreulich, dass die Autorin hier wirklich sehr kleinschrittig vorgeht und Aspekte aus dem Bereich „Toleranz“ einfließen lässt. Es geht um das Teilen, Verschieden sein und Akzeptanz. Digitale Freunde finden hier ebenfalls ihren Platz, genauso wie Fantasiefreunde, Tierfreunde oder auch eine Freundschaft zu Dingen, z.B. in Form von Kuscheltieren.

Zur Freundschaft gehört es auch mal dazu sich zu verkrachen und dann wieder zu vertragen oder eben Freunde auch zu verlieren, sei es wegen Umzug oder weil man sich nach dem Schulwechsel aus den Augen verliert. Die Texte sind prägnant, kurz, integrieren öfter auch einfach nur Fragen, die zum Reflektieren anregen. Die Illustrationen zeigen unterschiedliche Szenen und verdeutlichen so die Bandbreite und die Vielfalt der menschlichen Verbindungen. Hier wird ein ein essenzieller Bezug im menschlichen Leben zur Gemeinschaft gekonnt skizziert. Wir brauchen sie und sie brauchen uns. Man darf sich reich schätzen, wenn man sie hat. Dabei ist es egal, ob es viele sind oder nur wenige und dafür richtig gute. Das Wir-Gefühl ist einfach toll!

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Fazit

Annährung an das Wir-Gefühl und wie es verstanden und gestärkt werden kann

 

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Tereza Vostradovská – Komm mit raus, Entdeckermaus!

Rezension

„Komm mit raus, Entdeckermaus!“ ist ein Sachbilderbuch mit einem Rundumschlag zum Thema „Wunder der Natur“, insbesondere des Lebens im Wald. Die kleine Maus sitzt eines Tages in ihrer Höhle und liest über spannende Entdeckungen, als dann Wurzeln in ihren Bau wachsen. Dem geht sie auf die Spur und beginnt die Natur rund um ihren Mausbau zu erkunden. Sie lernt die Pflanzen und die Tiere des Waldes, am Teich und im Garten kennen, erforscht und schreibt schließlich selbst ein Buch.

Das Sachbilderbuch greift viele Naturphänomene auf und veranschaulicht kindgerecht die Nahrungskette in der Natur, erläutert das Anlegen eines Herbariums, nimmt die wertvolle Arbeit der Ameisen unter die Lupe. Die Leser werden somit auf eine aufregende und lehrreiche Reise genommen. Die Mischung aus Bilderbuch und Sachinformationen ist gut gelungen. Die dargestellten Tiere und Pflanzen sind teils beschriftet und nummeriert und Kinder bekommen hier und da Einblicke, um sich letztendlich ein komplettes Bild über die gesamten Vorgänge zu machen.

Die Altersangabe für Kinder ab 4 Jahren ist passend, da viele Bereiche zwar angeschnitten aber nicht überfrachtend ins Detail vertieft aufgezeigt werden. So werden nur die wichtigsten Vögel und Baumarten erwähnt, damit Kinder bestimmte Namen zumindest schon einmal gehört haben. Integrierte Mitmach-Tipps regen Kinder dazu an, selbst genauer hinzuschauen und beispielsweise Wasserlebewesen aus dem Teich zu untersuchen. Auch das Anpflanzen wird genau beschrieben und macht Lust in der nun wärmeren Jahreszeit Kräuter anzupflanzen. Ein mehr als überzeugendes Sachbilderbuch für alle Naturliebhaber. Der zum Buch passenden App einen Besuch abzustatten lohnt sich auch auf jeden Fall!

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Fazit

Lehrreich – spannend – interaktiv

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Jutta Richter und Leonard Erlbruch – Endlich Schule!

Auf einer Picknickdecke liegend genießt Lena unter dem Apfelbaum die letzten Sommertage und spielt mit ihren Kuscheltieren Wolkenzählen. Nüchtern muss sie feststellen, dass sie ab dem Schulanfang nun keine Zeit mehr dafür haben wird. Schließlich lernt sie fortan lesen, schreiben, rechnen und muss täglich Hausaufgaben machen. „So ist das, wenn man groß wird“, meint sie entschlossen.

Ihre Kuscheltiere fangen an, sich Sorgen zu machen, dass sie sie vergessen wird und wollen etwas gegen das Großwerden unternehmen. Doch der Versuch Lenas Schultasche zu verstecken, misslingt. Erst als in der Schule die Lieblingskuscheltiere vorgestellt werden sollen, wollen auch die Tiere sich ein Bild von diesem Ort machen, der Lenas wertvolle Zeit für sich so sehr beansprucht.

Rezension

Dieses Bilderbuch greift sehr gut die kindlichen Erwartungen und vielleicht auch Ängste auf. Hier sind es die Kuscheltiere, die die unwissende Rolle annehmen und mit Unsicherheiten und dem Ungewissen kämpfen. Schließlich ist Veränderung in erster Linie immer mit mulmigem Gefühl verbunden.

Jutta Richter skizziert ein sehr selbstbewusstes und neugieriges Schulkind. Auch wenn Lena weiß, dass sich der Alltag verändern wird, freut sie sich auf die neuen Herausforderungen. Sie kann sehr gut schon einschätzen was der Lernzuwachs im Alltag bedeutet, z.B. dass man nicht mehr betteln muss eine Geschichte vorgelesen zu bekommen oder selbst Briefe an die Oma schreiben kann. Sogar das Zählen der Münzen in der Spardose gelingt ganz ohne Hilfe. Wissen und Können bedeutet eben Selbstständigkeit.

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Fazit

Ein Buch für alle angehenden Erstklässler, das Sorgen und Ängste nimmt!

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Daria Schreiber – Und was willst du mal werden?

Rezension

Der Tiger möchte von den kleinen Tierkindern im Kindergarten wissen, was sie später beruflich machen wollen, wenn sie groß sind. Jedes Tier überlegt, was ihre Eltern und Verwandten so machen und werden sich aber dann doch ihrer eigenen Talente bewusst. Ausgehend von ihren Stärken und Vorlieben, die eigentlichen Fähigkeiten dabei nicht außen vor gelassen, ziehen sie auch alternative Berufe für sich in Erwägung.

Der Tintenfisch möchte nicht unbedingt Schriftsteller werden, sondern seine große Anzahl an Armen dafür nutzen als Tagesmutter gleichzeitig mehrere Kinder zu betreuen. Das Lamm findet es langweilig tagein tagaus auf dem Bauernhof den Rasen zu pflegen. Stattdessen würde es viel lieber als Designerin bunte Kleidung entwerfen, denn praktischerweise bringt sie ihre eigene Wolle mit.

Die eigene Berufswahl ist auch schon für die Kleinsten ein Thema. In diesem Bilderbuch wird das Bewusstsein für die eigenen Stärken und Interessen geweckt. Die letzte Doppelseite bietet den Kindern im Kindergartenalter und auch in der Schuleingangsphase an, Gegenstände auszumalen, mit denen sie gerne spielen. Denn was man jetzt besonders gerne macht, kann in der Zukunft ein Hinweis auf den Wunsch-Beruf sein.

Beim Vorlesen bietet es sich an, nach jeder Doppelseite innezuhalten und die Kinder raten zu lassen. Der Aufbau folgt einem bestimmten Muster, bei dem zuerst die Berufe der Verwandten erläutert werden und anschließend der eigene Wunsch, der jedoch stets zu den Talenten der jeweiligen Tiere passt. Was für eine Freude war es die Raupe nicht als Floristin, sondern als Schmetterling auf der Bühne zu erleben!

 

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Fazit

Kindgerechtes Thema sehr einfühlsam näher gebracht

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Victoria Turnbull – Pandora

Pandora lebt alleine inmitten von zerbrochenen Dingen. Sie verbringt ihre Zeit damit das Verlorene und Vergessene zu flicken. Eines Tages landet ein „gebrochener“ Vogel bei ihr. Pandora wacht behutsam über ihn und päppelt ihn schließlich auf. Als er wieder zu fliegen beginnt, kehrt er täglich mit Dingen aus der ganzen Welt zurück, die Pandora in einer Kiste aufbewahrt.

Irgendwann wartet sie vergeblich auf den Vogel. Sie denkt ihr Herz würde vor lauter Einsamkeit zerspringen. Doch mit jedem Tag kehrt Licht in ihr Leben ein, denn aus der Kiste erwächst eine Pflanze, die ihre Seele wärmt. Das Leben kehrt zurück.

Rezension

Ich muss gestehen, dass mir die Tränen über die Wangen flossen. Dieses Bilderbuch, das ich eher Erwachsenen empfehlen würde, trifft ins Herz und zwar gnadenlos. Es handelt von Trauer, Schmerz, Einsamkeit und zwar so ehrlich und unbeschönigt, dass sich einem das Herz zusammen zieht. Die zarten und gedämpften Illustrationen verstärken den Effekt und spätestens wenn man sich die Bilderfolge von Pandora ansieht, die tagelang im Bett liegt und die Lebensfreude erloschen sieht, findet man sich in der Gnadenlosigkeit des Lebens wieder.

Doch aus jedem Dunkeln erwächst auch Licht. Pandora öffnet die Tür und lässt wieder Sonnenwärme in ihr Seelenleben. Aus der Kiste mit all den mitgebrachten Gegenständen, die sicherlich auch mit ihren Erfahrungen gleichgesetzt werden können, blüht neuer Lebensmut und zwar so stark und ergiebig, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Man kommt nicht umhin es Pandora sehnlichst zu wünschen.

Doch nie kam jemand zu Besuch.

Es gibt viele Menschen, die sich einsam fühlen und vor allem in der Weihnachtszeit sei jedem Licht, Glück und Lebensfreude zu wünschen. Schätzt eure Liebsten und seid dankbar eure Lebenszeit mit ihnen verbringen zu dürfen. Das ist nicht selbstverständlich.

Frohe Weihnachten, liebe Leserinnen und Leser!

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Fazit

Das ist Leben: Tiefen und Höhen gehören dazu.

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