Chang-hoon Jung und Min-o Choi – Merkur, Mond und Milchstraße

Merkur, Mond und Milchstraße

Gibt es im Weltall einen anderen Ort, an dem wir leben können?

Dieser Frage wird in diesem Bilderbuch mit vielen sachlichen Informationen nachgegangen. Auf der Erde wird die Luft durch Abgase verpestet, sodass es immer wärmer wird. Das Eis schmilzt und lässt den Meeresspiegel bedrohlich steigen. Ein Forscherteam möchte herausfinden, ob ein Leben auf anderen Planeten möglich ist und besucht unterschiedliche Himmelskörper in einer Art Milchshake-Becher. Getreu dem Motto: In einem Milchshake-Becher durch die Milchstraße.

Schnell merken sie, dass das Leben für Menschen auf dem Merkur aufgrund der starken Temperaturschwankungen bei Tag und Nacht unmöglich ist. Auf der Venus herrscht ein ungeheurer Druck und ein Mensch würde glatt platt gedrückt werden. Auf dem Mond fehlt die lebensnotwendige Luft und auch nach Wasser sucht man hier vergeblich. Die Suche geht von Planet zu Planet weiter mit der wachrüttelnden Erkenntnis, dass sich kein Planet als Alternativlebensraum für Menschen eignet. Die Erde ist einzigartig und doch haben Wissenschaftler die Hoffnung nicht aufgegeben eines Tages einen ähnlichen Planeten zu finden.

Wollt ihr euch auf die Suche nach einem solchen Planeten machen?

Damit endet dieses Bilderbuch und animiert gleichzeitig junge Leser sich vertieft mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Erst im Nachwort betont der Autor, dass wir heute die wichtige Aufgabe haben unseren Planeten für die Nachwelt bewohnbar zu hinterlassen und somit zu schützen. Denn wenn die Umwelt so stark zerstört ist, dass kein Leben mehr möglich ist, bedeutet es das Ende der Menschheit.

Dieses Bilderbuch spricht ein bedeutendes Thema an. Die Veränderungen in der Umwelt sind für uns alle spürbar. Wir tragen die Verantwortung. Es zeugt deutlich, dass (noch) keine alternative Heimat für uns zur Verfügung steht.

Auf der Entdeckungsreise wird jeder Himmelskörper sehr kindgerecht in Bezug auf die Lebensmöglichkeit für Menschen beschrieben. Es sind spannende und erstaunliche Fakten dabei. Wusstet ihr, dass auf dem Saturn ungeheure Stürme wüten und Blitze ohne Unterlass niederprasseln? Auf dem Jupiter gibt es nirgendwo festen Boden. Der Planet besteht aus flüssigem Wasserstoff. Auf Triton herrscht ungeheure Kälte um – 235°C.

Auch die Bilder faszinieren den Betrachter. Hier werden die prägenden Einzelheiten zugespitzt hervorgehoben, verbunden mit einer Simulation des unmöglichen Überlebens. Das ist ein Bilderbuch mit einer Botschaft. Eine Botschaft mit Folgen, die für viele nur schwer vorstellbar ist und doch angesprochen werden muss.

Merkur, Mond und Milchstraße

Ein Bilderbuch mit einer ernsten Botschaft.

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Jutta Bauer – Die Königin der Farben

Die Königin der Farben

Malwida wohnt im Königreich der Farben und ruft eines Tages ihren Untertan, die Farbe „Blau“,  herbei. Das Blau ist sanft, mild, leise und freundlich. Als Nächstes ruft sie das „Rot“. Es ist ungestüm, wild, gefährlich und verwandelt sich kurzerhand in ein Pferd. Als sie von dem Rot genug hat, holt sie das Gelb. Es ist warm, hell, kann aber auch zickig und gemein sein.

Und da Malwida auch zickig und gemein sein kann, kommt es zum Streit. Alle Farben vermischen sich und es wird alles grau. Das Königreich wird grau, der Himmel  wird grau, einfach alles um sie herum. Wird Malwida die drei Grundfarben zurückholen können?

Dieses Bilderbuch ist ganz zauberhaft, um Kindern die drei Grundfarben nahe zu bringen. Besonders wertvoll ist, dass Farben Eigenschaften in Form von Adjektiven zugeschrieben werden. So lernen die Kinder hier schon das Deuten anhand von Farben. Wir haben anschließend überprüft, ob das tatsächlich zutrifft und überlegt, ob die gelbe Sonne warm, hell und manchmal gemein sein kann. Ein Kind erzählte von einem bösen Sonnenbrand, sodass wir uns einig waren, dass es zutrifft. Anschließend haben wir uns die roten Flammen angeschaut und mussten auch hier zustimmen, dass das Feuer wild und gefährlich ist. Beim Blau fiel uns sofort der Himmel ein. Ja, auch hier ist es leise und sanft, vor allem in Verbindung mit den Wolken, unterstrich ein Kind.

Auf der letzten Doppelseite befindet sich eine Kopiervorlage, die mit der Überschrift „Für eigene Versuche!“ versehen ist. Hier können Kinder selbst kreativ werden und ihr Königreich der Farben gestalten.

Die Cartoon-Zeichnungen finden Erstklässler recht ulkig, da die Königin Malwida die Emotionen, die die Farben mit sich bringen, sehr gut wiederspiegelt. Hier ist viel Action und eine große Portion Expressionen im Spiel. Die Farbexplosion in Malwidas Haaren fanden alle ganz zauberhaft und setzten diese Szene gekonnt in den eigenen Zeichnungen um.

Die Königin der Farben

 

weiterarbeit

Dieses Bilderbuch ist ein toller Aufhänger, um die drei Grundfarben im Kunstunterricht herauszustellen. Der nächste Schritt wäre das Mischen zu thematisieren, mit dem Rückblick auf das Kuddelmuddel mit dem „Grau“. Zu Differenzierugszwecken kann von der Kopiervorlage die Königin entfernt werden, damit sich Kinder an eigene Malversuche trauen.

Die Königin der Farben

Pädagogisch sehr wertvoll!

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Josh Cochran – New York: Das Wimmelbuch

New York das Wimmelbuch Josh Cochran

Dieses Wimmelbuch über die niemals schlafende Stadt „New York“ lässt sich zu einem Leporello mit bis zu einer Länge von 2,20 m ausbreiten. Damit kann es hervorragend zur Gestaltung einer anregenden Lernumgebung für das Thema „New York“ im Englischunterricht genutzt werden.

In diesem Buch wimmelt es nur von teils sehr versteckten, aber dennoch hoch interessanten typischen Eigenheiten der Amerikaner. Sehr schnell entdeckt man die für New York typischen „yellow cabs“ oder die weltbekannten „hot dogs“. Der Apfel als Symbol für „Big Apple“ ist mehrmals in den unterschiedlichsten Winkeln versteckt. Auf den Straßen finden sich Basketballspieler, „fashion victims“, Breakdancer, aber auch viel Abfall. Die Straßen sind überfüllt, der Verkehr stockt, es kommt zum „traffic jam“. Dabei stehen nicht unbedingt die bekannten Sehenswürdigkeiten im Vordergrund. Natürlich darf die „Statue of Liberty“, „Central Park“, „Brooklyn Bridge“ oder das „Guggenheim Museum“ nicht fehlen, trotzdem sind es die anderen Dinge, die hier zuerst ins Auge stechen.

 

New York Grundschule Englisch

Mit diesem Wimmelbuch lässt sich wunderbar auf die „Fun Facts“ eingehen: kurze, witzige Geschichten über die Stadt, die bei Kindern im Gedächtnis bleiben. Ein Beispiel ist „Nathans“, die größte  und bekannteste Hot-Dog-Kette New Yorks. Hier werden regelmäßig eating contests veranstaltet, wo es darum geht möglichst viele hot dogs innerhalb von 10 Minuten zu verspeisen. Der Rekord liegt momentan bei 69 hot dogs, was 7 hot dogs pro Minute entspricht.

New York Wimmelbuch

Material

Das Wimmelbuch lässt sich auch als ein  Stationsangebot zur Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs einsetzen. Kinder können entweder frei „I spy with my little eye“ in Partnerarbeit spielen oder es können von der Lehrkraft vorbereitete Fragen zur Förderung des Leseverständnisses beantwortet werden. Beispielhaft sind einige Quiz-Fragen unten beigefügt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

New York

Viel zu entdecken für Menschen, die bereits viel Vorwissen über New York mitbringen.

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Matthias Sodtke – Weihnachten mit Nulli und Priesemut

Weihnachten mit Nulli und Priesemut

In diesem Sammelband der beiden Abenteurer Nulli und Priesemut befinden sich zwei winterliche Geschichten, als zusätzliches weihnachtliches Extra ein Rezept für  Lebkuchen-Nullis und eine Bastelanleitung für einen Spitztüten-Adventskalender.

Wie sieht ein RICHTIGER Schneemann überhaupt aus? Das wollen die beiden Freunde herausfinden und bauen zwei komplett unterschiedliche Schneemänner. Während der eine lange Ohren aus Karotten und Hasenzähne hat, sieht der andere einem Frosch ziemlich ähnlich. Und jeder findet, dass er den richtigen Schneemann gebaut hat. Nun muss Oma Bär beurteilen wie ein richtiger Schneemann auszusehen hat. Dafür nimmt sie zwei unterschiedlich aussehende Äpfel und fragt die Freunde welcher Apfel der falsche ist… schon bald kommen sie „fast“ von selbst auf die Lösung ihres Problems.

Priesemut möchte eine Tanne vor das Haus stellen, damit der Weihnachtsmann weiß, dass hier Weihnachten gefeiert wird und Geschenke vorbei bringt. Nulli glaubt aber so gar nicht an den Weihnachtsmann, lässt sich jedoch auf das Vorhaben ein. Nach dem Einpflanzen und Schmücken der Tanne im Vorgarten warten die Freunde gespannt auf den Weihnachtsmann, doch schon bald fallen die Augen  vor lauter Müdigkeit zu. Ob der Weihnachtsmann den Baum gesehen und Geschenke vorbei gebracht hat?

Vor allem die erste Geschichte aus diesem Band hat mich begeistert. Kinder vergleichen sich in jüngeren Jahren sehr stark, versuchen sich zu messen und machen sich auf die Suche nach „richtig“ oder „falsch“. Diese Geschichte rund um den Schneemann zeigt, dass manchmal beide Sichtweisen richtig sein können. Schließlich gibt es auch keinen falschen Apfel, sie sehen dann eben etwas anders aus – mal grün, gelb oder rot; groß oder klein, glatt poliert und glänzend oder eben schrumpelig.

Diese Sicht auf die Andersartigkeit ist sehr wertvoll und eine bedeutende Erkenntnis. Hier ist es zusätzlich in eine schöne Weihnachtsgeschichte verpackt und lässt sich wunderbar in der Adventszeit thematisieren. Wir griffen es in unserem Kunstunterricht bei der Betrachtung unserer Ausstellung  „Spatzen im Winter“ auf. Sie sahen bei jedem Kind ein bisschen anders aus und doch waren das alles Spatzen. Hier kommen die Kriterien gut zum Einsatz um den Kindern klar zu machen, was einen Spatzen z.B. von einem Raben unterscheidet.

Das Aussuchen und Schmücken der Tanne lässt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest steigen. Hier wird es besinnlich und aufregend zugleich.

WEihnachten mit Nulli und Priesemut

Zwei Weihnachtsgeschichten, die die Wartezeit auf das Weihnachtsfest versüßen.

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Käthi Bhend – Der goldene Schlüssel Nr. 2

Der goldenen Schlüssel Nr. 2

Der goldene Schlüssel Nr. 2 knüpft an das letzte Märchen der Gebrüder Grimm an und handelt von einem armen Jungen, der die Aufgabe hat zu tiefer Winterzeit Holz mit einem Schlitten zu holen. Da er furchtbar friert, beschließt er zunächst ein Feuer zu machen. Beim Wegscharren des Schnees, stößt er auf einen goldenen Schlüssel. Er gräbt weiter in der Erde und entdeckt schließlich ein eisernes Kästchen.  Obwohl der Schlüssel passt, bleibt der Inhalt auch für den Leser verborgen.

Die Autorin greift diese Grundidee der Gebrüder Grimm auf und entwickelt die Handlung weiter. In der Einleitung erfahren wir, dass eine alte Frau mit ihrer Katze die Sonne sucht. Auf dem Weg möchte sie Frau Flora in ihrem Schloss besuchen. Die weitere Handlung wird ausschließlich anhand der vielfältig interpretierbaren Illustrationen erzählt, gleich dem Prinzip „Bilderbuch ohne Worte“.

Frau Flora überreicht der alten Frau einen goldenen Schlüssel und gewährt ihr damit einen Einblick in ihr jüngeres Ich. Auf der Suche nach der Sonne erhalten die Katze und die alte Frau viele hilfreiche Hinweise von unterschiedlichen Tieren. Gemeinsam wärmen sie sich am Feuer in einer Höhle auf, speisen unter einem Pilz und schmusen bei Regen mit Löwen. Durch diese vielen Begegnungen reift das jüngere Ich der Frau heran und diese Erfahrungen prägen sie so sehr, dass auch bald ihre innere Sonne erstrahlt.

Auf dem Titelbild schaut eine verdutzte Katze dem Leser genau in die Augen. Um den Hals hängt ein goldener Schlüssel, ein Symbol für die menschliche Fantasie. Den Zugang zum Ideenreichtum muss jeder selbst finden und so hüllt uns Käthi Bhend so ordentlich in Herbstnebel ein. Die Herbstblätter wirbeln umher und ermöglichen jede erdenkliche Interpretation der bildlichen Darstellung. Hier gibt es kein richtig oder falsch – die Kreativität steht im Vordergrund.

Die farbliche Gestaltung ist eher gedeckt. Die Erdtöne überwiegen und hüllen den Betrachter in eine geheimnisvolle, aber dennoch ruhige und zuversichtliche Stimmung. Jüngeren Kindern könnten die Anknüpfungspunkte fehlen, um den vollständigen Sinn zu finden. Kinder ab der 7. Klasse könnten da schon mehr herausgefordert werden und versuchen die Ereignisse zu einem stimmigen Bild zusammenzufügen. Das Geschichtenerfinden könnte mit diesem Bilderbuch wunderbar thematisiert werden.

Es ist eine Geschichte voller Nebel und Wirrungen und vielleicht daher auch so anziehend, spannend und aufregend.

Der goldene Schlüssel Nr. 2

Nebelhafte Darstellung, die viele Interpretationsansätze in sich birgt.

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Philip Waechter – Kuchen bei mir

Kuchen bei mir

Das kleine Schweinchen sitzt am Küchentisch und verfasst einen Einladungsbrief an seinen Freund. Per Flaschenpost schickt er das Schreiben weit über das Meer Richtung Strand. Es wird von einem Wal auf den richtigen Weg gebracht und schwebt ungehindert an einem Fischerboot vorbei. Am Strand fischt sein Freund es gleich aus den Fluten heraus und packt gleich seine Sachen. Er geht auf die Bitte seines Freundes ein und besorgt auch flugs einen Becher Schlagsahne. Schließlich soll es beim Schweinchen Kuchen geben.

Philip Waechter’s  Thematisierung der Flaschenpost ist in der heutigen digitalisierten Welt schon fast nostalgisch angehaucht. Die Reise der Flaschenpost entschleunigt die Kommunikationsebene und zeigt auf, wie groß die Freude sein kann eine Botschaft auf diesem Wege zu erhalten.

Der Text besteht ausschließlich aus dem Inhalt dieses Einladungsschreibens. Es wird die höfliche Anrede, der eigentliche Brieftext mit Einbindung der Erkundigung nach dem Wohlbefinden des Gegenübers und schlußendlich der Abschiedsgruß miteinbezogen. Die vertraulichen Anredepronomen (hier „Du“, „Deine“) werden groß geschrieben. So finden sich hier alle Zutaten zum Aufbau eines Briefes.

Während die einzelnen Zeilen des Brieftexts auf jeder Doppelseite links platziert sind, befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite die jeweiligen Stationen des Briefweges. So wird auch inhaltlich auf den Brief eingegangen und gezeigt wie der Freund seinen Rucksack packt und dort eine Zahnbürste herausragt. Schließlich heißt es im Brief:

Dann vergiss Deine Zahnbürste nicht!
Die meisterhaften Illustrationen unterstützen den ruhigen Aufbau und lassen den Leser sich über den Weg der Flaschenpost erfreuen, die letztendlich zwei Menschen zusammenführt, die sich gern haben.
Kuchen bei mir

Material

Dieses Bilderbuch eignet sich hervorragend zur Thematisierung der einzelnen Zutaten von Briefen, insbesondere von Einladungsschreiben. Anschließend wäre eine Einrichtung eines Klassenbriefkastens in Form von einzelnen Fläschchen  für jedes Kind möglich. So kann die Flaschenpost kommen!

Flaschenpost

Ein wunderbar ruhiges Bilderbuch über die Freude an entschleunigten Kommunikationsmitteln und der Freundschaft.

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Sonja Bougaeva – Wie Frau B. so böse wurde …

Wie Frau B. so böse wurde

Vor Frau B. fürchtet sich jeder, besonders die Kinder. Doch sie war nicht immer so böse und brummig. Als kleines Mädchen wurde sie nämlich von anderen Kindern gehänselt und verspottet.  Ihrer Mutter konnte sie ihre Sorgen nicht anvertrauen, denn sie meinte nur, dass beim Essen nicht gesprochen werden darf.  Die kleine Frau B. wurde trauriger und trauriger. Diesen Zorn konnte sie über Jahre nicht mehr loswerden.
Auf einem Spielplatz strickend, erblickt Frau B.  eines Tages ein kleines Mädchen, das Tränen in den Augen hat, weil sie zuvor von einem Jungen mit Sand überschüttet wurde. Ab diesem Zeitpunkt spürt sie etwas ganz Ungewöhnliches … denn etwas kam ihr ganz bekannt vor …
Sie ging zum Spielplatz, um dort bequemer Kinder zu hassen.

Dieses Bilderbuch lässt mit einer Rückblende in die bewegende Vergangenheit einer verbitterten alten Dame blicken. Diese schmerzliche Erfahrung hat Frau B. zu der gemacht, die sie heute ist. Durch die Tatsache, dass ihre Mutter damals für sie kein Gehör gefunden hat und sie mit ihrer Traurigkeit allein gelassen wurde, staute sich zu einem innerlichen Damm voller loderndem Zorn.

Umso erfreulicher ist es zu entdecken, wie dieser Damm durch eine Begegnung mit einem kleinen Mädchen bricht. Nach und nach und zwar ganz langsam öffnet sich Frau B. Herz und sie kann sich wieder wie ein kleines, glückliches Mädchen fühlen.

Sonja Bougaeva hat bereits viele tolle Bilderbücher illustriert, u.a. „Wanda Walfisch“ oder auch „Zu Tisch!“. Auf diesem Titelbild  präsentiert sie eine überdimensionale, bedrohend wirkende alte Frau, die miesmutig mit einem Regenschirm bewaffnet den Betrachter anstarrt. Und doch ist der Farbauswahl, der Schriftwahl und dem Zeichenstil etwas Nettes und Warmherziges zu entlocken. Der Charakter der alten Dame ist durch die Darstellung außergewöhnlich gut getroffen. Man nimmt ihr ihre grimmige Art genauso gut ab, wie ihre Wandlung zu einer doch ganz netten und freundlichen alten Dame. Die Illustrationen sind allesamt zauberhaft. Ein reiner Augenschmaus.

Die Botschaft ist nicht minder wertvoll. Hier werden ganz kindgerecht die evtl. Konsequenzen von Mobbing-Opfern dargestellt. Dieser Schmerz ist so groß, dass man ihn sogar über Jahre hinweg mit sich trägt.

Wie Frau B. so böse wurde
 Ein verbitterter Kampf um die Verarbeitung von Kindheitserfahrungen.

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