Florence Guiraud – 40 Tiere zum Aufklappen & Entdecken

40 Tiere zum Aufklappen & Entdecken

Wie schwer ist ein Straußenei? Welchen Zweck erfüllt die schwarze Haut von Eisbären? Ernähren sich Fledermäuse tatsächlich vom Blut anderer Tiere? Diesen und vielen anderen Fragen geht dieses Sachbuch auf den Grund. Die filigranen Illustrationen, die stets auf einem bunten Hintergrund ohne viel Schnick-Schnack präsentiert werden, sind ein Highlight dieses Werkes. Nach dem Umklappen entdeckt man das Skelett des Tieres und einige Informationen zum Aufbau des Körpers, zur Anzahl der einzelnen Gliedmaßen und zum Nutzen der entsprechenden Körperteile.

Die Informationsseiten sind nicht mit einem Lexikon-Eintrag zu vergleichen. Sie sagen mir sogar mehr zu, denn sie konzentrieren sich auf sogenannte „Fun Facts“. Spannende und äußerst interessante Dinge über das Tier werden in wenigen Worten zusammen gefasst und lassen Kinder staunen. Trotzdem fehlen die grundlegenden Angaben zur Ordnung, Alter, Durchschnittsgröße und Verbreitung nicht. Auch Redewendungen, Sprüche und Kuriositäten finden hier Platz. Unter der Rubrik „Wer bist du?“ findet sich ein kurzer Sachtext  mit den wichtigsten Informationen rund um das Tier. Unter den insgesamt 40 Tieren sind Heimtiere, wie Katze, Hund, Schildkröte, Pferd, Kaninchen, Hahn aber auch wilde Tiere wie Ara, Katta, Blauwal, Elefant, Giraffe, Dromedar, Eisbär,  Koala, Känguru und viele andere.

40 Tiere zum Aufklappen und Entdecken

Ansprechend gestaltetes Sachbuch mit vielen spannenden Informationen rund um die Tierwelt mit dem Bonbon der Abbildung des Skeletts.

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Dr. Dominic Walliman und Ben Newman – Professor Astrokatz: Universum ohne Grenzen

Professor Astrokatz

Das Universum hält viele spannende Geheimnisse bereit. Vieles haben die Wissenschaftler bereits erforschen können. Wie alt ist das Universum? Warum werden Entfernungen im Weltall in Lichtjahren gemessen? Was ist das Sonnensystem? Wie funktionieren Raumfahrten? Was gehört alles zum Apollo-Mondanzug? Welche Funktionen haben Satelliten im All? Was passiert wenn Sterne sterben? Gibt es Leben im All?

Professor Astrokatz erklärt die komplexen Geheimnisse des Universums ohne Grenzen sehr anschaulich und kindgerecht. Das Verständnis wird durch die vielen, fast comicartigen Abbildungen unterstützt. Trotzdem wird hier einiges an Vorwissen in Bezug auf Chemie und Physik vorausgesetzt. Das Grundwissen rundum Teilchen und Atome sowie Energie und Magnetismus ist vonnöten, um den Erklärungen folgen zu können. Daher ist das Buch eher für Kinder ab 9 Jahren geeignet.

Positiv ist, dass das Buch es schafft trotz der recht komplexen Thematik viele lebensnahe Vergleiche zu ziehen, um den Kindern einen Zugang zum Universum zu ermöglichen. Wenn es um die Darstellung der Größe der Planeten geht, werden z.B. die Größenverhältnisse auf Obstsorten übertragen. So erscheint die Erde als eine Kirsche, während der Planet Jupiter eine Wassermelone ist.

Die dargestellten Fakten sind sehr fundiert, aktuell und haben einen hohen Bezug zu wissenschaftlichen Ansichten. So wird hier die ehemals geglaubte Ansicht, dass Pluto zum Sonnensystem gehört nach neueren Forschungen revidiert. Dr. Dominic Walliman ist Physiker und Informatiker und traut Kindern einiges zu, so dass im Buch auch auf die Relativitätstheorie von Albert Einstein eingegangen wird. Er weiß sicherlich Kinder für die Thematik zu begeistern und endet seine Entdeckungstour durch das Universum mit den Worten „Hilfe von tapferen Astronauten und Wissenschaftlern kann ich (…) immer gebrauchen – behalte den Himmel im Auge.“

Wenn da nicht mal viele Kinder ihren Berufswunsch überdenken.

Professor Astrokatz
Fundiertes und zum Teil komplexes Wissen kindgerecht aufbereitet.
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Steve Parker – Mein Leben als Pinguin

Mein Leben als Pinguin

Der kleine Pinguin erzählt aus der Ich-Perspektive ganz lebendig und hautnah von seinem Leben in der Antarktis. Mit lautmalerischen Ausdrücken gespickt, begleiten wir den Kaiserpinguin zur Essenszeit in den Ozean und lernen auch die Feinde von ihm kennen. Besonders spannend ist nach dem großen Marsch in der Kolonie die Paarungszeit. Die Balzrituale werden Schritt-für-Schritt in Form einer kleinen Bleistiftzeichnung verbildlicht. Jede Doppelseite ist durch eine Überschrift thematisch strukturiert und bietet dem Leser einen guten Einstieg in das Wissensgebiet dieser besonderen Vögel.
 

Als eine Art Tagebuch werden die Ereignisse dementsprechend aus einer ganz persönlichen Sichtweise geschildert. Um der Einseitigkeit entgegen zu wirken, werden die Gedanken der anderen Tiere über den Kaiserpinguin angeschlossen. Auch hier bleibt der Autor seinem im ganzen Buch vorherrschenden Stil der Vermenschlichung der Tiere treu. So ist dieses Bilderbuch kein ausschließliches Sachbuch, sondern in erster Linie eine Geschichte über einen Pinguin. Das Sachwissen aus den Erzählungen herauszufiltern, bleibt die Aufgabe der Kinder. Hilfreich hierbei ist das Verzeichnis der „schwierigen Wörter“ mit kindgerechten und gut zu verstehenden Erläuterungen von Bezeichnungen wie z.B. „Balzen“, „Krill“ oder „Tentakel“.

Mein Leben als Pinguin

Material

Um den Kindern das Herausfiltern der sachlichen Informationen zu erleichtern, eignet sich hierbei die Textform „Steckbrief“ sehr gut.

Steckbrief_Pinguin

 

Sachliche Informationen, verpackt in eine Geschichte.

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Jennifer Gray und Amanda Swift – Fuzzi, Coco & co

Fuzzi, Coco & co

Fuzzi und Coco sind Meerschweinchen mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Während Fuzzi abenteuerlustig und sehr dynamisch ist, beruht sich Coco auf ihre königliche Herkunft und handelt stets vornehm wie eine richtige Dame. Ihre Vergangenheit im Königshaus möchte Fuzzi ihr jedoch nicht so ganz abnehmen, zumindest nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt …Fuzzi ist nämlich Hobbykoch und möchte seine Künste in einem Spitzenrestaurant verbessern. Als er eine Anzeige in der Zeitung sieht, ist für ihn klar, dass er sich dort schnellstmöglich anmelden muss. Auf Cocos Bedenken hört er nicht und witzelt lieber über ihre übervorsichtige Art.

„Fuzzi, Coco & co.“ ist ein Buch für Kinder ab 8 Jahren. Es hat mich vom Inhalt ein bischen an ein Walt Disney Film erinnert. Es ist eine leichte, rasante Unterhaltung, ohne viel lehrreiches Material. Schwerpunktmäßig wäre es sicherlich bei der Thematik „Abenteuer“ einzuordnen.
Positiv hervorzuheben ist der angemahnte Umgang mit den neuen Medien. Coco gerät beim Recherchieren nach dem Standort des Restaurants auf einen Internetbetrüger, der sich mit ihr treffen möchte. Beim Treffen muss Coco die Erfahrung machen, dass man den Menschen im Internet nicht blindlings vertrauen sollte.
Ansonsten sind die vielen Wendungen für den Leser schwer nachzuvollziehen und der Handlungsverlauf öfter doch fragwürdig. Allerdings könnten Meerschweinchen-Fans und Liebhaber von Walt Disney-Filmen mit diesem Buch doch ihre Freude haben. Die anderen können dieses Buch getrost ignorieren.
Fuzzi, Coco & co
Kurzweilige und leichte Unterhaltung.

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Nahta Nój – Kunterbunte Tiere

Kunterbunte Tiere

 

Ein in Spiralbindung gefasstes Spielebuch rund um Farben und Formen für kreative Beschäftigung am Nachmittag. Hier werden Kindern ab 7 Jahren über 2000 Sticker in den unterschiedlichsten Formen und Farben präsentiert – als kleine Pünktchen für Augen, Halbkreise für den Körper, schmale Rechtecke für Beine oder Dreiecke für spitze Zähne.

Die beigelegte 3-D-Brille ermöglicht besondere Effekte und eine ganz andere Wirkung der Kunstwerke auf den Betrachter. Während am Anfang ziemlich angeleitete Vorlagen dominieren, bei denen Kinder die bereits fertigen kunterbunten Tiere mit den Stickern nachkleben sollen, erweitert sich der Schwierigkeitsgrad im weiteren Verlauf. Die nächste Stufe ist die Bereitstellung eines Körperteils wie z.B. eines Kopfes oder auch einer Umgebung (Blume), sodass der Rest vom Kind nach individuellen Vorstellungen ergänzt werden soll. Anregende Fragen wie z.B. „Wer könnte sich auf die Blume setzen?“ oder „Wer schlüft aus dem Ei?“ sind als inspirierende Impulse zu sehen. Auf den letzten Seiten sind einfach nur leere Flächen, die nach ganz eigenen Wünschen ausgestaltet werden können.

Die 3-D-Brille ist kein zwingendes Werkzeug, sondern als ein kleines Schmankerl zu betrachten. Ein Kind hat sich dazu folgendermaßen geäußert: „Mein Kopf dreht sich. Mir wird schlecht.“ Es ist Geschmackssache und von Kind zu Kind unterschiedlich. Durch die zum Teil recht kleine Größe der Aufkleber ist dieses Buch tatsächlich erst ab 7 Jahren zu empfehlen. Es wird schon ein bisschen Fingerspitzengefühl und eine gut ausgeprägte Feinmotorik benötigt, um die Einzelteile dem Bogen entnehmen zu können.

Die Idee hinter dem Buch ist allerdings ganz zauberhaft. Aus einfachen geometrischen Formen wunderbare Tiere in kunterbunten Lebenswelten zu gestalten. Auch die sich stets steigernde Differenzierung ist fabelhaft. Diejenigen, die das Nachkleben satt haben, können sich bei eigenen Gestalten kreativ austoben. Die relativ festen Seiten lassen sich aus der Spiralbindung abknicken, sauber trennen und verschenken oder einrahmen lassen!

Kunterbunte Tiere

Ein farbenfrohes Spielebuch für kreative Stunden. Es macht sich auch  toll als Geschenk oder Mitbringsel bei Kindergeburtstagen!

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Silke Vry – 13 optische Tricks, die du kennen solltest: Kunst für Kids

Silke Vry stellt ein Werk mit 13 unterschiedlichen optischen Täuschungen vor, die das menschliche Auge verwirren, betrügen und verzaubern. Die Räder auf der Titelseite fangen, beim längeren Betrachten an, sich zu drehen. Ein Porträtgemälde scheint aus dem eigenen Bilderrahmen zu steigen. Die Zeichnung der Wendeltreppe von Escher spielt mit den Gesetzen der Perspektive und sorgt für wahnsinnigen Spaß. Hier werden Rätselbilder und surrealistische Verwirrungen (siehe Bild unten) von Meisterwerken wie August Macke, M.C. Escher, Hans Holbein und anderen präsentiert und die Kunst der Illusion erklärt.

Optische Täuschungen haben einen ganz eigenen Reiz. Sie lassen sich nicht so einfach erklären und gewinnen dadurch noch mehr an Faszination. Dieses Buch für Kinder ab 8 Jahren gibt den Kunstwerken viel Freiraum und bildet sie in ihnen gerechten Größe ab. Zusätzliche Informationen zu den Bildern lassen sich jeweils um das Bild herum finden. Stets ist der Name des Bildes, des Künstlers, das Jahresdatum und oft auch der momentane Aufbewahrungsort angegeben.

Eine Zeitleiste oberhalb der Seiten gibt die wichtigsten historischen Ereignisse zur Entstehungszeit übersichtlich wieder. Unterhaltsame Quizfragen regen zum Nachdenken und Entdecken an und die dafür passenden Lösungen sind hinten im Buch zu finden.

Die Illusionen sind oft versteckt und die verwirrende Botschaft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die dargestellte Bandbreite der Tricks ist enorm und reicht von der römischen Wandmalerei bis hin zur Op-Art. Am Ende des Buches bleibt man mit dem Wunsch noch mehr optische Täuschungen entdecken zu wollen!

Unterhaltsame optische Täuschungen gepaart mit informativen Erläuterungen.

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Alexander Randolph – A Portrait of Nellie

Nellie lebt in ihrem Mauseloch ein ganz normales Leben einer gewöhnlichen Maus. Sie ist eine Maus mit Prinzipien und doch ziemlich einsam. Eines Tages bekommt sie Besuch von Sammy. Sie heiraten und bekommen Kinder. Schon bald findet sie einige Punkte, die sie an Sammy stören. Er scheint ziemlich zutraulich und lässt sich von der Haushälterin aushalten. Er benimmt sich keineswegs wie eine richtige Maus. Es kommt immer häufiger zu Streitigkeiten. Nellie möchte diese selbstgewählte Abhängigkeit und dieses „unmously“ Verhalten nicht länger dulden und trifft vor allem in Bezug auf ihre gemeinsamen Kinder eine schwerwiegende Entscheidung…

Nellie hat eine sehr sture und konservative Haltung. Sie hängt an ihren Prinzipien und möchte sich an die veränderte Situation ihrer Umwelt nicht anpassen. Seit vielen Jahren fürchten sich die Mäuse vor Katzen und sollen es auch in der Zukunft tun. Mäuse klauen das Essen der Menschen und lassen sich nicht von ihnen aushalten. Ihre Traditionen sind ihr heilig. Sammy dagegen ist in dieser Hinsicht offener und passt sich den veränderten Umständen an. Er versteht nicht, was daran verkehrt sein soll das angebotene Essen anzunehmen und nicht unnötig zusammenzuzucken, wenn die Katze, die im Haus lebt, für sie keine Gefahr darstellt, da sie selber Angst vor Mäusen hat. Das unreflektierte Festhalten an Althergebrachtem kann ich nicht befürworten.  Und das Ende der Geschichte hat mich leider auch enttäuscht:

„It is plain to see, they are trying to change our traditions.“
Sammy was forced to agree.

Die Illustrationen von Alexander Randolph sind ein Meisterstück. Sie sind einfach gehalten und entfalten vor dem weißen Hintergrund ihre große Wirkung. Das Bild der beiden Mäusen mit ihren ineinander verstrickten Mäuseschwänzen ist ja schon fast Kult.

Das Eheleben mit ihren Schwierigkeiten bzw. Verstrickungen und die Problematik der sich ständig verändernden Umwelt bilden das Hauptaugenmerk dieses Buches. Daher würde ich es eher für Erwachsene empfehlen. Die dargestellte Problematik ist für Kinder im Grundschulalter meistens unbedeutsam und noch ziemlich abstrakt. Allerdings könnte ich mir duchaus vorstellen das Buch in einer „Philosophieren mit Kindern-AG“ mit Viertklässlern einzusetzen, um über die jeweiligen Ansichten der Mäuse zu diskutieren. Sollte man an seinen Prinzipien und Regeln immer und überall festhalten? Verhält sich Nellie richtig? Verhält sich Sammy richtig? Wie könnte eine Einigung aussehen? Was würde man selber in einer solchen Sachlage tun?

Eine wunderschöne Aufmachung mit einem für mich zwiegespaltenem Inhalt.

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Renate Schupp und Stefan Horst – Die Rätsel-Bibel

Die Schöpfungsgeschichte, die Sintflut, die Zehn Gebote und viele andere Bibel-Geschichten werden in dieser Rätsel-Bibel thematisiert. Die insgesamt 19 Geschichten werden nach dem Alten und Neuen Testament aufgeteilt dargestellt.  Acht Geschichten beschäftigen sich mit dem Alten Testament und den bedeutendsten Bibelgeschichten.

Nach der jeweiligen Geschichte, die oft nicht länger als zwei Seiten ist, werden dem Leser vier Fragen zu dem entsprechenden Abschnitt gestellt. Es stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Das Ergebnis kann mit Hilfe eines Lösungsfischs (siehe Bild unten) selbstständig von dern Kindern kontrolliert werden.

Für Kinder, die mehr Bibelgeschichten kennen lernen möchten und für diejenigen, die bereits einiges wissen und dieses Wissen testen oder auch festigen möchten, ist diese Rätselbibel eine wundervolle Möglichkeit. Die kurzen Texte sind leicht verständlich und werden durch sehr ansprechende Zeichnungen von Stefan Horst unterstützt. Der natürlichen Entdeckungsfreude von Kindern wird hier Rechnung getragen und die Motivation sich mit Bibelgeschichten zu beschäftigen gesteigert bzw. erst geweckt.

Die verdeckte Spiralbindung erweist sich als sehr praktisch und das spannende Lösungssystem zu den insgesamt 76 Rätselfragen ist animierend und erhält den Ansporn. Der rote Löungsfisch darf in einem kleinen Umschlag auf der Innenseite des Buches „zwischengeparkt“ werden. So verringert man die Wahrscheinlichkeit, dass es verloren geht.

Eine motivierende Beschäftigung mit den Bibelgeschichten.

https://papillionisliest.files.wordpress.com/2010/07/5-stars1.jpg?w=600

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Christine Nöstlinger – Das große Nöstlinger Lesebuch

„Du musst immer lernen. Nichts lernen geht nicht. Wenn du bei mir nichts lernen musst,
dann hast du hinterher gelernt, dass es Lehrer gibt, bei denen man nichts lernen muss!“ (S. 26)

Das Lesebuch von Christine Nöstlinger versammelt die schönsten Geschichten der berühmten Autorin – kurze und längere, vor allem aber überraschende Geschichten, voller Fantasie und Humor, die allesmt zu Klassikern wurden. Mit vielen Bildern so bekannter Illustratoren wie Jutta Bauer, R.S. Berner, Wolf Elbruch, Nikolaus Heidelbach, Janosch, Axel Scheffler und Philip Waechter.

Insgesamt erwarten 35 Geschichten den Leser, manche gehen lediglich über eine Seite, andere schon mal über  36 Seiten. So auch meine absolute Lieblingsgeschichte „Der Hund geht in die Schule“. Hierbei handelt es sich um einen Hund, der versehentlich in einer Schule Unterschlupf sucht und am darauf folgenden Morgen von dem Direktor aufgefunden wird. Dieser vermutet, dass der Hund der neue Lehrer sei und stellt ihn seiner Klasse vor. Der Hund steht nun vor der Aufgabe, den Schülern etwas beizubringen. Und da lebensnahes Lernen vor allem steht, nimmt der Hund die Schüler mit in einen Gemüseladen. Unterwegs hüpfen sie auf einem Bein, damit wäre Sport abgedeckt. Dann zählen sie das Geld und rechnen das Wechselgeld nach, womit Mathe auch abgehackt wäre. Verkehrserziehung durfte natürlich auf dem Weg in das Dorf ebenfalls nicht fehlen. Wie der Hund die Kinder zum individuellen Schreiben bringt und einen schönen Schreibanlass schafft, erzählen die nachfolgenden Seiten.

Die Geschichten werden zwischendurch mit einigen sehr gelungen Zeichnungen (S. 257) geschmückt und einigen eher wenig ansprechenden (S. 57). Auch die Tochter von Christine Nöstlinger, Christiana Nöstlinger, hat sich in diesem Buch mit einigen Illustrationen verewigt.

Ich habe es sehr genossen, die unterschiedlichen Geschichten von Frau Nöstlinger zu lesen. Themen wie Trotz, Freundschaft, Sorgen, Angst, Erziehung, Bildung, Streit oder Liebe sind in diesem Lesebuch vertreten. Bei allen Geschichten schwingt, typisch  Christine Nöstlinger eben, so ein bisschen ironischer Unterton mit.

Ein Lesebuch nicht nur für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen, die hier noch einiges lernen können 🙂


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Christine Nöstlinger – Wir pfeifen auf den Gurkenkönig

An einem Ostersonntag taucht auf dem Tisch der Familie Hogelmann ein Gurkenkönig auf. Von seinem Volk verjagt sucht er nun bei dieser Familie Asyl. Während die meisten Familienmitglieder dem grammatikgestörtem König kritisch gegenüberstehen, nimmt sich der Familienvater und sein jüngster Sohn ihm seelenrührend an und umsorgt und hegt ihn liebevoll. Die Familie zerfällt an diesem Eindringling immer weiter, die Eltern verbringen die Nacht in unterschiedlichen Zimmern, der älteste Sohn hat Probleme in der Schule und traut sich damit nicht zu seinen Eltern. Der Kumi-Ori ist der Streit in Person und so beschliessen die übrigen Familienmitglieder diesem Missstand ein Ende zu setzen…

Christine Nöstlinger hat erst vorgestern ihren 75. Geburtstag gefeiert. Von der mit jeglichen Preisen überhäuften Autorin habe ich bisher lediglich das Buch „Die feuerrote Friederike“ gelesen. Von dem Gurkenkönig habe ich lediglich gehört, jedoch nie selbst gelesen. Bis vor einer Woche!
Das Buch ist aus der Perspektive des ältesten Sohns geschrieben, „sein“ Schreibstil ist von einem Dialekt geprägt, bei dem man vor Namen sehr häufig einen Artikel entdeckt („die Martina hat gesagt…“). Da muss man sich  natürlich erst daran gewöhnen und aufpassen, dass man es am Ende des Buches nicht auch noch übernimmt. Mich persönlich hat die Geschichte rund um den Gurkenkönig eher weniger interessiert, obwohl seine Identität, mit den übertriebenen sprachlichen Fehlern, sehr gut herausgearbeitet wurde. Viel spannender fand ich die Familienprobleme, die Annäherung der Geschwister zueinander und die Schwierigkeiten von Wolfi in der Schule. Da mir der Kumi-Ori sehr unsympathisch war, erwischte ich mich nicht selten dabei, wie ich die Seiten, in denen es um den Gurkenkönig ging, übersprang. 😉 Frau Nöstlinger hat eine gewisse Portion Humor eingestreut, was einem auch mal ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat. Die Idee eine Gurke als Symbol für „Das Salz in der Suppe“ bzw. der Familie darzustellen, ist natürlich einzigartig.
Die zu der Sonderausgabe mitgelieferte CD, gelesen von dem Schauspieler Stefan Kaminski, ist sehr gelungen. Die Spannung wird erhalten, besondere Momente gekonnt hervorgehoben.

Ein etwas anderer Kinderbuchklassiker, den es durchaus zu lesen gilt.

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