Elsebeth Jensen und Helle Jensen – Schule braucht Beziehung: Gelungene Lehrer-Eltern-Gespräche

Der Titel des Buchs „Schule braucht Beziehung“ hat schnell meine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Für ein gutes Miteinander und ein angenehmes Klassenklima ist ein offener, respektvoller Dialog zwischen Schule und Elternhaus unabdingbar.

Und doch stelle ich in der Praxis fest, dass es nicht immer gelingt. Manchmal scheitert es bereits am Rollenverständnis. Vielen Eltern ist nämlich nicht bewusst, was in den Aufgabenbereich einer Lehrkraft überhaupt fällt und kommen daher mit falschen Erwartungen zum Gespräch. Hierzu braucht es einfach mehr Informationen und frühzeitige Aufklärungen.

Ich habe gehofft, dass dieser Ratgeber mit dem Untertitel „Gelungene Lehrer-Eltern-Gespräche“ Abhilfe schaffen kann. Leider musste ich schnell feststellen, dass dieser Zusatz irreführend ist, da das Buch sich auch häufig auf Kindergärten und damit Erzieher bezieht. Der Begriff „Lehrer“ müsste also durch „Pädagogen“ ausgetauscht werden.

Des Weiteren kommt das Autorenpaar aus Dänemark, sodass viele Situationen nicht auf deutsche Bildungsinstitutionen übertragbar sind und mit falschen Erwartungen verknüpft sind. So heißt es im Buch z.B. „Elternabende sind Veranstaltungen der Pädagogen. Sie laden dazu ein und …“ (S. 176). Das ist in NRW so nicht richtig, denn es heißt „Die Klassenpflegschaftsvorsitzenden berufen die Sitzungen der Klassenpflegschaft ein. Sie legen die Tagesordnung der Sitzungen fest  (in Absprache mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer) (siehe Broschüre „Das ABC der Elternmitwirkung“). Das verzerrte Bild wird in vielen Bereichen sichtbar, sodass man hier wirklich aufpassen muss, dass keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Ferner sind die Autoren als Diplompsychologen bzw. als Dekane in der Bildung tätig. Auch das wird beim Lesen schnell deutlich. Der genauen Schilderung der Problematik wird viel Platz eingeräumt, wohingegen die praktischen Lösungsansätze kurz und knapp dargestellt werden. Auch die Bandbreite der Lösungsansätze ist durchaus eingegrenzt. Viele Überlegungen plätschern so vor sich hin und  hätten einfach in klaren Konzepten zusammengefasst werden können. So werden oft bestimmte Schritte aufgeführt, die sich viel einfacher mit dem Konzept des „Klassenrats“ zusammenfassen ließen.

Gelungen sind dagegen die aufgeführten Fallbeispiele. Hier werden sowohl „misslungene“ als auch „gelungene“ Beispiele genannt. Das ist durchaus spannend und fördert die Selbstreflexion. Leider bleibt vieles oberflächlich angeschnitten, obwohl die Absicht Pädagogen und Eltern zu guten Partnern zu machen, vorbildlich ist.

Auch hier ist es notwendig, mit dem Mythos aufzuräumen, dass es möglichst keine Konflikte geben darf. Konflikte sind ein notwendiger und natürlicher Teil jeder Entwicklung und es ist leichter, mit ihnen umzugehen, wenn man sie zulässt und nicht als überflüssige Störungen des Unterrichts ansieht (S. 175).

Ratgeber aus Dänemark, daher nicht 100% auf deutsche Bildungsinstitutionen zu übertragen!

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Dirk Stötzer – Superlehrer, Superschule, supergeil: Der beste Beruf der Welt

Superlehrer, Superschule, supergeil

Der Autor ist jemand, der seinen Beruf liebt. Nach 30 Jahren als Lehrer und Schulleiter spricht er aus seiner subjektiven Sicht über den Lehrerberuf. Er macht Werbung für den Beruf und stellt zurecht klar, dass dies nur für diejenigen ein Traumjob ist, die ganz in ihm aufgehen.

Dieses Buch ist eine kleine Sammelkiste an Anekdoten aus dem Schulsystem. Manche Lehrer werden in Schubladen gesteckt und ziemlich stereotypisiert dargestellt, positiv und auch negativ. Vieles liest sich amüsant, manche Aussagen finde ich dagegen arrogant und unfair. Es finden sich aber auch sinnvolle Hinweise für angehende Lehrer. Interessant sind die Zitate der Schüler zu unterschiedlichen Themen, wie z.B. was für sie persönlich einen Superlehrer ausmacht.

Trotzdem sticht positiv seine Ansicht  hervor, dass dieser Job einem als Mensch viel abverlangt. Es ist schwer nach Schulschluss abzuschalten und sich ausschließlich der Freizeit zu widmen. Bekanntlich ist man als Lehrer ja nie fertig. Und  nur wenige Eltern wissen, dass viele Vollzeitlehrer vor 15 Uhr die Schule nicht verlassen. Es stehen Lehrerkonferenzen, Dienstbesprechungen, Schulkonferenzen, Teambesprechungen, Steuergruppentreffen uvm. an. Am Schreibtisch sitze ich täglich nie weniger als 3 Stunden und bereite den Unterricht nach und vor, schaue Schülerarbeiten nach, notiere Beobachtungen, leiste Elternarbeit, protokolliere stets Sitzungen oder auch Elterngespräche, aktualisiere Föderpläne, schließe mich mit Sozialpädagogen, Logopäden kurz, erstelle Werkstätten, Stationspässe oder bastle und laminiere. Die Zeiten rund um Zeugnisse oder Elternsprechtage möchte ich erst gar nicht erwähnen. Daher reagiere ich auch ziemlich empfindlich auf schnippische Kommentare in Bezug auf die vielen Ferientage. Welcher Beruf sonst muss so viele Überstunden, Woche für Woche, ertragen? Ich kenne nicht viele. Nicht umsonst ist das Thema „Lehrergesundheit“ in vielen Kollegien immer noch sehr aktuell.  In unserem Schulsystem sind zugegeben viele Lücken, die unbedingt angegangen werden müssen. Hierbei brauchen Schulen Unterstützung. Oft ist es durchaus frustrierend mitschwimmen zu müssen und zu wissen, dass es doch anders und viel besser geht!

Man muss auf das Positive achten, und es gibt genug Positives.

Das stimmt. Der Lehrerberuf gibt einem viel Positives,  vor allem wenn man die strahlenden Kinderaugen sieht. Die Kinder jeden Tag in ihrem Entwicklungsprozess zu erleben,  zum Hinterfragen und selbstgesteuerten Lernen anzuregen, ist ein großes Geschenk. Spätestens bei der Verabschiedung einer vierten Klasse weiß man wofür man das macht und wird von wahrlichen Dankbarkeitsgefühlen übermannt.

Der Lehrer kann seine Hobbys in Form von Schul-AGs verwirklichen und eine Menge engagierte Ehrenamtliche ohne große Umstände für seine Projekte begeistern. In seiner Arbeit spürt er Erfolge sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig. Es gibt kaum etwas Schöneres, als die Begeisterung, die man für sein eigenes Fach verspürt, erfolgreich auf die Schüler zu übertragen! Und es gibt kaum etwas Schöneres, als zu sehen, wie sich Schüler zu Persönlichkeiten heranbilden. Dass man daran beteiligt ist, dass man als Lehrer sogar Einfluss auf diese Entwicklung hat, ist etwas Großartiges, wenngleich es auch mit einer hohen Verantwortung verbunden ist (S. 320).

 

Sehr subjektive Sicht auf den Lehrerberuf, deswegen nicht weniger unterhaltsam.

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Beate Blaseio – Sachunterricht: Das schnelle Methoden 1×1

Sachunterricht Das schnelle Methoden 1x1

Dieser Ratgeber gibt einen guten Überblick zum Aufbau fachspezifischer Methodenkompetenz im Sachunterricht. Als integratives Sachfach bringt es eine hohe Attraktivität und aber auch Komplexität mit sich, das mit einer besonderen Herausforderung verbunden ist. Guter Sachunterricht ist nicht nur inhaltlich anspruchsvoll, sondern auch methodisch vielseitig.

Das Hauptaugenmerk dieses Werkes ist somit unterschiedliche Wege der Erkenntnisgewinnung darzustellen. Als Lehrer bekommt man eine Übersicht an Instrumenten bzw. Handwerkzeugen, die zeigen welche Strategien Schülerinnen und Schüler an die Hand bekommen sollen, um sich Inhalte selbst zu erschließen. Ferner ist es ein gutes Nachschlagewerk für Studierende und Referendare.

Zu jeder Methode werden in Bezug auf die Praxis geeignete Inhalte stichpunktartig präsentiert. Zur Kompetenz „Daten erfassen und auswerten“ schlägt die Autorin die Einbindung in das Thema „Wetter“, „Länder- und Städtevergleiche“ oder „Tierzählung am Vogelhaus“ vor. Beigefügt sind außerdem Kopiervorlagen zu einem ausgewählten Themengebiet, sowie Tipps und Literaturhinweise. Mir persönlich fehlt grundsätzlich der rote Faden. Wünschenswert wäre z.B. die Unterteilung in die Klassen 1/2 bzw. 3/4 gewesen, um dem Leser die Orientierung zu erleichtern. Ich sehe es eher für theoretische Zwecke ausgerichtet. Es ist jedoch allemal interessant die eigene Methodenkompetenz in Bezug auf das Fach zu überprüfen und die eine oder andere Idee zu übernehmen.

Sachunterricht Das schnelle Methoden 1x1

Übersicht zur Einbindung fachspezifischer Methodenkompetenz

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Norbert Fessler und Michaela Knoll – Achtsamkeitstraining für Kinder

Achtsamkeitstraining für Kinder

In diesem Ordner wird ein fundiertes Konzept zum körperbasierten Achtsamkeitstraining präsentiert. Eingebettet sind die insgesamt 40 Übungen in Geschichten rund um die Identifikationsfigur Lorin, die in fünf Fantasie- und Bildungsreisen die Kinder mitnimmt, um ihren eigenen Körper kennen zu lernen und somit zu mehr Konzentration und Entspannung verhilft.

Begleitet werden die Geschichten durch Körperübungen von Kopf bis Fuß:

  • Standfest werden – Füße und Beine kräftigen
  • Die Welt umarmen – Brustkorb und Rücken stärken
  • Lasten schultern – Schultern und Nacken entspannen
  • Flinke Finger für einen regen Geist – Hände und Arme wahrnehmen
  • Den Blick schärfen – Mit den Augen mehr erkennen

Das Achtsamkeitstraining wurde für den turbulenten Kiga- und Grundschulalltag konzipiert und beinhaltet zu jeder Übung große, farbige Bildkarten, die die Übung den Kindern auch visuell verdeutlichen. Auf der Rückseite jeder Karte befinden sich Ausführungshinweise für die Lehrkraft bzw. Erzieherin.

Achtsamkeitstraining für Kinder

Das Achtsamkeitstraining beinhaltet viele Übungen, die ich aus dem Yogaunterricht kenne und die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist entspannen. In dem hier dargestellten Umfang lässt sich das Konzept so im Grundschulalltag nicht realisieren, dafür ist die Zeit schlichtweg nicht da.

Jedoch habe ich einzelne Übungen für meine Erstklässler durchaus als Ritual am Ende des Tages unter dem Begriff „Ruhe-Insel“ eingeführt.  Hierbei erweisen sich die Bildkarten als sehr praktisch. Dafür ziehen wir unsere Schuhe aus, machen es uns auf dem Teppich bequem und steigen mit einer Entspannungsmusik ein. Diese lasse ich ca. 1 Min. lang spielen, um den Kindern die Gelegenheit zu geben sich an ihren inneren Ruheort zu begeben. Nachdem ich die Musik leise drehe, geht es mit einigen Achtsamkeitsübungen weiter. In den ersten Wochen war es für mich sehr erstaunlich, dass auch scheinbar einfache Übungen, wie z.B. Schultern kreisen lassen oder die Übungen mit den Zehen für einige Kinder sehr anstrengend oder gar nicht durchzuführen waren. Nach 8 Wochen Training klappt es nun schon besser und die Kinder freuen sich auf dieses Ritual. Nachdem wir nun mehrere Übungen kennen gelernt haben, integrieren wir sie auch gerne in das „Menschen-Memory“- Spiel.

Grundsätzlich wäre das Konzept in der dargestellten Form sicherlich als ein AG-Angebot denkbar. Vor allem für Kinder, die an mangelnder Konzentration leiden und Schwierigkeit haben ihren eigenen Körper wahrzunehmen. Die Geschichten rund um Lorin und ihre Reise zur Traubenernte, als Perlentaucherin oder Besucherin am Hof eines Schmieds sind sowohl für Jungen als auch für Mädchen interessant. Nebenbei lernt man eine Menge dazu!

Achtsamkeitstraining für Kinder

Den eigenen Körper wahrnehmen auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit.

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Maike Enders – Individuell lernen-gemeinsam arbeiten

individuell lernen - gemeinsam arbeiten

Dieses Buch liest sich wie ein lehrreicher Hospitationsbesuch an einer Grundschule. Hier bekommt der Leser wertvolle Einblicke in offenes Lernen und Arbeiten im eigenen Lerntempo. Die Autorin stellt ein Unterrichtsmodell vor, das individualisiertes Lernen und gemeinschaftliches Arbeiten ermöglicht. Das erprobte Konzept wird zahlreich bebildert und sehr detailliert dargestellt.

Lernen im Gleichschritt wird aufgebrochen und die Autorin zeigt wie sie mit ihrer „Pilotklasse“ das Lernen umstrukturiert hat. In diesem Buch stellt sie ihre Struktur, die Organisation und den Ablauf des Unterrichts ins Zentrum. Auch wenn nicht das vollständige Konzept an jeder Grundschule genauso umgesetzt werden kann, so lassen sich hier viele Bausteine, die offenes Lernen erleichtern, gleich in die Praxis oder regen zumindest zum Umdenken an. Sehr anregend war für mich das Unterkapitel „Lernumgebung“, wo neben der Entspannungsecke auch die Arbeitsecke  bzw. das Schülerbüro und der Hilfetisch vorgestellt wurde. Sehr hilfreich sind die praxisnahen Verweise in Bezug auf die Unterrichtsorganisation und die damit verbundenen Regeln. Eine feste Sitzordnung im Kreis erspart viel Zeit und garantiert eine produktivere Mitarbeit. Der Wert eines Belohnungssystem wird beschrieben und die Verantwortung der Kinder für das eigene Lernen aufgezeigt.

Individualisierung bedeutet auch jedem Kind passende Förder- und Forderangebote zur Verfügung zu stellen. Die Autorin macht keinen Hehl daraus, dass dafür einiges an Material vorbereitet werden muss. Hier wird neben der Wochenplanarbeit auch die Arbeit an Themenheften, Werkstätten und Übungskisten angeschnitten. Durch bunte Fotografien erhält man einen Einblick in solche Übungskisten, bei denen der „Spielcharakter“ eine große Rolle spielt.

Leistungsfeststellungen sind genauso Thema wie Elternrückmeldungen. Neu und spannend war für mich der „Hausaufgabendienst“, der von Kindern übernommen wurde und Rückmeldungen mit Verbesserungswünschen enthielt.  Ich konnte aber auch einige Strukturen wiederfinden, die auch bei uns an der Grundschule erfolgreich umgesetzt werden, in Bezug auf Tagesstruktur, Reflexionsphasen und individuelle Rückmeldungen zu Tests.

Insgesamt ist es ein sprachlich sehr verständlicher Ratgeber mit vielen tollen anregenden Hinweisen aus der Grundschulpraxis. Lediglich die CD hätte man sich sparen können, es ist wenig ansprechend gestaltet und inhaltlich nicht wirklich gehaltvoll. Trotzdem bin ich von dem Buch begeistert und habe es schon einigen Kollegen empfohlen.

individuell lernen - gemeinsam arbeiten

Ein anregender Hospitationsbesuch in Buchform!

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Rupert Dernick und Werner Tiki Küstenmacher – Topfit für die Schule

Topfit für die Schule

 Für alle Menschen, egal, ob Erwachsene oder Kinder, gilt: Kein Mensch ist vollkommen. Jeder Mensch hat Schwächen, die er (in der Regel) mit Hilfe seiner Stärken ausgleichen kann. (Dieses Buch) … soll aber Mut machen, die vielen Fördermöglichkeiten, die es in jedem Haushalt gibt, bestmöglich zu nutzen. (S. 12)

Um den Kindern einen selbstbewussten und erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen, hat der Autor, selbst Vater von drei Kindern, sämtliche Tipps zusammengetragen, um die Lernbereitschaft und die Anpassungsfähigkeit im Familienalltag zu nutzen.

In manchen Elternhäusern werden die vorgeschlagenen Tipps bereits praktiziert und erscheinen überflüssig. Einigen Eltern ist jedoch die Bedeutung der Einbindung der Kinder im Alltag nicht bewusst und da es schneller ist, die Dinge selbst zu erledigen, wird Kindern vieles abgenommen oder erst gar nicht zugetraut. Dadurch werden viele Chancen in der Entwicklungsförderung vertan.

Die beste Schulvorbereitung bietet der Familienalltag. Eine empfohlene Übung ist z.B beim Einkaufen dem Kind gleichzeitig drei Aufträge zu erteilen. Hierbei muss das Kind die Nebengeräusche der Ansage, der evtl. weinenden Kinder oder der sich in der Nähe unterhaltenden Personen ausblenden, sich den Arbeitsauftrag merken, strukturiert die Lebensmittel suchen und in den Einkaufswagen packen. Diese Situation erinnert sehr stark an den Klassenraum und ist eine tolle Vorbereitung.

Neben der Förderung motorischer Fähigkeiten, werden Vorschläge zum Sortieren und Kategorisieren gemacht, eine kognitive Kompetenz, die in allen Fächern von großer Bedeutung ist. Spiele für das Gedächtnistraining und Förderung der sprachlichen Kompetenzen durch Klatschen und damit der Aneignung der Silbierung von Wörtern. Es ist wichtig Kindern einiges zuzutrauen und Situationen zu schaffen, in denen sie sich ausprobieren können.

Ganz witzig ist die FamilienErgo – ein Kompetenztraining für Kinder von 4 bis 7 Jahren – bei dem Schritt für Schritt 7 Tätigkeitsbereiche durchlaufen werden.

Viele Vorschläge wurden von mir dem Buch entnommen, um den Eltern beim ersten Elternabend meiner Erstklässler eine kleine Anleitung an die Hand zu geben. Erfahrungsgemäß sind sie froh über alltägliche Tipps, auch wenn vieles sicherlich bereits praktiziert wird. Trotzdem wird den Eltern das Gefühl vermittelt, dass wir zusammen arbeiten und dass das Elternhaus einen großen Einfluss auf schulische Erfolge hat.

Diesen Ratgeber kann ich wärmstens allen Erziehern, Eltern von Vorschulkindern und auch Lehrern empfehlen!

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Dominique Lurz und Barbara Scherrer – 111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

Die Autoren haben in diesem Werk, in Sinne einer Fundgrube, viele Ideen zusammengefasst, wie man unterschiedliche Lernprodukte mit Freude, Eifer und Kreativität vorstellen kann. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass auch sogenannte „Basics“ in diesem Sammelwerk ihren Platz finden, um ein rundes Paket zum Nachschlagen und Inspirieren  anbieten zu können.
Die 111 Ideen zum Präsentieren, Vorstellen und Dokumentieren wurden in folgende Kapitel unterteilt:
  1. Basics
  2. Ideen für wenig Aufwand/ Zeit
  3. Ideen für mittleren Aufwand
  4. Ideen für komplexere Präsentationen
  5. Ideen für musischen, künstlerischen und sportlichen Unterricht

Jede Idee gliedert sich in die Bereiche „Zeitbedarf; Jahrgangsstufe; Fächer; Sozialform; Ziele; Material/ Vorbereitung; So geht’s und  Tipps“. Einige Vorschläge werden mit passenden Zeichnungen unterstützt. Um eine bessere Vorstellung von den Inhalten zu bekommen, hier eine kleine Auswahl an Präsentationsideen:

  • Präsentationsteller, Marktplatz, Themenheft, Bodenbild, Weihnachtskoffer, Lapbook, Portfolio, Museumsgang, Ausstellungssockel, Pyramidenbau

Den Abschluss bilden einige Kopiervorlagen auf denen z.B. die einzelnen Schritte zur Erstellung eines Plakats festgehalten sind, Faltanleitungen für unterschiedliche Bücher oder aber auch ein Reflexionsbogen zur eigenen Mitarbeit an einem bestimmten Projekt.

Dieser praktische Ratgeber weist eine übersichtliche Gliederung auf und dient somit als Inspirationsquelle oder Nachschlagewerk, um sich als Lehrkraft weiterzubilden und neue Ideen bzw. Methoden in den Unterricht einfließen zu lassen. Besonders gelungen ist die gut zu überblickende Aufbereitung der Vorschläge. Um sich die jeweiligen Ideen besser vorstellen zu können und auch die Eigenmotivation zu steigern, wären Fotos aus der Unterrichtspraxis sicherlich noch anregender gewesen. Die Einbindung möglichst vieler Sinne steigert die Wahrscheinlichkeit der besseren Verarbeitung und Vernetzung mit dem bereits vorhandenen Wissen.

Die Unterteilung der Kapitel nach dem jeweiligen Aufwand ist für die Praxis durchaus sinnvoll. Hier hilft auch die Angabe, in welchem Fach der jeweilige Vorschlag gut umgesetzt werden kann. Wünschenswert wäre eine Tabelle im Anhang gewesen, die nach den Fächern unterteilt ist, sodass man sich schneller einen Überblick über die angebotenen Methoden und Ideen z.B.  zum Fach Mathematik holen kann. Die „Tipps“ zeigen worauf man im Vorfeld achten sollte oder welche Überlegungen noch anzustellen sind. Hier wird deutlich, dass die Autoren diese Vorschläge bereits selbst ausprobiert haben.
Insgesamt beinhaltet diese Sammlung ein breites Spektrum von bekannten bis nicht unbedingt alltäglichen Ideen, durch die das Präsentieren noch mehr Spaß macht und ein bisschen Abwechslung in den Schulalltag bringt. Schließlich verdienen die Lernergebnisse der Schüler einen angemessenen Rahmen und eine adäquate Würdigung.

111 Ideen für selbstständiges Präsentieren

Ein Sammelwerk an bekannten und einigen nicht unbedingt alltäglichen Ideen, die den Schulalltag bereichern.

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Jonas Lanig – Das erste Mal … im Lehrerberuf

Das erste Mal ... im Lehrerberuf

Nur wer sich selbst zu seinen Lücken bekennt, kann anderen ein guter Lehrer sein.

Um diese Wissenslücken zu Themen wie „Klassenkonferenz“, „Elternabend“, „Zeugnisbemerkungen“, „Wandertag“, „Klassenfahrt“ oder auch „Weihnachtsfest“ zu schließen, bietet dieses Buch grundlegende Informationen zu allen notwendigen Themen im Lehreralltag.

„Das erste Mal“ versteht sich als ein Logbuch für die Klassen 1-13, in dem alles Wissenswerte nachgeschlagen werden kann. Das Buch gliedert sich in folgende vier Kapitel:

  1. die Schule
  2. meine Klasse
  3. die Schüler
  4. der Unterricht

Jeder Unterpunkt wird mit einem konkreten Fallbeispiel eingeleitet, darauf folgend werden konkrete Vorschläge oder Gedankanstöße gemacht, die oft in einer Art Checkliste oder Übersicht à la „Das muss man beachten“ zusammengefasst sind.

Lehrer sind eigentlich auch Manager. In Bezug auf Unterricht wurden wir im Referendariat gut vorbereitet. Doch wo konnten wir lernen wie man eine Weihnachtsfeier gestaltet, durch einen Elternabend führt oder eine Klassenkonferenz leitet? Im Lehreralltag gibt es eine Unmenge an Organisationsaufgaben, die rechtzeitig abarbeitet werden wollen. Die nötigen Informationen holt man sich von erfahrenen Kollegen oder stellt irgendwann fest, dass man dieses oder jenes noch nachzuholen hat. Learning by doing, halt.

Ehrlich gesagt hat mich die für Verlag an der Ruhr ungewohnte grelle, pinkfarbene Gestaltung zu Beginn etwas abgeschreckt. Auch die Fallbeispiele kann ich getrost überspringen. Dafür sind die Checklisten und die kompakten Tabellen wirklich hilfreiche Hilfestellungen, die schnell überflogen werden können und in der Praxis sehr gut zu gebrauchen sind. Hier finden sich Übersichten über mögliche Sitzordnungen, Lösungsvorschläge für Disziplinprobleme, beispielhafte Klassenregelplakate, Monat-für-Monat Planung einer Klassenfahrt oder eine Ideensammlung an möglichen Arbeitsgemeinschaften.

Trotz der Tatsache, dass der Praxisratgeber viele Ratschläge eher für die höheren Klassenstufen bereitstellt, lohnt sich  eine Auseinandersetzung mit den Inhalten aus dem Logbuch, um den anspruchsvollen Lehreralltag souverän zu meistern!

Das erste Mal ... im Lehrerberuf

Viele hilfreiche Checklisten, Übersichten und Tabellen, die schnell überflogen werden können.

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Alexandra Ferrary – 77 motivierende Unterrichtseinstiege für die Grundschule

77 motivierende Unterrichtseinstiege

Abwechslungsreiche und motivierende Unterrichtseinstiege sind die Visitenkarten eines Lehrers. Dieses Werk gibt Hilfestellungen einem „Einstiegstrott“ zu entkommen oder ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Mit diesem Buch erhalten Sie eine Menge Ideen für abwechslungsreiche, handlungsorientierte und motivierende Stundeneinstiege, die meist ohne großen Aufwand und leicht durchführbar sind. Dabei finden sich sowohl Stundeneröffnungsrituale, Einstiege in einzelne Stunden als auch Einstiege in einen neuen Themenkomplex oder eine neue Unterrichtseinheit (S. 4).

Um das Werk zu komplementieren finden auch die traditionellen, konservativen Einstiege Erwähnung. Der Ideensammlung wurde ein theoretischer Teil, in dem der Begriff „Unterrichtseinstieg“ definiert wird, vorangestellt. Zur besseren Übersichtlichkeit lassen sich die Einstiege unter den folgenden Rubriken wiederfinden:

  • Stundeneröffnungsrituale
  • Übungen zum stofflichen Aufwärmen
  • Informierende Einstiege
  • Spielerische Einstiege
  • Problemorientierte Einstiege
  • Objektorientierende Einstiege
  • Kooperative Einstiege
  • Assoziative Einstiege
  • Kreative Einstiege

Neben allbekannten Einstiegen wie Hausaufgabenkontrolle, Begrüßung, Tageskalender oder Lied, werden in diesem Sammelwerk auch fächerspezifische Unterrichtseinstiege erläutert (z.B. Rechenkönig, Freies Spiel, Warmsingen). Besonders hilfreich für die Orientierung und das schnelle Wiederfinden bestimmter Einstiege ist das am Ende des Buches aufgeführte Alphabet-Verzeichnis und die Darstellung der Einstiege in einer Ideenfinder-Tabelle.

Das für mich wohl gelungenste und inspirierendste Kapitel gehört der Hauptkategorie „Objektorientierende Einstiege“ an. Neben einer beispielhaften Darstellung eines Wochenplans, wird auch ein Planungsbogen für die Arbeit im geöffneten Unterricht vorgestellt. Hierdurch wird das selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernen gefördert, indem Kinder zu einem Projektthema ganz offen eigene Idee auf einem strukturierten Bogen notieren können, um ihren eigenen Lernprozess zu gestalten. Im Kapitel „Kooperative Einstiege“ finden typische Methoden wie fishbowl, placemat und Kugellager Beachtung.

Positiv hervorzuheben sind die eingefügten Zeichnungen eines Tafelbildes oder die Piktogramme für die unterschiedlichen kooperativen Methoden. Das erleichtert das Verständnis und anhand der Beispiele können die aufgeführten Unterrichtseinstiege besser nachvollzogen werden.

Dieses Buch ist als eine Art Fundgrube zu betrachten, die gerne ab und an zur Hand genommen werden kann, um sich inspirieren zu lassen und einige „neue“ Einstiege in den Unterricht einzubauen.

77 Umotivierende Unterrichtseinstiege

Altbewährte und einige neue Ideen für abwechslungsreiche Unterrichtseinstiege.

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Karsten Koll und Jürgen Rudolph – Wenn es mit Schülern, Eltern und Kollegen mal schwierig wird

Wenn es mit Schüler, Eltern und Kollegen mal schwierig wird

Wir  wissen, dass Lehrer in ihrem Berufsalltag oft hartem Wind ausgesetzt sind und nicht selten ganz allein auf der „Brücke“ stehen. Dann steht oft die Frage, wie ich die Segel setzen muss, damit ich mein Ziel erreiche – und das möglichst entspannt, ohne Kraftverschwendung und zum Wohle aller, auch zu meinem Wohl (S. 6).

Wie dieser Ausschnitt aus dem Vorwort so bildlich beschreibt, sind Lehrer in der Tat vielfältigen Anforderungen im Schulalltag ausgesetzt. Sie werden mit zahlreichen Konflikten konfrontiert und müssen das soziale, erfüllende und konstruktive Miteinander stets im Auge behalten.

Dieser Ratgeber zeigt 50 realistische Fallbeispiele auf und bietet für die Klassen 1- 10 exemplarische Lösungsvorschläge. Dabei finden wiederkehrende Konfliktfälle nicht nur mit Schülern, sondern auch mit Eltern und Kollegen Erwähnung. Das letzte Kapitel konzentriert sich auf die Kooperation mit uns selbst.

Jedes Fallbeispiel beginnt mit einer kurzen Beschreibung des Problems. Es folgen einige Überlegungen zu den Gründen des jeweiligen Verhaltens und werden mit der Überschrift „Das könnten Sie tun“ abgerundet. Hierbei werden dem Leser konkrete Fragenformulierungen an die Hand gegeben, von denen ausgegangen wird, dass sie für den Fall nützlich sein könnten.

Auf die Konflikte im Lehrerleben wird man im Referendariat meist unzureichend vorbereitet, umso harter trifft einen der eisige Wind im Schulalltag, um bei der bildlichen Sprache der Autoren zu bleiben.

Die Auswahl der Fallbeispiele ist sehr gelungen und durchaus realitätsnah. In der nicht allzu langen Zeit als Vollzeitlehrerin habe ich sicherlich 75% der beschriebenen Problematiken selbst erlebt. Den größten Teil der Schwierigkeiten nehmen die Schüler für sich in Anspruch, so orientiert sich auch das Buch, den Umfang betrachtend, vordergründig an Problemen mit einzelnen Schülern. Hier geht es um Fallbeispiele rund um Interessensverlust, Respektlosigkeit, Verweigerung der Beteiligung, gelegentliche Hausaufgabenerledigungen, Mobbing, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten etc.

Im darauffolgenden Kapitel „Wenn es mit Eltern mal schwierig wird“ werden Problematik wie „aufdringliches und häufiges Anrufen“, „Streitigkeiten getrennter Eltern“, „Verdacht auf Misshandlung“, „Nicht-Einverständnis mit einer Zensur“ oder „Klagen über das langsame Vorgehen im Vergleich zur Parallelklasse“ behandelt. Innerhalb des Kollegiums gibt es aber auch oft Unstimmigkeiten, wie z.B. die Bevorzugung einiger Lehrer von der Schulleitung, das Reden hinter dem Rücken oder aber auch das „Nicht-Leiten“ der Schulleitung.

Besonders wichtig finde ich persönlich das oft vernachlässigte Themengebiet „Lehrergesundheit“. Als Lehrer nimmt man sehr viel aus dem Schulalltag nach Hause. Da fällt es vielen schwer vollständig abzuschalten und so animiert das letzte Kapitel zur Reflexion in Bezug auf „Feierabend“, „Danken“, „Sich-Gutes-tun“ oder auch „Freizeit gestalten“.

Mithilfe der exemplarischen Lösungsstrategien können zur Eigenreflexion Sichtweisen herangezogen werden, die man vorher vielleicht gar nicht bedacht hat. Außerdem kann man in ein evtl. belastendes Gespräch etwas besser vorbereitet gehen und womöglich auch mehr Selbstsicherheit ausstrahlen, weil man sich mit der Problematik eingehender befasst hat. Ich finde dieses Sammelsurium an Fallbeispielen sehr durchdacht. Es wäre zusätzlich noch wünschenswert gewesen etwas Konkretes an die Hand zu bekommen, wie z.B. Transparenzpunkte zur Strukturierung eines Elterngespräches, Fragebögen zum Arbeitsklima oder Formulare zur eigenen Einschätzung eines Elterngespräches bzw. Festhalten von Zielvereinbarungen etc.

Wenn es mit Schülern, Eltern und Kollegen mal schwierig wird

Material

Als zusätzliches Material habe ich eine exemplarische Sammlung an möglichen Transparenzpunkten zur Strukturierung eines Elterngespräches erstellt. Hierbei kann sich die Lehrkraft die jeweiligen Punkte für Elterngespräche herauspicken, um den Ablauf des Gespräches zu visualisieren.

Elterngespräch

Ein Ratgeber mit vielen interessanten und reflexionsanregenden Gedankengängen und Fragenformulierungen.

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