Hans de Beer – Gustav ganz groß

Gustav ganz groß - Hans de Beer

Die Stadt, in der der kleine Dackel wohnt ist groß. Gustav sieht alles immer nur von unten, nie hat er eine richtig schöne Aussicht. Bei diesem Gedanken fühlt er sich glatt noch kleiner.

Seine Freundin Emma rät Gustav sich auf den Weg zur großen Brücke zu machen. Dort verspricht sie ihm eine tolle Aussicht, die auch er ganz bestimmt genießen kann. Gleichzeitig warnt sie ihn rechtzeitig vor dem Einbruch der Dunkelheit zurückzukehren, denn die Stadt sieht nachts ganz anders aus als am Tag. Tatsächlich wird er mit einer fantastischen Aussicht belohnt und drückt seine Nase noch fester gegen die Fensterscheibe. Bald geht schon die Sonne unter und Gustav rennt aufgeregt zurück. Zum Glück kann ihm ein Kater helfen den Weg nach Hause zu finden. Und da Gustav so klein ist, schlüpft er durch die Katzenklappe schnell nach drinnen.

Hans de Beer thematisiert in diesem wundervoll gezeichneten Bilderbuch die Andersartigkeit und die Schwierigkeit, die damit einhergeht dies zu akzeptieren. Gustav kämpft mit seiner Größe und bedauert diesen Zustand in allen möglichen Situationen. Seine Sehnsucht auf eine schöne Aussicht ist einfach zu groß. Erst als seine Freundin Emma ihm eine Alternative bietet, scheint er vorerst sich zufrieden zu geben. Ein Hoffnungsschimmer ist seine Erkenntnis, dass Kleinsein auch seine Vorteile mit sich bringt und man so beispielsweise mühelos durch die Katzenklappe schlüpfen kann.

Etwas irritierend empfinde ich Gustavs Schlussgedanken „Ich werde einfach abwarten und wachsen – bis ich ein Stück größer bin“. Dieser Beschluss rüttelt an dem Gesamtkonzept seine Andersartigkeit anzunehmen. Ein Dackel kann eben nicht so groß wie ein Dalmatiner werden. Eine Hoffnung zu nähren, die nicht Realität werden kann, führt auf eine falsche Fährte. Es wäre schöner Gustav mit dem Gedanken einschlafen zu sehen: „Ich bin gut so wie ich bin und wenn ich möchte, kann ich „innerlich“ genauso groß sein wie die anderen.“ Mit ein bisschen Köpfchen können sich auch die Kleinen zu helfen wissen und über sich hinauswachsen.

Gustav ganz groß

Über sich hinauswachsen und seine Andersartigkeit annehmen!

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Gerhard Friedrich – Mit Kindern philosophieren

Mit Kindern philosophieren

Dieses Buch konzentriert sich auf die handlungsorientierte bzw. ganzheitliche Umsetzung  philosophischer Fragen im Rahmen kindlichen Lernens. Ein Geschichtenkonzept, ausgearbeitet zu den Themen „Freundschaft“, „Gut und Böse“, „Arm und reich“, „Religion“, „Wettbewerb, Erfolg, Misserfolg“, „Krankheit, Tod und Abschied“, „Ausgrenzung, Anderssein“ und „Glück“, leitet die Thematik stets mit einer Geschichte rund um die Protagonisten Lutz und Leonie ein. Aus den Erfahrungen und Ereignissen der beiden Kinder, werden Fragestellungen entwickelt, die sich nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, sondern zum Philosophieren einladen.

Zu jeder Thematik werden Spiele, Zitate, Gedichte, Lieder, Bauanleitungen und einiges mehr angeboten, um die Kreativität der Kinder zu wecken und sie zum Weiterdenken anzuregen.

Das Ziel dieses Buches soll sein, verschiedenste Fragen von Kindern aufzugreifen, ins Licht gemeinsamer Betrachtung und Diskussionen zu stellen und an diesen spannenden Auseinandersetzungen zu wachsen.

Ich muss zugeben ich bin ein großer Fan von „Philosophieren mit Kindern“. Die Planung einer AG zu diesem Thema nimmt immer mehr Gestalt an. Die Herausforderung des Moderators ist hierbei stets die passenden „Impulsfragen“ parat zu haben, um die Diskussion in Gang zu halten. Deshalb finde ich die „Forscherfragen“ in diesem Band besonders hilfreich und sinnvoll. Zu jeder Thematik werden, anschließend an die Geschichte, drei Forscherfragen formuliert, die von drei unterschiedlichen Experten (Kinderärzten, Pädagogen, Autoren, Medizinern etc.) ausführlich beantwortet werden. Durch diese Bandbreite an Beispielantworten zu philosophischen Fragen, entwickeln Kinder ein Gefühl dafür, dass viele Situationen individuell bewertet werden müssen und es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.  Auch die Vielzahl der Zitate lädt zum intensiven Interpretieren und Nachdenken ein und sensibilisiert Kinder für spezifische Problemstellungen.

Der ganzheitliche Ansatz ist besonders positiv hervorzuheben. Die Spiel- und Bastelideen ermöglichen den Kindern handelnd mit der Thematik umzugehen und die gewonnen Erkenntnisse und das neuerworbene Wissen anzuwenden. Sehr gelungen sind auch die Experimentvorschläge zum Thema „Arm und reich“ oder die Spielvorschläge rund um „Anderssein“ und „Ausgrenzung“.

Die Geschichten sind zum Teil doch recht lang und gehen über fünf Seiten hinaus. Hier müsste man, abhnägig von der Gruppe und dem Alter der Kinder, eventuell Kürzungen vornehmen, um die Konzentrationsspanne der Kinder nicht zu überstrapazieren. Auch hätte ich mir zu den Liedern eine CD gewünscht. Die Anzahl an beispielhaften Forscherfragen und weiterführenden Impulsfragen hätte erhöht werden können.

Das Konzept an sich ist jedoch sehr gut durchdacht, kindgerecht und eignet sich sehr gut als Grundlage für eine Umsetzung in einer Arbeitsgemeinschaft.

Mit Kindern philosophieren

Material

Um Kinder zum Nachdenken zu bringen und unterschiedliche Möglichkeiten im Kopf durchspielen zu lassen, habe ich einige „Was wäre, wenn …“ Fragen gesammelt, die bei Bedarf gerne von den Kindern erweitert werden können. Die Kärtchen dürfen auch gerne als Schreibanlass genutzt werden.

was wäre, wenn

Ganzheitliche Konzeption, Beachtung des entdeckenden Lernens, hilfreiche Forscherfragen und Zitate als weiterführende Anregungen zum Philosophieren.

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David McKee – Elmar

Elmar

Elmar ist kein grauer Elefant, wie alle anderen Elefanten in seiner Herde. Er ist anders. Er ist bunt kariert und bringt seine elefantenfarbenen Zeitgenossen immer zum Lachen. Doch genau das macht ihn eines Tages nachdenklich: „Ein karierter Elefant – wo gibt’s denn so was? (…) Kein Wunder, dass sie über mich lachen.“ Er beschließt sich den anderen anzupassen. Das Gefühl nicht mehr aus der Masse herauszustechen und genauso wie die anderen zu sein, missfällt Elmar schon sehr bald, sodass er sich wiederholt etwas Schelmisches ausdenkt, was ganz seinem Naturell entspricht!

Elmar hat sich zum zeitlosen Klassiker unter den Bilderbüchern gemausert und das zu recht! Die Thematik „Anderssein“ und „Einzigartigkeit“ wird in diesem Werk des britischen Kinderbuchautors nicht zuletzt durch die äußerst gelungene und farbenfrohe Darstellung des sehr symphatischen Elefanten bildlich hervorgehoben. Jedes Kind erkennt auf Anhieb, dass Elmar anders ist und nicht nur durch seine äußere Erscheinung glänzt, sondern auch durch seine Individualität. Diesen Punkt finde ich besonders erwähnenswert. Das Bewusstsein über die Stärken jedes Individuums steht hier im Mittelpunkt und Elmar zeigt auf eine sehr humorvolle Weise, dass man sich nicht verstellen sollte, nur um so zu sein, wie alle anderen.

Farbe bekennen und sich als Person akzeptieren, diese Botschaft vermittelt der freundliche und buntkarierte Elefant. David McKee hat eine Figur geschaffen, die im Gedächtnis bleibt und durch viele weitere Abenteuer weiterhin die jungen Leser begeistern kann.

Elmar

Material

Was bietet sich zu diesem Bilderbuch mehr an, als den buntkarierten Elefanten mithilfe der Reißtechnik im Kunstunterricht  darzustellen?  In der Schuleingangsphase kann ein Umriss eines Elefanten als Vorlage sehr hilfreich sein.

Ein entzückendes Bildbuch über einen ungewöhnlichen Elefanten, der seine Einzigartigkeit umarmt.

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Maria Luisa Banfi und Gianni De Conno – Amalia und die Ostereier

Amalia ist eine stolze Henne, denn sie legt die schönsten Eier weit und breit. Andere Hühner sind da immer ganz neidisch und Amalia stolziert mit hoch erhobenem Kopf und geschwellter Brust über den Hof. Sie wird von allen Hühnern für ihre schönen Eier bewundert, jedoch nicht für ihre Überheblichkeit.
An einem schönen Frühlingstag macht Amalia einen Spaziergang und entdeckt etwas was sie ganz außer sich werden  lässt. Hinter einem Busch sieht sie einen weißen Hasen und drei prachtvolle Eier. Sie glänzen in allen möglichen Farben und Amalia muss feststellen, dass sie weitaus schöner sind, als ihre eigenen.
Amalia beschließt nun auch so schöne bunte Eier zu legen und bemüht sich jeden Tag aufs Neue. Sie beobachtet die Hasen und kommt zu der Erkenntnis, dass es wohl an der Nahrung liegen muss. So beschliesst sie nur Hasenfutter zu fressen, was ihr jedoch gar nicht schmeckt. Doch auch diese Aktion führt nicht zu farbigen Eiern. Eines Tages nimmt sie ihren Mut zusammen und fragt die Hasen nach dem Geheimnis ihrer bunten Eier…

Die Geschichte  erinnert mich stark an das Buch „Das schönste Ei der Welt“ von Helme Heine, denn da ging es auch um die Schönheit von Eiern. Das war die erste Assoziation, die ich mit diesem Bilderbuch hatte. Die Illustrationen sind sehr tragend in diesem Bilderbuch. Sie sind farbenfroh, riesengroß, geben die Stimmung des Buches wunderbar wieder. Die Bilder könnten sehr gut im Bilderbuchkino eingesetzt werden. Außerdem bietet das Buch thematisch Gesprächsanlass über das Thema Eier und welche Tiere denn überhaupt Eier legen können. Auch an die Thematik Ostereierfarben und ihre Herstellung könnte hier sehr schön angeknüpft werden.

Ostereiersuche mal anders!
Ein tolles Bilderbuch mit wunderbaren Bildern, welches ich sicherlich im Unterricht einsetzen werde!

 

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