Antje Damm – Der Besuch

Elise ist ängstlich und menschenscheu. Sie bleibt daher am liebsten alleine in ihren vier Wänden. Eines Tages fliegt jedoch ein bunter Papierflieger durch das Fenster in ihre Wohnung. Schnell verbrennt sie das „seltsame Ding“ im Ofen. In der Nacht bekommt sie vor lauter Aufregung Alpträume.

Am nächsten Tag wird sie von einem Klopfen aufgeschreckt. Ein kleiner, neugieriger Junge erkundigt sich nach seinem Flieger und während er da so offen und unbekümmert spricht, muss er auch gleich aufs stille Örtchen. Ganz erstaunt und ein wenig überwältigt zeigt Elise ihm den Weg. Mit diesem überraschenden Besuch verändert sich Elises Leben.

Diese besondere Aufmachung in dem durchkomponierten Bilderbuch von Antje Damm entblättert sich langsam und gefühlvoll. Der Inhalt ist anfangs geprägt von einer umfassenden Melancholie und einer großen Schwermütigkeit. Die Farben sind trist und drückend und spiegeln die kaum vorhandene Lebensfreude der Protagonistin wider. Einsam sitzt sie in ihrer grauen Wohnung und trinkt Tee. Ihre Körperhaltung deutet an, dass sie der misslichen Lage in dem einsamen Tal nicht entkommen kann.

Mit dem unerwarteten Besuch des blauen Papierfliegers, kommt langsam wieder Farbe und Licht in ihr Leben. Antje Damm baut die Räume aus Kartonelementen nach, stellt die ausgeschnittenen Figuren hinein und fotografiert sie ab. Die Szenerien werden der Gefühlslage nach passend ausgeleuchtet und die Geschichte bekommt dadurch erstaunlich viele Tiefe. So können die Leser Seite für Seite erleben wie Elise auftaut und ihre Wohnung nun mehr Farbe und Vitalität gewinnt. Als Emil da so die Treppe hoch schlendert, zieht er einen roten Strahl hinter sich. Diese Liebe breitet sich schnell aus und verleiht Elise beim gemeinsamen Vorlesen rote Bäckchen. Letztlich erstrahlt Luises Wohnung in Regenbogenfarben!

weiterarbeit

Dieses Bilderbuch bietet vielfältige Beschäftigunsangebote. Im Kunstunterricht lässt sich der Farbwechsel in Bezug auf die Gefühlswelt interpretieren und anschließend im Schuhkarton die eigene Lieblingsszene aus einem gelesenen Buch in der Collagentechnik nachstellen. Denkbar wäre auch eigene Szenen zu einer ausgedachten Geschichte abzufotografieren und daraus ein Bilderbuch zu erstellen.

Papierflieger bieten ebenfalls eine tolle Grundlage, um das Falten in den Vordergrund zu rücken. Damit die Handlung auch sinnvoll ist, lassen sich die Papierflieger sicherlich dafür nutzen, um älteren Menschen eine Freude zu bereiten. Warum nicht einmal den Nachbarn eine kleine Botschaft in den Papierflieger schreiben und somit Lebensfreude verschenken?!

Ein Meisterstück! Danke Antje Damm!

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Emma Yarlett – Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

Der kleine Lockenkopf hat vor einigen Dingen im Leben Angst. Da wären z.B. bissige Hunde, Kleiderschränke, Gewitter, Spinnen oder alleine schon die schimpfende Oma. Doch eines macht ihm besonders viel Angst – die DUNKELHEIT! Diese Angst kehrt jeden Tag zur Schlafenszeit zurück. An einem Abend hat Leo es satt und schreit in die Dunkelheit, dass sie verschwinden soll. Im selben Augenblick wird die Dunkelheit lebendig.

Herr Dunkel erweist sich jedoch als ein netter Zeitgenosse. Und so zeigt Leo Herrn Dunkel die furchterregendsten Ecken im Haus und muss überrascht feststellen, dass sie dort den meisten Spaß haben. Sie haben gemeinsam so viel Spaß, dass der Abschied schwer fällt. Doch Herr Dunkel verspricht wiederzukommen … und zwar jede Nacht!

Dieses Bilderbuch zeigt die Schönheit der Nacht. Da wäre schon alleine der zauberhaft leuchtende Sternenhimmel, unterstützt durch ausgefallene Illustrationen, die mal kunterbunt, collagen- oder comichaft daherkommen. Jede Seite trumpft mit einer anderen Überraschung auf, als z.B. Herr Dunkel durch die Einbindung eines Pop-up-Elements tatsächlich auch dem Leser die Hand ausstreckt.

Um die Angst vor Dunkelheit, die jedes Kind einmal verspürt, zu minimieren, macht die Autorin den Feind zum Freund. Leo schaut nun genauer in die dunklen Ecken und erkennt, dass sie gar nicht so furchterregend sind. Dahinter steckt einzig und allein seine Fantasie.

Dieser Gedankenanstoß könnte Kindern helfen einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Gleichzeitig nimmt es die Sorgen und Befürchtungen des Protagonisten ernst und verdeutlicht, dass von der Dunkelheit keine Gefahr ausgeht. Dieser Erkenntnisgewinn ist ein Lernprozess und braucht Zeit.

Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor

 

 

Dieses liebevolle Bilderbuch nimmt Ängste ernst und macht Mut.

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Sabine Hönnige und Martina Unterfrauner – Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg

Das Zebra Wisch und Weg ist ein besonderes Zebra. An seinem Schwanz hängt ein großer, löchriger Zauberschwamm. Da es vor vielen Dingen Angst hat, zaubert es sich einfach mi dem Spruch „Schwämmchen, Schwämmchen, hör mir zu, ich will hier weg, dann hab ich Ruh!“ weg und taucht an einem anderen Ort wieder auf.

Der große Elefant macht dem Zebra Angst, genauso wie Dunkelheit, Höhe, Streitigkeiten, seltsame Geräusche und und und. Doch eines Tages ist sein Zauberschwamm einfach verschwunden und das ängstliche Zebra muss sich seinen Ängsten stellen. Bei einer Spinnen-Rettungsaktion merkt das Zebra, dass seine Angst oft unbegründet ist und man sich manchmal nur etwas trauen muss. Sein Mut wird belohnt und er lernt, dass es wichtig ist über seine Ängste und die unangenehmen Dinge zu sprechen.

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist eine Angstbewältigungsgeschichte. Der erste Schritt ist immer sich als Kind die eigene Angst einzugestehen. Damit umzugehen ist der nächste Schritt. Das Zebra flüchtet sich zunächst vor scheinbar bedrohlichen Situationen und dichtet sich die schrecklichen Ereignisse zurecht. Irgendwann ist es gezwungen sich der eigenen Angst zu stellen und merkt, dass diese auch überwunden werden kann.

Sehr schön ist der vorgeschlagene Zugang erst über die Angst und die bedrohlichen Situationen zu sprechen. Zur Bewältigung schaut das Zebra daraufhin genauer hin, um zu erkennen ob Flucht sinnvoll ist, wie z.B. bei einer Begegnung mit Löwen oder Hyänen oder ob die Situation durch die eigene Angst verzerrt wurde. So entpuppt sich das dunkle Monster schnell als der eigene Schatten. Diese Differenzierung ist für das Überleben von Mensch und Tier sehr wichtig.

Das Bilderbuch ist mit einem Seitenumfang von 40 Seiten ziemlich umfassend. Die Darstellung der Mimik und Körperhaltung lassen keinen Zweifel an der Gefühlslage des Zebras; allein das traurige Gesicht und die zusammengekrümmte  Haltung auf der Titelseite sprechen Bände. Erfreulicherweise widmet sich die Autorin dem befreienden Gefühl, das die Loslösung von der Angst mit sich bringt, sehr ausführlich. So entdeckt das Zebra nach und nach, was es zuvor aufgrund der beherrschenden Angst alles verpasst hat: den funkelnden Sternenhimmel bei Nacht oder den kitzelnden Windhauch hoch oben auf den Bergen. Hier zeigt sich auch, dass es Wirklichkeit als solche nicht gibt, sondern nur die von uns – innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen – konstruierte Wirklichkeit.

Das Zebra Wisch und Weg

„Das Zebra Wisch und Weg“ ist ein aufbauendes Bilderbuch, das dazu einlädt, mit Kindern über ihre Ängste zu sprechen.

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Claude K. Dubois – Akim rennt

Akim rennt

Akim spielt am Fluss mit seinen Freunden, als die Luft vom dumpfen Lärm und Schüssen erbebt. Er versucht Zuflucht in seinem Haus zu finden, muss jedoch feststellen, dass es zerbombt wurde und nur noch Rauch und Asche ist. Akim rennt.  Er will zu seiner Familie. In einem Unterschlupf verbringt er einige Tage, bevor Soldaten das Haus stürmen und einige Kinder mitnehmen. Akim kann flüchten. Er rennt. In einer Hilfsorganisation gibt es einen Schlafplatz und Essen. Im Lager ist Akim in Sicherheit. Die Sehnsucht nach seiner Mutter ist weiterhin groß und die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Wochen verfolgen ihn unentwegt…

Das Bilderbuch „Akim rennt“ thematisiert die Auswirkungen eines Krieges auf Kinder und die damit verbundenen Traumata. Das Buch handelt von Flucht, Angst, Verlust und Leiden eines kleinen Jungen, der nicht begreifen kann was um ihn herum geschieht. Auf 96 Seiten werden Bleistiftskizzen präsentiert, die das Grauen, das mit dem Krieg einhergeht, so verbildlichen, dass einem ein kalter Schauer den Rücken herunterläuft.

Die Textebene wird relativ sachlich, nüchtern und kurz gehalten, während die Illustrationen die eigentlichen Akteure dieser Geschichte sind. Sie vermögen mehr zu erzählen als bloße Worte. Es ist die Angst in den Augen, die Verzweiflung in den Bewegungen, der Schrecken und die Zerstörung in der Umgebung, die Grausamkeit im Überlebenskampf und die pure Sehnsucht nach den Liebenden, die diese Geschichte trägt. Die überwiegenden Bildanteile sind grau, versehen mit harten Linienstrichen, die Chaos und Zerstörung ausdrücken. Die Menschen sind Schatten ihrer selbst.

Dieses Bilderbuch trifft explosionsartig ins Herz und schnürt einem die Kehle zu. Es steckt so viel Realität, Schmerz und Unverblümtheit in diesem Buch, dass es emotional bewegt. Es schildert ein verstörendes Abbild des Krieges und das Happy-End am Schluss scheint lediglich ein kleiner Wermutstropfen, wenn man bedenkt, dass es vielen wehrlosen Kindern dort draußen ähnlich ergeht.

Amnesty International und PRO ASYL unterstützen Dubois‘  Bilderbuch und kämpfen für das Recht auf Schutz und Asyl.

Akim rennt
„Akim rennt“ weckt Anteilnahme und schafft einen emotionalen Zugang zu den Schicksalen tausender Flüchtlinge.

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TOP 5 – Angst im Dunkeln

angst

Die Erfahrung von Angst gehört zum natürlichen menschlichen Dasein. Sie ist eine Vorbereitung auf reelle oder scheinbar gefährliche Situationen. In der Evolutionsgeschichte kommt ihr eine sichernde Funktion zu und somit gehört sie zu den Strategien, die das Überleben gewährleisten. Die Thematik „Angst im Dunkeln“ wurde in mehreren Bilderbüchern ganz unterschiedlich aufgegriffen. Die folgende Liste verschafft einen kurzen Überblick über die verschiedenen Anknüpfungspunkte bei der Bewältigung der Angstproblematik.

TOP 1:

„Ich brauche mein Monster“ begegnet dem Thema Angst im Dunkeln mit viel Humor. Amanda Noll versucht das Ungeheuerliche als etwas Notwendiges und Positives darzustellen und so verliert sich das Dunkle und Angsteinflößende. Der kleine Junge benötigt unbedingt ein gruseliges Monster, um einschlafen zu können. Da sein Monster verreist ist, wird ihm Ersatz geschickt. Doch keiner ist so gruselig wie sein Monster Nick. Kinder lieben dieses Bilderbuch und versuchen stets zu erraten wie Nick wohl aussehen mag. Es ist ein wunderbarer Schreib- oder Malanlass bereits für Kinder ab 4.

Zur ausführlichen Rezension hier entlang.

TOP 2:

„Dunkel“ von Lemony Snicket nutzt eine reflektierende und schon fast abgeklärte Herangehensweise an die Angst-Thematik. Das Dunkel wird als etwas Notwendiges und vor allem Natürliches gesehen, vor dem man keine Angst zu haben braucht. Die Dunkelheit umgibt uns immer, wenn wir blinzeln oder schlafen.

Ein mit vielen düsteren Bildern gespicktes, beinahe sachliches Bilderbuch für Kinder, die nach nachvollziehbaren Erklärungen dürsten.

Zur ausführlichen Rezension hier entlang.

TOP 3:

Im Bilderbuch „Lukas, das Eckenmonster“ wird eine authentische Bettsituation geschildert. Immer wenn die Mutter das Zimmer verlässt und das Licht ausmacht, taucht ein Eckenmonster in seinem Zimmer auf. Kinder tun sich dann oft schwer, zwischen Realität und Einbildung zu unterscheiden. So geht es auch Lukas. Seine Angstgefühle werden so groß, dass er kaum in seinem Zimmer einschlafen kann.

Michaela Holzinger hat sinnvollerweise Lukas selbst nach einer  unkonventionellen Lösung suchen lassen, die ihm Sicherheit und Vertrauen schenkt. Dabei spielt auch das Mutter-Kind-Verhältnis eine bedeutende Rolle.

Zur ausführlichen Rezension hier entlang.

TOP 4:

Im dunklen Zimmer hören Felipe und Max sonderbare und äußerst unheimliche Geräusche. Wenn die Augen nichts sehen können, können die Ohren umso besser hören. Auf der Suche nach der Quelle der gruseligen Geräusche, gesellen sich immer mehr Wesen dazu und die Fantasie malt blühende Schreckensszenarien. Hmm… wer hätte gedacht, dass schlussendlich so ein winziges und ungefährliches Tier solche Geräusche machen kann?

Die wichtige Botschaft in diesem hervorragend illustrierten Bilderbuch ist: Angst zu haben ist ganz normal. Denn auch große Wesen, wie ein Riese oder Vampir haben Angst. Die überraschende Auflösung zum Schluss zeigt, dass Angst oft auch unbegründet sein kann, da uns unsere eigene Fantasie einen Streich spielt.

TOP 5:

„Die Hexe, die sich im Dunkeln fürchtete“ offenbart die Ängste einer kleinen Hexe, die beschließt etwas gegen ihre Angst zu tun. Sie mischt einen Trank zusammen aus Zutaten, die sie erst mühevoll organisieren muss. Die Beschaffung jeder einzelnen Zutat an sich verlangt allerdings enorm viel Mut und lässt die Hexe wachsen. Sie gewinnt Freunde und die Erkenntnis, dass jeder vor irgendetwas im Leben Angst hat.

Eine Geschichte voller Spannung, gelungenen Charakteren, tollen Bildern und einer wichtigen Botschaft.

Saskia Hula und Eva Muszynski – Gilberts grausiges Getier

Gilberst grausiges Getier

Gilbert ist das allererste Mal alleine zu Hause. Seine Mutter muss ganz kurz zur Apotheke und da Gilbert in ihren Augen schon groß ist, lässt sie ihn alleine zurück. In dem großen und dunklen Haus ist Gilbert ganz mulmig zumute. Hier lauern nämlich die furchterregendsten Tiere. Gilbert beschließt ganz still zu sitzen und sich nicht zu bewegen, denn so glauben die Tiere vielleicht, dass keiner im Haus ist. Blöd nur, dass er schon bald auf die Toilette muss und der Weg dorthin ist lang. Am Zielort angelangt, erwartet Gilbert eine kleine Überraschung, die seine Angst ein bisschen abschwächt und ihm Zuversicht schenkt.

In diesem Bilderbuch von Saskia Hula wird die kleinkindliche Grundangst in Bezug auf die Trennung von Bezugspersonen thematisiert.  Die Angst vor dem Verlassenwerden wird zugleich auf die Dunkelheit projiziert. Der kleine Gilbert wehrt die Angst mit Hilfe seiner Fantasie ab und erfindet somit grausame Tiere. Hier wird dem Phänomen Angst mit dunklen Räumen und einer bunten Schar von Ungeheuern aufgewartet.

Bisher kam Gilbert nicht an den Lichtschalter auf der Toilette und hat diesen Raum als bedrohlich empfunden. Durch das aufgrund der äußeren Umstände erzwungene Erfolgserlebnis, gewinnt der kleine Protagonist im Laufe der Geschichte immer mehr an Selbstvertrauen und Zuversicht. Er bringt den Mut auf die Angst vor dem Neuen und Fremden zu überwinden.

Es wäre schön gewesen einen Einblick in die Dimension der Mutter-Kind-Beziehung zu bekommen. Gilberts Angstbewältigungsstrategie in Form des imaginären Ansatzes resultiert aus dem Urbedürfnis nach Liebe und Geborgenheit. Vielleicht wäre es möglich die Angst vor Dunkelheit in Zusammenhang mit der entsprechenden Angst vor Einsamkeit zu bringen, indem am Ende der Geschichte ein Bogen zurück zur Mutter geschlagen wird.

Gilberst grausiges Getier
Eine wichtige Botschaft: Manchmal muss man sich etwas zutrauen, um Erfolgserlebnisse verzeichnen und somit wachsen zu können.

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Lemony Snicket und Jon Klassen – Dunkel

Dunkel Jon Klassen

Die Dunkelheit jagt Leo große Angst ein. Sobald die Sonne untergeht, breitet sich das „Dunkel“ im ganzen Haus aus. Es versteckt sich im Schrank, hinter dem Duschvorhang und auch unter den Treppen. Doch die meiste Zeit verbringt das Dunkel im Keller, dort wo es auf den Sonnenuntergang wartet. Eines Nachts kommt das Dunkel in Leos Zimmer, um ihm etwas zu zeigen. Mit einer Taschenlampe bewaffnet, begibt sich Leo auf den Weg in den Keller, wo er eine sonderbare Entdeckung macht …

Die Angst vor der Dunkelheit beschäftigt viele Kinder. Die Thematik hat somit einen engen Alltagsbezug und spricht viele Kinder an. Oft spielt die Fantasie den Kindern einen Streich, sobald die Augen nichts mehr sehen können. In den sehr dunkel gehaltenen Illustrationen von Jon Klassen ist diese Erfahrung des Nicht-sehen-könnens wunderbar eingefangen. Lediglich die Taschenlampe in Leos Händen beleuchtet die Umgebung, so dass das Dunkel sehr viel Raum erhält.

Leos Angst ist für den Leser schon fast spürbar. Die Wirkung wird durch die Illustrationen verstärkt. Es empfiehlt sich das Bilderbuch nicht unbedingt vor dem Zubettgehen zu lesen. Ein gemeinsames Gespräch über den Ausgang der Geschichte ist ebenfalls sehr ratsam. Schließlich wird das Dunkel zum Schluss als etwas Notwendiges und vor allem Natürliches gesehen.

Als Leo ins Bett ging, war das Dunkel nicht mehr in seinem Zimmer, außer als er die Augen zumachte, um zu schlafen.

Diese Erkenntnis ist sehr beruhigend: Das Dunkel begleitet uns täglich wenn wir einfach nur die Augen schließen.

Dunkel Jon Klassen
Ein Bilderbuch über die Angst vor der Dunkelheit und wie man sich ihr stellen kann.

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