John Farndon und Tim Hutchinson – So funktioniert dein Körper

Rezension

Dieses Sachbuch zum Thema „Körper“ nimmt den Leser auf eine spannende Tour durch das menschliche Wunderwerk. Einzelne Stationen sind „Zellen“, „Verdauung“, „Blutkreislauf“, „Knochen“, „Muskeln“, „Nervensystem“, „Atmung“, „Krankheiten“ und „Fortpflanzung“. Die Illustrationen vereinfachen den eigentlichen Vorgang und verbildlichen es in Form von einer Art Maschinerie. Därme werden als Rutschen veranschaulicht, die Muskelbewegungen sind Schaukeln und die eigentlichen Elemente bzw. Bausteine des Körpers werden als Silos  mit Wasser, Kohlenhydraten etc. den Kindern näher gebracht.

Die Originalausgabe trägt den Titel „Stuff you should know about the human body“. Hier werden tatsächlich wichtige Fakten vereinfacht und den Kindern verdeutlicht. Allerdings sind manche Seiten zu überladen. Hier verliert sich der Blick und das Verständnis für das Ganze wird getrübt. Kinder sollten auch schon einiges an Vorwissen mitbringen, um den Darstellungen folgen zu können. Daher würde ich das Sachbuch eher für Kinder ab 10 Jahren empfehlen. Manche Begrifflichkeiten wie „Codons“ oder „Gonadotropin-Releasing-Hormon (GHR)“ musste ich selbst erst nachschlagen.

Was ist Geruch?
Dinge riechen, wenn die Moleküle verdampfen, die dann als Gasteilchen mit der Luft davongetragen werden. Wenn solche Moleküle deine Nase erreichen, reizen sie Sensoren und der Riechvorgang beginnt.

Die Integration von vier Klappseiten ist sinnvoll eingebaut, da die jeweilige Thematik so nicht nur inhaltlich vertieft werden kann. So wird das Kapitel „Krankheit“ durch aufklappbare Seiten zur Thematik „Genesung“ geführt. Hier hätte ich mir lediglich die Stabilität der Seiten etwas fester gewünscht.

Sehr spannend, aus der Erwachsenen-Sicht, fand ich die Doppelseite zum Thema „Gehirn“ und „Denken“. Diese komplexe Vernetzung als fantastischen Computer zu verknüpfen ist gelungen.

Blick ins Buch

Fazit

Ein wichtiges Thema – spannend illustratorisch umgesetzt

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Ilona Holterdorf und Petra Proßowsky – Kleine Yoga-Rituale für jeden Tag

Die Umsetzung dieses Buch habe ich in der Praxis erlebt und war ganz begeistert! Eine Kollegin hat aus einer Notwendigkeit heraus, die Kinder sportlich beschäftigen zu müssen, eine Kinder-Yoga-Stunde im täglichen Stundenplan etabliert. Auf einem großen Teppich und ganz ohne Schuhe, konnten die Kinder ihre Muskeln durch spielerische und kindgerechte Aktivitäten entspannen und abwechselnd auch anspannen. Für sie war es in der abschließenden Reflexionsrunde das Highlight des Schultags und das sagt schon viel über die Effektivität und den Attraktivitätswert aus. Als Grundlage lag der Lehrkraft dieses Buch vor!

Auf insgesamt 140 Seiten wird eine große Bandbreite an Übungen und Spielen zum Abschalten, Entspannen und Regenerieren präsentiert. Die Yoga-ABC-Kartei (siehe Bild unten) beinhaltet alle vorgestellten Übungen, die meisten davon sind nach Tieren benannt oder stammen aus der unmittelbaren Lebenswelt der Kinder. So  können sie sich die Namen viel besser merken und haben einen direkten Bezug dazu. Der Affengruß erinnert sehr stark an das Trommeln eines Gorillas auf die Brust, der Fisch auf einer Flosse ist ebenfalls leicht zu merken, genauso wie die aufblühende Lotusblume.

Als Einstieg in die Yoga-Stunde werden neun Anfangsrituale vorgeschlagen, die abwechselnd und immer erweiternd eingesetzt werden können. Es sind zum Teil Streck- und Dehnübungen oder einfach nur Lieder zur Auflockerung der Muskeln. Zur Förderung von Konzentration und Selbstbewusstsein stehen 17 Sprechverse, die rhythmisch gesprochen  werden und zusätzlich instrumental unterlegt werden können, zur Auswahl. Zahlreiche Kreisspiele und Massagen zur Entspannung runden das Angebot ab.

Es finden sich auch einige hilfreiche Reflexionsvorschläge für den gemeinsamen Abschluss einer Yoga-Stunde wieder.

Die mitgelieferte DVD gibt einen Einblick in eine mögliche Umsetzung dieser Übungen im Klassenzimmer. An einer Berliner Schule darf man Mäuschen spielen und Kinder bei ihren Spielen, Sprechversen und Übungen beobachten.

Dieses Buch kann tatsächlich ganz ohne Vorkenntnisse auf dem Yoga-Gebiet eingesetzt werden. Die Übungen sind alle unabhängig voneinander aufgebaut und können ganz individuell ausgesucht und jongliert werden. Es stellt sich schon bald heraus, welche Vorlieben vorherrschen. Die Anleitungen sind sehr kleinschrittig und unterstützen mit vielen Bildern den Ablauf der einzelnen Bewegungen.

Die ABC-Kartei kann auf farbiges Papier gedruckt und für Spiele laminiert werden. Auch als sich immer erweiterndes Plakat macht es viel her. Das dazu passende Bild ist auf jeder Übung abgebildet und verdeutlicht auch jüngeren Kindern, die noch nicht lesen können, was zu machen ist.

Die authentischen Umsetzungsbeispiele auf der DVD zeigen wie einfach die vorgeschlagenen Yoga-Rituale umgesetzt werden können. (Obwohl ich Yoga mit Schuhen und zwischen Tischen und Stühlen für nicht allzu sinnvoll halte…)

Durch die große Variationsbandbreite und keine strikt vorgegebene Vorgehensweise, stellt sich dieses Buch als das perfekte Yoga-Buch für jüngere Kinder heraus. In der Praxis durfte ich vor allem die Erfolge dieser Vorschläge sehen!

Die Verlagsseite gewährt einen Einblick in die ersten 20 Seiten: hier entlang.

Ein sehr empfehlenswertes Werk mit einfachen Yoga-Ritualen für jeden Tag!

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Gisel Walter – Kinder entdecken ihre 7 Sinne – Band 2

Nach dem ersten Band zu „Kinder entdecken ihre Sinne“ mit dem Schwerpunkt  Sehen, Hören, Riechen und Schmecken erscheint nun das nachfolgende Band, welches sich auf die Sinneswahrnehmungen Tasten, Bewegen und Gleichgewicht halten konzentriert.

Neben fundierten Hintergrundinformationen werden Spiele, Experimente und Forscheraufträge zur Sinneswahrnehmung  vorgestellt. Die Sinne Tasten und Bewegen umfassen jeweils 50 Seiten, während dem Gleichgewicht 30 Seiten gewidmet wurden. Bei den Spielen und Experimenten wurde ein großer Wert auf die Beteiligung der Kinder gelegt. Das heißt sie machen, erforschen, erfinden und lernen. Bei allen „Spielen“ informiert ein kurzer Text den Leser über Sinn und Lernziel der Aktivität und gibt die dazugehröige Alters- und Zeitangabe.

Als zusätzliches Bonbon macht Gisela Walter die Sprachförderung in einigen Spielen schmackhaft und bindet Synonyme für Bewegen oder Tasten an, stellt passende Redensarten vor, die allesamt zum spielerischen und kreativen Sprachgebrauch anregen sollen.

Nicht alle Spiele sind als typische Spiele zu verstehen. Oft sind es einfach „nur“ Beobachtungs- und Forscheraufträge, wenn es z.B. darum geht gemeinsam die Haut auf der Handinnenfläche, dem Unterarm, der Nase, den Augen oder den Fersen abzutasten und gemeinsam die neuen Erkenntnisse festzuhalten. Zur Förderung der Berührungssensibilität ist der Vorschlag zum Erspüren der Seifenblasen sehr inspirierend. Die Begründungen warum z.B. der Rücken weitaus weniger Berührungen wahrnimmt und somit 3 von 5 Fingern nur schlecht unterscheiden kann, während die Fußsohle erheblich sensibler ist, wird in einem „Info-Kasten“ sehr nachvollziehbar erläutert.

Die Illustrationen von Simone Pahl gleichen erstaunlich den Bildern von Kerstin Heinlein, die das vorherige Band illustriert hat und verdeutlichen die unterschiedlichen Schichten der Haut, den Gehörgang oder bilden einfach den Spielvorgang ab.

Zum Schwerpunkt Bewegen werden Aktivitäten rund um Körperteile, Muskeln, Gelenke, Geschwindigkeit, Reaktion und Geschicklichkeit thematisiert, die eine große Bandbreite an unterschiedlichen Anregungen zu einem Thema abdecken. Die meisten Spiele können ohne viel Aufwand und Materialen durchgeführt werden und werden die Kinder das ein oder andere Faszinierende an ihrem Körper entdecken lassen!

Fundierte Sachinformationen in unterschiedliche und abwechslungsreiche Spiele und Wahrnehmungsaufträge verpackt, die die Kinder auf ihrem eigenem Niveau ansprechen und viel Wissen vermitteln.

 

 

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Ursula Salbert – Das Kinderyoga Spielebuch

Ursula Salbert möchte mit diesem Buch, nach eigener Angabe, „einen Beitrag zur Akzeptanz dieser wertvollen Methode leisten und sie als Möglichkeit zur Erhöhung der Lebensqualität der Kinder ins öffentliche Bewusstsein rücken“ (S. 8).

In diesem Praxis-Buch wurden 48 Kinderyoga-Übungen zusammengtragen.  Die Identifikationsfiguren Maus und Biene bilden die Hauptfiguren der Vorlesegeschichten. Sie verkörpern unterschiedliche Charaktere und reisen getrennt von einander nach Indien. Dort lernen sie die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen kennen und erlernen von ihnen auf abenteuerliche Art und Weise Yoga. Den Vorlesegeschichten folgen Spielgeschichten, hier haben Kinder die Gelegenheit in die Rolle der jeweiligen Hauptfigur zu schlüpfen und selbst Yoga- und Atemübungen durchzuführen. Die abschließende Traumgeschichte bietet die Möglichkeit alle Vorstellungsbilder und Empfindungen in Ruhe zu verinnerlichen.

Den Übungen vorangestellt sind wertvolle pädagogische Informationen über Kinderyoga, Hinweise zur Planung und Durchführung und Konzentrations- und Meditationsübungen. Eine sehr nützliche Beilage, ein Plakat mit 48 Bildkarten mit Yoga-Übungen aus den Spielgeschichten, rundet das Angebot ab.

Durch die ständige Reizüberflutung unserer Kinder und der mangelnden Zeit diese zu verarbeiten, werden immer mehr Kinder stressgeplagter. Der wachsende Zeit- und Leistungsdruck tut sein Übriges. So fehlt vielen Kindern die Zeit zum fantasievollen Spiel im Freien und die Möglichkeit sich selbst und ihre Umwelt ausgiebig zu erspüren, zu erleben, zu begreifen, zu experimentieren und auszuprobieren. Dieses Buch baut auf diesem Problem auf und möchte das spielerische Lernen mit dem Wechsel von Bewegung und Ruhe in den Vordergrund rücken.

Dieses sehr durchdachte Praxisbuch ist sehr schön nach 14 aufeinander aufbauenden Yoga-Spielgeschichten mit Übungsangaben und Traumgeschichten konzipiert. Neben der eigentlichen Spielgeschichte werden die jeweiligen Bewegungen herausgehoben und mithilfe eines Bildes noch einmal verdeutlicht. So weiß die Lehrkraft ganz genau, welche Bewegung zu welchem Textabschnitt durchgeführt werden soll.

Die 48 Yoga Übungen, die noch einmal getrennt von den Spielgeschichten mit Maus und Biene vorgestellt werden, werden nach dem Dreischritt (Vorstellungsbild, Übungsverlauf und Übungsziele) strukturiert. Im Vorstellungsbild wird eine Situation beschrieben nach der gehandelt werden soll. In der Kategorie Atemübung ist ein wehender Wind, der die Wolken, Blätter und Zweige wegpustet, als eine Art Sinnbild der Übung zu sehen. Natürlich können hierbei auch tatsächlich Blätter eingesetzt werden, um das Ausatmen sinnhafter zu gestalten. Die Übungsziele führen der Lehrkraft vor Augen welche Absicht die jeweilige Übung hat (z.B. Entschlackt den Körper, Stärkt das Lungengewebe, Fördert die Durchblutung, Hilft mental loszulassen etc.).

Dieses Kinderyoga-Spielebuch würde sich besonders gut für die Nachmittagsbetreuung eignen, sei es für eine AG oder den Ganztag. Die jeweiligen Stundenbilder sind durchdacht und so aufbereitet, dass sie gleich eingesetzt werden können. Ich würde mir persönlich zumindest für die Traumgeschichten eine CD mit schöner Entspannungsmusik wünschen. Vielleicht könnte hier die Geschichte sogar drauf gesprochen werden.

Ein praxisnahes Kinderyoga-Spielebuch, das viel Hintergrundwissen bietet und für Laien auf diesem Gebiet eine tolle Möglichkeit darstellt mit Kindern Yoga spielerisch zu praktizieren.

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