Cara Manes und Fatinha Ramos – Sonia Delaunay und ihre Farben

Charles findet eine farbenfrohe Decke, die ihm aus unerklärlichen Gründen vertraut vorkommt. Seine Mutter Sonia erklärt ihm daraufhin, dass sie es für ihn gemacht hat, als er auf die Welt kam. Als sie die Stoffstückchen zusammen nähte, hörte sie die Farben beinahe singen, als ob sie lebendig wären. Und da der Junge sich sehr über die besondere Fähigkeit seiner Mutter wundert, nimmt sie ihn mit auf eine Reise …

Sie besuchen einen Bal Bullier, Stände mit Obst und Gemüse, ein Geschäft in Amsterdam, das Sonias bunte Stoffe verkauft.

… denn Kunst kann man nicht nur anschauen, man kann darauf sitzen, sie anziehen oder darin fahren. Kunst ist überall.

Als Sonia wieder aufbrechen möchte, ist Charles noch gar nicht bereit.

Ich habe so viele Farben in meinen Augen und Musik in meinen Ohren und Ideen in meinem Kopf.

Rezension

Sonia Delaunay war eine der faszinierenden Persönlichkeiten im 20. Jahrhundert. Gemeinsam mit ihrem Mann Robert Delaunay widmete sie sich erfolgreich der abstrakten Malerei. Die farbenfrohen Kunstwerke beschränkten sich nicht nur auf die Leinwand, sondern fanden ihren Ausdruck in der Mode, Kulissen, Skulpturen oder Textilien.

Dieses Bilderbuch reißt die wichtigsten Punkte im Leben der Künstlerin an. An den wichtigsten Stationen machen Mutter und Sohn Halt und so gewinnt der Leser schnell einen Überblick über ihr Leben und ihren Schaffungsprozess. Es geht darum die Farben zu fühlen und sich auf die Kunst einzulassen. Das Leben ist schließlich Kunst.

Passend zu den Erlebnissen werden Original-Kunstwerke integriert. Der „Portugiesische Markt“ oder die „Elektrischen Prismen“, genau so wie „Le Bal Bullier“ werden passend zu Geschichte dem Leser präsentiert. Hier wird die Gleichzeitigkeit von Sehen und Hören unterstrichen. Der Lyriker Guillaume Apollinaire nannte diese Art zu arbeiten Orphismus. Charles wurde später, beeinflusst durch seine Eltern, Jazz-Experte und -Autor.

 

Blick ins Buch

Fazit

Sehen und Hören als Elemente der Kunst, die unseren Alltag in jeglichen Bereichen durchdringen.

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Joanne Liu – Kunst für Max

Rezension

Max besucht zum allerersten Mal ein Kunstmuseum. Neben Kunstwerken von Henri Matisse, Claude Monet, Pablo Picasso und Joan Miro, sind auch Skulpturen von Henry Moore ausgestellt. Das Bilderbuch kommt ganz ohne Worte aus. Die Illustrationen sind passend zur Thematik sehr bedeutungstragend.

So erlebt der Betrachter wie der kleine Junge seinen schwarfen Blick nach seiner ganz eigenen Interpretation der Kunst umlenkt. Während die Kunstbesucher das Kunstwerk „Guernica“ begutachten, richtet Max seinen Blick auf die Menschen und sieht die grimmigen, nachdenklichen Gesichtsausdrücke. Man kommt nicht umhin zu mutmaßen, dass genau sie die Akteure der dargestellten Szene sein könnten.

Der „Seerosenteich und die Brücke“ von Claude Monet bewegt Max dazu aus dem Fenster zu schauen und die eigentliche Quelle und Inspiration des Künstlers hautnah auf sich wirken zu lassen. Die Kunst umgibt uns überall. Man man muss nur den Blick dafür haben. Diese naive und reine Sichtweise des Kindes ist ein Schlüssel für jeden Kunstliebhaber und ein wahrer Herzöffner.

Die abschließende Doppelseite im Kunstmuseum ist die Krönung seines Weges. Max entfernt sich als passiver Betrachter der Kunst und nutzt den Schatten der Sonne, um mit seinem Körper ein eigenes Abbild der Kunstwerke nach Henri Matisse „Nu bleu“ zu gestalten. Er ist nun selbst Akteur. Max wird zum Künstler.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Herzöffner für alle Kunstliebhaber – Klein oder Groß

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Géraldine Elschner und Peggy Nille – Die Katze und der Vogel

Die Katze und der Vogel_Paul Klee

Die kleine Katze sitzt im goldenen Käfig. Eigentlich mangelt es ihr an nichts. Sie hat ein gemütliches Körbchen, warme Milch, Spielzeug und doch beneidet sie den Vogel im Garten um die Schönheit der Freiheit. Dort draußen leuchten die roten Blätter des Herbstes. Wenn sie die Augen schließt kann sie den Duft der Kastanien riechen und das weiche Moos unter ihren Pfoten spüren.

Der Vogel ist frei und die Katze gefangen. Und so bittet die Katze den Vogel ihre Gitterstäbe aufzupicken. Trotz des anfänglichen Misstrauens macht sich der Vogel an die Arbeit, schließlich hat die Katze ihm ihr Wort gegeben. Wird sie sich auch daran in der Freiheit halten?

Inspiriert vom Bild „Katze und Vogel“ des Künstlers Paul Klee erzählt die Autorin eine bezaubernde Geschichte. Das Originalbild wurde auf der vorletzten Seite im Großformat abgedruckt und regt bereits zum Nachdenken an. Mitten auf der Stirn der Katze ist ein kleiner Vogel abgedruckt. Ist es Sehnsucht, Traum oder bloß Erinnerung? Das Tolle an der Kunst ist, dass man sich entführen lassen kann. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch. Die Bildbetrachtung kann bereits vor dem Vorlesen stattfinden, die Interpretationsansätze der Kinder sind äußerst spannend und fantasiereich.

Die Illustrationen sind im Stil von Paul Klee gehalten. So lassen sich  schon bald die typischen Merkmale von Paul Klees Malstil herausarbeiten – Vereinfachung in der Darstellung, unrealistische Farbwahl etc.. Als Leser spürt man regelrecht mit allen Sinnen die Sehnsucht der Katze ihrem goldenen Käfig entfliehen zu können. Und doch schwankt man zwischen Furcht und Hoffnung. Wird die Katze ihr Versprechen halten? Der Ausgang des Bilderbuchs ist eine Möglichkeit das Kunstwerk zu interpretieren.

Auf der letzten Seite finden sich sechs Fragen zum Künstler und zum Kunstwerk, die sehr kindgerecht beantwortet werden. Hier bekommt man zusätzlich Informationen zu seinem Lebenslauf und zu seiner Liebe zu Farben. Des Weiteren wird ein weiterer Ausgang zur Geschichte angeschnitten, was ich besonders interessant finde.

Die Katze und der Vogel

weiterarbeit
Es wäre denkbar im Deutschunterricht einige Kunstwerke als Anlass zu nehmen, um dazu eigene Geschichten zu erfinden.
Für den Kunstunterricht hält der Band Kinder entdecken Paul Klee: Die kunterbunte Fundgrube für den Kunstunterricht  einige Ideen parat, wie z. B. Linienbilder herstellen, Schnurdruck etc.

Eine bezaubernde Geschichte rund um ein Kunstwerk, mit vielen Einsatzmöglichkeiten in der Grundschule.

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