Norman Messenger – Stell dir vor … Das Wunder-Bilder-Buch

Norman Messenger kreiert mit diesem überraschenden Wunder-Bilder-Buch eine magische und humorvolle Fantasiewelt. Hier ist nichts so wie es scheint. Die Bilderrätsel sind raffiniert und manchmal erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Hier muss sich der Verstand vom Auge und vor allem von der Fantasie leiten lassen. Dann ist alles möglich!

Tiere verwandeln sich in vermischte Lebewesen, mit Hühnerbeinen und Hörnern. Mit jeder Klappe wird der Kopf, der Mittelteil oder die Hinterbeine verändert. Eine Stadt steht Kopf und simuliert eine optische Täuschung. Auf einem Drehrad mit unterschiedlichen Kopfbedeckungen werden Menschen nach Lust und Laune neu bekleidet. Es finden sich auch bekannte Malereien wie der Gemüsekopf von Giuseppe Arcimboldo wieder. Motive, die stark an René Magritte erinnern, werden eingestreut, mit der Absicht herkömmliche Erfahrungs-, Denk- und Sehgewohnheiten zu erschüttern und Wirklichkeit mit Traum zu vermischen. Ein niedliches Gesicht eines Mädchens wird beim Aufklappen zu einem unheimlichen Zwerg. In den Wolken werden tierische Gestalten versteckt.

Die Darstellungsweisen sind surrealistisch und hier und da sogar unheimlich und düster. „Stell dir vor …“, so wird der Betrachter zu jeder Seite eingeladen, was gleichzeitig eine Imagination impliziert und zum Verweilen in der Unwirklichkeit einlädt.

Im Kunstunterricht lassen sich nach dem gemeinsamen Betrachten ausgewählter Bilder eigene Klappbilder herstellen. Aus einem freundlichen Fisch kann nach dem Aufklappen ein gefährlicher Piranha werden.

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(source: Pinterest)

Willkommen in der fantastischen Unwirklichkeit!

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Florence Guiraud – 40 Tiere zum Aufklappen & Entdecken

40 Tiere zum Aufklappen & Entdecken

Wie schwer ist ein Straußenei? Welchen Zweck erfüllt die schwarze Haut von Eisbären? Ernähren sich Fledermäuse tatsächlich vom Blut anderer Tiere? Diesen und vielen anderen Fragen geht dieses Sachbuch auf den Grund. Die filigranen Illustrationen, die stets auf einem bunten Hintergrund ohne viel Schnick-Schnack präsentiert werden, sind ein Highlight dieses Werkes. Nach dem Umklappen entdeckt man das Skelett des Tieres und einige Informationen zum Aufbau des Körpers, zur Anzahl der einzelnen Gliedmaßen und zum Nutzen der entsprechenden Körperteile.

Die Informationsseiten sind nicht mit einem Lexikon-Eintrag zu vergleichen. Sie sagen mir sogar mehr zu, denn sie konzentrieren sich auf sogenannte „Fun Facts“. Spannende und äußerst interessante Dinge über das Tier werden in wenigen Worten zusammen gefasst und lassen Kinder staunen. Trotzdem fehlen die grundlegenden Angaben zur Ordnung, Alter, Durchschnittsgröße und Verbreitung nicht. Auch Redewendungen, Sprüche und Kuriositäten finden hier Platz. Unter der Rubrik „Wer bist du?“ findet sich ein kurzer Sachtext  mit den wichtigsten Informationen rund um das Tier. Unter den insgesamt 40 Tieren sind Heimtiere, wie Katze, Hund, Schildkröte, Pferd, Kaninchen, Hahn aber auch wilde Tiere wie Ara, Katta, Blauwal, Elefant, Giraffe, Dromedar, Eisbär,  Koala, Känguru und viele andere.

40 Tiere zum Aufklappen und Entdecken

Ansprechend gestaltetes Sachbuch mit vielen spannenden Informationen rund um die Tierwelt mit dem Bonbon der Abbildung des Skeletts.

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Anne-Sophie Baumann und Didier Balicevic – Mein großes Buch der Fahrzeuge

Mein großes Buch der Fahrzeuge

Das überdimensionale Pappbilderbuch richtet sich an alle Transportmittel-Begeisterte und animiert zum Schieben, Klappen und Drehen. Dabei werden Fahrzeuge, die als Abriss- und Baumaschinen genutzt werden oder auch ihren Einsatz in der Landwirtschaft finden, abgebildet. Vielfältige Fahrzeuge finden sich auch in der Stadtreinigung wieder. Wer hätte gedacht, dass es so etwas wie einen „Roller zur Entsorgung von Hundekot“ gibt?

Neben den Fahrzeugen wird stets die jeweilige Bezeichnung abgebildet, sodass der Wortschatz sehr differenziert erweitert wird. Dabei ist es mithilfe der Klappen auch ganz spannend zu sehen, wie z.B. ein Mähdrescher von innen aussieht. Hier werden Einblicke gewährt, die einem sonst verwehrt bleiben. Den Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr wird eine Doppelseite gewidmet, genauso wie Transportmitteln für den Seeweg, die Luft und sogar den Weltraum. Hier gibt es viel zu entdecken und zu erleben.

Im Sachunterricht kann das Pappbilderbuch z.B. als Nachschlagewerk zum Thema „Fahrzeuge mit Antrieb“ dienen. Der Friedrich Verlag bietet dazu einen spannenden Auszug mit genauer Anleitung an: „Mein Fahrzeug fährt am besten!“ Im Kunstunterricht können die Fahrzeuge entsprechend kreativ ausgestaltet werden. Auch hier kann das Buch als Inspirationsquelle genutzt werden.

Mein großes Buch der Fahrzeuge

Die Vielfalt der Fahrzeuge auf einen Blick.

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Bärbel Oftring und Isabel Müller – Schau mal, eine Spinne!

Schau mal, eine Spinne

Schau mal, so ein schönes Spinnennetz! (…)
Pfui! Igitt!, denkst du jetzt vielleicht, denn viele Menschen fürchten sich vor Spinnen.

Der Leser wird durch die direkte Ansprache gleich in die Sachgeschichte geholt und befindet sich so mitten im Geschehen. Die Zeichnungen sind alle sehr geradlinig, naturgetreu und wenig verspielt. Die Abbildung des Realistischen ist hier das Ziel.

Wir erleben eine Kreuzspinne beim ausgeklügelten Bau ihres Radnetzes und erfahren warum es aus glatten Lauffäden und klebrigen Fangfäden besteht. Schon bald hat sich das erste Opfer im Netz verfangen. Hierbei ist etwas Geduld nötig, denn erst wenn die Beute erschöpft ist, kann die Spinne zuschlagen. Anschließend betrachten wir dank der vergrößerten Darstellung, fast wie bei einer Lupe, uns die einzelnen Körperteile ganz genau an. Wir zählen die Beine, schauen uns die Augen an, die trotz der großen Anzahl nur wenig sehen können und lernen, dass Spinnen mit ihren Beinen auch hören, riechen und Erschütterungen spüren können. Das Wachsen und die damit einhergehende Häutung, sowie die Paarung und das Schlüpfen der Spinnenbabys runden thematisch dieses tolle Sachbilderbuch ab.

Diese informative Darstellung wäre schon genug gewesen, um meine Begeisterung zu wecken. Aber nein, da ist noch viel mehr! Auf jeder Doppelseite verbirgt sich eine Klappe, die auf das Sachwissen noch genauer eingeht. Da ist eine große Schatzgrube und bringt sicherlich alle Pädagogen-Augen zum Glänzen. Hier werden unterschiedliche Netzarten, Spinnwarzen, Schritt-für-Schritt-Bau eines Radnetzes, der Körperbau von Männchen und Weibchen, die Kokonablage und noch einiges mehr sehr detailliert dargestellt und beschrieben.

Die Autorinnen regen zum Schluss zum kindlichen Aktionismus an und schlagen vor ein „Forschertagebuch“ anzulegen, um eigene Beobachtungen festzuhalten. Beispielhaft werden acht Einträge gezeigt, die alle mit einem Datum, einer Zeichnung und einem kleinen Text versehen sind. Ein Steckbrief einer „Garten-Kreuzspinne“ schließt dieses tolle Werk.

Ich ende meine Rezension mit einem schon fast poetischen Zitat, wodurch das Buch sich in mein Herz geschossen hat. Kann man das Paarungsverhalten noch schöner und kindgerechter erklären?

Es tanzt und zupft rhythmisch am Netz des Weibchens – eine lautlose Spinnenmelodie.

Bilderbuch Schau mal eine Spinne!

Sehr lohnenswertes Sachbilderbuch mit vielen aufregenden Informationen in den Klappen.

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François und Jean Robert – Gesichter

Gesichter Francois Robert

Im Sommer feiert unsere Schule ein Schuljubiläum. Im Rahmen dieser Feierlichkeit planen wir eine Projektwoche zum Thema „Schule früher und heute“.  Im Laufe der Woche werden unterschiedliche Workshops angeboten, aus denen die Kinder wählen dürfen. Dieses Bilderbuch wäre ein toller Aufhänger, um die Schule etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und für den Tag des Schuljubiläums den Besuchern einige Rätsel bzw. Suchaufträge zu stellen.

Die Autoren von „Gesichter“ liefern eine tolle Bandbreite an leblosen Objekten, denen scheinbar Leben eingehaucht wurde. Durch den richtigen Winkel wird eine Rohrzange zu einem Vogelgesicht, ein Lederrucksack zu einem verschmitzt lächelnden Held und die geöffnete, leicht gezackte Schere zu einem gefährlichen Hai. Es bedarf ein bisschen Fantasie und vor allem den richtigen Ausschnitt, um verborgene Gesichter zu entdecken. Solche visuellen Spielereien machen Kindern Spaß, da sie noch viel unbefangener ihre Umgebung wahrnehmen.

Nach der gemeinsamen Entdeckungstour der Fotografien von Robert dürfen die Kinder selbstverständlich sich auf die Suche nach ihren Motiven begeben. Hierbei kann der Suchauftrag natürlich geöffnet werden, sodass nicht ausschließlich Gesichter gesucht werden dürfen, sondern interessante oder auch ungewöhnliche Ausschnitte der Schule fotografiert werden können. Warum nicht die Schule durch andere Augen sehen und Winkel und Ecken entdecken lassen, die man sonst vielleicht gar nicht zu sehen vermag?

Gesichter Robert Fotografie

Faszinierende Ausschnitte, die dem Betrachter die Augen öffnen  und die Welt aus vielen Winkeln sehen lassen.

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Ingrid Sissung – Ausnahmsweise

Ausnahmsweise

Wenn Florentine bei ihrer Patentante ist, darf sie viele Sachen machen, die mit „ausnahmsweise“ anfangen. Sie darf dem Postboten die Tür öffnen, ohne Hausschuhe herumlaufen, sich nach jedem Essen einen Nachtisch aussuchen und abends etwas länger fernsehen. Auch in einem großen Bett zu schlafen ist ziemlich aufregend und die Übernachtungen werden mit dem kleinen Wörtchen „ausnahmsweise“ ein wahres Erlebnis.

Dieses Bilderbuch ist ein tolles Geschenk für alle Patentanten und -onkel dieser Welt, die ihre Patenkinder  mit AUSNAHMEN überschütten. Denn wenn wir ehrlich sind, sind sie doch auch dafür da. Und so listet die kleine Florentine all die schönen Dinge auf, die nur bei der Patentante erlaubt sind. Der Schaumbad mit dem besonderen Pampelmusen-Duft ist auch bildlich sehr reizend dargestellt.

Grundsätzlich beeindrucken die Illustrationen und verpassen augenblicklich dem erwachsenen Betrachter diese Rosa-rote-Brille, die zeigt wie besonders alltägliche Momente im Leben sein können. Der barfüßige Tanz über den Fliesen mit den schönen Mustern ließ mich mehrere Minuten die Doppelseite bestaunen. Diese Lebensfreude und-lust springt unverzüglich über.

Ausnahmsweise

Ein Dankeschön an alle Patentanten dieser Welt!

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Saskia Hula und Eva Muszynski – Gilberts grausiges Getier

Gilberst grausiges Getier

Gilbert ist das allererste Mal alleine zu Hause. Seine Mutter muss ganz kurz zur Apotheke und da Gilbert in ihren Augen schon groß ist, lässt sie ihn alleine zurück. In dem großen und dunklen Haus ist Gilbert ganz mulmig zumute. Hier lauern nämlich die furchterregendsten Tiere. Gilbert beschließt ganz still zu sitzen und sich nicht zu bewegen, denn so glauben die Tiere vielleicht, dass keiner im Haus ist. Blöd nur, dass er schon bald auf die Toilette muss und der Weg dorthin ist lang. Am Zielort angelangt, erwartet Gilbert eine kleine Überraschung, die seine Angst ein bisschen abschwächt und ihm Zuversicht schenkt.

In diesem Bilderbuch von Saskia Hula wird die kleinkindliche Grundangst in Bezug auf die Trennung von Bezugspersonen thematisiert.  Die Angst vor dem Verlassenwerden wird zugleich auf die Dunkelheit projiziert. Der kleine Gilbert wehrt die Angst mit Hilfe seiner Fantasie ab und erfindet somit grausame Tiere. Hier wird dem Phänomen Angst mit dunklen Räumen und einer bunten Schar von Ungeheuern aufgewartet.

Bisher kam Gilbert nicht an den Lichtschalter auf der Toilette und hat diesen Raum als bedrohlich empfunden. Durch das aufgrund der äußeren Umstände erzwungene Erfolgserlebnis, gewinnt der kleine Protagonist im Laufe der Geschichte immer mehr an Selbstvertrauen und Zuversicht. Er bringt den Mut auf die Angst vor dem Neuen und Fremden zu überwinden.

Es wäre schön gewesen einen Einblick in die Dimension der Mutter-Kind-Beziehung zu bekommen. Gilberts Angstbewältigungsstrategie in Form des imaginären Ansatzes resultiert aus dem Urbedürfnis nach Liebe und Geborgenheit. Vielleicht wäre es möglich die Angst vor Dunkelheit in Zusammenhang mit der entsprechenden Angst vor Einsamkeit zu bringen, indem am Ende der Geschichte ein Bogen zurück zur Mutter geschlagen wird.

Gilberst grausiges Getier
Eine wichtige Botschaft: Manchmal muss man sich etwas zutrauen, um Erfolgserlebnisse verzeichnen und somit wachsen zu können.

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