Lucy Astner – Kalle Körnchen

Rezension

„Kalle Körnchen“ ist ein Traumwichtel, ein Helfer des Sandmanns. Zu seinen Aufgaben gehört es die Träume zu machen, die der Sandmann in der Nacht an die Kinder verteilt. Die Kreation der schimmernden Traumblasen gelingt ihm am besten in der Hängematte vor seiner Baumhöhle. Hier wird er hin und wieder gestört. Mal möchte der übermütige Frechdachs etwas von ihm, mal tauchen hunderte von Hirtenwichteln auf, weil das Schaft Nummer vier zu früh über den Zaun hüpft.

Gute-Nacht-Geschichten haben eine besondere Bedeutung im ritualisierten Einschlafmodus von Kindern. Sie dürfen nicht allzu aufwühlend oder aufregend sein, sondern sollten am besten eine wohltuende Ruhe versprühen. Vorlesen stärkt außerdem die Bindung zwischen Eltern und Kind. Die Eltern werden sich freuen hier eine recht große Schrift vorzufinden, die auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gut lesbar ist. Beim abendlichen Vorleseritual entsteht die Möglichkeit, sich nahe zu sein, gibt Sicherheit und hilft dabei, den Übergang vom Tag in die Nacht bewusst zu gestalten.

Diese Kurzgeschichten drehen sich inhaltlich um den Sandmann und seine Helfer. Durch die eingestreuten fantasievollen Aspekte wird die Tür zum Areal im kindlichen Hirn geöffnet, das für Kreativität und Schaffensfreude zuständig ist. Gleichzeitig wirkt es wie eine Einladung in die Traumwelt einzutauchen. Der Schlafsand ist ein schönes Symbol für den Übergang in das Schlummerland. Auch die Zeichnungen wirken harmonisch, friedlich und liebevoll.

Blick ins Buch

Fazit

Harmonisches Vorlesebuch für die gemeinsame Zeit als Übergang vom Tag in die Nacht

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Steffi Wöhner – Theo will schlafen

Der Piepmatz Fritzi sitzt oben auf einem Baum in seinem Nest und ist putzmunter. Auch wenn die Sterne bereits leuchten, ist Fritzi gar nicht müde. Er spielt, hüpft, turnt. Theo, das Schwein, sitzt genau unter diesem Baum und ist furchtbar müde. Er will schlafen. Doch aufgrund von Fritzis Aktivitäten, kommt er nicht dazu. Und gerade als er aufgeben möchte doch noch einzuschlafen, trällert Fritzi ein schönes Lied.

In diesem Mini-Pappbilderbuch spielt sich jede Doppelseite mit der immer gleichen Kulisse ab. Im Hintergrund ist stets der Baumstamm und der leuchtende Sternenhimmel zu sehen. Lediglich die beiden Akteure wechseln sich in ihren Positionen ab. Hier gelingt die Übertragung wunderbar, wenn man sich im Bett wälzt und eigentlich schlafen möchte, aber doch nicht kann.

Es eignet sich wunderbar als Gute-Nacht-Geschichte. Es lässt die Kinder zur Ruhe kommen, da nichts Aufregendes passiert. Und doch ist die Handlung witzig und unterhaltsam. Der Abschluss des Schlaflieds lässt sich aufgreifen, indem man vor dem Zubettgehen dem Kind ein ruhiges Schlaflied vorsingt. So kann der Schlaf kommen!

Ruhiges Gute-Nacht-Pappbilderbuch

 

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Maria Bogade – Schlafplatz gesucht!

Paul und Bruno sind die besten Freunde. Sie teilen wirklich alles miteinander, nur nicht Pauls Bett. Denn da passt Bruno leider nicht hinein. Und so bleibt Paul nachts nichts anderes übrig, als gemeinsam mit Bruno auf dem Boden zu schlafen. Das findet jedoch Pauls Mutter nicht so toll. Daher muss ein Plan her und so begeben sich die beiden gemeinsam auf die Suche nach einem passenden Schlafplatz …

Das Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten als abendliches Ritual vor dem Schlafengehen, ist für Kinder sehr wichtig,  da es den Übergang von einem lebhaften und ereignisreichen Tag zu einer erholsamen und ruhigen Nacht erleichtert. „Schlafplatz gesucht“ thematisiert das Zubettgehen und stellt die Freundschaft in den Vordergrund. Die Illustrationen von Maria Bogade haben etwas Behagliches, Wohliges und Beruhigendes. Vielleicht sind es die gedeckten Farben oder die sehr runden und wohlproportionierten Zeichnungen, die eine gewisse Wärme und Ruhe ausstrahlen.

Viele Kinder haben gewöhnlich Lieblingskuscheltiere, die natürlich mit ins Bett müssen. Dadurch ist die Korrelation zur Erfahrungswelt der Kinder sehr evident und die Identifikation mit den Figuren stark. Die beiden Freunde erleben auf ihrer Suche nach einem geeigneten Schlafplatz so einige Abenteuer und kehren gemeinsam mit einem mehr als zufriedenstellenden Ergebnis in ihr Zimmer zurück und können so in aller Ruhe in die Traumwelt eintauchen. Bild und Text verstärken sich gegenseitig und lassen den Zuhörer und Betrachter allmählich zur Ruhe kommen und tatsächlich gemeinsam mit den Charakteren müde werden.

Eine gediegene Gute-Nacht-Geschichte, die die Kinder wohlig in die Traumwelt eintauchen lässt.

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Karl Rühmann und Lena Hesse – Ole kann nicht schlafen

Klappentext:

„Was tun, wenn man nicht schlafen kann? Ole versucht es mit Zählen. Gar nicht so einfach, denn schließlich will er bis zu seiner Lieblingszahl kommen. Aber zum Glück hat Ole lauter gute Ideen. Und jedes Problem hat seine Lösung!“

Inhalt:

Ole liegt im Bett und kann einfach nicht einschlafen. Er lässt den Tag revue passieren und dadurch kommt er auf die Idee bis zu seiner Lieblingszahl, der 10 zu zählen, denn bekanntlich macht ja das Zählen müde. Doch was soll er bloß zählen? Die Murmeln! Leider hat er nur 6 davon und das ist zu wenig, da fehlen noch 4 bis zur 10. Also hält er Aussicht nach etwas anderem Zählbaren. Plüschtiere! Auch hier sind es keine 10! Was soll er bloß zählen? Die Sachen aus dem Kleiderschrank? Oder gar Bücher? JA! Ole schaut sich die vielen Bücher an und erinnert sich an die Geschehnisse, u.a. Nr. 5 „war groß, hatte ganz viele Seiten und erklärte, warum alle Menschen einen Bauchnabel haben“.  Und 10? Worum ging es da? „Um einen Jungen, der nicht schlafen konnte…“

Meinung:

Dieses Buch besticht zuerst mit seiner Aufmachung, denn die Darstellungsart empfand ich sehr außergewöhnlich, ja schon fast dreidimensional. Lena Hesse hat das Licht sehr gekonnt eingesetzt und dadurch sehr viel Tiefe geschaffen. Auch der Perspektivenwechsel (Frosch vs. Vogel) ist sehr beeindruckend!

Auch Kinder kennen das, wenn man partout nicht einschlafen kann. Ole ist hier ein sehr niedliches Beispiel  und zeigt was man dagegen machen kann! Absolut top ist natürlich dieses Buch-im-Buch-Vorkommnis. Spoiler! Ole schläft letztendlich ein, indem er ein Buch über sich selbst liest! Eine wunderbare Idee! Auch die abschließende Illustration finde ich einfach grandios! Ende Spoiler.
Das bei Nr. 5 genannte Buch „Warum die Menschen einen Nabel haben“ wurde von mir ebenfalls rezensiert.

Fazit:

Ein wundervolles Buch über einen Jungen, der nicht einschlafen kann, sich jedoch zu helfen weiß. Für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung!

Bewertung:

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