Jutta Richter und Leonard Erlbruch – Endlich Schule!

Auf einer Picknickdecke liegend genießt Lena unter dem Apfelbaum die letzten Sommertage und spielt mit ihren Kuscheltieren Wolkenzählen. Nüchtern muss sie feststellen, dass sie ab dem Schulanfang nun keine Zeit mehr dafür haben wird. Schließlich lernt sie fortan lesen, schreiben, rechnen und muss täglich Hausaufgaben machen. „So ist das, wenn man groß wird“, meint sie entschlossen.

Ihre Kuscheltiere fangen an, sich Sorgen zu machen, dass sie sie vergessen wird und wollen etwas gegen das Großwerden unternehmen. Doch der Versuch Lenas Schultasche zu verstecken, misslingt. Erst als in der Schule die Lieblingskuscheltiere vorgestellt werden sollen, wollen auch die Tiere sich ein Bild von diesem Ort machen, der Lenas wertvolle Zeit für sich so sehr beansprucht.

Rezension

Dieses Bilderbuch greift sehr gut die kindlichen Erwartungen und vielleicht auch Ängste auf. Hier sind es die Kuscheltiere, die die unwissende Rolle annehmen und mit Unsicherheiten und dem Ungewissen kämpfen. Schließlich ist Veränderung in erster Linie immer mit mulmigem Gefühl verbunden.

Jutta Richter skizziert ein sehr selbstbewusstes und neugieriges Schulkind. Auch wenn Lena weiß, dass sich der Alltag verändern wird, freut sie sich auf die neuen Herausforderungen. Sie kann sehr gut schon einschätzen was der Lernzuwachs im Alltag bedeutet, z.B. dass man nicht mehr betteln muss eine Geschichte vorgelesen zu bekommen oder selbst Briefe an die Oma schreiben kann. Sogar das Zählen der Münzen in der Spardose gelingt ganz ohne Hilfe. Wissen und Können bedeutet eben Selbstständigkeit.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Buch für alle angehenden Erstklässler, das Sorgen und Ängste nimmt!

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Andrea Weller-Essers – A, B, C Entdecke die Buchstaben! und 1, 2, 3 Entdecke die Zahlen!

A, B, C Entdecke die Buchstaben!

Viele Eltern fragen mich wie sie ihr Kind auf die Schule vorbereiten können. Besonders wichtig ist die gut ausgebildete Feinmotorik, die richtige Haltung eines Stiftes, der Umgang mit einer Schere und aber auch eine gezielte Schulung der Konzentration und Wahrnehmung. Meistens bringen Kinder im Vorschulalter ein großes Interesse an Buchstaben und Zahlen mit. Der Buchstaben- und Zahlenspaß kann auf unterschiedliche Weise vorangetrieben werden, u.a. mit einem Selbstlernheft.

Der Duden Kinderbuch Verlag bietet zwei Hefte für Kindergarten- und Vorschulkinder an, in denen die kindliche Neugier auf spielerische Weise aufgegriffen wird.
Im Buchstaben-Heft regen Schwungübungen dazu an sich näher mit Buchstaben und der Schrift zu beschäftigen. Die Seiten sind bunt gestaltet, jedoch nicht überladen. Hier wird die visuelle Wahrnehmung trainiert, indem bestimmte Buchstaben in einem Buchstabensalat gefunden werden müssen. Kinder zeichnen die Zacken eines Drachen nach und lernen so den Buchstaben M kennen. Auch der Anlaut wird thematisiert und so muss nach dem Prinzip „odd one out“ das Bild mit dem falschen Anlaut gestrichen werden. Leider sind manche Bilder nicht eindeutig, sodass die „Nudel“ eher wie eine Schleife aussieht und wäre der Pudel nicht daneben, wäre für mich als Erwachsener die Aufgabe auch nicht lösbar gewesen. Den Aufgabenstellungen fehlen Symbole, um den Kindern das Verständnis zu erleichtern. Hier muss ein Erwachsener stets die Aufgabe erst vorlesen. Die Aufgabenformate sind jedoch abwechslungsreich und beinhalten Rätselspaß und wecken die Entdeckerfreude. Es werden allerdings nicht alle Buchstaben des Alphabets abgearbeitet, nur wenige rücken in den Fokus.
A, B, C, Entdecke die Buchstaben
Das Zahlen-Heft thematisiert nicht nur die Zahlen von 1 bis 10, sondern geht auch auf das Mengenverständnis ein. Es wird geschaut wo „mehr“ und wo „weniger“ Luftballons zu finden sind oder welcher Turm der „höchste“ in der ganzen Reihe ist. Hin und wieder müssen Zahlen nachgespurt werden. Auch die Aufforderung in einem Wimmelbild vier gleiche Gegenstände zu finden, um diese anschließend anzumalen, findet öfter Gebrauch. Sehr schön, finde ich persönlich die Einbindung der Würfelaugen als Zahlangabe. Die übereinanderlappenden Tiere stellen für manche Kinder sicherlich eine Herausforderung dar, bei der sie sich sehr gut konzentrieren müssen, um die Lösung zu finden. Das Punktezählen von Marienkäfern ist sogar identisch mit einer Aufgabe aus unserem Schuleingangstest. Das Heft ist keinesfalls eintönig. Es beeindruckt durch eine klare Strukturierung und regt zum Entdecken ein.
1, 2, 3 Entdecke die Zahlen!
Eine kindgerechtes Herantasten an die Buchstaben- und Zahlenwelt. Hier werden einige Aufgabenformate aufgegriffen, die ebenfalls in der Schuleingangsphase genau so auftauchen.

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John Chambers und Dorothea Tust – Wo ist Emil?

Wo ist Emil

Joris und Emil gehen beide in die gleiche Kita. Sie sind beste Freunde und spielen auch manchmal  Streiche. So wie heute. Denn Emil beschließt heute einfach nicht da zu sein. Die Erzieherin und alle Freunde wundern sich wo Emil denn heute stecken könnte. An seinem Kleiderhaken hängt sein Rucksack, aber im Morgenkreis bleibt sein Stuhl leer. Die Kinder sind sich sicher: In der Kuschelecke brummt doch etwas! Oder ist das der übergroße Teddybär? Wo kann Emil bloß stecken?

Erst als Emil das Gefühl hat, etwas Spannendes zu verpassen, gibt er seine Tarnung auf und gesellt sich dann doch zu seinen Freunden.

Wer kennt sie nicht? Die Tage, an denen man am liebsten im warmen Bett bleiben würde.  Dieses Bilderbuch greift dieses Gefühl auf, manchmal einfach unsichtbar sein zu wollen.  Auf humorvolle Weise schildern die Autoren Emils Streich sich in der Kita zurückziehen zu wollen.

Als Betrachter kommt man nicht umhin ebenfalls mit den Kindern aus dem Buch nach Emil Ausschau zu halten. Ist er zwischen den Büchern im Regal? Unter den ganzen Kissen oder doch unter einer Bank? Pädagogisch wertvoll ist ebenfalls das Verhalten der Erzieherin. Sie gibt Emil seinen Freiraum und wartet ab, bis er sich von selbst zur Gruppe gesellt.

Eine sehr realistische Situation, die wohl vielen Kindern (und auch manchen Erwachsenen) bekannt sein dürfte. Positiv hervorzuheben ist der Ausgang der Geschichte: Emils Erkenntnis, dass Kindergarten schließlich doch Spaß macht! Ein Bilderbuch für alle Kinder, die ab und zu nicht gerne in den Kindergarten gehen.

Wo ist emil

Realistisch, humorvoll, ehrlich!

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Waltraud Fink-Klein – Klingende Märchen für den Kindergarten

Dieses Buch konzentriert sich auf die Darstellung der sogenannten Kettenmärchen. Diese zeichnen sich durch Reihungen und Wiederholungen im gleichen Ablauf aus, die Kindern Sicherheit und Geborgenheit bieten sollen. Zu den bekanntesten Kettenmärchen zählt „Das Rübchen“, welches auch auf dem Titelbild zu sehen ist. Im Buch werden folgende acht Märchen thematisiert: Der Pfannkuchen, Die fünf Ziegen, Das Hausgesinde, Das Mütterchen Marie und der Weizen, Das Rübchen, Klein Flöhchen und Klein Läuschen, Die Fünf im Handschuh und Das Häschen und die Rübe. Zu jedem Märchen werden Spielmöglichkeiten angeboten, die in  einem Märchen-Projekt oder in einer kleinen Spieleinheit verwirklicht werden können. Es sind Ideen zur Umsetzung des Märchens mit Gesten, Reimen, Liedern, Orff-Instrumenten, Tänzen und Schattenspielen vorhanden.
Die Vorschläge zur Umsetzung des jeweiligen Märchens sind so aufgebaut, dass zuerst das Märchen präsentiert wird und daraufhin Ideen zur Einstimmung dargestellt werden. Es sind konkrete Fragen zum Märchen aufgeführt, die das Vorwissen der Kinder aktivieren können und sie so auf das kommende Märchen einstimmen. Es folgen Gestenspiele, Bewegungsspiele mit expliziter Beschreibung der Bewegungen zu den passenden Sätzen. Den Abschluss bilden Vorschläge zum Aufbau von mehreren Spielstunden, die in Einheiten gegliedert sind. In zwei oder drei Sätzen wird beschrieben, welche weitere Ideen noch umgesetzt werden können.  Die für ein Schattenspiel notwendigen Schattenfiguren sind als Kopiervorlage ebenfalls vorhanden.

Auf der beiliegenden CD finden sich alle Lieder mit Playback-Version und natürlich auch die Märchentexte.

Märchen faszinieren Kinder. Es ist das Magische und Zauberhafte was Kinder anzieht und auch dem kindlichen Denken entspricht. Märchen vermitteln Positives, sie erweitern das Bewusstsein, helfen zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Die Auswahl und Eingrenzung der Märchen in diesem Buch finde ich sehr gelungen und nachvollziehbar. Für die Darstellung benötigen Kinder wiederkehrende Reime oder Sätze, die sie zum Verklanglichen, Mitsprechen und rhythmischen Erleben geradezu einladen. Als Pädagoge hat man die Wahl welche der vielen und fantasievollen Vorschläge für seine Kleingruppe geeignet ist. Die Spielvorschläge bauen nicht aufeinander auf, sodass man gezielt Spiele heraussuchen kann. Auch die Darstellung der Einheiten finde ich sinnvoll und hilfreich. Die Ringbindung ist praktisch und besonders für das Kopieren der wenigen Kopiervorlagen gut geeignet.
Die Aufnahmen sind gut verständlich und werden schön betont vorgelesen. Eine Sängerin rollt das /r/ relativ stark, sodass das Mitsingen den Westfälern manchmal schwer fallen könnte.  😉

ErzieherInnen werden sich über die Vielfalt an Ideen zu Kettenmärchen freuen!

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Julia Breitenöder und Manfred Tophoven – Mit Mama in den Kindergarten

Klappentext:

Laura will nicht alleine in den Kindergarten. Mama soll sie begleiten und mit ihr spielen. Mama erfüllt Laura diesen Wunsch und gemeinsam springen sie auf dem Trampolin und malen mit Fingerfarben. Doch dann kommt plötzlich alles anders: die anderen Kinder wollen, dass Mama mit ihnen eine riesige Sandburg baut, beim Mittagessen muss Laura ihren Schokopudding mit Mama teilen und beim Theaterspielen bleibt für Laura nur die Rolle des siebten Zwerges.

Rezension:

Laura möchte sich von ihrer Mama nicht trennen und so fließen bei ihr Krokodilstränen. Da hat Lauras Mama eine Idee: Sie ruft kurzerhand im Büro an und bittet um einen freien Tag, welcher ihr auch prompt gewährt wird. So kann die Mutter mit ihrer Tochter zusammen im Kindergarten bleiben. Anfangs freut sich Laura sehr, doch als ihre Mutter nur ihr eine Geschichte vorlesen soll, gesellen sich auch andere Kinder hinzu, sodass Laura nie ihre Mutter für sich haben kann. Und als ihre Mama sich auch noch die Füße mit Farbe beschmiert und auf dem Trampolin mit den anderen Kindern herumtollt, verliert Laura gänzlich die Lust auf Mamas Anwesenheit in IHREM Kindergarten… So langsam beginnt Laura zu zweifeln, ob das eine gute Idee war, ihre Mutter zum Bleiben zu bitten …

Wer kennt diese Szene nicht: Das Kind möchte einfach nicht von der Mutter loslassen. Das Mutterherz zerbricht in zwei Teile und das Kind schluchzt so sehr, dass das Atmen schwer fällt.

Hier hat die Mutter eine grandiose Idee und durch das Vorlesen könnte einigen Kindern das Loslassen womöglich leichter fallen. Die Überwindung der Trennung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit und dieses Buch zeigt auf eine lustige Weise, dass es durchaus Vorteile hat die Mama nicht im Kindergarten dabei zu haben.

Fazit:

Einfallsreich und witzig!

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