Saskia Hula und Felicitas Horstschäfer – 100 Gründe für Urlaub im Zelt

Rezension

So ein Aufbruch in die Sommerferien hat es ganz schön in sich, besonders wenn es zum Campen geht. Es müssen Sachen gepackt, die Haustiere versorgt und die Route bedacht werden. Die Fahrt ist anstrengend und lang. Außerdem ist es heiß und unbequem. Vor Ort fehlen die neuen Medien, die Kinder sprechen eine andere Sprache und die Mücken nerven.

Auf jeder Seite werden Gründe genannt, warum so ein Camping-Urlaub nervig ist. Bei 100 Seiten kommen daher so einige Argumente zusammen. Auch wenn das Buch vermeintlich nur so vor Negativität strotzt, kommt man aus der Erwachsenensicht schnell zum Urteil, dass diese „Unbequemheiten“ den Urlaub erst so richtig erinnerungswürdig machen.  Die Widrigkeiten, wie z.B. auf andere Kinder zugehen, deren Sprache man nicht spricht und dann doch lernt miteinander zu kommunizieren, prägen uns und lassen uns wachsen.

Dieses Urlaubsbuch ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Das Glas ist voller als man denkt, möchte man glatt behaupten und den Menschen, die alles negativ sehen, zurufen:

„Seid froh über die Herausforderungen, denn sie lassen euch lernen und wachsen!“

Eine wünschenswerte Gelassenheit, vielleicht sogar eine Prise Stoizismus, hat Saskia Hula in diese Parabel gekleidet. Die Illustrationen untermalen diesen cartoonähnlichen Charakter. Wir urteilen manchmal zu schnell und unbedacht, so wie die schnellen Wachsmalstriche von Felicitas Horstschäfer es vermuten lassen. Hinter jedem auch so kleinen Stolperstein, hier im Buch Kieselstein, steckt eine Geschichte…eine Chance!

Blick ins Buch

Fazit

Von wegen doof – Urlaub ist immer eine Bereicherung!

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Carsten Eichler – Greta, Lotti & Bauer Hansen

Bauer Hansen ist überarbeitet und sehnt sich nach dem Meer. Das ganze Jahr über steht er früh auf und kümmert sich zuverlässig um seine Bauernhoftiere. Doch es kommt der Tag, an dem er lustlos auf seinem Brötchen kaut und am liebsten im Bett bleiben wollen würde.

Seinen Kühen Greta und Lotti entgeht diese Unlust nicht und so werkeln sie heimlich im Zelt und bereiten für ihren Bauern eine Überraschung vor. Ein Fortbewegungsmittel soll es sein, eins das Bauer Hansen schnell zum Meer bringen wird.

Die Thematik spricht vielen Menschen, ob Groß oder Klein, zum Beginn der Sommerferien aus dem Herzen. Der Wunsch nach Erholung wird immer größer und auch das Fernweh nimmt zu.

„Er ist tatsächlich am Meer. Nach so langer Zeit. Bis zum Knöchel steht er im Wasser und hält die Nase in die salzige Seeluft.“

Dieses Bilderbuch weist einen Illustrationsstil auf, der mich an „Shaun, das Schaf“ denken lässt. Diese Assoziation drängt sich förmlich auf, denn auch in diesem Buch sind die Protagonisten und alle weiteren Elemente aus Knete, Fimo und Modelliermasse geformt. Der Illustrationsstil ist zeitaufwändig und die Detailverliebtheit des Autors bleibt nicht lange verborgen. Die Schrift ist vergleichsweise klein, sodass die Bilder noch mehr Raum zum Wirken bekommen. Mein Lieblingsbild ist die Szene der drei mit den Füßen im Wasser. Das Wasser in Form einer Folie drapiert und die vergrößerten Füße sind ein Augenschmaus. Der 3-D-Effekt vermittelt eine tolle plastische Räumlichkeit und das Gefühl die Figuren zum Greifen nah zu haben.

weiterarbeit

Mit diesem Bilderbuch ist der Aufhänger für eigene „Stop-Motion-Filme“ gegeben. Bild für Bild fotografieren die Kinder mithilfe einer Kamera die kleinsten Veränderungen in den Bewegungsabläufen der Figuren. Beim schnellen Ablaufen der Fotos beginnt im fertigen Trickfilm alles zu leben, so ähnlich wie beim Daumenkino.

Schnell ans Meer! Ein Bilderbuch zum Sattsehen.

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Holger Haag und Manfred Rohrbeck – Hör mal, das Meer lebt!

Hör mal, das Meer lebt!

Das Meer wird oft mit Dunkelheit und Unheimlichkeit assoziiert und doch fasziniert es viele Menschen. Was verbirgt sich tatsächlich in der endlosen Tiefe? Diese Sound-Sachbuchreihe aus dem Coppenrath Verlag versucht etwas Licht ins Dunkle zu bringen.

Auf einer Weltkarte werden zunächst die Meeresbewohner, nach ihrem Lebensort sortiert, dargestellt. Wer lebt in der Nordsee, im Mittelmeer, Atlantik oder auch im Nordpolarmeer? Besonders gelungen ist die Begründung für den strukturierten Aufbau des Sachbuchs. Denn welche Tiere  und Pflanzen wo leben, hängt davon ab, wie tief und wie warm das Wasser ist. Und so erfahren die jungen Lesen auf den darauffolgenden Seiten mehr über die Meeresbewohner und ihre besonderen Lebensumstände. Die abgebildeten Tiere sind stets mit einer Bezeichnung versehen, sodass zahlreiche Namen für die unterschiedlichsten Tiere zusätzlich erlernt werden können.

Neben der  ansprechenden, farbenfrohen und nicht allzu überladenen Seitengestaltung, ist der besondere Clou dieser Sachbuchreihe der Einbau des „Sound-Buttons“. Mit insgesamt sieben Geräuschen können die Kinder einzelne Tiere auf Knopfdruck hören. Mal ruft eine Silbermöwe, mal heult ein Seehund, mal stimmt ein Orca mit seinem Gesang ein. Das Wellenrauschen rundet schließlich das wundervolle Sinnerlebnis ab. Die entsprechenden Symbole sind im ganzen Buch verteilt und reagieren auf Druck, wobei man hier als Elternteil eventuell nachhelfen müsste. Die Geräusche sind echt und von der Lautstärke für Kleinkinder angemessen.

Vielleicht werden schon bald manche junge Zuhörer zur Geräuschimitation angeregt und so ihr Stimmorgan weiter ausprägen…

Hör mal, das Meer lebt!

Material

Zur Förderung des genauen Lesens und des entdeckenden Lernens:

Quiz Hör mal das Meer lebt

Eine spannende und gelungene Einbindung des zusätzlichen Sinns „Hören“ in Verbindung mit vielen wertvollen Informationen über unsere Meeresbewohner.

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