Tomi Ungerer – Warum bin ich nicht du?

Tomi Ungerer - Warum bin ich nicht du?

Die Freiheit (des Denkens) existiert, damit man sie ergreift. Und die Vernunft dient nicht bloß dazu, vernünftig zu sein. Wenn sich eine Frage, ein Rätsel als unergründlich herausstellt, dann soll es ruhig unsere Phantasie nähren und unsere Träume beflügeln (S. 7).

Tomi Ungerer widmet sich in diesem mit Leinenband umzogenen Buch unzähligen philosophischen Fragen von Kindern zwischen 3 und 11 Jahren. Diese Fragen alleine bringen den Leser zum Schmunzeln und spiegeln so wunderbar die Naivität des kindlichen Denkens wider. Bei vielen Fragen ertappt man sich dabei, dass wir tatsächlich keine 100%ig fundierte Antwort auf die Frage haben, wie z.B. bei „Warum muss man alles richtig herum machen?“ (S. 63). Tomi Ungerer stellt sich diesen herausfordernden Fragen mit viel Humor und schildert anhand von Beispielen warum z.B. Ordnung seinen Sinn hat und wann dieses verworfen werden kann und soll.

Weitere erheiternde philosophische Fragen sind:

  • Warum haben wir Lieblingsfarben?
  • Warum muss man lernen?
  • Wenn Mama wütend ist, sagt sie oft zu mir: >Es gibt aber kein „Aber!“< Aber ich glaube, das gibt es im Leben, das „Aber“. Wer hat recht?
  • Wie weiß man, ob jemand einen liebt?
  • Ist es gut, dass es Zoos gibt?

Die Antworten sind teils subjektiv geprägt und werden von Ungerers persönlichen Erfahrungen untermalt. Sie haben jedoch alle die Gemeinsamkeit, dass sie uns zum Nachdenken bringen und zum Austausch anregen. Viele Fragen werden mit Ungerers Illustrationen gestützt. Im Themenregister wurden die Fragen nach folgenden Kategorien sortiert: Angst, Denken und Wissen, Familie, Freundschaft, Geld, Gesellschaft und Moral, Kinder und Erwachsene, Kosmos und Weltall, Liebe, Mensch und menschliche Natur, Natur und Wissenschaft, Religion, Tiere, Tod, Vorurteile.

Dieses Band ist eine tolle Ergänzung für eine „Philosophieren mit Kindern“-AG. Für Diskussionen können Tipp-Karten mit Stichworten aus Ungerers Anregungen erstellt werden. Auch die Zeichnungen können eine differenzierte Stütze sein oder als Einstieg in ein neues Thema bzw. Themengebiet dienen. Daraus lässt sich auch wunderbar eine Einheit rund um „mündlicher Sprachgebrauch“ kreieren.

Tomi Ungerer - Philosohieren mit Kindern: Warum bin ich nicht du?

Tomi Ungerers erheiternde Antworten auf philosophische Fragen von Kindern.

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Julie Fogliano und Erin E. Stead – Wenn du einen Wal sehen willst

Wenn du einen Wal sehen willst

Wenn du einen Wal sehen willst , brauchst du vor allem Zeit, Ruhe, Durchhaltevermögen und ein wenig Glück. Dabei darfst du dich von deiner Umgebung nicht ablenken lassen, nicht von der duftenden Rose, auch nicht vom vorbeifahrenden Segelboot, nicht von den dasitzenden Pelikanen oder der kriechenden Raupe und auch nicht von den vorbeiziehenden Wolken. Richte beide Augen aufs Meer … und warte … und warte … bis vielleicht eines Tages ein Wal auftaucht.
Das Bilderbuch von Julie Fogliano entschleunigt den oftmals hektischen Alltag. Es ist sehr ruhig, poetisch und richtet die Aufmerksamkeit der Betrachter auf die kleinen Dinge im Leben, die einen umgeben. Es umschmeichelt das Phänomen der Tagträumerei. Hier ist es erlaubt sich in eigenen Gedanken und Fantasien zu verlieren. Der Text ist philosophisch angehaucht und eignet sich sehr gut dazu, um mit den Kindern gemeinsam zu philosophieren.

Die begleitenden, in Pastelltönen gehaltenen Illustrationen sind sehr minimalistisch und animieren dazu die weißen Flächen selbst auszufüllen.

Mein Neffe liebt dieses Bilderbuch und möchte es seit Wochen immer abends vorgelesen bekommen. Er kommt  sehr gut zur Ruhe und hat nun einen neuen Berufswunsch: Forscher werden!

Wenn du einen Wal sehen willst
Ein ruhiges, poetisches Bilderbuch.

Wenn du einen Wal sehen willst

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Marcus Pfister – Weisst du, was Glück ist?

Weisst du, was Glück ist?

Was ist Glück?
Glück ist das Allerwichtigste überhaupt.
Zwei kleine Mäuse sitzen auf der Wiese und hängen ihren Gedanken nach. Sie beschäftigen sich mit dem Thema „Glück“ und ergänzen abwechselnd den Satzanfang „Glück ist …“. Für Zoe ist es pures Glück im Winter die Schneeflocken auf der Zunge zu schmecken. Leo liebt es dagegen den Flug einer kleinen Feder zu beobachten. Sie äußern ihre ganz individuellen Vorstellungen von Glück und kommen schlußendlich zu der Einsicht, dass Glück auch ist, gemeinsam mit der besten Freundin einen Drachen steigen zu lassen.

Dieses Bilderbuch über das Glück macht einfach glücklich!

Marcus Pfister, der mit seinem Bilderbuch „Der Regenbogenfisch“ schon viele Kinder glücklich gemacht hat, vermittelt mit der immer gleichen Aufbaustruktur die alltäglichen Glücksgefühle im Leben eines Kindes. Dabei sind es die einfachen Erlebnisse in Verbindung mit der Natur, die die kleinen Mäuse am meisten faszinieren. Das Sammeln von schönen Kieselsteinen oder das Wegpusten der Samen einer Pusteblume macht die Mäuse glücklich. Sehr schön ist, dass die unterschiedlichen Sinne stets einbezogen werden.

Pädagogisch wertvoll ist auch die Erkenntnis, dass einen durchaus Dinge glücklich machen können, die man alleine erlebt und aber auch das Miteinander hervorgehoben wird. Das letzte Bild zeigt die zwei kleinen Mäuse lachend und Hand in Hand weglaufen. Freundschaft macht eben auch glücklich.

Die Illustrationen sind sehr reduziert und mit einem großen Anteil an weißer Fläche dargestellt. Es bleibt viel Freiraum für die eigenen Gedanken und Fantasien. Die Tupf-/ Schwammtechnik lässt alle Erlebnisse harmonisch wirken und ganz subtil ineinander verschwimmen. Es schafft letztendlich einen schönen Rahmen, der zeigt, dass Glück im Fluss des Lebens besteht.

Weisst du, was Glück ist?

Material

Das Thema „Glück“ ist prädestiniert, um mit Kindern darüber zu philosophieren. Was ist Glück? Kann man Glücklichsein überhaupt erlernen? Worin besteht ein glückliches Leben? Gerhard Friedrich hat in seinem Buch „Mit Kindern philosophieren“ den Themen „Glück“ und „Freundschaft“ je ein Kapitel gewidmet. Hier finden sich unzählige themenorientierte Bastelideen, Liedvorschläge und Diskussionsanregungen.

Nach dem Vorlesen der ersten Seiten, die stets mit dem Satzanfang „Glück ist…“ beginnen, wäre es denkbar die Kinder ihre eigenen Glücksmomente sammeln zu lassen. Auch bestimmte Zitate lassen sich für kleine Diskussionsrunden gut nutzen.

Bild_Glück

 Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch über das Thema Glück!

 

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Soheyla Sadr – Anne und Pfirsich – oder: Wo unsere Seele zu Hause ist

Anne und Pfirsich

Anne besucht ihre Oma, die sie liebevoll Pfirsich nennt, weil ihre Haut so eine weiche, duftende und uralte Pfirsichhaut hat. Regelmäßig erzählt Oma Pfirsich Geschichten. Heute erklärt sie Anne ihren ganz eigenen „Lichtergarten“. Dies ist ein Ort an dem die Seele wohnt. Unseren inneren Garten gestalten wir selbst und entscheiden auch ob wir ins Licht oder ins Dunkel gehen wollen.
Ja, ich entscheide, ob ich mich über den warmen Sonnenschein freue oder mich lieber ärgern will, dass ich den Garten gießen muss.
Der Lichtergarten ist immer da – in dir. Dieser muss allerdings auch gepflegt und gehegt werden, um weiterhin Ruhe, Trost und Verständnis spenden zu können. Er bietet Schutz bei Unsicherheit, Angst oder Kummer. Dein Garten ist dein Wegweiser.

„Anne und Pfirsich“ ist ein philosophisches Bilderbuch und handelt von der Kunst die innere Balance und Zufriedenheit zu finden. Soheyla Sadr hat es geschafft das Ungreifbare ein bisschen sichtbarer zu machen, indem es ein Bildnis des „Lichtergartens“ erhalten hat. Oma Pfirsich fungiert als eine weise und erfahrene Person, die ihrer Enkelin bereits früh verdeutlicht, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist.

Bei Kummer und Schmerz genügt es dem inneren Garten einen Besuch abzustatten. Oft ist die eigene Einstellung, die unsere Sicht auf das Leben und evtl. Schicksalsschläge bestimmt. Die Autorin hebt das positive Denken hervor und zeigt, dass es sich leichter durchs Leben schreiten lässt, wenn man stets die Sonnenseite sieht.

Die leichten, pastellfarbenen Illustrationen unterstützen das Geheimnisvolle des Lichtergartens und wirken wie ein Schleier, der einen Hauch an Magie andeutet, aber nie zu viel verrät. Schließlich lebt dieses Bilderbuch von Fantasie und der eigenen Vorstellungskraft. Die Zeichnungen umgibt eine Leichtigkeit, stets begleitet von einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen der Protagonisten. Als Leser kann man nicht anders, als sich von dieser ausgetrahlten Ruhe und Gelassenheit anstecken zu lassen.

Anne und Pfirsich
 Dieses Bilderbuch lässt die eigene Lebenseinstellung überdenken. Ein tolles Geschenkbuch für Erwachsene, die eine Aufmunterung benötigen, quasi eine Gießkanne für den inneren Garten.

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Peter Turrini und Gerhard Haderer – Manchmal ist ein Fasan eine Ente

Manchmal ist ein Fasan eine Ente

Die vierjährige Theresa verbringt viel Zeit beim siebenundsechzigjährigen Peter-Ini. Gemeinsam gehen sie spazieren, frühstücken oder lesen ein bisschen. In allen Situationen grübeln sie über das Leben und es stellt sich bald heraus, dass das kleine Mädchen den intelektuellen Schriftsteller ganz schön herausfordert. Erwachsene wissen eben doch nicht immer alles. Peter-Ini weiß dagegen sehr gut sich auf die Gespräche mit Theresa einzulassen. Das Ergebnis sind offene, ehrliche, unverschleierte und manchmal sogar unerwartet tiefgründige und philosophische Gesprächswiedergaben, die laut dem österreichischen Schriftsteller Peter Turrini sich tatsächlich so abgespielt haben.

Die über 20 hier festgehaltenen kurzen Sequenzen geben in Form eines Comics authentische Kindergespräche wieder. Es sind alltägliche Situationen, in denen Kinder die besten Einfälle haben, die Peter Turrini stets festgehalten hat, um daraus ein Buch zu machen. Menschen, die mit Kindern in diesem Alter zu tun haben, merken schnell wie lebensnah und ehrlich diese Gespräche sind.

Thematisch drehen sich die Gespräche um das Älterwerden, die Gefühle Traurigkeit und Angst, Geschwisterliebe, Schönheit, Freundschaft und vieles mehr… Gerhard Haderer interpretiert die jeweiligen Situationen in einer fantastischen Mimikdarbietung. Diese lebendigen Illustrationen, gemeinsam mit dem erfrischend natürlichen Text, machen dieses Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

Manchmal ist ein Fasan eine Ente
– Ich bin fantastisch schön.
– Sicher. Weißt du überhaupt was das heißt?
– Was?
– Fantastisch schön?
– Das heißt, dass ich ganz viel schön bin.
– Und ich? Wie schau ich aus?
– Du bist nur ein bisschen schön, weil du schon ein bisschen alt bist.
Es ist ein wunderbares Geschenkbuch  für alle Hobby-Philosophen, Erzieher, Großeltern und alle Menschen, die Kinder lieben.

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Harriet Russell – Unmöglich?!

Harriet Russell - Unmöglich?!

Wenn die Zeit rückwärts liefe, was würde aus Schmetterlingen werden? Und aus gegessenen Äpfeln?  Aus Fröschen? Unendlichkeit ist etwas, das kein Ende hat, so wie die Zahl 8 oder eine Schwimmbrille. Wenn eine blaue Schüssel rot ist, welche Farbe hat sie dann?

In diesem Buch für Querdenker sind ein paar unmögliche und möglicherweise alberne Fragen zusammen getragen. Viele Rätsel funktionieren ausschließlich mit den dazugehörigen Illustrationen. Hier wird die Kunst des Denkens angeregt und die Kinder herausgefordert über das Mögliche hinaus zu sinnieren und sich mit den merkwürdigsten Fragen zu beschäftigen.   Eigenständige, originelle und kluge Köpfe haben hier die Gelegenheit zu kleinen Philosophen und Problemlösern heranzuwachsen.

„Ein brennendes Eis“ – Das Titelbild spiegelt die Grundidee dieses Buches über das Unmögliche sehr gut wider. Hier treffen Gegensätze aufeinander und bringen die Leser in Versuchung weiterzudenken, zu spinnen, zu philosophieren. Nicht alle Denkanregungen sind schlüssig, logisch oder tiefsinnig. Zu vielen Fragen gibt es keine eindeutige Antwort. Doch darum geht es auch nicht.  Bei diesem Buch raucht das Gehirn.

Die Illustrationen sind genauso frech, verschmitzt und spitzbübisch, wie der dazugehörige Text. Es macht Spaß den verlorenen Handschuh im Herbstlaub zu suchen, nur um etwas später feststellen zu können, dass es ihn dort gar nicht gibt, sonst wäre er ja nicht verloren.

Harriet Russell - Unmöglich?!

Die unsichtbare Klapperschlage ist hier.
Was soll das heißen, du kannst sie nicht sehen?
Natürlich nicht – schließlich ist sie unsichtbar.

Dieses Buch bringt uns in Versuchung anders zu sehen, zu gehen, zu fühlen. Es eröffnet neue Perspektiven und unkonventionelle Betrachtungsweisen.

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Gerhard Friedrich – Mit Kindern philosophieren

Mit Kindern philosophieren

Dieses Buch konzentriert sich auf die handlungsorientierte bzw. ganzheitliche Umsetzung  philosophischer Fragen im Rahmen kindlichen Lernens. Ein Geschichtenkonzept, ausgearbeitet zu den Themen „Freundschaft“, „Gut und Böse“, „Arm und reich“, „Religion“, „Wettbewerb, Erfolg, Misserfolg“, „Krankheit, Tod und Abschied“, „Ausgrenzung, Anderssein“ und „Glück“, leitet die Thematik stets mit einer Geschichte rund um die Protagonisten Lutz und Leonie ein. Aus den Erfahrungen und Ereignissen der beiden Kinder, werden Fragestellungen entwickelt, die sich nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, sondern zum Philosophieren einladen.

Zu jeder Thematik werden Spiele, Zitate, Gedichte, Lieder, Bauanleitungen und einiges mehr angeboten, um die Kreativität der Kinder zu wecken und sie zum Weiterdenken anzuregen.

Das Ziel dieses Buches soll sein, verschiedenste Fragen von Kindern aufzugreifen, ins Licht gemeinsamer Betrachtung und Diskussionen zu stellen und an diesen spannenden Auseinandersetzungen zu wachsen.

Ich muss zugeben ich bin ein großer Fan von „Philosophieren mit Kindern“. Die Planung einer AG zu diesem Thema nimmt immer mehr Gestalt an. Die Herausforderung des Moderators ist hierbei stets die passenden „Impulsfragen“ parat zu haben, um die Diskussion in Gang zu halten. Deshalb finde ich die „Forscherfragen“ in diesem Band besonders hilfreich und sinnvoll. Zu jeder Thematik werden, anschließend an die Geschichte, drei Forscherfragen formuliert, die von drei unterschiedlichen Experten (Kinderärzten, Pädagogen, Autoren, Medizinern etc.) ausführlich beantwortet werden. Durch diese Bandbreite an Beispielantworten zu philosophischen Fragen, entwickeln Kinder ein Gefühl dafür, dass viele Situationen individuell bewertet werden müssen und es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.  Auch die Vielzahl der Zitate lädt zum intensiven Interpretieren und Nachdenken ein und sensibilisiert Kinder für spezifische Problemstellungen.

Der ganzheitliche Ansatz ist besonders positiv hervorzuheben. Die Spiel- und Bastelideen ermöglichen den Kindern handelnd mit der Thematik umzugehen und die gewonnen Erkenntnisse und das neuerworbene Wissen anzuwenden. Sehr gelungen sind auch die Experimentvorschläge zum Thema „Arm und reich“ oder die Spielvorschläge rund um „Anderssein“ und „Ausgrenzung“.

Die Geschichten sind zum Teil doch recht lang und gehen über fünf Seiten hinaus. Hier müsste man, abhnägig von der Gruppe und dem Alter der Kinder, eventuell Kürzungen vornehmen, um die Konzentrationsspanne der Kinder nicht zu überstrapazieren. Auch hätte ich mir zu den Liedern eine CD gewünscht. Die Anzahl an beispielhaften Forscherfragen und weiterführenden Impulsfragen hätte erhöht werden können.

Das Konzept an sich ist jedoch sehr gut durchdacht, kindgerecht und eignet sich sehr gut als Grundlage für eine Umsetzung in einer Arbeitsgemeinschaft.

Mit Kindern philosophieren

Material

Um Kinder zum Nachdenken zu bringen und unterschiedliche Möglichkeiten im Kopf durchspielen zu lassen, habe ich einige „Was wäre, wenn …“ Fragen gesammelt, die bei Bedarf gerne von den Kindern erweitert werden können. Die Kärtchen dürfen auch gerne als Schreibanlass genutzt werden.

was wäre, wenn

Ganzheitliche Konzeption, Beachtung des entdeckenden Lernens, hilfreiche Forscherfragen und Zitate als weiterführende Anregungen zum Philosophieren.

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Martin Baltscheit und Christoph Mett – Die Elefantenwahrheit

Die Elefantenwahrheit

Fünf blinde Wissenschaftler sonnen sich auf der Terrasse und stellen nebenbei Hypothesen über Sonnengesetze auf. Als sich ihnen ein großer Elefant vor die Sonne stellt, machen sie sich auf den Weg herauszufinden, wer die Sonne verdeckt. Denn da sind sich die Wissenschaftler einig: „Wenn wir wissen wollen, wie wir es vertreiben können, müssen wir wissen, was es ist!“

Einer nach dem anderen ertastet den großen Elefanten und je nachdem was sie zum Fühlen bekommen, werden die abenteuerlichsten Vermutungen angestellt. Der lange Rüssel erinntert an einen Schlauch der Feuerwehr, der Schwanz an eine Toilettenbürste, die großen Ohren an einen Teppich und der breite Rücken an einen Berg. Während der Streit explodiert und die Wissenschaftler sich böshafte Beschimpfungen zubrüllen, entschwindet der Elefant dem Geschehen still und leise. Und die Wissenschaftler? Nun ja, sie verschließen weiterhin die Augen, auch wenn die Wahrheit so offensichtlich ist…

Solche Bilderbuchschätze trifft man selten. Martin Baltschein ist es gelungen ein Bilderbuch zu kreieren, das zum Nachdenken, Lachen, Weiterspinnen, Fragen und vor allem Hinterfragen anregt. Dies ist sicher kein Buch für ebenmal zwischendurch, es ist eines zum Zusammensein, Diskutieren und In-sich-gehen. Eines voll von Philosophie und Lebensweisheit.

Den bedeutvollen Inhalt ergänzen die außerordentlich gut gelungenen Illustrationen, die stets die Tragik der Blindheit der Wissenschaftler verbildlichen. Das Beharren auf eigenen Theorien ist durch die Person der Wissenschaftler ein wunderbar herausgearbeitetes Indiz für Starrsinnigkeit, Unnachgiebigkeit und Blödheit. Der Spott und die Verleumdung werden einfach nur zu genüsslich in Wort und Bild ausge­walzt. Die auf dem Fundament dieses Scheuklappen-Denkens insze­nierte Welt aus schablo­nenhaften Figu­ren ist zu fabelhaft.

Die Geschichte erinnert mich sehr stark an das Buch „7 blinde Mäuse“ von Ed Young. In beiden Büchern wird ein Elefant ertastet und seine Körperteile zu den wundersamsten Interpretationen umgedichtet. Während es bei den sieben Mäusen ebenfalls zum Streit kommt, betrachten sie im Nachhinein das Wesen aus der Distanz und erkennen, dass jede Maus irgendwie Recht gehabt hat. Diese Erkenntnis fehlt in diesem Bilderbuch. Die Wissenschaftler erfassen nicht die Tatsache, dass eine Perspektive allein noch nicht die ganze Wahrheit erfasst.

Ein weiterer thematischer Komplex, den dieses bildreiche Buch berührt, ist die Entstehung von Streit, weil man die ganzen Zusammenhänge nicht sieht und sich nur auf seine Sichtweise konzentriert. Neben diesen bedeutsamen Botschaften, eignet sich das Bilderbuch auch als Einstieg in die Welt des Sinns „Tasten und Fühlen“. Die Geschichte lässt sich wunderbar nachspielen, indem den Kindern die Augen verbunden werden und jedes Kind nur einen bestimmten Körperteil einer größeren Figur abtastet und schildert, was es fühlt. 

Die Elefantenwahrheit

Material

Das folgende Arbeitsblatt zieht einen Vergleich zwischen den Bilderbüchern „Die Elefantenwahrheit“ und „7 blinde Mäuse“. In der sich schneidenden Fläche sollen Gemeinsamkeiten und in den jeweiligen Kreisen die Unterschiede notiert werden. Beide Bücher lassen sich wunderbar auch in einer AG zum Thema „Philosophieren mit Kindern“ einsetzen.

Buchvergleich Elefantenwahrheit

Tiefgründig, vielschichtig, rundum gelungen!

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80 Bild-Impulse als Erzähl- und Schreibanlässe

80 Bild-Impulse

Die 80 Impulskarten sollen durch ihre dargestellten Reize Kinder zum Nachdenken, Träumen und Fantasieren einladen. Sie können als Ausgangspunkt für freies und kreatives Schreiben dienen oder auch als Impuls für das Erzählen und Philosophieren genutzt werden. Die Karten sind nach folgenden Themen geordnet und durchnummeriert worden: „Es war einmal …“,  „Ritter und Dinosaurier“, „Piraten“, „Weltall“, „Magisch, mystisch, gruselig“, „Fremde Länder“, „Kurioses“, „Sport“, „Tierisches“, „Unterwasserwelt“, „Aus dem Alltag“.

Den Bildkarten liegt ebenfalls eine Übersicht bei, die alle Bilder im Kleinformat, für eine leichte und schnelle Handhabung,  darstellt. Die kleinen Bilder dürfen auch als Kopie in das Tagebuch, passend zu der dazu ausgedachten Geschichte, ausgeschnitten und geklebt werden. Auf der Rückseite jeder Karte sind durchschnittlich drei Fragen zum gewählten Bild festgehalten. Sie sollen das Hineindenken anregen und zum „Weiterspinnen“ motivieren.

Die Bandbreite der ausgewählten Motive beinhaltet meistens Fotografien, aber auch einige wenige Comic-Bilder und  fantastisch angehauchte Darstellungen. Hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht und eventuell die Einbindung von Zeichnungen oder Wimmelbildern. Nichtsdestotrotz sind die gewählten Motive so offen oder auch verwunderlich und skurril, dass man sich dazu Gedanken machen muss. Sie lenken definitiv die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich.

Besonders schön sind die offenen Fragen auf der Rückseite jedes Bildes. Man kennt das ja oft, dass Kinder sich zwar ein Bild aussuchen,  aber trotzdem nicht zum Schreiben kommen. Diese Gedankenanstöße können bei manchen Kindern Wunder bewirken. Ob als Schreibimpuls in der Freiarbeitsecke, zur Anregung einer Motivverfremdung im Kunstunterricht, stummer Impuls als Einstieg in ein neues Thema, als Bündelung von spontanen Gedanken innerhalb einer Bildergalerie, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Um die Haltbarkeit der Bildkarten zu erhöhen, sollten sie auf jeden Fall laminiert werden, da sie doch ziemlich dünn sind und schnell abgegriffen aussehen können.

Tipp an die Eltern: Lassen Sie Ihr Kind ruhig zu einem beliebig ausgewählten Bild eine Geschichte erfinden. Stellen Sie als Hilfestellung alle möglichen W-Fragen, um die inhaltliche Basis weiter auszubauen. Diese Fertigkeit kann schon sehr früh trainiert werden und macht die Kleinen zu großen Geschichtenerzählern! 😉

80 Bildimpulse als Erzähl- und Schreibanlass

– Da stimmt doch was nicht? Was fällt dir auf?

– Wie werden die anderen Kamele auf dieses gestreifte Kamel reagieren? Wird es eher etwas Besonderes sein oder eher etwas so Außergewöhnliches, dass die anderen Kamele es ausgrenzen werden?

– Wie werden die Zebras reagieren, wenn sie diesem gestreiften Kamel begegnen?

Bildkarten mit außergewöhnlichen und interessanten Fotografien, die zum Nachdenken anregen, motivierende Fragen zu jedem Bild beinhalten und vielfältig im Unterricht eingesetzt werden können.

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Martin Baltscheit und Ulf K. – Neues vom Philosofisch

Der Philosofisch ist ziemlich nachdenklich und grübelt des Öfteren über die Wunder der Welt und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Er beschäftigt sich mit der Frage über Ebbe und Flut und den daraus resultierenden Ereignissen und den Sinn und Unsinn von Geschenken. Auch die jahreszeitlichen Veränderungen beschäftigen ihn und so setzt er seiner philosophischen Fantasie freien Lauf …

Dieses kleine Büchlein ist umgeben von Wortspielereien und lustigen Einfällen, die das Philosophieren auf die Kinderebene bringen. Was wäre wenn? Wozu ist es gut? Der spritzige Fisch macht sich Gedanken über die wichtigen und aber auch unwichtigen Fragen dieser Welt. Dieses Buch ist in  drei  in sich abgeschlossene Kapitel unterteilt: Ebbe und Flut, Geschenkt!, Winter ade!, wobei das letzte Kapitel leider nicht so sehr überzeugt wie die ersten beiden. Die philosophischen Gedankenspiele sind alle in Reimform gehalten und werden durch farbenfrohe Illustrationen von Ulf K. unterstützt. Dieses Buch regt dazu an, sich eigene Vorstellungen nach dem „was wäre wenn-Schema“ zu machen, eigene philosophische Fragen zu formulieren, mögliche Konflikte im eigenen Umfeld zu erkennen und darauf Antworten zu finden. Die Orientierung an den Schlüsselproblemen des gesellschaftlichen Lebens kann angebahnt werden und die Klugheit aus der Tiefe als Beispiel genutzt werden, um das Nachdenkenswerte aufzudecken.

Ein kleines Buch, um das philosophische Denken und Gedankenreisen bei Kindern anzubahnen.

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