Ellen Duthie und Daniela Martagón – Grausame Welt?: Nachdenken über Gut und Böse

Rezension

In dieser stabilen Schachtel befinden sich 14 Bildkarten, die Kinder zum selbstständigen Denken anregen sollen. Es geht um das Thema „Grausamkeit“ und die Gegenüberstellung von Gut und Böse. Auf der Vorderseite wird eine vermeintlich grausame Situation dargestellt, während auf der Rückseite Fragen dazu dienen sollen, sich eine begründete Meinung zu bilden. So sollen Kinder zunächst das Bild auf sich wirken lassen und erst einmal frei erzählen. Nach der anfänglichen Diskussion können weiterführende Fragen eventuelle Pro- und Contra-Argumente herauskitzeln lassen.

Die Vorderseite der Karte zeigt ein Mädchen auf dem Boden sitzend, wie sie mit einem Bleistift eine Ameise aufpikst und laut ruft „Erwischt!“. Ist das grausam?

★ Wenn die Ameise das Mädchen vorher gebissen hätte, würde das deine Meinung zu dieser Situation ändern?
★ Findest du, dass das Mädchen eine Strafe verdient hat? Wenn du das glaubst: Welche Strafe wäre deiner Meinung nach angemessen?
★ Kann es sinnvoll sein, Ameisen zu töten? Wann zum Beispiel? Und wie viele?

Um sich ein Urteil zu bilden, brauchen Kinder vernetztes Wissen. Sie werden zu Querdenkern geschult und erproben sich dabei Dinge zu hinterfragen und nicht gleich als Norm anzunehmen. Hier wird die Gefühlsebene genauso bedient, wie der Perspektivwechsel und das emotionale Hineinversetzen und damit unbewusstes Erleben. Diese Bildkarten brauchen Zeit und sollten sukzessiv aufeinander aufbauend eingeführt werden. Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass die Autorinnen der Schachtel drei Blanko-Karten beigelegt haben, um Kinder selbst Situationen bildlich einfangen zu lassen und auf der Rückseite Fragen aufzuschreiben. So werden sie von passiven Betrachtern zu aktiven Handelnden.

Ein Poster mit dem Titel „Grausame Welt“ stellt unsere Weltkugel von außerhalb betrachtet dar. Es ist ein Wimmelbild mit vermeintlich grausamen Situationen und schon bald wird der Betrachter für sich postulieren können, dass Gut und Böse vielleicht doch Hand in Hand miteinander gehen.

Ein tolles Set für Familien, die abends gerne miteinander ins Gespräch kommen, diskutieren und Meinungen austauschen. Auch für den schulischen Einsatz, sei es in der Arbeitsgemeinschaft „Philosophieren mit Kindern“, dem Ethik- oder Religionsunterricht sind diese Bild- und Gesprächskarten sehr zu empfehlen.

Blick ins Buch

 

Fazit

Weiterdenken ist erwünscht – Philosophieren mit Kindern anbahnen

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Felix Tolles und Steffen Schneider – Die Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtsgeschichte

In der Stadt Nazareth planen Maria und Josef ihre Hochzeit. Als der Engel Gabriel erscheint und beiden die frohe Botschaft verkündet, dass Gott Maria auserwählt hat, um Gottes Sohn Jesus zu gebähren, ist die Freude groß. Auf Königs Geheiss die ganze Bevölkerung zu zählen, machen sich Josef und die schwangere Maria einige Monate später auf den Weg nach Bethlehem. Nach der langen Reise ist Maria sehr erschöpft, doch leider hat kein Gasthaus mehr ein Zimmer für sie frei. So müssen sie sich in einem Stall ausruhen. In dieser Nacht wird Jesus geboren. Drei Hirten, denen ein Engel verkündete, dass der Neugeborene „Friede auf Erden für alle Menschen“ bringen werde, machen sich auf die Suche nach Gottes Kind. Sie verkünden die frohe Botschaft der ganzen Bevölkerung und auch die drei Könige aus den fernen Ländern möchten das Kind namens Jesus sehen und ihn reich beschenken.

Felix Tolles erzählt in einfachen, kurzen und gut verständlichen Sätzen die traditionelle Weihnachtsgeschichte. Der Autor bleibt nah am biblischen Text und verzichtet komplett auf komplizierte Bandwurmsätze. Formulierungen wie „Maria und Josef mochten sich sehr.“ bringen die Geschehnisse ohne viel Schnörkel direkt auf den Punkt.

Auch die Illustrationen von Steffen Schneider orientieren sich an der gleichen Devise. Dieses Exemplar der bereits oft erzählten Weihnachtsgeschichte besticht durch farbenfrohe, nicht überladene Illustrationen und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche. In allen Bildern ist das frohe Erwarten schon fast spürbar. Lachende Kinder bespritzen sich im Hof mit Wasser, das Spiel mit dem Licht der Lampen und des wegweisenden Sterns, sowie sich stets intensivierende Farben, kündigen das baldige Kommen Gottes Sohns an.

Besonders schön ist, dass die Weihnachtsgeschichte mit einem Gebet schliesst. Auch dieser Fünfzeiler ist kurz, prägnant, lässt sich leicht merken und rundet somit den harmonischen Gesamteindruck dieser gelungenen Weihnachtsgeschichte ab.

Die Weihnachtsgeschichte

Ein guter Einstieg für Kinder bereits ab 3 Jahren zum christlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes.

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Ingrid Uebe und Ute Thönissen – Die Geschichte von Sankt Nikolaus

Die Geschichte von Sankt Nikolaus

O, lieber heil’ger Nikolaus,
du bist, der Kinder Freund.
Du teilst uns deine Gaben aus,
willst nicht, dass eines weint.
Du willst – und das so lange schon -,
dass jedes fröhlich lacht.
Du bist ja unser Schutzpatron
und gibst gut auf uns acht.

Nikolaus war bereits als Kind sehr hilfsbereit und half bettelnden Kindern, indem er ihnen aus den Taschen seines roten Mantels Nüsse, Brot, Obst und manche Süßigkeit schenkte. Als junger Mann unternahm er eine Pilgerfahrt und zog los, um das Wort des Gottes zu verkünden und insbesondere den Kindern zu helfen. Mit seinem Wirken als Bischof von Myra, war er für seine Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft bekannt und beliebt.

Die Autorin Ingrid Uebe erzählt in Reimform vom Leben des heiligen Nikolaus. Aufgrund der dadurch entstandenen Verdichtung der Informationsfülle ist das Buch eher für Kinder ab 6 Jahren zu empfehlen. Dabei sollte zwischendurch immer unterbrochen werden, um das Verständnis zu sichern.

Es werden die Lebensstadien der Kindheit, seine Unzufriedenheit aufgrund des ihn umgebenden Elends, seine erfüllende Pilgerfahrt und schließlich seine Hilfe für Seeleute in Not als Bischof beleuchtet. Seine Liebe insbesondere zu Kindern zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und endet schließlich in der Tradition den Kindern kleine Gaben in Form von Süßigkeiten zu hinterlassen. So schließt sich der Kreis der anfangs aufgeworfenen Fragestellung, ob die Leser den Sankt Nikolaus kennen, der mit seinem Esel durch die lange Winternacht stampft, um allen Kindern etwas in den Schuh zu stecken.

Die Autorin hat den Fokus auf  die Mildtätigkeiten von Nikolaus und seine Hilfen für die Bevölkerung gelegt. Die Bedeutung des 6. Dezembers, die Legende rund um „Knecht Ruprecht“ und das goldene Buch mit den guten und schlechten Taten finden somit keine Erwähnung.

Die Geschichte von Sankt Nikolaus

Material

Zum Thema „Nikolaus und das goldene Buch“ folgt ein Arbeitsblatt zur Reflexion des eigenen Tuns am Ende des Jahres:

Das goldenen Buch von Nikolaus

Eine Geschichte von Sankt Nikolaus als Gabenbringer der Kinder.

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Gerhard Friedrich – Mit Kindern philosophieren

Mit Kindern philosophieren

Dieses Buch konzentriert sich auf die handlungsorientierte bzw. ganzheitliche Umsetzung  philosophischer Fragen im Rahmen kindlichen Lernens. Ein Geschichtenkonzept, ausgearbeitet zu den Themen „Freundschaft“, „Gut und Böse“, „Arm und reich“, „Religion“, „Wettbewerb, Erfolg, Misserfolg“, „Krankheit, Tod und Abschied“, „Ausgrenzung, Anderssein“ und „Glück“, leitet die Thematik stets mit einer Geschichte rund um die Protagonisten Lutz und Leonie ein. Aus den Erfahrungen und Ereignissen der beiden Kinder, werden Fragestellungen entwickelt, die sich nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, sondern zum Philosophieren einladen.

Zu jeder Thematik werden Spiele, Zitate, Gedichte, Lieder, Bauanleitungen und einiges mehr angeboten, um die Kreativität der Kinder zu wecken und sie zum Weiterdenken anzuregen.

Das Ziel dieses Buches soll sein, verschiedenste Fragen von Kindern aufzugreifen, ins Licht gemeinsamer Betrachtung und Diskussionen zu stellen und an diesen spannenden Auseinandersetzungen zu wachsen.

Ich muss zugeben ich bin ein großer Fan von „Philosophieren mit Kindern“. Die Planung einer AG zu diesem Thema nimmt immer mehr Gestalt an. Die Herausforderung des Moderators ist hierbei stets die passenden „Impulsfragen“ parat zu haben, um die Diskussion in Gang zu halten. Deshalb finde ich die „Forscherfragen“ in diesem Band besonders hilfreich und sinnvoll. Zu jeder Thematik werden, anschließend an die Geschichte, drei Forscherfragen formuliert, die von drei unterschiedlichen Experten (Kinderärzten, Pädagogen, Autoren, Medizinern etc.) ausführlich beantwortet werden. Durch diese Bandbreite an Beispielantworten zu philosophischen Fragen, entwickeln Kinder ein Gefühl dafür, dass viele Situationen individuell bewertet werden müssen und es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.  Auch die Vielzahl der Zitate lädt zum intensiven Interpretieren und Nachdenken ein und sensibilisiert Kinder für spezifische Problemstellungen.

Der ganzheitliche Ansatz ist besonders positiv hervorzuheben. Die Spiel- und Bastelideen ermöglichen den Kindern handelnd mit der Thematik umzugehen und die gewonnen Erkenntnisse und das neuerworbene Wissen anzuwenden. Sehr gelungen sind auch die Experimentvorschläge zum Thema „Arm und reich“ oder die Spielvorschläge rund um „Anderssein“ und „Ausgrenzung“.

Die Geschichten sind zum Teil doch recht lang und gehen über fünf Seiten hinaus. Hier müsste man, abhnägig von der Gruppe und dem Alter der Kinder, eventuell Kürzungen vornehmen, um die Konzentrationsspanne der Kinder nicht zu überstrapazieren. Auch hätte ich mir zu den Liedern eine CD gewünscht. Die Anzahl an beispielhaften Forscherfragen und weiterführenden Impulsfragen hätte erhöht werden können.

Das Konzept an sich ist jedoch sehr gut durchdacht, kindgerecht und eignet sich sehr gut als Grundlage für eine Umsetzung in einer Arbeitsgemeinschaft.

Mit Kindern philosophieren

Material

Um Kinder zum Nachdenken zu bringen und unterschiedliche Möglichkeiten im Kopf durchspielen zu lassen, habe ich einige „Was wäre, wenn …“ Fragen gesammelt, die bei Bedarf gerne von den Kindern erweitert werden können. Die Kärtchen dürfen auch gerne als Schreibanlass genutzt werden.

was wäre, wenn

Ganzheitliche Konzeption, Beachtung des entdeckenden Lernens, hilfreiche Forscherfragen und Zitate als weiterführende Anregungen zum Philosophieren.

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Renate Schupp und Stefan Horst – Die Rätsel-Bibel

Die Schöpfungsgeschichte, die Sintflut, die Zehn Gebote und viele andere Bibel-Geschichten werden in dieser Rätsel-Bibel thematisiert. Die insgesamt 19 Geschichten werden nach dem Alten und Neuen Testament aufgeteilt dargestellt.  Acht Geschichten beschäftigen sich mit dem Alten Testament und den bedeutendsten Bibelgeschichten.

Nach der jeweiligen Geschichte, die oft nicht länger als zwei Seiten ist, werden dem Leser vier Fragen zu dem entsprechenden Abschnitt gestellt. Es stehen jeweils drei Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Das Ergebnis kann mit Hilfe eines Lösungsfischs (siehe Bild unten) selbstständig von dern Kindern kontrolliert werden.

Für Kinder, die mehr Bibelgeschichten kennen lernen möchten und für diejenigen, die bereits einiges wissen und dieses Wissen testen oder auch festigen möchten, ist diese Rätselbibel eine wundervolle Möglichkeit. Die kurzen Texte sind leicht verständlich und werden durch sehr ansprechende Zeichnungen von Stefan Horst unterstützt. Der natürlichen Entdeckungsfreude von Kindern wird hier Rechnung getragen und die Motivation sich mit Bibelgeschichten zu beschäftigen gesteigert bzw. erst geweckt.

Die verdeckte Spiralbindung erweist sich als sehr praktisch und das spannende Lösungssystem zu den insgesamt 76 Rätselfragen ist animierend und erhält den Ansporn. Der rote Löungsfisch darf in einem kleinen Umschlag auf der Innenseite des Buches „zwischengeparkt“ werden. So verringert man die Wahrscheinlichkeit, dass es verloren geht.

Eine motivierende Beschäftigung mit den Bibelgeschichten.

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