Mary Hoffman und Ros Asquith – DU und ICH sind WIR

Rezension

„Das große Buch der Freundschaft“ heißt der Untertitel und zeigt auf pointierte und lehrreiche Weise alle möglichen Facetten der auf gegenseitiger Zuneigung beruhender Verhältnisse. Jede Doppelseite thematisiert ein Aspekt und steht für sich inhaltlich abgeschlossen.

Nach der Definition von einem Freund und dem Blick auf die unterschiedlichen Sichtweisen zur Freundschaft, geht es darum wie man Freunde findet, was „beste Freunde“ ausmacht und ob es möglich ist eine Gruppe von Freunden zu haben. Auch wenn es aus der Erwachsenensicht vielleicht banal sein kann, ist es sehr erfreulich, dass die Autorin hier wirklich sehr kleinschrittig vorgeht und Aspekte aus dem Bereich „Toleranz“ einfließen lässt. Es geht um das Teilen, Verschieden sein und Akzeptanz. Digitale Freunde finden hier ebenfalls ihren Platz, genauso wie Fantasiefreunde, Tierfreunde oder auch eine Freundschaft zu Dingen, z.B. in Form von Kuscheltieren.

Zur Freundschaft gehört es auch mal dazu sich zu verkrachen und dann wieder zu vertragen oder eben Freunde auch zu verlieren, sei es wegen Umzug oder weil man sich nach dem Schulwechsel aus den Augen verliert. Die Texte sind prägnant, kurz, integrieren öfter auch einfach nur Fragen, die zum Reflektieren anregen. Die Illustrationen zeigen unterschiedliche Szenen und verdeutlichen so die Bandbreite und die Vielfalt der menschlichen Verbindungen. Hier wird ein ein essenzieller Bezug im menschlichen Leben zur Gemeinschaft gekonnt skizziert. Wir brauchen sie und sie brauchen uns. Man darf sich reich schätzen, wenn man sie hat. Dabei ist es egal, ob es viele sind oder nur wenige und dafür richtig gute. Das Wir-Gefühl ist einfach toll!

Blick ins Buch

Fazit

Annährung an das Wir-Gefühl und wie es verstanden und gestärkt werden kann

 

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Hannah Dale – Tierleben: Auf der Wiese, im Wald und am Wasser

Rezension

Neugierig schauen die Protagonisten dieses Sachbuchs den Leser an. Es sind die zarten und lebhaften Zeichnungen von Hannah Dale, die den Tieren Lebendigkeit und Vitalität einhauchen. Jede Illustration steht ohne ein Wort auf der Doppelseite, dafür mit einer Fülle detaillierter und exakt platzierter Pinselstriche. Man würde am liebsten die Bilder als Postkarten in der Hand halten und am besten gleich einrahmen.

Auf der gegenüberliegenden Seite fasst die britische Zoologin die wichtigsten Fakten über die 50 dargestellten heimischen Tiere zusammen. Nach dem wissenschaftlichen Namen der Wiesen-, Wald- und Wasserbewohner folgen aufschlussreiche Informationen. Die kurzen Texte überfrachten nicht, sondern konzentrieren sich eher auf die Beschreibung des Lebensraums, des Aussehens und bauen hier und da spannende „Fun Facts“ ein. So erfahren die jungen Leser, dass der wissenschaftliche Name des Eichhörnchens sciurus vulgaris aus dem Griechischen kommt und abgeleitet so viel bedeutet wie „mit Schatten spendender Schwanz“. Die Evolution ist ein Genie. So kommt es, dass die schlaue Elster zählen kann und Rothühner sich das Brüten mit dem pflichtbewussten Vater teilen. Die Eigenschaften und Fähigkeiten der einzelnen Arten und ihre Anpassung sind beeindruckend.

Dieses Sachbuch hat nicht den Anspruch vollständige und umfangreiche Fakten zu liefern, sondern möchte lediglich den Blick auf das artenreiche Leben in unserer Umgebung lenken. Es inspiriert genauer hinzuschauen und der Faszination frei lebender Tiere um uns herum zu verfallen.

Blick ins Buch

Fazit

Liebevolle Zeichnungen der heimischen Lebewesen in ihrer Einzigartigkeit

 

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Stephanie Schneider und Astrid Henn – Mias Bohne

Mia wünscht sich sehnlichst ein Haustier. Das Betteln und Jammern bringt bei ihren Eltern jedoch nichts. Stattdessen soll sie sich in der Pflege einer Pflanze beweisen. Dafür bekommt Mia von ihrer Mama eine Bohne. Diese steckt sie in die feuchte Erde eines Joghurtbechers und schon bald fängt es an zu keimen. Diese Pflanze wird Mias Haustier und begleitet sie am Küchentisch, bei Spaziergängen oder beim Erfinden von gruseligen Bohnenfänger-Geschichten.

Pflanzentierpflegerin zu sein ist zwar toll, doch schon bald vermisst Mia ihre Freundinnen. So vergisst sie das Gießen und überschwemmt kurz darauf ihre Bohne, damit sie wieder viel Zeit zum Spielen hat. Nun muss eine Lösung her, die beide glücklich macht. Da macht sich Mia auf den Weg in den Garten …

Diese Probe eines Pflanzenpflegers werden viele Kinder kennen. Auch ich musste mich in der Kindheit „beweisen“. Dieses Bilderbuch thematisiert kindgerecht die anfängliche Vorfreude eines Kindes, das schon bald feststellen muss, dass Verantwortung übernehmen auch Arbeit heißt. Sehr wertvoll ist die Darstellung, dass es Mia irgendwann zu viel wird und sie nach einer neuen Lösung suchen muss, die beide zufrieden stellt. Wichtig wäre hierbei mit dem Kind anschließend zu besprechen, dass es mit dem Haustier vergleichsweise anders ist. Ein Haustier kann nicht im Garten eingepflanzt werden und für sich alleine sorgen, wie es bei einer Pflanze der Fall ist. Die Gegenüberstellung von „Pflanze“ und „Haustier“ in Bezug auf „Wer braucht was?“ ist sinnvoll.

Die Keimung einer Bohne kann sehr einfach in einem Schulprojekt oder auch im häuslichen Rahmen aufgegriffen werden. Hierbei können spannende Experimente zum Thema „Licht“, „Wasser“ und „Erde vs. Watte“ durchgeführt werden. Im Schuhkarton können beim Keimen Hindernisse eingebaut werden, um zu schauen, ob die Pflanze sich trotzdem dem Licht entgegen streckt. Mehrere Bohnen können auf Schälchen mit keinem, wenig und viel Wasser ausgelegt werden. Der Vergleich des Wachstums mit dem Lineal lohnt sich! Woher nimmt die Bohne ihre Nährstoffe? Dafür ist das Einpflanzen in die Erde, auf einem Wattepad oder auch einem Küchentuch aufschlussreich.

 

weiterarbeit

Der Sauerländer Verlag bietet zum Bilderbuch passende Unterrichtsvorschläge an. Reinschauen lohnt sich!

Pädagogisch wertvolles Bilderbuch zum Thema „Mensch, Tier und Pflanze“.

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Steffi Wöhner – Theo will schlafen

Der Piepmatz Fritzi sitzt oben auf einem Baum in seinem Nest und ist putzmunter. Auch wenn die Sterne bereits leuchten, ist Fritzi gar nicht müde. Er spielt, hüpft, turnt. Theo, das Schwein, sitzt genau unter diesem Baum und ist furchtbar müde. Er will schlafen. Doch aufgrund von Fritzis Aktivitäten, kommt er nicht dazu. Und gerade als er aufgeben möchte doch noch einzuschlafen, trällert Fritzi ein schönes Lied.

In diesem Mini-Pappbilderbuch spielt sich jede Doppelseite mit der immer gleichen Kulisse ab. Im Hintergrund ist stets der Baumstamm und der leuchtende Sternenhimmel zu sehen. Lediglich die beiden Akteure wechseln sich in ihren Positionen ab. Hier gelingt die Übertragung wunderbar, wenn man sich im Bett wälzt und eigentlich schlafen möchte, aber doch nicht kann.

Es eignet sich wunderbar als Gute-Nacht-Geschichte. Es lässt die Kinder zur Ruhe kommen, da nichts Aufregendes passiert. Und doch ist die Handlung witzig und unterhaltsam. Der Abschluss des Schlaflieds lässt sich aufgreifen, indem man vor dem Zubettgehen dem Kind ein ruhiges Schlaflied vorsingt. So kann der Schlaf kommen!

Ruhiges Gute-Nacht-Pappbilderbuch

 

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Andrea Schomburg und Stefanie Jeschke – Das große Knuddel

Das große Knuddel ist ein Wesen, das stets zur Stelle ist, wenn zwei sich streiten. Es ist weich, fluffig und froh. Mit seiner positiven Aura und durch die bloße Anwesenheit bringt es die streitenden Parteien dazu sich bald wieder zu vertragen.

Es kann die Maus Margaritta sein, die Minnie alles weg knabbert oder ein Riese und ein Zwerg, die sich mit Steinen bewerfen.

Kommt angeflitzt, wenn wir uns streiten,
ist für uns da zu allen Zeiten.

Dieses Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren ist ein toller Begleiter für Geschwisterkinder, die sich häufiger in den Haaren haben. Durch die sich schnell einprägsamen Reime lernen schon die Kleinen den Frust vor dem eigentlichen Ausbruch nicht unnötig entstehen zu lassen. Das Knuddel ist nie lange weg und kommt zum Glück immer zurück!

Streit und baldige Versöhnung – dank Knuddel!

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Smriti Prasadam-Halls und Lorna Scobie – Kribbel Krabbel auf der Wiese

Kribbel Krabbel auf der Wiese

Auf den sechs Doppelseiten mit vielen Klappen dürfen Kinder ab 3 Jahren auf die Suche nach  Schmetterlingen, Käfern, Bienen, Schnecken, Raupen oder Grashüpfern gehen. Hinter den stabilen Klappen aus Pappe verbirgt sich immer ein Pärchen, das entdeckt werden möchte. Dabei wird die visuelle Wahrnehmung geschult, denn Kinder müssen genau hinschauen, um die jeweiligen Unterschiede wahrnehmen zu können.

Begleitet wird das Buch rund um die frühlingshafte Blumenwiese von passenden, kurzen Reimen. Es finden sich auch weitere Fragen, die dazu anregen noch mehr Entdeckungen zu machen. Ferner trainieren die Kinder hierbei ihre Zählfertigkeit. Dazu müssen die Bilder auf den Doppelseiten genau betrachtet werden. Da viele Ablenkungen auf den wimmelartigen Abbildungen lauern, bedarf es auch an gutem Konzentrationsvermögen.

Kribbel Krabbel auf der Wiese

Frühlingshafte Blumenwiese und ihre Bewohner.

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Alexander Steffensmeier und Bananafishbones- Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen

Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen

Das alljährliche Sommerfest auf dem Bauernhof steht bevor. Die Vorbereitungen im ganzen Dorf laufen auf Hochtouren. Doch dann verschwindet der frischgebackene Apfelkuchen der Bäuerin. Die Spur der Kuchenkrümmel führt ausgerechnet zu Lieselotte. Doch diese ist ganz und gar unschuldig. Sie legt sich auf die Lauer, um den Apfelkuchendieb auf eigene Faust zu entlarven.

Dieses Bilderbuch enthält eine CD mit nicht nur der vorgelesenen Geschichte, sondern auch viele zur Handlung passende Lieder zum Mitsummen oder einfach nur Anhören. Dieses Musical ist ein wahrer Genuss. Besonders gelungen ist das Lied „So müde“, „Entschuldige“ und „Heute feiern wir ein Fest“, das durchaus dem Kontext entnommen auch anderweitig eingesetzt werden kann. Der Liedtext und die Noten sind mitten im Buch an der dafür passenden Textstelle abgedruckt. Insgesamt befinden sich 9 Lieder auf der CD, oft begleitet von Kinderstimmen.

Dieses Bilderbuch animiert dazu mal selbst ein Musical rund um Lieselotte auf die Bühne zu bringen. Hierzu gibt es sogar gesondertes Aufführungsmaterial mit Umsetzungstipps und einer Playback-CD.

Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen

Tolle Bilder aus der Feder eines wahren Künstlers gewürzt mit peppigen Liedern.

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Andrea Schomburg und Barbara Scholz – Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie

Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie

Paul und Anna wünschen sich ein Haustier. Doch ihre Eltern sagen Nein. Doch was bisher keiner wusste ist, dass ein Chamäleon längst unter ihnen weilt. Auf dem Teppich, unter den Kissen und sogar auf der Kekspackung versteckt es sich sehr gekonnt. Eines Tages bleibt Ottilie kariert und befürchtet, dass es fortan die Familie verlassen muss. Doch „gesehen zu werden“ bringt auch einige Vorteile mit sich …

Und das kann ja nur geschehn,
weil sie sie jetzt immer sehn.
Friedlich, ohne sich zu sorgen,
schläft sie ein und träumt von morgen.

In gleitenden Reimen erzählt Andrea Schomburg die Geschichte rund um zwei Geschwisterkinder, die sich sehnlichst ein Haustier wünschen. Barbara Scholz kreiert comichafte Zeichnungen mit Glubschaugen und übertriebenen Szenarien, die zum längeren Verweilen auf den Seiten einladen. Es macht großen Spaß das Chamäleon zu suchen und die Versteckorte ausfindig zu machen. Dieses Bilderbuch ist geprägt von Bewegung und ist eine gute Übung für die Augen-Koordination.

Die tiefergehende Botschaft ist jedoch aus dem eigenen Schatten herauszutreten und sich sichtbar zu machen. Auf der einen Seite macht man sich verletzbar, auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit viel mehr dazu zu gewinnen als man es vielleicht vorher für möglich hielt.

Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie

Für alle, die sich sehnlichst ein Haustier wünschen.

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Markus Reyhani und Constanze von Kitzing – 10 kleine Miesepeter

10 kleine Miesepeter

Eine dunkle Regenwolke zieht über zehn kleine Miesepeter auf und beschert eine ordentliche Portion „schlechte Laune“. So ärgern sich zu Beginn 10 grummelige Tiere, bis sich einer doch freut und so werden es nach und nach  immer weniger. Fröhliche Lieder, rhythmische Musik, der feine Duft von Blumen und lustige Reime rauben den Tieren ihre üble Laune. Am Ende haben zehn kleine Miesepeter lieber ihren Spaß und feiern glücklich miteinander.

Die Gefühlswelt der Tiere wird in diesem Pappbilderbuch ganz schön auf den Kopf gestellt. In lustigen Reimen verabschieden sich die Tiere  von ihrer Miesepetrigkeit und wenden sich lieber der guten Laune zu. Die Illustrationen sind ganz zauberhaft und nicht allzu überladen. Es macht große Freude das glückliche Tier auf der Seite zu suchen und gleichzeitig wird die Wahrnehmung und die Empathiefähigkeit geschult. Woran erkennt man die schlecht gelaunten Tiere? Wie sehen die Augenbrauen aus, der Mund und die Körperhaltung aus? Nach dem Lesen bietet sich ein kleines Pantomime-Spiel rund um das Thema „Gefühle“ an.

Sehr amüsant ist die Zusammenstellung der Szenen, in denen die Tiere sich mürrisch verhalten: im Bett schmollen, lärmen, zanken, alleine vor sich hin muffeln. Einige Kinder werden sich sicherlich wiederfinden können. Etwas enttäuscht war ich über die Varianten zur Wiedererlangung der guten Laune. Diese war sehr beschränkt, was eventuell den Reimen geschuldet ist. Hier wäre es wichtig mit den Kindern zu thematisieren wie man die schlechte Laune wieder los wird.

10 kleine Miesepeter

Ein Gute-Laune-Buch für alle kleine Miesepeter!

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Ute & Tilmann Michalski – Entdecke die Jahreszeiten

Entdecke die Jahreszeiten

Jahreszeitenfamilienbücher versprühen für mich einen Hauch Nostalgie, aber auch Naturverbundenheit und tragen zurEntschleunigung im Alltag bei. Damit verbunden ist ein Gewinn an Lebensqualität und positiverLebensenergie. Die Aufmachung diesesJahreszeitenbuchs strahlt Ruhe, Zufriedenheit undTatdrang aus. Die hellen Farben und die Fotografien, so unverblümt natürlich und wenig inszeniert, laden zum Mitmachen und zum Erleben der Wunder der Natur ein.

Ute und Tilman Michalski haben in diesem Jahreszeitenbuch Bastelideen, saisonale Rezepte und viele Informationen rund um Flora und Fauna zusammengefasst. Sortiert nach den Jahreszeiten präsentieren sich hier Anregungen, die ich bereits aus meiner Kindheit kenne und dich mich in tollen Erinnerungen schwelgen lassen. Das sind Erlebnisse und Erfahrungen, die geteilt werden müssen. Das Anlegen eines Versuchsgartens aus gebrauchten Milchtüten und das damit verbundene Betrachten der Pflanzen beim Wachsen ist ein wertvoller Zugewinn an Wissen und Erfahrung. Ich erlebe das täglich, dass Kinder kaum wissen wie Samen aussehen oder ganz erstaunt darüber sind, dass Gurken, Tomaten und  Zucchini aus einer Blüte wachsen.Aus Löwenzahn einen Kranz basteln, eine Futterstelle für Vögel anfertigen oder aus Herbstblättern einen Windlicht mit Kleister gestalten, es finden sich hier viele einfache, jedoch effektvolle Ideen. Die wenigen Rezepten werden mit einfachen Schritt-für-Schritt-Illustrationen unterstützt, die bereits die Kleinen nachvollziehen können.

 
Entdecke die Jahreszeiten
Ein traditionelles Jahreszeitenfamilienbuch, das die ganze Familie die Wunder der Natur entdecken lässt.
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