Jutta Richter und Leonard Erlbruch – Endlich Schule!

Auf einer Picknickdecke liegend genießt Lena unter dem Apfelbaum die letzten Sommertage und spielt mit ihren Kuscheltieren Wolkenzählen. Nüchtern muss sie feststellen, dass sie ab dem Schulanfang nun keine Zeit mehr dafür haben wird. Schließlich lernt sie fortan lesen, schreiben, rechnen und muss täglich Hausaufgaben machen. „So ist das, wenn man groß wird“, meint sie entschlossen.

Ihre Kuscheltiere fangen an, sich Sorgen zu machen, dass sie sie vergessen wird und wollen etwas gegen das Großwerden unternehmen. Doch der Versuch Lenas Schultasche zu verstecken, misslingt. Erst als in der Schule die Lieblingskuscheltiere vorgestellt werden sollen, wollen auch die Tiere sich ein Bild von diesem Ort machen, der Lenas wertvolle Zeit für sich so sehr beansprucht.

Rezension

Dieses Bilderbuch greift sehr gut die kindlichen Erwartungen und vielleicht auch Ängste auf. Hier sind es die Kuscheltiere, die die unwissende Rolle annehmen und mit Unsicherheiten und dem Ungewissen kämpfen. Schließlich ist Veränderung in erster Linie immer mit mulmigem Gefühl verbunden.

Jutta Richter skizziert ein sehr selbstbewusstes und neugieriges Schulkind. Auch wenn Lena weiß, dass sich der Alltag verändern wird, freut sie sich auf die neuen Herausforderungen. Sie kann sehr gut schon einschätzen was der Lernzuwachs im Alltag bedeutet, z.B. dass man nicht mehr betteln muss eine Geschichte vorgelesen zu bekommen oder selbst Briefe an die Oma schreiben kann. Sogar das Zählen der Münzen in der Spardose gelingt ganz ohne Hilfe. Wissen und Können bedeutet eben Selbstständigkeit.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Buch für alle angehenden Erstklässler, das Sorgen und Ängste nimmt!

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Daniela Kulot – Wir sind erste Klasse!: Ein ABC zum Schulanfang

Rezension

Daniela Kulot gelingt es mit diesem Bilderbuch rund um den Schulanfang ganz unaufgeregt über die Aufregung der Einschulung für alle Beteiligten zu erzählen. Die 26 Kurzgeschichten zu jedem Buchstaben sind nicht krampfhaft darauf ausgerichtet, dass jedes Wort mit dem entsprechenden Buchstaben beginnt. Ganz im Gegenteil, in einem lockeren Erzählstil werden sehr wirklichkeitsgetreue Situationen geschildert.

Anton ist aufgeregt. Er kommt heute in die erste Klasse! Hurraaaa! (…) Vorher muss Anton Mama trösten. Sie heult ja jetzt schon.

Genau diese Darstellung erlebe ich jedes Jahr zur Einschulung. Während die i-Dötzchen sich eigentlich freuen, überträgt sich die Nervosität der Eltern auf manche Kinder, sodass sie sich manchmal gar nicht in den Klassenraum trauen. In ganz unterschiedlichen Familienkonstellation treffen wir hier auf eine bunte Vielfalt an Kindern. Sie alle kommen zusammen, um gemeinsam die nächsten Jahre zu lernen und zu leben. Gregor braucht eine Gehhilfe, Hannah ist immer ganz hektisch und Lilli ist Linkshänderin.

Jede Kurzgeschichte wird von zauberhaften Illustrationen begleitet. Sie sind bunt und einfach knuffig, dem Kulot-Stil bin ich allerdings schon seit Jahren verfallen. Rund um die Szene werden Wörter präsentiert, denen der Anfangsbuchstabe fehlt. Schnell wird klar, dass hier natürlich der zur Geschichte passende Anfangsbuchstabe ergänzt werden muss.

Dieses Bilderbuch ist perfekt für die Schultüte oder als Geschenk für alle an der Einschulung Beteiligten. Auch im Klassenraum lässt es sich gut etablieren und jede Geschichte passend zum momentan behandelten Buchstaben vorlesen. Die Situationen bieten einen guten Gesprächsanlass, um anschließend auf das „soziale Lernen“ einzugehen, sei es zur „Andersartigkeit“, „Gefühle“ oder „Regelbewusstsein“.

Blick ins Buch

Fazit

Das Bilderbuch zur Einschulung ist einfach klasse!

 

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Rupert Dernick und Werner Tiki Küstenmacher – Topfit für die Schule

Topfit für die Schule

 Für alle Menschen, egal, ob Erwachsene oder Kinder, gilt: Kein Mensch ist vollkommen. Jeder Mensch hat Schwächen, die er (in der Regel) mit Hilfe seiner Stärken ausgleichen kann. (Dieses Buch) … soll aber Mut machen, die vielen Fördermöglichkeiten, die es in jedem Haushalt gibt, bestmöglich zu nutzen. (S. 12)

Um den Kindern einen selbstbewussten und erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen, hat der Autor, selbst Vater von drei Kindern, sämtliche Tipps zusammengetragen, um die Lernbereitschaft und die Anpassungsfähigkeit im Familienalltag zu nutzen.

In manchen Elternhäusern werden die vorgeschlagenen Tipps bereits praktiziert und erscheinen überflüssig. Einigen Eltern ist jedoch die Bedeutung der Einbindung der Kinder im Alltag nicht bewusst und da es schneller ist, die Dinge selbst zu erledigen, wird Kindern vieles abgenommen oder erst gar nicht zugetraut. Dadurch werden viele Chancen in der Entwicklungsförderung vertan.

Die beste Schulvorbereitung bietet der Familienalltag. Eine empfohlene Übung ist z.B beim Einkaufen dem Kind gleichzeitig drei Aufträge zu erteilen. Hierbei muss das Kind die Nebengeräusche der Ansage, der evtl. weinenden Kinder oder der sich in der Nähe unterhaltenden Personen ausblenden, sich den Arbeitsauftrag merken, strukturiert die Lebensmittel suchen und in den Einkaufswagen packen. Diese Situation erinnert sehr stark an den Klassenraum und ist eine tolle Vorbereitung.

Neben der Förderung motorischer Fähigkeiten, werden Vorschläge zum Sortieren und Kategorisieren gemacht, eine kognitive Kompetenz, die in allen Fächern von großer Bedeutung ist. Spiele für das Gedächtnistraining und Förderung der sprachlichen Kompetenzen durch Klatschen und damit der Aneignung der Silbierung von Wörtern. Es ist wichtig Kindern einiges zuzutrauen und Situationen zu schaffen, in denen sie sich ausprobieren können.

Ganz witzig ist die FamilienErgo – ein Kompetenztraining für Kinder von 4 bis 7 Jahren – bei dem Schritt für Schritt 7 Tätigkeitsbereiche durchlaufen werden.

Viele Vorschläge wurden von mir dem Buch entnommen, um den Eltern beim ersten Elternabend meiner Erstklässler eine kleine Anleitung an die Hand zu geben. Erfahrungsgemäß sind sie froh über alltägliche Tipps, auch wenn vieles sicherlich bereits praktiziert wird. Trotzdem wird den Eltern das Gefühl vermittelt, dass wir zusammen arbeiten und dass das Elternhaus einen großen Einfluss auf schulische Erfolge hat.

Diesen Ratgeber kann ich wärmstens allen Erziehern, Eltern von Vorschulkindern und auch Lehrern empfehlen!

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Top 5 – Schulstart

Top 5

TOP 1:

Mein persönlicher und  bisher ungeschlagener Favorit im Bereich Bilderbuch zum Thema „Einschulung“ und „Schulanfang“. Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei “Sachen”, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles, was sie für ihr Leben benötigen. Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Was könnte ein Kind in der Schule lernen?
Wundervolle Illustrationen, vereint mit ausgefeilten Reimen und viel Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt.

(Zur ausführlichen Rezension hier entlang.)

TOP 2:

Ein weiterer Klassiker ist das Vorlesebuch Der Ernst des Lebens. Hier wird auf die Ängste und das mulmige Gefühl der Einschulung eingegangen. Die Erwachsenen sagen zur kleinen Annette stets: „Wenn du in die Schule kommst, beginnt der Ernst des Lebens“. Doch was ist das überhaupt? Auf eine sehr humorvolle Art und Weise wird dem „Ernst“ ein Gesicht gegeben und den Kindern die Angst hoffentlich genommen.

Eine heitere Vorbereitung auf den ersten Schultag als Mini-Ausgabe für jede Schultüte.

TOP 3:

Ein liebevoll illustriertes Bilderbuch von Leo Lionni über den Sinn von Lesen und Schreiben. Die Raupe entdeckt ein wildes Durcheinander von Wörtern auf verschiedenen Blättern und fragt sich warum sich die Wörter nicht zu Sätzen zusammentun können, um endlich von Bedeutung zu sein. Hier beginnt eine spannende Geschichte über die Freundschaft von Buchstaben und die Zusammenführung von Wörtern zu Sätzen.  Kinder erfahren durch dieses Buch wie viel Spaß das kreative Wörterbauen machen kann.

Ein Bilderbuch über Buchstaben, die eine wichtige Botschaft zu den Menschen tragen und die Lesefähigkeit hochleben lassen.

TOP 4:

Ein weiteres wundervolles Werk, welches gewöhnlich in der Schule u.a. zum Thema „Briefeschreiben“ Verwendung findet, ist Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Den Löwen stört es anfangs nicht, dass er nicht schreiben kann. Schließlich kann er brüllen und Zähne zeigen, womit er sich vorerst zufrieden gibt. Erst als er eine lesende Löwin trifft, beginnt er zu grübeln. Eine Löwin, die liest, ist ja schließlich eine Dame und einer Dame schreibt man Briefe, bevor man sie küsst…

Ein zauberhaftes Bilderbuch, das die Bedeutung vom Schreibenlernen in den Fokus rückt und durch eine hinreißende Liebesgeschichte entzückt.

(Zur Rezension von "Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis 3 zählen konnte" hier entlang.)

TOP 5:

Die Umstellung vom Kindergartenkind zum Schulkind, fällt nicht allen Kindern leicht. In diesem humorvollen Bilderbuch Die Geschichte von Bleistift, Radiergummi und Spitzer über die erste Zeit in der Schule hat der Hauptakteur Bastian keine Lust zu lernen. Viel lieber würde er mit seinen Freunden im Garten spielen. Doch dann beginnen seine Schreibutensilien mit Bastian zu sprechen …

Dieses Bilderbuch animiert zum sorgsamen Umgang mit den Schulsachen und zum Schreiben, ergänzt durch zusätzliche Schreibübungen für die kleinen ABC-Schützen am Endes des Buches. Ein schönes Geschenk zum Schulanfang also!

Nikola Huppertz – 3, 2, 1 – Schulstart! Quinns abenteuerlicher erster Schultag

3, 2, 1 - Schulstart

Quinn ist ganz aufgeregt, denn schließlich wird er heute eingeschult. Seinen Sterne-und-Planeten-Ranzen hat er bereits auf dem Rücken und die Astronauten-Schultüte in der Hand. Mama, Papa, Oma und Opa begleiten ihn und schultern bereits die Fototasche. Quinns großer Tag ist da!

Als Quinn noch in der KiTa war, hatte er einen Weltraumlift mit dem er sich in die Raumstation begab. Damit suchte er das Weite, so wie auch an diesem Morgen. Als die gesamte Familie zur Schule aufbricht, entschwindet Quinn dem Trubel und saust mit seinem Space Shuttle durch das Buchstabengewimmel. Im intergalaktischen Buchstabenfeld erlebt er so manches Abenteuer und trifft für ihn bisher unbekannte  Astronauten. Als er im Weltall eine ihm funkelnagelneue Welt voller Rätsel und Geheimnisse entdeckt, beschließt er zu landen, um sie zu erforschen.

Der Schulanfang ist für Kinder ein großer Schritt in mehr Selbstständigkeit. Hier beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Der Eintritt in den „Ernst des Lebens“ ist mit Aufregung, Nervosität und doch Vorfreude auf den ersten Schultag verbunden. Vielen Kindern hilft es, wenn sie auf die neue und ihnen bis dato unbekannte Situation vorbereitet werden. Bilderbücher können einen kleinen Einblick in das Schulleben geben und somit Ängste und Unsicherheiten nehmen.

Der kleine Quinn entflieht seiner Angst und Aufregung in ein für ihn bekanntes und gewohntes Terrain, den Weltall. Hier fühlt er sich sicher und kann ohne „panische Panik“ in den ersten Schultag starten. Leider erfährt der Leser nur wenig von der Einschulung, denn der Hauptteil des Bilderbuchs konzentriert sich auf die Abenteuer im Weltall. Daher ist der Titel und auch das Titelbild leider etwas irreführend. Lediglich die Rakete im Hintergrund deutet den etwas anderen Schulstart an.

Erwachsene werden die versteckte Botschaft schnell durchschauen können, allerdings ist es schwierig den Kindern den plötzlichen Ausflug Quinns ins Weltall zu erklären. Daher ist dieses Buch nur begrenzt zur Sorgenmilderung zu empfehlen. Es ist eher für kleine Weltall- und Astronauten-Fans geeignet.

3, 2, 1 - Schulstart

Material

Was ist für Kinder an diesem Tag bedeutsamer als ihre Schultüte? Dies ist erfahrungsgemäß auch die am häufigsten gestellte allererste Hausaufgabe: Male deine Schultüte und ihren Inhalt!

Schultüte

Jungen als Operator- und Commando-Anbeter werden sich mit diesem Bilderbuch identifizieren können.

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Friedl Hofbauer und Petra Probst – Wenn ein Löwe in die Schule geht

So kurz vor dem Schulanfang möchte ich euch einen Kinderbuchklassiker vorstellen, der mir sehr am Herzen liegt und nun von dem Annette Betz Verlag neu aufgelegt wurde: Wenn ein Löwe in die Schule geht handelt von allerlei „Sachen“, ob Hexe, Floh, Rasenmäher, Schnittlauch oder Gespenst. Sie alle gehen zur Schule und lernen alles was sie für ihr Leben benötigen. Der Löwe muss natürlich brüllen können, der Floh hoch springen und beißen, die Hexe auf Besen reiten und zaubern. Eine Doppelseite ist dabei jedem Protagonist gewidmet, der einmal bildlich veranschaulicht wird und durch einen kurzen Reim erklärt wird, was es in der Schule lernt. Den Kindern hat es wahnsinnigen Spaß gemacht zu raten, was die jeweiligen Dinge denn nun lernen und sie genossen sichtlich vergnügt die Auflösung. Einige Wortspiele trugen dazu bei, dass sie sich nicht mehr einkriegen konnten. Oder haben Sie schon was von „verstecksen“ gehört? Natürlich werden auch Kinder erwähnt und da fällt jedem Kind etwas ein, was es in der Schule lernen wird oder auch schon gelernt hat. Ich habe dieses Buch am Ende einer ersten Klasse eingesetzt und darauf aufbauend ein eigenes Klassenbuch erstellt, zu dem jedes Kind sich eine „Sache“ ausgedacht hat und erklärt hat, was es in der Schule lernen muss. Es sind sehr witzige und einfallsreiche Seiten entstanden: eine Gabel, die das Essen aufgabeln lernen muss; eine Blume, die gut riechen lernen muss oder eine Spinne, die ein Spinnennetz weben lernen muss. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt!

Ein grandioses Buch, welches ich nie mehr missen möchte! Dieses Buch bleibt für immer in meinem Bücherregal!

 


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