Amy Krouse Rosenthal – Für mein Mädchen: Eine Liebeserklärung an dich

Rezension

Falls du jemals vergessen solltest, wie einzigartig du bist,
schlage irgendeine Seite in diesem Buch auf, und du wirst wieder wissen,
dass du etwas ganz Besonderes bist und aus tiefstem Herzen geliebt wirst.

Dieses Bilderbuch ist ein „Seelenstärker“ für alle kleinen und großen Mädchen dieser Welt. Es schenkt Selbstvertrauen, bestärkt das neugierige Denken, macht Mut, regt zur Akzeptanz und Selbstliebe an. Jede Doppelseite steht für sich und beginnt mit der Anrede „Mein Mädchen,“. Dabei ist es ganz universell gemeint, sodass jedes Mädchen und jede Frau gleichermaßen sich angesprochen fühlen kann.

Es geht darum seine Äußerlichkeiten lieben zu lernen, aber auch den Mut zu haben Fragen zu stellen. Mädchen sollen sich zu Wort melden, denn auch sie haben kluge Sachen zu sagen. Auch Verrücktheiten sind akzeptiert, genauso wie die Tatsache „einzigartig“ zu sein.

Die hier gesammelten Botschaften haben einen wahren Kern. Menschen zweifeln viel zu oft an sich. Diese Situationen geben einem Mut und strahlen Zuversicht aus. Es lässt sich wunderbar an Menschen verschenken, die einem am Herzen liegen.

Mein Mädchen, verliere nie die Fähigkeit zu staunen.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Geschenkbuch, das noch mehr im Gepäck hat: Lebensweisheiten

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Hans de Beer – Gustav ganz groß

Gustav ganz groß - Hans de Beer

Die Stadt, in der der kleine Dackel wohnt ist groß. Gustav sieht alles immer nur von unten, nie hat er eine richtig schöne Aussicht. Bei diesem Gedanken fühlt er sich glatt noch kleiner.

Seine Freundin Emma rät Gustav sich auf den Weg zur großen Brücke zu machen. Dort verspricht sie ihm eine tolle Aussicht, die auch er ganz bestimmt genießen kann. Gleichzeitig warnt sie ihn rechtzeitig vor dem Einbruch der Dunkelheit zurückzukehren, denn die Stadt sieht nachts ganz anders aus als am Tag. Tatsächlich wird er mit einer fantastischen Aussicht belohnt und drückt seine Nase noch fester gegen die Fensterscheibe. Bald geht schon die Sonne unter und Gustav rennt aufgeregt zurück. Zum Glück kann ihm ein Kater helfen den Weg nach Hause zu finden. Und da Gustav so klein ist, schlüpft er durch die Katzenklappe schnell nach drinnen.

Hans de Beer thematisiert in diesem wundervoll gezeichneten Bilderbuch die Andersartigkeit und die Schwierigkeit, die damit einhergeht dies zu akzeptieren. Gustav kämpft mit seiner Größe und bedauert diesen Zustand in allen möglichen Situationen. Seine Sehnsucht auf eine schöne Aussicht ist einfach zu groß. Erst als seine Freundin Emma ihm eine Alternative bietet, scheint er vorerst sich zufrieden zu geben. Ein Hoffnungsschimmer ist seine Erkenntnis, dass Kleinsein auch seine Vorteile mit sich bringt und man so beispielsweise mühelos durch die Katzenklappe schlüpfen kann.

Etwas irritierend empfinde ich Gustavs Schlussgedanken „Ich werde einfach abwarten und wachsen – bis ich ein Stück größer bin“. Dieser Beschluss rüttelt an dem Gesamtkonzept seine Andersartigkeit anzunehmen. Ein Dackel kann eben nicht so groß wie ein Dalmatiner werden. Eine Hoffnung zu nähren, die nicht Realität werden kann, führt auf eine falsche Fährte. Es wäre schöner Gustav mit dem Gedanken einschlafen zu sehen: „Ich bin gut so wie ich bin und wenn ich möchte, kann ich „innerlich“ genauso groß sein wie die anderen.“ Mit ein bisschen Köpfchen können sich auch die Kleinen zu helfen wissen und über sich hinauswachsen.

Gustav ganz groß

Über sich hinauswachsen und seine Andersartigkeit annehmen!

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Brigitte Endres und Joelle Tourlonias – Hallo, ich bin auch noch da!

Brigitte Endres - Hallo, ich bin auch noch da!

Das kleine Chamäleon lebt mit vielen anderen Tieren in einer Zoohandlung. Jeden Tag aufs Neue versucht es die Besucher auf sich aufmerksam zu machen, rollt sein Schwänzchen zu einer hübschen Schnecke und ruft: „Hallo, ich bin auch noch da!“ Aber keiner sieht es, keiner hört es. Das kleine Chamäleon wird immer übersehen.
Eines Tages reicht es dem kleinen Tier und es klettert unbemerkt aus dem Terrarium. Ganz traurig und mutterseelenallein läuft das Chamäleon durch die turbulenten Straßen. In einem Park entdeckt es ein blasses Mädchen, das darauf wartet auch einmal schaukeln zu können. Auf ihr Rufen hin „Hallo, ich bin auch noch da!“, wird sie von den anderen Kindern nicht gehört und weiterhin ignoriert. Keiner sieht sie, keiner hört sie – nur das kleine Chamäleon weiß, wie es sich anfühlt nicht beachtet zu werden.

„Hallo, ich bin auch noch da!“ ist ein bewegendes Bilderbuch rund um das Thema Selbstbewusstsein und Ich-Stärke. Die beiden vorerst namenlosen Figuren können sich nur schwer behaupten und bleiben stets im Hintergrund. Sie werden von ihrer Unsicherheit überschattet und von den anderen verdrängt. So spielt die Illustratorin zu Beginn der Geschichte mit gedämpften, düsteren Farben. Um die Distanz zum Geschehen zu verringern, werden viele Begebenheiten aus der Froschperspektive gezeigt. Der Leser fühlt somit mit dem kleinen Chamäleon mit und wird emotional auf bildnerischer Ebene einbezogen.

Erst als die beiden Protagonisten sich begegnen, hellen die Farben auf und dem Leser wird der Name des Mädchens verraten. Camée lässt es sich nicht nehmen, dem kleinen Tier ebenfalls einen Namen zu geben und tauft es ganz passenderweise auf „Leon“. Hier wird die Zusammengehörigkeit der beiden Figuren deutlich. Dieses Zusammentreffen verleiht dem Mädchen Mut und zeigt, was Freundschaft bewirken kann. Auf dem abschließenden Bild wird dem Leser ein glückliches Duo präsentiert – schwebend auf einer Schaukel, umspielt von einer leichten Brise.

Hallo ich bin auch noch da
weiterarbeit
Im Kunstunterricht lassen sich die Farben in Bezug auf unterschiedliche Stimmungen (warme – kalte Farben)  und evtl. die Vogel- und Froschperspektive thematisieren. Die verschiedenen Gefühlslagen eignen sich hervorragend zur Realisierung in Form von Standbildern. Eine Adjektivlandkarte zu den Stimmungen vor und nach dem Zusammentreffen kann als Hilfestellung hinzugezogen werden.
Freundschaft kann dem Selbstbewusstsein Flügel verleihen – zusammen sind wir stark!

Hallo, ich bin auch noch da!

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Heinz Janisch und Helga Bansch – Ich kann alles!

Der kleine Dachs, Frenki, ist ein richtiges Stehaufmännchen. Er traut sich alles zu und versucht es voller Zuversicht immer wieder aufs Neue, gleich dem Motto „Ich kann alles!“. Er glaubt, dass er fliegen lernen und über das Wasser gehen  kann. Doch immer wieder fällt er auf die Nase und die gewagten Unterfangen enden in einem Fiasko. Seinem Mut und Zuversicht tut es keinen Abbruch. Frenki denkt positiv und stellt sich neuen Herausforderungen. Dabei entdeckt er immer wieder etwas Besonderes! Ein buntes Blatt, eine glitzernde Glaskugel, ein leuchtend weißer Stein oder eben sein verschollener Freund Zack Bumm. Alle Fehlversuche bringen auch etwas Positives mit sich!

In diesem Bilderbuch geht es um die Herangehensweise an das Neue und Unbekannte. Der ungeschickte Protagonist ist stets zuversichtlich und unerschrocken. Die Fehlversuche werden als positive Erfahrungen verbucht und als etwas Schönes und Besonderes betrachtet. Die Redensart „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ steht hier definitiv im Fokus. Allerdings stört mich aus pädagogischer Sicht der fehlende Lernzuwachs. Wir sind immer danach bestrebt Kinder über ihre Erfahrungen und Taten reflektieren zu lassen. Eine Kunst, die in diesem Buch vernachlässigt wird. Daher bin ich  persönlich hier etwas zwiegespaltener Meinung. Einerseits ist es wichtig sich von Niederlagen nicht entmutigen zu lassen und andererseits sollten diese Erfahrungen zur Weiterentwicklung verhelfen, damit eventuelle Fehler nicht wiederholt werden.

Die Illustrationen von Helga Bansch, die 25 Jahre als Volksschullehrerin gearbeitet hat, sind ein Augenschmaus. Mit der Technik  Acryl auf Leinwand schafft sie es die Aufmerksamkeit auf das Wichtigste im Bild zu bündeln. Die Bilder wirken klar, aufgeräumt und nicht überladen.

Eine wertvolle Grundthematik, die durch eine Prise Selbstreflexion und Lernzuwachs ergänzt werden könnte.


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