Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke – Guck mal, wie die gucken!

Eine Familie mit zwei Kindern macht einen Tagesausflug in den Zoo. Besonders die Affen werden voller Neugierde bestaunt. Manche Verhaltensweisen sind auf den Menschen schnell zu übertragen. Es wird gepopelt und gekratzt. Dem Mädchen fällt auf, dass ein älterer Affe graue Haare bekommt, so wie ihr Vater auch. Der Bauch sieht nach einem Trommelbauch aus, so wie beim eigenen Papa auch. Und als der Zoo schließt, sind nicht nur die Menschen traurig. Auch die Affen haben hinter Gittern ganz viel an den Zoobesuchern zu bestaunen.

Dieses Bilderbuch mit den  farbenfrohen Illustrationen von Stefanie Jeschke hat einen humorvollen Twist zum Ende der Geschichte. Hier findet ein Perspektivwechsel statt, der Kindern erklärt werden muss. Nachdem die Familie die Affen  genau beobachtet hat, kommen die Affen als Beobachter zu Wort und müssen feststellen „Wie gut, dass die hinter Gittern sind.“ Dabei sieht der Leser die beiden Kinder vor den Gittern Grimassen schneiden und brüllen, während die Affenfamilie seelenruhig die Zoobesucher bestaunt.

Die Thematik lässt sich wunderbar im Sachunterricht aufgreifen. Zum Schwerpunkt „Evolution“ können Vergleiche zur Entwicklung vom Affen zum Menschen gezogen werden. Dieses Bilderbuch ist ein motivierender und lustiger Aufhänger dafür, auch in den Klassen 3-4.

Angesichts der fundamentalen Bedeutung des Evolutionsverständnisses für die Entwicklung eines zeitgemäßen Weltbildes ist es befremdlich, dass Kinder in der Grundschule so wenig über dieses Thema erfahren – zumal im Unterricht oftmals Schöpfungsmythen behandelt werden, die ohne Vorwissen zur Evolution leicht fehlgedeutet werden können. Pädagogisch ist dies nicht zu rechtfertigen. Schließlich sollen öffentliche Schulen ihre Schülerinnen und Schüler nicht einseitig im Sinne einer bestimmten Religion oder Weltanschauung beeinflussen, sondern ihnen Zugang zu den zentralen Erkenntnissen der Wissenschaft ermöglichen! Aus bildungspolitischer Sicht ist es daher zwingend geboten, die „Tatsache Evolution“ im Unterricht sehr viel früher und umfassender zu behandeln, als dies in aktuellen Lehrplänen vorgesehen ist. (https://evokids.de/content/resolution-evolution-grundschule)

Humorvolles Bilderbuch mit spannenden Anhaltspunkten zur Vertiefung!

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Günther Jakobs – Flieg, Lela flieg!: Für immer beste Freunde

Pino bereitet sich auf den Winter vor und sammelt eifrig Vorräte als er eine Schwalbe zwischen den Ästen einer Buche entdeckt. Das Eichhörnchen klettert zur Schwalbe hoch und bietet ihr an ihre Verletzung in seinem Haus im Inneren eines Baumstamms auszukurieren. Die kalte Jahreszeit über verbringen sie gemeinsam und trinken heißen Tee, spielen Spiele und lachen über Pinos Witze. Doch am liebsten hört das Eichhörnchen Lelas Geschichten von ihren vielen Reisen.

Im Frühling lernt Lela wieder fliegen, denn ihr Flügel ist schon fast geheilt. Beim Sommerfest haben alle Tiere im Wald so viel Spaß, dass sich Pino wünscht, dass Lela für immer bei ihm bleibt. Doch im Herbst packt Lela beim Anblick eines Vogelzugs die Sehnsucht nach der Ferne. Pino ahnt schon, was Lela sagen will, als sie ihre Familie am Himmel sieht …

Die grandiosen Illustrationen von Günther Jakobs bahnen sich zuerst einen Weg ins Herz. Man könnte sich die Bilder ewig anschauen. Die Vogel- und Froschperspektive aber auch das Farbenspiel haben eine ganz besondere Wirkung auf den Betrachter.

Die Geschichte mit den vielen thematischen Abzweigungen lässt sich wunderbar im naturwissenschaftlichen Unterricht einbinden. Es geht um Jahreszeiten und die Verwandlung der Natur, die die Tiere dazu zwingt sich entsprechend vorzubereiten. Das Eichhörnchen sammelt fleißig Vorräte und sucht Haselnüsse, Bucheckern und Tannenzapfen. Die Landschaft ist in ein saftiges Orange und Gelb getaucht. Die Schwalbe bietet Ansätze sich den „Vogelzug“ genauer anzuschauen. Woher wissen die Vögel wohin und wann sie aufbrechen müssen? Gibt es einen inneren Kompass? Wie finden sie den Weg wieder zurück?

Damit geht auch das Thema „Abschied und Trennung“ einher. Die Schwalbe muss ihren Freund verlassen und Pino ist gezwungen Abschied zu nehmen und die Freundin ziehen zu lassen. Der Trennungsschmerz ist beiden anzusehen. Hier lassen sich Parallelen ziehen, die Kinder ebenfalls früh erfahren, wenn z.B. der beste Freund wegzieht oder man selbst derjenige ist, der den Freundschaftskreis verlassen muss. Die Darstellung des Abschieds ist bildlich sehr rührend eingefangen.

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Nach dem Vorlesen könnte eine Aktivität rund um das „aktive Zuhören“ anschließen. Bei einigen Quiz-Fragen können die Kinder beweisen, was sie behalten haben.

Gefühlvolle Geschichte mit fantastischen Illustrationen.

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Sebastian Meschenmoser – Herr Eichhorn und der erste Schnee

Herr Eichhorn und der erste Schnee

Herr Eichhorn hält im Winter sonst Winterruhe in seinem Kobel. Doch dieses Jahr hat Herr Bock von den weißen Schneeflocken geschwärmt, die vom Himmel fallen und das Land in ein winterliches Märchen verwandeln. Herr Eichhorn ist wild entschlossen diese Schönheit nicht zu verpassen.

Gemeinsam mit dem Igel und dem Bären halten sie nach Schneeflocken Ausschau. Laut der Beschreibung von Herrn Bock sind sie weiß, nass, kalt und weich. Die Tiere schleppen die unterschiedlichsten Gegenstände aus dem Wald, die mehr oder weniger der Beschreibung entsprechen… bis schließlich etwas Kaltes, Weißes, Nasses und Weiches vom Himmel fällt .. dem Bären direkt auf die Nase!

Dieses außergewöhnlich schön gezeichnete Bilderbuch von Sebastian Meschenmoser steckt voller Humor und Gefühl. Die gedeckten Farben und die sehr präzise gesetzten Striche stecken den Leser schon sehr bald mit der Entdeckungslust der Tiere an. Die Bilder sind voller Bewegung und Ungeduld. Die Vorfreude auf den ersten Schnee steigt mit jeder Seite.

Und so sind auch einige Lacher garantiert, vor allem wenn die Tiere meinen die erste Schneeflocke entdeckt zu haben. Die Beschreibung von Herrn Bock ist zwar richtig, doch nicht genau genug, sodass viele andere Gegenstände in Betracht kommen könnten. Die Doppelseite mit dem tatsächlichen Auftauchen der ersten Schneeflocke ist magisch. Man könnte schon fast sagen zum Einrahmen schön! Hier ist der Wandel der Mimik von Enttäuschung und Frustration zur Überraschung, Staunen und Freude bezaubernd umgesetzt. Das Ende verzichtet komplett auf den Text, da die Bilder einem einfach nur die Sprache verschlagen. Diese Schönheit braucht keine Worte mehr!

Herr Eichhorn und der erste Schnee

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Im Deutschunterricht könnte nach dem Lesen die Gegenstandsbeschreibung vertieft werden. Hier wird schnell deutlich warum eine möglichst genaue Beschreibung wichtig ist. Die Zeichnungen laden dazu ein die Lieblingsszene im Buch mit Kohlestiften und erdigen Farben nachzuskizzieren. Tolle Beispiele hierzu finden sich auf der Seite „Der rote Hahn“:

Die Vorfreude auf den ersten Schnee steigt ins Unerträgliche! Ein Muss in jedem Bücherregal!

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Brigitte Endres und Joelle Tourlonias – Hallo, ich bin auch noch da!

Brigitte Endres - Hallo, ich bin auch noch da!

Das kleine Chamäleon lebt mit vielen anderen Tieren in einer Zoohandlung. Jeden Tag aufs Neue versucht es die Besucher auf sich aufmerksam zu machen, rollt sein Schwänzchen zu einer hübschen Schnecke und ruft: „Hallo, ich bin auch noch da!“ Aber keiner sieht es, keiner hört es. Das kleine Chamäleon wird immer übersehen.
Eines Tages reicht es dem kleinen Tier und es klettert unbemerkt aus dem Terrarium. Ganz traurig und mutterseelenallein läuft das Chamäleon durch die turbulenten Straßen. In einem Park entdeckt es ein blasses Mädchen, das darauf wartet auch einmal schaukeln zu können. Auf ihr Rufen hin „Hallo, ich bin auch noch da!“, wird sie von den anderen Kindern nicht gehört und weiterhin ignoriert. Keiner sieht sie, keiner hört sie – nur das kleine Chamäleon weiß, wie es sich anfühlt nicht beachtet zu werden.

„Hallo, ich bin auch noch da!“ ist ein bewegendes Bilderbuch rund um das Thema Selbstbewusstsein und Ich-Stärke. Die beiden vorerst namenlosen Figuren können sich nur schwer behaupten und bleiben stets im Hintergrund. Sie werden von ihrer Unsicherheit überschattet und von den anderen verdrängt. So spielt die Illustratorin zu Beginn der Geschichte mit gedämpften, düsteren Farben. Um die Distanz zum Geschehen zu verringern, werden viele Begebenheiten aus der Froschperspektive gezeigt. Der Leser fühlt somit mit dem kleinen Chamäleon mit und wird emotional auf bildnerischer Ebene einbezogen.

Erst als die beiden Protagonisten sich begegnen, hellen die Farben auf und dem Leser wird der Name des Mädchens verraten. Camée lässt es sich nicht nehmen, dem kleinen Tier ebenfalls einen Namen zu geben und tauft es ganz passenderweise auf „Leon“. Hier wird die Zusammengehörigkeit der beiden Figuren deutlich. Dieses Zusammentreffen verleiht dem Mädchen Mut und zeigt, was Freundschaft bewirken kann. Auf dem abschließenden Bild wird dem Leser ein glückliches Duo präsentiert – schwebend auf einer Schaukel, umspielt von einer leichten Brise.

Hallo ich bin auch noch da
weiterarbeit
Im Kunstunterricht lassen sich die Farben in Bezug auf unterschiedliche Stimmungen (warme – kalte Farben)  und evtl. die Vogel- und Froschperspektive thematisieren. Die verschiedenen Gefühlslagen eignen sich hervorragend zur Realisierung in Form von Standbildern. Eine Adjektivlandkarte zu den Stimmungen vor und nach dem Zusammentreffen kann als Hilfestellung hinzugezogen werden.
Freundschaft kann dem Selbstbewusstsein Flügel verleihen – zusammen sind wir stark!

Hallo, ich bin auch noch da!

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Antonie Schneider und Susanne Straßer – Herr Glück & Frau Unglück

Herr Glück & Frau Unglück

Als Frau Unglück einen neuen und dazu noch äußerst netten Nachbarn bekommt, ist sie darüber gar nicht begeistert. Sie liebt nämlich kahle Bäume, Spinnennetze, Ziegen und Kakteen. Jeden Tag aufs Neue begrüßt der Nachbar jedoch die strahlende Sonne, den aufgehenden Mond und die leuchtenden Sterne. Er pflanzt Sonnenblumen im Garten und ist immer von Glücksschweinen umgeben. Doch als der lebensfrohe Nachbar sich bei Frau Unglück auch noch vorstellen möchte, knallt sie ihm entschieden vor der Nase die Tür zu. Nun ist für Frau Unglück höchste Zeit den Nachbarn endlich loszuwerden und so schmiedet sie einen Plan und schickt ihm Ungeziefer, Vogelscheuchen und Maulwürfe. Und was macht Herr Glück? „Er freut sich über die schwarze Katze von nebenan, den Maulwurf, die Raupe …“ Und ruft aus: „Wie schön das Leben doch ist!“

Ist diese Lebensfreude womöglich doch ansteckend?

Die Illustratorin Susanne Straßer bedient sich in ihren collageähnlichen Bildern vieler klischeehafter Kontraste. Während Herr Glück stets von Kleeblättern, Marienkäfern, Hufeisen, Glücksschweinen und Sonnenstrahlen umgeben ist, hängen über der Hausnummer 13 von Frau Unglück schwere, dunkle Regenwolken. Im Garten ist kein Zeichen von Leben zu finden und die schwarze Katze symbolisiert eindeutig ihren Pessimismus. Der falsch angebrachte Hufeisen veranschaulicht deutlich ihre negative Weltsicht und Lebenseinstellung. Diese einzigartige Zusammenstellung der einzelnen Elemente in den Bildern weckt ganz offensichtlich die Entdeckerfreude. Diese flächigen und karrikierenden Illustrationen spielen äußerst gekonnt mit dem Geschichtenrahmen.

Die Thematik des Bilderbuchs fokussiert auf zwei sehr unterschiedliche Lebensansichten, gleich dem Motto: „Ist das Glas halb leer oder halb voll?“ Schließlich wird man als Leser anhand des Geschichtenverlaufs schnell erkennen können, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Es liegt in der eigenen Hand wie man sein Leben gestaltet und die Begebenheiten sieht. Das ist eine sehr schöne Quintessenz, die  nicht früh genug vermittelt werden kann.

Doch auch die angeschnittene Hilfsbereitschaft, Offenheit und Zuvorkommenheit sind wichtige Stützen dieses Bilderbuchs. Auch Erwachsene dürfen sich übrigens diesen Kerngedanken gerne öfter mal in Erinnerung rufen. So habe ich dieses tolle Buch bereits einige Male verschenkt  😀

Herr Glück & Frau Unglück

Material

Zur Reflexion von Gefühlen und den damit verbundenen Faktoren:

Das macht mich glücklich

Das Glücklichsein kann man teilen, man muss sich nur trauen sich anstecken zu lassen.

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Daniela Kulot – Malte Maulwurf und sein wundersamer Fernseher

Malte Maulwurf hat zu seinem Geburtstag von seiner Freundin Mia Maus einen wundersamen Fernseher geschenkt bekommen. Es ist sogar in HD-Qualität, hat eine Fernbedienung, doch leider keinen Ton. Das jedoch stört den Malte nicht, denn er erzählt eh lieber einfach selbst dazu. Und so kommt es, dass Malte mit seinen Freunden vor einem riesigen Aquarium sitzen und in die Welt von spannenden, fantasiereichen und bunten Geschichten eintauchen. Malte ist ein toller Geschichtenerzähler und lockt viele Zuschauer und -hörer in seine Wohnung. Als der Molch auftaucht und einen richtigen Fernseher mitbringt, sind die Freunde glücklich, denn endlich haben sie eine vernünftige Sitzgelegenheit, um weiterhin Maltes wundersamen Geschichten zu lauschen …

„Weißt du (…), wenn du wunderbunt glücklich, froh und frei bist, dann kannst du Dinge sehen, die andere nicht sehen können, und du kannst Dinge erreichen, die andere nicht erreichen können.“

In dem neuen Bilderbuch von der sehr talentierten Daniela Kulot wird das Geschichtenerzählen und die Fantasie in den Vordergrund der Geschehnisse gestellt. Malte nutzt sein Aquarium als Anlass seinen Freunden die wundersamsten Dinge zu erzählen. Mit stets offener Körperhaltung präsentiert er ihnen die Früchte seiner Fantasie und kann sie an sein stetig wachsendes Aquarium fesseln. Die Farben des anfangs kleinen und eher unscheinbaren Aquariums, werden mit Maltes Erzählungen immer prächtiger, strahlender und bunter. Seine Zuschauer hat er alsbald für sich gewonnen und lässt die Kunst des Erzählens und ihre Bedeutsamkeit aufleben, sodass der „richtige“ Fernseher dagegen sehr blass aussieht.

Daniela Kulot schneidet das Thema Medienkonsum ohne den erhobenen Zeigefinger an und zeigt, dass die Mündlichkeit und das Beisammensein in der Gesellschaft sehr wertvoll ist. Natürlich können auch bestimmte Fernsehsendungen Wissenswertes vermitteln und die Fantasie anregen, dabei kommt es jedoch auf die Art der Sendung an. Manche können die kindliche Kreativität gar beflügeln (siehe Studie von Tillmann). Doch die Kunst des Erzählens entwickelt sich nun einmal durch das Sprechen.

Hier kann das Buch wunderbar bereits in der 2. Klasse als Aufhänger für das mündliche Erzählen genommen werden. Was heißt Geschichtenerzählen? Was bewirkt das bei den Zuhörern? Was macht einen guten Geschichtenerzähler aus? Das Aquarium kann durch einen Kamishibai-Rahmen ersetzt und mit den fantasievollen Beiträgen der Kinder gefüllt werden!

Wiedereinmal ein grandioses Bilderbuch von Daniela Kulot: die  Magie des kunstvollen Geschichtenerzählens!

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David Fermer – Anpfiff für das Team

„Im Jahr 3002 ist alles anders – außer Fußball! Warum muss ausgerechnet der schrecklichste Mensch der Welt Fußballtrainer in Zenitropa sein? Aber Pepe lässt sich von Herbert nicht einschüchtern. Es wäre doch gelacht, wenn er Kim Li es nicht schaffen würden, selbst eine Fußballmannschaft auf die Beine zu stellen. Und dann werden sie es dem Fießling zeigen!“

Pepe und seine Mutter ziehen nach Zenitopa, wo es nur eine einzige Fußballmannschaft und somit auch nur ein Fußballfeld gibt. Allerdings entpuppt sich der Trainer schnell als ein Bösewicht, der nur seinen eigenen Sohn in der Mannschaft als den besten Spieler sehen will. Als er erkennt, dass Pepe durchaus einen guten Fußballspieler abgibt, verbietet er es ihm auf dem Fußballfeld zu erscheinen. So beschließt Pepe gemeinsam mit Kim Li, die ebenfalls Fußball spielt zu dem früheren Bürgermeister von Zenitopia zu fahren und ihn bitten etwas gegen den Bösewicht Herbert zu unternehmen. Dem Fießling wollen sie es zeigen und gründen mit einem neuen Trainer ihre eigene Fußballmannschaft – Das Z-Team! Doch wer bekommt den Fußballplatz? Da kann nur ein Duell entscheiden!

Das Buch spielt im Jahr 3002 und es gibt so einige Erfindungen, die durchaus plausibel erscheinen und Wirklichkeit werden könnten, nur die Leidenschaft für Fußball, die ist gleich geblieben. Einige Geschehnisse im Buch waren mir nicht so einleuchtend, wie z.B. die Verfolgungsjagd auf den neuen Trainer. Ist er nun ein Verbrecher? Weshalb wird er gesucht? Es findet leider keine Aufklärung statt, das fand ich schade. Auch das Endspiel an sich war wenig spektakulär und dafür, dass das ganze Buch darauf aufbaut, ziemlich kurz. Ich habe zum Schluss noch darauf gewartet, dass Herbert nun fiese Tricks anwendet, den Schiedsrichter besticht oder das Ergebnis nicht akzeptiert, aber da kam leider nichts. Es war ziemlich unspektakulär und man wurde als Leser doch ziemlich enttäuscht. Die Verknüpfung mit der Zukunft und den möglichen Fortbewegunsgmittel fand ich spannend, auch die Einbettung der Handlung durch die Briefe an Pepes Vater,  doch leider nicht die letzten ein paar Seiten…

Auch das Titelbild ist ziemlich fahl, es fehlt das gewisse Etwas. Es hat keinen Erinnerungswert.

Einen Extrapunkt bekommt das Buch für die Unterstützung der Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder.

Eine gute Basis, mit Bedarf zum Ausbau!

 

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Caroline Lahusen und Jens Schröder – Bob und das Geheimnis der Goldgräber

„Langsam öffnet Bob die Tür  des alten Schuppens. Es ist ganz still in der verlassenen Goldgräberstadt mitten in der australischen Wüste. Sogar spuken soll es hier. Plötzlich fällt krachend die Tür ins Schloss. Bob sitzt in der Falle!“

Die Familie Blume begibt sich mit ihrem Schiff und dem Wohnmobil nach Australien, um ihren langährigen Freund Hank in einer Geisterstadt zu besuchen. Doch dieser steckt in ganz schönen Schwierigkeiten, er wird von einer unheimlichen Gang bedroht. Bob und seine Schwester Lucy durchleben so einige Abenteuer: sie werden von einem Aborigine gerettet, entdecken ein Grab, welches gar keines ist und begeben sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Schlucht im Schuppen.

Das Buch ist unterteilt in 10 Kapitel. Am Ende jedes Kapitels befindet sich eine kleine Info-Box, in der einige sehr spannende und wichtige Informationen über Australien an die Leser weitergegeben werden. Außerdem sorgt ein Rätsel am Ende jedes Kapitels für weitere Unterhaltung: Fehlersuche, Puzzle oder Rückwärtslesen. Die Lösungen dazu befinden sich am Ende des Buches, genauso wie eine Reflexion: „Was hast du schon alles über Australien gelernt?“. Hierbei sollen sich die Kinder ihres Wissenszuwachses bewusst werden. Hilfreich erscheinen hierbei auch die konkreten Fragen, die in einem Quiz zusammen gestellt sind: Wie heißt die bekannteste Stadt Australiens? Wozu benutzen Kängurus ihren Beutel? etc.

Dieses Buch knüpft an die Interessen der Kinder an: Rätsel, Abenteuer, Labyrithe, unheimliche Gestalten. Sowohl Mädchen, als auch Jungen finden in dem Buch Identifikationsfiguren und begleiten zwei Geschwister auf eine Reise in ein unbekanntes Land und erfahren viele neuen Dinge. Das interkulturelle Wissen wird erweitert und der Spaß am Lesen ausgebaut.

Ein Buch woller Wissen, Rätsel, Spaß und Abenteuer!

Bettina Belitz – Freihändig

Klappentext:

„Warum lässt ihn Micha nicht einfach mal in Frieden? Immer diese Hänseleien und blöden Anspielungen. Dabei will Josh doch einfach nur seine Ruhe haben. Zum Glück gibt es die Leute vom Pferdehof und den Wallach Sarastro. In der Reithalle kann Josh alles hinter sich lassen – hier kann ihm keiner was! Freihändig auf dem galoppierenden Pferd zu stehen und Sarastros Kraft zu spüren, das bedeutet Freiheit und ist unglaublich cool!“

Inhalt:

Mobbing unter Brüdern: Joshua ist 15 Jahre und gemeinsam mit seinem Bruder, Micha, in einer Klasse. Leider haben die beiden keine innige Geschwisterbeziehung, denn Micha mobbt Joshua wo er kann. Im Bus schikaniert er ihn täglich, tritt, boxt, macht sich über ihn lustig, verbreitet unter den Mitschülern Gerüchte, dass er schwul sei. Die Belustigungen finden einen Höhepunkt, als sich Joshua im Sportunterricht nicht für das Klettern, sondern als einziger Junge  für das Voltigieren meldet. Dabei hat Joshua nicht wirklich eine Wahl, denn er hat Höhenangst und somit fällt das Klettern für ihn komplett flach. Außerdem kann er somit zumindest für einige Stunden seinem gemeinen Bruder entfliehen. Doch auch seine Eltern legen ihm Steine in den Weg und verbieten ihm das Voltigieren, was Josh jedoch nicht davon abhält heimlich weiter auf seinem Pferd Sarastro zu üben, mit der Unterstützung seiner Tante Charlotte. Doch wie lange wird Josh’s Lüge unentdeckt bleiben? Und was hat es mit der Punkerin Eva auf sich, einer aufsässigen Mitschülerin, die in Joshua irgendwann mehr sieht, als nur das Opfer seines Bruders?

Meinung:

Mobbing, Willensstärke, Durchhaltevermögen, Losbindung, Erwachsenwerden, erste Liebe, sind nur wenige der Themen, die Bettina Belitz in dem Jugendroman Freihändig anspricht. In diesem Roman steckt so viel mehr. Der Weg eines unscheinbaren Jungen, der unter der Gehässigkeit seines Bruders leidet und doch seine Talente entdeckt und sie zu verfolgen versucht, egal welche Hindernisse auf ihn zukommen. Dabei wird der Beziehung zu einem Pferd viel Raum gewidmet. Der Geruch des Pferdes, die Vereinigung  beim Reiten, das Spüren jeder Muskelfaser, all das wird sehr detailliert dargestellt, sodass man als Leser das Gefühl hat mitzureiten und dieses Gefühl der Freiheit, die Joshua auf Sarastro erlebt, mitzuerleben. Der Titel Freihändig ist einerseits auf das Voltigieren zu beziehen, als Joshua sich zum Himmel streckt, aufsteht  und freihändig, mit ausgebreiteten Armen reitet, andererseits auch auf seine Loslösung  der Schikanen seines Bruders, er macht sich frei und findet endlich zu sich selbst …

Für mich ist dieses Buch das zweite, nach Splitterherz, welches ich von Bettina Belitz gelesen habe und auch diesmal bin ich von der Einbindung der Welt, die die Jugendlichen heute umgibt, sehr angetan. Die Autorin weiß ganz genau, was Jugendliche heutzutage beschäftigt, egal ob Musik, Technik oder die sprachlichen Ausdrücke.

Da ich jedoch den direkten Vergleich zu Splitterherz habe, muss ich gerechterweise für dieses Buch 4.5 Sterne vergeben.

Fazit:

Nicht nur für Pferdefans ist dieses Buch eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an Bettina Belitz für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars und die sehr nette Widmung!

Bewertung: