Michael Stavaric und Ulrike Möltgen – Der Bär mit dem roten Kopf

Rot … mohnrot, krebsrot, ziegelrot, hellrot, himbeerrot, fuchsrot, kupferrot, weinrot, korallenrot, lachsrot, feuerrot, rosarot, kirschrot, flamingorot, rubinrot, schwarzrot, rosenrot, kardinalrot, rostrot, orangerot, glutrot, knallrot, purpurrot, rot wie Blut …

Trotz der Vielzahl der Begrifflichkeiten für jegliche Rottöne, gibt es kein „bärenrot“. Den Bären mit dem roten Kopf macht es zutiefst traurig. Er fühlt sich nicht zugehörig und wünscht sich einen Ort herbei, wo alle Bären rot sind und wo es die Farbe „bärenrot“ tatsächlich gibt.

Als ihn plötzlich eine Bärin mit einem grünen Kopf anspricht und sich nach einem Ort für „bärengrüne“ Bären erkundigt, fühlt sich der Bär erleichtert. Und was passiert wenn rot und grün gemischt wird? Nun, dieser Farbton ist bestimmt in allen Büchern zu finden!

Rezension

Es ist ein Bilderbuch rund um  das Anderssein aber auch Toleranz oder der Suche nach Zugehörigkeit. Der schüchterne Bär mit dem roten Kopf sucht seinen Platz im Leben. Als die Hoffnung schon fast auszusterben droht, erblickt er eine Bärin, die auch anders ist. Das ist Liebe auf den ersten Blick! Die „bärenbraunen“ Kinder sind mehr als nur prächtig.

Hier lässt sich die Thematik rund um die Farbenlehre vertiefen und das „sprachsensible Unterrichten“ im Kunstunterricht in den Vordergrund stellen. Bei all den Farbwörtern macht es Spaß sich auf die Suche nach all den „Blautönen“ zu begeben: Azurblau, Admiralblau, Marinblau usw. Natürlich kann hier auch Kreativität eine Rolle spielen.

Die collageartigen Illustrationen von Ulrike Möltgen leuchten in all ihren unterschiedlichen Farbintensitäten. Die Drucktechnik mit einigen Spritzelementen verleiht eine brillante Farbwirkung und einen exklusiven Charakter.

Blick ins Buch

Fazit

Ein Augenschmaus zum Thema Andersartigkeit und Gemeinschaftsgefühl.

(Amazon-Link)

Im Rahmen des Kinderbuchblogger-Adventskalenders habt ihr jetzt die Möglichkeit das Bilderbuch „Der Bär mit dem roten Kopf“ zu gewinnen. Das Buch wird vom „aracari Verlag“ zur Verfügung gestellt. Hinterlasst mir einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag.

Teilnahmebedingungen

  • Die Verlosung beginnt am 17.12.2017 um 0.00 Uhr und endet am 17.12.2017 um 23.59 Uhr.
  • Jeder, der unter diesem Beitrag einen Kommentar hinterlässt, erklärt sich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden und kann gewinnen.
  • Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren.
  • Über den Gewinner entscheidet das Los.
  • Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.
  • Der Versand des Gewinns erfolgt ausschließlich nach Deutschland.

Morgen öffnet sich das nächste Adventskalendertürchen bei  Kunterbuntes Bücherregal – schaut vorbei!

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück und strahlende Kinderaugen beim gemeinsamen Lesen in der Winterzeit!

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Herzlichen Glückwunsch, Mira!

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Astrid Henn und Stephanie Schneider – Elefanten im Haus

Elefanten im Haus

In Fines Haus sind neue Nachbarn eingezogen. Alle anderen Bewohner des Hauses warnen das Kind vor den „Neuen“ und behaupten, dass sie  wie Elefanten ständig trampeln würden. Überhaupt sollte man sich vor ihnen in Acht nehmen.

Fines hofft, dass es in der Familie mehrere „Elefantenkinder“ gibt, mit denen sie spielen könnte und klingelt gleich an der Tür. Etwas verlegen bittet die dicke Elefantenfrau Fine herein und sie nimmt auch schon gleich einen etwas anderen Geruch wahr: „Irgendwie interessant“, stellt sie fest. Schnell freunden sich die Kinder an und ignorieren alle Vorurteile der Erwachsenen. Diese Toleranz schwappt schnell über:

… und so trotten alle Nachbarn brav hinter Papa her, um den Neuen zu sagen, wie gut es ist, dass sie da sind.

Dieses Bilderbuch hat eine fabelhafte Aufmachung und kommt inhaltlich sehr verschmitzt und schon fast frech daher. Stephanie Schneider spielt gekonnt in ihren Illustrationen mit Licht und  Schatten und verdeutlicht damit die Wechselwirkung zwischen Angst, Vorbehalten, Unsicherheit und aber auch Neugierde, Nächstenliebe, Offenheit.

Das kleine Mädchen verkörpert das Licht, während viele ihrer Nachbarn stets das Negative sehen und aufgrund ihrer Angst vor dem Neuen und Unbekannten einfach nur geblendet werden. Astrid Henn zeigt ganz kindlich auch die Wahrnehmung der Andersartigkeit der neuen Bewohner und lässt ihre Protagonisten sehr realistisch den fremdartigen Geruch wahrnehmen oder dem Umzug anzulastende Unordnung. Und doch sind die natürlich übertrieben dargestellten „Elefanten“ den Bewohnern gegenüber offen und zuvorkommend. Sie bitten das Mädchen herein und zeigen sich herzensgut.

Die Autorin hat das Kinderlied „Was müssen das für Bäume sein“ sehr passend abgewandelt und fasst somit die Kernaussage des Bilderbuchs sehr humorvoll zusammen:

Was müssen das für Räume sein,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen,
ohne sich zu stoßen.

Elefanten im Haus

In der heutigen Flüchtlingskrise kann das Buch nicht oft genug vorgelesen werden. Hier können sogar viele Erwachsene sich etwas abschauen.

 

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Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson – Ginpuin

Auf einer kleinen Insel am anderen Ende der Welt leben unzählige Pinguine. Sie gehen gemeinsam schwimmen, fangen Fische und spielen Eishügelrutschen. Eines Tages kommt jedoch ein Pinguin zur Welt, das zwar genauso aussieht wie anderen, aber mit dem doch was nicht stimmt. Er verdreht die Buchstaben und sagt: „Ich will auch mit zur Scheisolle!“, als die anderen Pinguine ins Meer springen und in Richtung Eisscholle schwimmen. Alle anderen lachen ihn deshalb aus und der kleine Pinguin, den alle schon bald nur noch Ginpuin nannten, wurde sehr traurig. Seine Traurigkeit bringt ihn schon bald dazu die Insel der Pinguine zu verlassen und sich auf eine lange Reise zu machen … Eine Reise, die die anderen Pinguine ihm niemals zugetraut hätten …

Die Andersartigkeit bringt den kleinen Pinguin dazu sich auf die Suche nach dem großen Glück und Anerkennung zu begeben. Von seinen Artgenossen stets aufgrund seines Sprachfehlers ausgelacht, sehnt er sich nach Toleranz und Akzeptanz. Sein Andersseins wird allerdings durchgehend humorvoll aufgefasst und die Liebenswürdigkeit dieser Behinderung in den Vordergrund gestellt. Es werden Probleme eines solchen Sprachfehlers sehr amüsant dargestellt, wenn der Ginpuin z.B. einen Albatros nach einem Fisch fragen möchte und dieser ihn zu einem Schiff bringt.

Das Bilderbuch handelt auch von Fern- und Heimweh. Der Ginpuin sucht das große Glück und erkennt schon bald was Sehnsucht nach Familie und Heimat bedeutet. Seine Pinguinfamilie lernt Andersartigkeit zu schätzen und sieht nun auch die darin liegenden Abenteuer und Chancen. Wer hätte schon gedacht, dass man auf „Fischen übers Meer“  fahren kann?

Dieses Bilderbuch eignet sich sehr gut für vielfältige Gesprächsanlässe mit Kindern über Behinderungen, Sprachstörungen und die damit einhergehenden Probleme in der Gesellschaft. Mit diesem Bilderbuch können durch Aufklärung vielleicht sogar traumatische Ereignisse und Isolation verhindert werden und stattdessen das Selbstvertrauen der Kleinen schon früh gestärkt werden.

Die Illustrationen in gedeckten Farbtönen werden immerzu getrennt vom Text abgebildet. Es scheint so, als würden die Bilder dadurch eine eigene Wertschätzung, schon fast wie kunstvolle Gemälde bekommen, sodass der Betrachter seine Reinheit und Absolutheit in sich aufnehmen kann.

Ein äußerst humorvolles und einfühlsames Bilderbuch über ein bewegendes Thema.

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