Werner Holzwarth und Stefanie Jeschke – Guck mal, wie die gucken!

Eine Familie mit zwei Kindern macht einen Tagesausflug in den Zoo. Besonders die Affen werden voller Neugierde bestaunt. Manche Verhaltensweisen sind auf den Menschen schnell zu übertragen. Es wird gepopelt und gekratzt. Dem Mädchen fällt auf, dass ein älterer Affe graue Haare bekommt, so wie ihr Vater auch. Der Bauch sieht nach einem Trommelbauch aus, so wie beim eigenen Papa auch. Und als der Zoo schließt, sind nicht nur die Menschen traurig. Auch die Affen haben hinter Gittern ganz viel an den Zoobesuchern zu bestaunen.

Dieses Bilderbuch mit den  farbenfrohen Illustrationen von Stefanie Jeschke hat einen humorvollen Twist zum Ende der Geschichte. Hier findet ein Perspektivwechsel statt, der Kindern erklärt werden muss. Nachdem die Familie die Affen  genau beobachtet hat, kommen die Affen als Beobachter zu Wort und müssen feststellen „Wie gut, dass die hinter Gittern sind.“ Dabei sieht der Leser die beiden Kinder vor den Gittern Grimassen schneiden und brüllen, während die Affenfamilie seelenruhig die Zoobesucher bestaunt.

Die Thematik lässt sich wunderbar im Sachunterricht aufgreifen. Zum Schwerpunkt „Evolution“ können Vergleiche zur Entwicklung vom Affen zum Menschen gezogen werden. Dieses Bilderbuch ist ein motivierender und lustiger Aufhänger dafür, auch in den Klassen 3-4.

Angesichts der fundamentalen Bedeutung des Evolutionsverständnisses für die Entwicklung eines zeitgemäßen Weltbildes ist es befremdlich, dass Kinder in der Grundschule so wenig über dieses Thema erfahren – zumal im Unterricht oftmals Schöpfungsmythen behandelt werden, die ohne Vorwissen zur Evolution leicht fehlgedeutet werden können. Pädagogisch ist dies nicht zu rechtfertigen. Schließlich sollen öffentliche Schulen ihre Schülerinnen und Schüler nicht einseitig im Sinne einer bestimmten Religion oder Weltanschauung beeinflussen, sondern ihnen Zugang zu den zentralen Erkenntnissen der Wissenschaft ermöglichen! Aus bildungspolitischer Sicht ist es daher zwingend geboten, die „Tatsache Evolution“ im Unterricht sehr viel früher und umfassender zu behandeln, als dies in aktuellen Lehrplänen vorgesehen ist. (https://evokids.de/content/resolution-evolution-grundschule)

Humorvolles Bilderbuch mit spannenden Anhaltspunkten zur Vertiefung!

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Florence Guiraud – 40 Tiere zum Aufklappen & Entdecken

40 Tiere zum Aufklappen & Entdecken

Wie schwer ist ein Straußenei? Welchen Zweck erfüllt die schwarze Haut von Eisbären? Ernähren sich Fledermäuse tatsächlich vom Blut anderer Tiere? Diesen und vielen anderen Fragen geht dieses Sachbuch auf den Grund. Die filigranen Illustrationen, die stets auf einem bunten Hintergrund ohne viel Schnick-Schnack präsentiert werden, sind ein Highlight dieses Werkes. Nach dem Umklappen entdeckt man das Skelett des Tieres und einige Informationen zum Aufbau des Körpers, zur Anzahl der einzelnen Gliedmaßen und zum Nutzen der entsprechenden Körperteile.

Die Informationsseiten sind nicht mit einem Lexikon-Eintrag zu vergleichen. Sie sagen mir sogar mehr zu, denn sie konzentrieren sich auf sogenannte „Fun Facts“. Spannende und äußerst interessante Dinge über das Tier werden in wenigen Worten zusammen gefasst und lassen Kinder staunen. Trotzdem fehlen die grundlegenden Angaben zur Ordnung, Alter, Durchschnittsgröße und Verbreitung nicht. Auch Redewendungen, Sprüche und Kuriositäten finden hier Platz. Unter der Rubrik „Wer bist du?“ findet sich ein kurzer Sachtext  mit den wichtigsten Informationen rund um das Tier. Unter den insgesamt 40 Tieren sind Heimtiere, wie Katze, Hund, Schildkröte, Pferd, Kaninchen, Hahn aber auch wilde Tiere wie Ara, Katta, Blauwal, Elefant, Giraffe, Dromedar, Eisbär,  Koala, Känguru und viele andere.

40 Tiere zum Aufklappen und Entdecken

Ansprechend gestaltetes Sachbuch mit vielen spannenden Informationen rund um die Tierwelt mit dem Bonbon der Abbildung des Skeletts.

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Ingo Siegner – Das kleine Erdmännchen Gustav in drei spannenden Abenteuern

Das kleine Erdmännchen Gustav

Im Schuber befinden sich drei Hörbücher mit Abenteuern rund um das Erdmännchen Gustav:

  • Das kleine Erdmännchen Gustav – Spurlos verschwunden
  • Das kleine Erdmännchen Gustav – Nachts auf dem Sambesi
  • Gustav vor, noch ein Tor!

Der Autor von dem liebenswürdigen Drachen Kokosnuss hat erneut einen Charakter erschaffen, den man einfach ins Herz schließen muss. Im ersten Abenteuer stößt Gustav mit einem Radfahrer zusammen, bricht sich das Bein und landet im Krankenhaus. Mit dem Krankenwagen fahren die beiden Verletzten ins Krankenhaus und werden operiert. Während Moritz täglich Besuch bekommt, kriegt Gustav seine Freunde nicht zu Gesicht. Hier tauchen Kinder in die Krankenhauswelt ein und erleben durch Gustav wie es ist auf einer Station zu liegen. Es ist sehr lebensnah erzählt und nimmt Kindern die Angst vor einem möglichen Krankenhausaufenthalt.

Nachts auf einer Bootsfahrt auf dem Sambesi-Fluss wird Gustavs Freund von einem Uhu verschleppt. Gemeinsam schaffen es die Freunde Rocky zu befreien und lernen wieder einmal, dass man gemeinsam viel schaffen kann. Im dritten Teil trainiert Gustav voller Eifer für das große Spiel gegen den VfL Donnerknispel. Dafür haben die Erdmännchen eine Fußballmannschaft aus Zootieren zusammengestellt. Und dann kommt schließlich der große Tag. Dieses Hörbuch ist für alle Fußballbegeisterte und auch hier steht das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund.

Nach dem Vorlesebuch „Struppse in Gefahr„, das ich ebenfalls wärmstens empfehlen kann, hören wir uns in der Frühstückspause nun die Abenteuer vom Erdmännchen Gustav an. Wie schon beim Drachen Kokosnuss wird sehr lebendig erzählt und die eingebundenen Lieder zwischendurch tragen ihren Teil dazu bei, dass die Aufmerksamkeit aufrecht erhalten wird. Inhaltlich werden Jungen und Mädchen gleichermaßen angesprochen und Tiere wirken eh wie Magnete auf Kinder. Vor allem die Geschichte rund um den Krankenhausaufenthalt fanden viele lehrreich und spannend.

Lebendig erzählte Geschichten rund um einen sympathischen Charakter.

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Stefanie Scheid und Gabriele Schickel – Tiere in aller Welt

Tiere in aller Welt

Das Thema „Tiere“ und „Zoo“ stellt für Kinder im Grundschulalter immer einen Höhepunkt im Schulalltag dar. Tiere üben auf Kinder eine große Faszination aus und so bringen viele Kinder auch sehr viel Vorwissen zu diesem Themenbereich mit. Auf dieser Grundlage baut das dreifach differenzierte Themenheft aus dem BVK Verlag auf.  Mit diesem Heft erfahren SuS, auf welchen Kontinenten die Tiere beheimatet sind, wie ihr Lebensraum aussieht, wie sie jagen und sich ihrer Umgebung im Laufe der Zeit angepasst haben.

Aus dem Inhalt:

  • Europa (Wölfe, Wildschweine)
  • Afrika (Afrikanische Elefanten, Zebras)
  • Asien (Kamele)
  • Nordamerika (Bären)
  • Südamerika (Meerschweinchen)
  • Australien (Kängurus, Krokodile)
  • Antarktis (Pinguine)

Da jedes Thema in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, erkennbar an der Anzahl der Tiersymbole oben rechts, aufbereitet ist,  eignet sich das Themenheft besonders für Inklusion und jahrgangsübergreifendes Arbeiten. Je nach Vorwissen und Leistungsstand erweitern Kinder ihr Wissen zum selben Themenbereich nach unterschiedlichen Anforderungen. Zum Thema „Elefanten“ konzentrieren sich die Lernangebote auf der leichten Schwierigkeitsstufe auf das bloße Wahrnehmen und Anmalen der Unterschiede in der äußerlichen Erscheinung von afrikanischen und asiatischen Elefanten. Auf der zweiten Schwierigkeitsstufe sollen die beiden Elefantenarten verglichen und die Unterschiede in einer Tabelle eingetragen werden. Die höchste Anforderungsstufe verlangt die richtige Beschriftung von Körperteilen, die aus einem Fließtext herausgefiltert werden muss (siehe Bild unten).

Alle Kinder können so zu einem Thema gemeinsam arbeiten, jedoch ihr Wissen auf individuellem Niveau erweitern. Im Abschlusskreis können die gewonnen Erkenntnisse so spannend diskutiert und an die Mitschüler weitergegeben werden.

Fächerübergreifende Angebote, wie z.B. das Basteln einer Bärenmaske, ein Experiment zur Fragestellung „Warum frieren Pinguine nicht?“ und zwei Lernzielkontrollen („Was hast du behalten?“) für eine 1. und 2. Klasse, runden das zusätzliche Angebot ab. Falls die Kopiervorlagen als eine Werkstatt aufbereitet werden sollen, stehen der Lehrkraft Blanko-Auftragskarten zur Verfügung. Besonders wohlüberlegt ist der Beurteilungsbogen zur individuellen Rückmeldung des Arbeitsverhaltens für die SuS. So lernen sie sich besser einzuschätzen und bekommen ein zeitnahes, kindgerechtes (Smiley-Format) Feedback.

Unbedingt hervorzuheben ist die Orientierung vieler Lernangebote am entdeckenden Lernen. Hier werden Fakten nicht einfach auf dem goldenen Teller präsentiert, stattdessen werden Kinder herausgefordert diese selbst zu entdecken, wie z.B. anhand eines Wimmelbildes (wo beide Elefantenarten abgebildet sind und durch Vergleichen die Unterschiede entdeckt werden sollen).

Tiere in aller Welt 1./2. Klasse

Lehrplangerecht, differenziert und sehr gut einsetzbar in offenen Unterrichtsformen.

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Nadia Budde – Und irgendwo gibt es den Zoo

Und irgendwo gibt es den Zoo

Eindeutig Mensch – oder doch ein Tier? Bei manchen Lebewesen scheinen die Übergänge fließend. Da wäre der Kumpel Ronni, der aussieht wie ein Pony. Kasimir ist bissig wie ein Nagetier und die Urgoßmutter Lotte ist so grau wie eine Motte. Bei allen ihn umgebenden Menschen findet der Ich-Erzähler, der übrigens findet, dass er wie ein Pinguin aussieht, eine Verbindung zur Tierwelt. Sei es in der äußerlichen Erscheinung, im Verhalten oder einer bestimmten Eigenart. Die sich stets reimenden Vergleiche gehen soweit, dass man sich fragt, ob die Existenz von Zoos nicht eigentlich überflüssig ist …

Und ich frage mich, -WIESO- gibt es eigentlich den Zoo?

Die Gestalten in Nadia Buddes neuem Bilderbuch schauen ziemlich „tierisch“ aus und entlocken schon mit ihrer Darstellung dem Betrachter ein Schmunzeln. Auf einer Welle zugespitzter Übertreibung reitet der Leser von einem Krokodil, zum Stacheligel, hin zur Hyäne, vorbei an einem Huhn und sieht letztendlich alle Mensch-Tier-Wesen in ihrer einzigartigen Erscheinung gemeinsam an einem Tisch sitzen.

Mit wenigen Pinselstrichen schafft es Nadia Budde die Ähnlichkeit der Mensch-Tier-Gestalten auf den Punkt zu bringen. Und nicht wenige davon sind einfach zum Sich-vor-lachen-kugeln, so gut getroffen sind sie. Kinder werden es lieben anhand der angefangenen Reime den Vergleich zum Tier ergänzen zu können. Ebenfalls schön ist die Abbildung vom Herrn Rieger, Herrn Hobbe und Madame Tux … welchen Tieren könnten sie wohl ähnlich sehen?

Und irgendwo gibt es den Zoo

Tierisch lustig, schräg und individuell – ein Augenschmaus mit einer großen Portion Witz!

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